Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Förderung der Entwicklung eines globalen Netzwerks für Managementinformationen zur Verbesserung des Umgangs mit Situationen, Risiken und Kenntnissen bei Notständen.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der G7-Ministerkonferenz zum Thema Informationsgesellschaft (25. - 26. Februar in Brüssel) beschlossen die G7-Mitglieder zusammen mit der Europäischen Kommission den Start von 11 Pilotprojekten, welche die potentiellen Vorteile der Informationsgesellschaft aufzeigen und ihren Einsatz anregen sollen.

Die zentralen Ziele der Pilotprojekte lauten:

Förderung eines internationalen Konsenses über die allgemeinen Grundsätze für Anwendungen, Zugang und Interoperabilität von Netzwerken;
- Schaffung eines Fundamentes für eine Zusammenarbeit der G7-Partner mit dem Ziel, eine Gruppierung von ausreichendem Gewicht für die Auseinandersetzung mit den Fragen der globalen Informationsgesellschaft zu bilden;
Schaffung einer Möglichkeit zum Informationsaustausch, die zu einer Weiterentwicklung der Informationsgesellschaft führt;
- Feststellung und Auswahl von Modellvorhaben mit greifbaren, verständlichen und aufzeigbaren sozialen, ökonomischen und kulturellen Vorteilen;
- Feststellung von Hemmnissen bei der Umsetzung von Anwendungen einer globalen Informationsgesellschaft;
- Unterstützung bei der Schaffung von Märkten für neue Produkte und Dienste.

Das Pilotprojekt für Globales Notstandsmanagement soll die Umsetzung nationaler Notstandsmanagement-Systeme fördern, diese in globale Netzwerke einbinden und dadurch die Fähigkeit von Gemeinschaften, Ländern und Regionen verbessern, auf Naturkatastrophen zu reagieren und Risiken zu verwalten. In diesem Zusammenhang verfolgt das Pilotprojekt folgende Ziele:
- Entwicklung und Umsetzung von Systemen, um Informationen zur Förderung der Entscheidungsfindung bei der Bewältigung von Naturkatastrophen und technologischen, biologischen oder humanitären Notständen sowie zur Umweltüberwachung und zur Risikoverwaltung zu erfassen, zu verarbeiten, zu verwalten, darzustellen und zu verbreiten;
- Entwicklung und Umsetzung globaler Netzwerke für den Informationsaustausch zwischen Notstandsmanagement-Organisationen und der Bevölkerung in Industrie- und Entwicklungsländern;
- Erstellung globaler Protokolle für Informationsstandards, Zugang in Notfällen und Suchtechniken zur Ermöglichung eines schnellen Austausches von Notstandsmanagement-Informationen.

Es wird davon ausgegangen, daß das Notstandsmanagement-Netzwerk nach der Betriebsaufnahme die folgenden Vorteile und Auswirkungen hat:

- Verminderung menschlichen Leidens, der Zerstörung der Infrastruktur und der Umweltschäden;
- Vermehrter Informationsaustausch wird zu einer Verbesserung des Notstandsmanagements führen;
- Verbesserte internationale Kommunikation wird die Entwicklung internationaler Normen fördern;
- Bessere Koordinierung der internationalen Katastrophenhilfe wird Entwicklungsländern zugute kommen;
- Ein globales Netz würde eine gemeinsame Basis zur Förderung des Technologietransfers zur Verfügung stellen.

Die anderen Pilotprojekte, die anläßlich des G7-Ministertreffens in Brüssel gestartet wurden, erstrecken sich auf folgende Themenbereiche: globales Bestandsverzeichnis, globale Interoperabilität von Breitbandnetzen; kulturübergreifende Erziehung und Berufsausbildung; elektronische Bibliotheken; elektronische Museen und Ausstellungen; Umwelt und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen; globale Anwendungen der Gesundheitsvorsorge; Online-Regierung; globaler Marktplatz für KMU und maritime Informationssysteme

Unterteilung

Für diesen Abschnitt stehen keine näheren Einzelheiten zur Verfügung.

Ausführung

Kanada ist für die betriebliche Koordinierung des Pilotprojektes für Globales Notstandsmanagement verantwortlich und wird dabei von einem Exekutivkomitee (zuständig für die Durchführung von Entscheidungen und die Koordinierung von Maßnahmen), einem Plenarausschuß (der über Projektziele, Zielvorgaben, Prinzipien, Aufgaben und Prioritäten entscheidet) sowie spezifischen Task-Groups (die auf das gesamte Projekt bezogene Aufgaben übernehmen) unterstützt.

Das Pilotprojekt wird mit Hilfe von 17 Unterprojekten, globalen Netzwerken und weltweiten Protokollen durchgeführt. Im Rahmen der Unterprojekte kommen die unterschiedlichsten Informationstechnologien, Erkenntnisse und Erfahrungen zum Einsatz; diese sind in folgende Kategorien aufgeteilt:

- Netzwerke (Information - 3, Betrieb 3);
- Unterstützung (Kommunikation - 3, Überwachung - 2, spezifische Funktionen - 5);
Gefahren (1).

Die Unterprojekte stellen die Grundlage für die Entwicklung eines Netzwerk-Prototyps dar. Mittel sind über die von den teilnehmenden Organisationen finanziell unterstützten Unterprojekte erhältlich. Ihre Aufgabe ist es, einzelne Elemente in bezug auf Netzwerk-Durchführung, Hilfsfunktionen oder spezifische Gefahren nach Maßgabe der Vorschläge für die Unterprojekte abzuschließen. Diese einzelnen Elemente werden mit weltweiten Netzwerken für Gefahrennotstandsinformationen verknüpft, die um zusätzliche Daten über Gefahren, Funktionen und Länder erweitert werden sollen. Globale Protokolle bedeuten, daß sich die Task-Groups mit Fragen beschäftigen wie etwa Zugang in Notfällen, Sicherheit, Normen, Verläßlichkeit, Suchmaschinen, Sprache, Koordinierung und Kommunikation.

Die folgenden Organisationen und Stellen werden an der Durchführung des Projekts beteiligt: International Decade for Natural Disaster Reduction (UN); Simon Fraser University (KAN); Federal Emergency Management Agency (USA); Emergency Preparedness Canada (KAN); Quasar Consultants (NOR); Pan American Health Organization (UN); Spar Aerospace, Inc. (KAN); National Emergency Telecommunication Network (USA); Response Net (USA); National Aeronautics and Space Agency (USA); IBM Government Systems (USA); Canadian Forest Service (KAN); Environmental Technology and Telecommunications (USA); Shebute Inc. (USA); University of Wisconsin (USA); University of Plymouth (GB).

Die Umsetzung des Projektes ist in fünf Phasen vorgesehen:

- Phase 1: Bestandsverzeichnis verfügbarer Systeme; Konzeption eines globalen Netzwerkes;
- Phase 2: Bewertung, Auswahl und Demonstration thematischer Systemprototypen;
- Phase 3: Verknüpfung thematischer Systeme in einem globalen Netzwerkprototyp;
- Phase 4: Einbindung zusätzlicher Systeme, Länder und Verknüpfungen;
- Phase 5: Umsetzung eines globalen Netzwerkes für Notstandsmanagement-Informationen.

Es wird davon ausgegangen, daß im Jahre 1996 der Prototyp eines Netzes entwickelt sein wird, und für das Jahr 1997 ist ein erweitertes Netzwerk geplant, das zusätzliche Gefahren, Funktionen und Länder einbezieht. Ein globales Notstandsnetzwerk wird voraussichtlich 1998 funktionsfähig sein.
Datensatznummer: 566 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07