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Erstellung und Bereitstellung eines elektronisch zugänglichen Multimedia-Informationsverzeichnisses über bedeutende nationale und internationale Projekte, Studien sowie andere für Förderung und Weiterentwicklung der globalen Informationsgesellschaft wichtige Daten in Fortführung und Ergänzung zu laufenden nationalen und internationalen Initiativen.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der G7-Ministerkonferenz zum Thema Informationsgesellschaft (25. - 26. Februar in Brüssel) beschlossen die G7-Mitglieder zusammen mit der Europäischen Kommission den Start von 11 Pilotprojekten, welche die potentiellen Vorteile der Informationsgesellschaft aufzeigen und ihren Einsatz anregen sollen.

Die zentralen Ziele der Pilotprojekte lauten:

Förderung eines internationalen Konsenses über die allgemeinen Grundsätze für Anwendungen, Zugang und Interoperabilität von Netzwerken;
- Schaffung eines Fundamentes für eine Zusammenarbeit der G7-Partner mit dem Ziel, eine Gruppierung von ausreichendem Gewicht für die Auseinandersetzung mit den Fragen der globalen Informationsgesellschaft zu bilden;
Schaffung einer Möglichkeit zum Informationsaustausch, die zu einer Weiterentwicklung der Informationsgesellschaft führt;
- Feststellung und Auswahl von Modellvorhaben mit greifbaren, verständlichen und aufzeigbaren sozialen, ökonomischen und kulturellen Vorteilen;
- Feststellung von Hemmnissen bei der Umsetzung von Anwendungen einer globalen Informationsgesellschaft;
- Unterstützung bei der Schaffung von Märkten für neue Produkte und Dienste.

In diesem Zusammenhang lauten die Hauptziele des Projektes Weltweites Bestandsverzeichnis (GIP) wie folgt:

- Übernahme der Rolle einer internationalen Zentralstelle für die Bereitstellung von Informationen, die die Förderung der Informationsgesellschaft unterstützen;
- Einrichtung eines Netzes für den offenen Informationsaustausch über die wichtigsten nationalen und internationalen Initiativen auf dem Gebiet der Informationsgesellschaft ("Electronic Forum" );
- Entwicklung, Verwaltung und Analyse der Datenbank und ihrer Nutzung mit dem Ziel, zu einem Verständnis der Bedeutung der Umsetzung der Informationsgesellschaftsaktivitäten zu gelangen.

Nach Inbetriebnahme wird erwartet, daß das Weltweite Bestandsverzeichnis die Entwicklung von Informationsgesellschaftsanwendungen fördert, indem es als Medium des Informationsaustausches wirkt. Kurzfristig soll sich das Projekt auf die Schaffung und Einrichtung einer Datenbank für bedeutende Aktivitäten konzentrieren, die in den G7-Ländern und in der Europäischen Union geplant sind oder bereits laufen. Langfristig gesehen wird davon ausgegangen, daß das Bestandsverzeichnis um Aktivitäten von Ländern erweitert wird, die nicht zu den G7-Nationen gehören, um so eine "wahrhaftige und völlig offene globale Quelle" für Wissen, Ideen und mögliche Lösungen zu schaffen.

Das Weltweite Bestandsverzeichnis ist als dezentralisiertes Hilfsmittel geplant, gestützt auf das World Wide Web (WWW) und andere Technologien, die einfach zu nutzen und in allen G7-Ländern allgemein zugänglich sind. Die teilnehmenden Länder werden entweder ihre eigenen separaten nationalen Server einrichten oder ihre Daten werden in einem speziell ihnen vorbehaltenen Bereich des GIP-Host gespeichert. Jedes nationale Bestandsverzeichnis wird eine eigenständige Einheit mit eigenem Inhaltsverzeichnis und lokalen Abfragemöglichkeiten darstellen. Die einzelnen Verzeichnisse werden innerhalb des GIP-Host zusammengeführt, um ein wirklich weltweites Verzeichnis von Informationsgesellschaftsprojekten zu schaffen. Nutzer werden auf dieses Verzeichnis mit Hilfe von Schlüsselbegriffen in der Sprache ihrer Wahl zugreifen und weltweite Abfragen durchführen können. Zu den Suchergebnissen gehört eine Informationskurzanzeige für die Projekte, die eine knappe Beschreibung des Projektes, der Ansprechstellen und anderer wichtiger Daten umfaßt und in der Originalsprache sowie in Englisch zur Verfügung steht.

Die anderen Pilotprojekte, die anläßlich des G7-Ministertreffens in Brüssel gestartet wurden, erstrecken sich auf folgende Themenbereiche: globale Interoperabilität von Breitbandnetzen; kulturübergreifende Erziehung und Berufsausbildung; elektronische Bibliotheken; elektronische Museen und Ausstellungen; Umwelt und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen; globales Notstandsmanagement; globale Anwendungen der Gesundheitsvorsorge; Online-Regierung; globaler Marktplatz für KMU und maritime Informationssysteme.

Unterteilung

Für diesen Abschnitt stehen keine näheren Einzelheiten zur Verfügung.

Ausführung

Das Projekt Weltweites Bestandsverzeichnis (GIP) wird von dem Büro für die Informationsgesellschaft (ISPO) der Europäischen Kommission koordiniert. Das Vorhaben soll zunächst in den G7-Partnernationen umgesetzt, mit wachsender Funktionsfähigkeit jedoch auch auf andere Länder ausgedehnt werden.

Das GIP-Projekt soll in vier Phasen über einen Zeitraum von zwei Jahren durchgeführt werden:

- Phase 1: Definition der System- und Nutzerbedürfnisse (technische und inhaltliche Fragen) sowie der Auswahlkriterien;
- Phase 2: Erstellung des Datenbankgerüstes und Erprobung;
- Phase 3: Sammlung und Eingabe von Daten ausgewählter nationaler Projekte und Studien (entsprechend der Kriterien);
- Phase 4: Analyse der Gebrauchstauglichkeit des Systems und Bewertung von Nutzungsmustern und -resultaten.

Ein aus G7-Projektkoordinatoren zusammengesetzter Lenkungsausschuß ist für die Überwachung aller im Rahmen des GIP-Projektes erzielten Fortschritte verantwortlich. Im Entwicklungsstadium des Weltweiten Bestandsverzeichnisses werden alle Anstrengungen unternommen, auf bereits existierenden Maßnahmen (wie Datenbanken der Kommission, die Einzelheiten über Forschungsprojekte in bezug auf die Informationsgesellschaft enthalten, sowie das Internationale Telekommunikationsverzeichnis Japans) aufzubauen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen zu nutzen. Darüber hinaus soll das GIP-Projekt mit bereits bestehenden oder zukünftigen Beobachtungszentren in beteiligten G7-Ländern sowie mit der Europäischen Beobachtungsstelle für Pilotanwendungen zusammenarbeiten. Auch internationale Organisationen, wie ITU oder OECD, könnten wertvolle Beiträge auf dem Gebiet der Analyse und Bewertung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Faktoren mit Einfluß auf die Entwicklung der Informationsgesellschaft leisten.

Jedes teilnehmende Land kann Projekte, Studien und Aufrufe zur möglichen Aufnahme in das GIP-Projekt identifizieren. Für Vorschläge sind folgende Orientierungsleitlinien festgelegt worden:

- Beschäftigung mit gegenwärtigen Fragen und Bedürfnissen der Informationsgesellschaft;
- Beschreibung originärer transponierbarer Lösungen, von denen ähnliche Initiativen, die von anderen Ländern durchgeführt werden, profitieren bzw. die die Informationsgesellschaft auf verschiedensten Ebenen fördern können;
- Lösungen, die für die Industrie (insbesondere KMU) von Interesse und Nutzen sind bei der Synergieerreichung bzw. zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen, Investitionen und Partnerschaften;
- Illustration innovativer Informationstechnologien und bester Arbeitspraktiken;
- Verbesserung der Entwicklung von Mehrwert-Diensten, ohne für bestimmte Produkte oder Dienstleistungen zu werben;
Signifikanz im Hinblick auf schulische und berufliche Bildung;
- Förderung von F&E zur Weiterentwicklung der Informationsgesellschaft.

Das Projekt Weltweites Bestandsverzeichnis wird im Rahmen der in den G7-Ländern und der Europäischen Union vorhandenen finanziellen und betrieblichen Ressourcen realisiert und stützt sich auf bereits existierende Einrichtungen der Länder oder der Europäischen Gemeinschaft.
Datensatznummer: 564 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07