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  • Programm zur Anregung und Förderung von Kooperationsverträgen (Handels-, Technologie-und Finanzverträgen) zwischen Unternehmen in weniger begünstigen oder Regionen im Niedergang in anderen Mitgliedstaaten, 1987 -
Förderung der Entwicklung der weniger begünstigten Regionen durch Ermutigung von KMU in allen Teilen der Gemeinschaft zur Anbahnung von Geschäftsbeziehungen mit Fachkollegen in diesen Regionen.

Kurzbeschreibung

Die Europartenariat-Initiative wurde 1987 als Teil der Regional- und Unternehmenspolitik der Kommission eingeleitet. Sie sollte es KMU möglich machen, die Vorteile des Binnenmarkts voll auszuschöpfen. Ihr Ziel war die Ermutigung von Kontakten und Kooperation zwischen:

- Unternehmen in den weniger begünstigten Regionen (Zielgebiet 1) oder von Industrieregionen im Niedergang (Zielgebiet 2);
- Unternehmen anderer Mitgliedstaaten oder in Drittländern.

Europartenariat ist eine Initiative auf der Basis zweitägiger Veranstaltungen, die zweimal im Jahr in Gastgeber-Regionen durchgeführt werden, die von der Kommission ausgewählt werden. Zu diesen Veranstaltungen werden Vertreter von Unternehmen in allen Teilen Europas eingeladen, um sich dort mit potentiellen Partnern in der gastgebenden Region zu treffen. Europartenariat-Veranstaltungen bieten direkte, umfassende Informationen über das wirtschaftliche, soziale, finanzielle und steuerrechtliche Umfeld in der angesprochenen Region, sowie über die unterschiedlichen finanziellen Anreize, die angeboten werden. Dazu kommt, daß das Europartenariat die lokale Entwicklung durch Herausstellung des geschäftlichen Potentials und die Schaffung eines wirksamen Rahmens für die Entwicklung wirtschaftlicher, technologischer und finanzieller Kooperation begünstigt, das Image einer Region verbessert und damit einen strukturellen Boost gibt.

Die bisherige Erfolgsquote der Europartenariat-Veranstaltungen ist als eindrucksvoll zu bezeichnen; die Anzahl der Teilnehmer (aus dem Gastgeberland und aus anderen europäischen Ländern) und die Anzahl der angebahnten Gespräche sind enorm gestiegen. Die statistische Auswertung hat ergeben, daß etwa 60% aller angebahnten Treffen zu weiteren Kontakten führen, während etwa 40% zur Unterzeichnung von Verträgen zwischen Unternehmen der gastgebenden Region und besuchenden Unternehmen führen. Mit diesem Programm wurden außerdem viele Unternehmen dazu angeregt, ihre Möglichkeiten (teilweise zum ersten Mal) außerhalb der eigenen regionalen und nationalen Märkte zu überdenken. Sie wurden auch zur Neuüberlegung ihrer geschäftlichen Strategien angeregt, was Ihnen nicht nur einen besseren Einblick in das wettbewerbliche Umfeld vermittelte, sondern auch den Abschluß einer großen Anzahl von technischen, kommerziellen und finanziellen Partnerschaftsverträgen ermöglichte.

Unterteilung

Für diesen Abschnitt liegen keine Einzelheiten vor.

Ausführung

Das Europartenariat-Programm steht unter der gemeinsamen Leitung von GD XVI (Regionalpolitik) und GD XXIII (Unternehmenspolitik der Europäischen Kommission.

Europartenariat-Veranstaltungen werden gewöhnlich für einen Zeitraum von zwölf Monaten geplant, wobei die Vorbereitung in vier Stufen erfolgt:

- Auswahl der Gastgeberunternehmen:
Die Europartenariat-Veranstalter wählen zunächst geeignete Unternehmen unter den Antragstellern aus (gewöhnlich werden 300 bis 400 Firmen aus der gastgebenden Region ausgewählt). Die gastgebenden Unternehmen stellen ihre Anträge an einzelstaatliche, für das Europartenariat beauftragte Mitarbeiter (siehe weiter unten). Die Hauptkriterien für die Auswahl von Unternehmen sind ihre Effizienz und die Qualität ihrer Kooperationsvorschläge, die als Funktion der Europartenariat-Veranstaltung entwickelt werden;

- Abwicklung der Europartenariat-Veranstaltung:
Das Aktivitätsprofil und die von den zur Teilnahme ausgewählten Unternehmen unterbreiteten Kooperationsvorschläge für Unternehmen werden in einem in sechs Sprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch) veröffentlichten Katalog zusammengefaßt. Der Druck und die Verbreitung dieser Kataloge erfolgt gewöhnlich mehrere Monate vor der Europartenariat-Veranstaltung.
- Suche nach potentiellen Kooperationspartnern:
Die Identifikation potentieller Kooperationspartner wird von den Europartenariat-Mitarbeitern in den einzelnen Ländern, den nationalen Beratern, vorgenommen. Diese werben u.a. für die Europartenariat-Veranstaltung, beraten die Interessenten und helfen bei der praktischen Vorbereitung der Veranstaltung. (Die nationalen Berater werden bei ihrer Tätigkeit durch verschiedene gemeinschaftliche Netze wie z.B. die Geschäfts- und Innovation Centres, die Euro-Info-Centres, das Business Cooperation-Netz (BC-Net) und die Korrespondenten des Büros für Unternehmenskooperation (BRE) unterstützt;

- Die Europartenariat-Veranstaltung:
Unternehmen in der europäischen Union und von außerhalb können anhand des Katalogs entscheiden, mit welchen gastgebenden Organisationen sie ein Treffen wünschen. Unter Verwendung eines speziellen Computerprogramms werden die Gespräche für eine zweitätige Veranstaltung geplant. Mit Unterstützung der nationalen Berater können natürlich auch zusätzliche Gespräche angebahnt werden. Die Veranstalter sorgen für eine geeignete Infrastruktur für die Treffen und (erforderlichenfalls) für einen Dolmetscherdienst;

Die Unterstützung der Europartenariat-Veranstaltung erfolgt aus einem jährlich festgelegten Haushaltsrahmen aus dem Strukturfonds (GD XVI) und durch GD XXIII (Unternehmenspolitik, Vertriebshandel und Touristik). Für Europartenariat-Veranstaltungen in Entwicklungsgebieten der Mitgliedstaaten (Regionen in Zielgebiet 1 und 2) trägt die Europäische Kommision zwei Drittel der Kosten. Das verbleibende Drittel wird von der gastgebenen Region bezahlt. Gastgeberunternehmen zahlen eine geringe Gebühr, jedoch erfolgt die Teilnahme für Besucherunternehmen unentgeltlich.
Datensatznummer: 554 / Zuletzt geändert am: 2002-09-17