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Rahmenprogramm

EAEC-FWP-EAEC 1C

Vorheriges Programm

JRC-FUSAFE 5C

Programmfinanzierung

EUR 46 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/919/Euratom von 1994-12-15
Leistung eines Beitrags zu den Zielen des gemeinschaftlichen Kernfusionsprogramms unter besonderer Betonung der Verbesserung der Sicherheit und der Umweltverträglichkeit der Kernfusion als zukünftige Energiequelle.

Kurzbeschreibung

Die institutionellen Forschungsaktivitäten der GFS auf dem Gebiet der gesteuerten Kernfusion sind integrierender Bestandteil des gemeinschaftlichen langfristigen Programms auf dem Gebiet der Kernfusion. Aufbauend auf den Arbeiten der GFS auf diesem Gebiet aufgrund der vorhergegangenen Rahmenprogramme konzentriert sich der Beitrag der GFS weiterhin auf die Verbesserung der Sicherheit und der Umweltverträglichkeit der Kernfusion als zukünftige Energiequelle und, spezifisch, auf zukünftige Anlagen, die für das europäische Programm bestimmt sind. Der größte Teil dieser Arbeiten konzentriert sich auf die Unterstützung für den internationalen Kernfusions-Versuchsreaktor (ITER), der gemeinsam von Euratom, Japan, Russland und den USA entwickelt wird, kann sich jedoch auch auf einen beliebigen anderen Kernfusionsreaktor beziehen.

Mit diesem Ziel wurde von der GFS die Konstruktion und der Bau des europäischen Tritrium-Handhabungslabors (Ethel) in Ispra durchgeführt, dessen Aufgabe die Entwicklung von Methoden für die Handhabung von Tritrium ist. Dabei werden der Bestätigung und Validierung von Methoden zur Verhinderung und Reduzierung von Tritrium-und Aktivierungsabfällen im Arbeitsbereich und der Umwelt sowohl unter normalen als auch unter Störfallverhältnissen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Möglichkeiten des Ethel-Labors stehen auch anderen europäischen Organisationen zur Verfügung, die Mitglied des gemeinschaftlichen Kernfusionsprogramms oder assoziierte Mitglieder sind.

Andere Maßnahmen der GFS betreffen die Entwicklung und Charakterisierung von Werkstoffen, die die nachfolgenden Anforderungen erfüllen: gute Verträglichkeit mit Tritrium; Funktions als wirksame Barrieren gegen das Eindringen von Tritrium bei niedrigerer induzierter Radioaktivität.

Abgesehen von den obigen Aktivitäten soll die GFS auch allgemeinere Studien, darunter Studien der Betriebssicherheit bei der Instandhaltung entsprechend den spezifischen Anforderungen von ITER bzw. des Kernfusionsprogramms durchführen, insbesondere Studien über schwach aktivierte Stoffe und Fernbedienung.

Unterteilung

Drei Bereiche:

- Europäisches Versuchslabor für die Handhabung von Tritrium (ETHEL):
Entwicklung, Bestätigung und Validierung von großtechnischen Anwendungskonzepten und Werkzeugen für die sichere Handhabung von Makromengen von Tritrium in Kernfusions-Reaktorgefäßen, insbesondere ITER. Zwei allgemeine Aktivitäten:
. Bereitstellung und Betrieb einer Tritrium-Infrastruktur, die die Durchführung von FuE-Maßnahmen zur Untersuchung der Fortpflanzungsformen von Tritrium in Werkstoffen, Bauteilen, Ausrüstungen und schließlich kompletten Prozeßsystemen gestattet;
. Identifikation von Tritrium-Transfermechanismen, Abschwächung seiner Fortpflanzung, Minimierung seiner Verdünnung und Optimierung einer Einschließung mit dem Ziel der Beurteilung von Tritrium-Transferpfaden in Prozeßanlagen und der Umgebung sowie der Steigerung der Wirksamkeit des Schutzes der Bediener;

- Kernfusionsmaterial:
Entwicklung und Charakterisierung von schwach aktivierten Werkstoffen für das langfristige technologische Programm des europäischen Kernfusionsprogramms und Unterstützung der Technologieanforderungen des ITER-Programms im Bereich der Auswahl und Charakterisierung von Werkstoffen durch die Entwicklung einer Datenbank;

- Betriebssicherheit und Fernbedienung;

- Leistung eines Beitrags zur Vermittlung des erforderlichen Wissens für die Sicherheitsbeurteilung eines Kernreaktors und die Beteiligung an nachfolgenden ITER-Aufgaben:
. Betriebssicherheit bei der Instandhaltung;
. Passive Sicherheit bei der Entwicklung nach Störfällen im gesamten Reaktor;
. Strukturelle Integrität der Plasma-Störungsspitzen.

Ausführung

Die Einrichtung des GFS-Programms über Kernfusion erfolgte im Rahmen des spezifischen Programms für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration, das von der GFS für die Europäische Atomenergiegemeinschaft (1995-1998) durchgeführt werden soll.

Die Kommission ist für die Durchführung der direkten, von diesem Programm erfaßten Maßnahmen zuständig. Dabei wird sie vom Gouverneursrat der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) unterstützt. Die Durchführung der diese Aktionen betreffenden Maßnahmen erfolgt in den relevanten Instituten der GFS.

Zu den Programmen zählen institutionelle Forschungsaktivitäten, die im Rahmen von Projekten auf Kostenteilung, konzertierten Aktionen und direkten Forschungsaktivitäten durchgeführt werden. Eine Reihe von flankierenden Maßnahmen ist vorgesehen, darunter:

- Veranstaltung von Besuchen bei GFS-Instituten für Stipendiaten, wissenschaftliche Besucher und entsendete Experten;
- Organisation der Entsendung von GFS-Mitarbeitern zu einzelstaatlichen Laboratorien, Industrielaboratorien und Hochschulen;
- Systematischer Informationsaustausch durch die Veranstaltung von wissenschaftlichen Seminaren, Workshops, Kolloquien, wissenschaftlichen Veröffentlichungen usw.;
- Spezialiserte Ausbildung mit dem Schwerpunkt auf Multidisziplinarität;
-Unabhängige wissenschaftliche und strategische Beurteilung der Leistung von Projekten und Programmen.

Die GFS hat die Pflicht, sich an der Durchführung ihrer Forschungsarbeiten an Netzen von öffentlichen und privaten Laboratorien in den Mitgliedstaaten oder europäischen Konsortien oder deren Einrichtung zu beteiligen, soweit dies angemessen oder möglich ist. Der Zusammenarbeit mit der Industrie soll besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, insbesondere der Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Auf der Basis des Kriteriums des gegenseitigen Vorteils kann die GFS auf Anforderung der Kommission auch Projekte mit Rechtspersonen in Drittländern ausführen, sofern daraus ein effektiver Beitrag zur Realisierung von GFS-Aktivitäten abgeleitet werden kann. Gegebenenfalls ist auch eine Kooperation bei Projekten im Rahmen von Abkommen über wissenschaftliche und technische Kooperation zwischen der Gemeinschaft und Drittländern möglich. Der Zusammenarbeit mit Forschungslaboratorien und -instituten in den Ländern Mittel- und Osteuropas und den neuen unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion soll besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die Gesamtmittel, die für die Durchführung der drei Programme der GFS auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit und der Vorbeugemaßnahmen (Reaktorsicherheit, Sicherheit des Brennstoffzyklus und Vorbeugemaßnahmen sowie Management von Spaltstoffen) für notwendig gehalten werden, belaufen sich auf 254 Mio. ECU. Davon werden 87 Mio. ECU für institutionelle Unterstützungsmaßnahmen eingesetzt. Diese Mittel stammen aus dem Gesamthaushalt von 300 Mio. ECU für GFS-Maßnahmen des Rahmenprogramms gemeinschaftlicher Aktivitäten auf dem Gebiet von Forschung und Ausbildung für die Europäische Atomenergiegemeinschaft (1994-1998). Ein 6 % entsprechender Betrag ist dabei der untersuchenden Forschung vorbehalten. Der Gesamthaushalt bezieht die erforderlichen Ressourcen für eine Teilnahme der GFS an Aktionen unter Kostenteilung mit ein.%;L
Das bei der Realisierung der Projekte dieses Programms gesammelte Wissen soll von der GFS selber verbreitet werden.

Die Kommission ist verpflichtet, einen Jahresbericht über die Durchführung der GFS-Aktionen der spezifischen Forschungs-, technologischen und Entwicklungsprojekte zu verfassen, die die GFS für die Europäische Atomenergiegemeinschaft (1995-1998) durchzuführen hat. Dieser Bericht ist dem Rat, dem Europäischen Parlament sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vor dem 15. April jedes Jahres vorzulegen. Des weiteren werden regelmäßige Beurteilungen der Aktivitäten des spezifischen Programms von unabhängigen Experten durchgeführt, die nach Abschluß des Programms eine abschließende Auswertung der erzielten Ergebnisse anhand der Zielsetzung durchführen. Ein Bericht über diese abschließende Prüfung wird an den Rat, das Europäischer Parlament und den Wirtschafts- und Sozialausschuß weitergeleitet.

Fachgebiete

Kernfusion - Sicherheit
Datensatznummer: 552 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05
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