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Erleichterung des Aufbaus internationaler Verbindungen zwischen den verschiedenen Hochgeschwindigkeitsnetzen und Prüfständen für moderne Anwendungen zur Förderung der entstehenden globalen Informationsgesellschaft.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der G7-Ministerkonferenz zum Thema Informationsgesellschaft (25. - 26. Februar in Brüssel) beschlossen die G7-Mitglieder zusammen mit der Europäischen Kommission den Start von 11 Pilotprojekten, welche die potentiellen Vorteile der Informationsgesellschaft aufzeigen und ihren Einsatz anregen sollen.

Die zentralen Ziele der Pilotprojekte lauten:

Förderung eines internationalen Konsenses über die allgemeinen Grundsätze für Anwendungen, Zugang und Interoperabilität von Netzwerken;
- Schaffung eines Fundamentes für eine Zusammenarbeit der G7-Partner mit dem Ziel, eine Gruppierung von ausreichendem Gewicht für die Auseinandersetzung mit den Fragen der globalen Informationsgesellschaft zu bilden;
Schaffung einer Möglichkeit zum Informationsaustausch, die zu einer Weiterentwicklung der Informationsgesellschaft führt;
- Feststellung und Auswahl von Modellvorhaben mit greifbaren, verständlichen und aufzeigbaren sozialen, ökonomischen und kulturellen Vorteilen;
- Feststellung von Hemmnissen bei der Umsetzung von Anwendungen einer globalen Informationsgesellschaft;
- Unterstützung bei der Schaffung von Märkten für neue Produkte und Dienste.

Das Projekt Globale Interoperabilität von Breitbandnetzen (GIBN) wurde ins Leben gerufen, um auf der Grundlage der laufenden Initiativen der G7-Partner im Bereich moderner Telekommunikationstechnologien einen Weg für die Entwicklung einer integrierten globalen Informationsinfrastruktur festzulegen. Vor diesem Hintergrund verfolgt das GIBN-Projekt vor allem das Ziel, Mittel zur Entwicklung und Prüfung transnationaler Anwendungen zur Unterstützung der entstehenden globalen Informationsgesellschaft bereitzustellen. Das Projekt soll eine allgemeine Grundlage zur Förderung gemeinsamer F&E, Demonstrationen und vorwettbewerblicher Erprobungen für moderne Hochgeschwindigkeitsdienste und -anwendungen aufbauen, und zwar mit Hilfe bestehender, auf nationaler und internationaler Ebene verfügbarer Mechanismen. Insbesondere ist geplant, bis 1997 versuchsweise interkontinentale Verbindungen zwischen den drei wichtigsten geographischen Bereichen der G7-Partner herzustellen, nämlich: Nordamerika, Europa und Japan.

Zur Erreichung dieses Ziels sind die folgenden Schritte notwendig:

Feststellung von Defiziten, damit die Verantwortlichen die notwendigen Maßnahmen treffen können;
- Bereitstellung von Mitteln für die Prüfung multinationaler Anwendungen in der Entwicklungsphase;
- Aktive Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen in der Entstehung befindlichen modernen Netzwerken.

Das GIBN-Projekt wird Initiativen sowohl zur Förderung von Erziehung und Forschung als auch von wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklung unterstützen. Dies soll mit Hilfe von zehn anderen anläßlich der G7-Ministerkonferenz im Februar 1995 ins Leben gerufenen Pilotprojekten (siehe unten) sowie der Forschungsnetze der G7-Länder realisiert werden. Spezifische Anwendungen in diesen Projektbereichen werden zusammen mit den benötigten Netzwerken festgestellt werden. Um so schnell wie möglich einen bedeutenden Umfang zu erzielen, werden Anwendungen mit attraktivem Nutzerpotential Vorrang eingeräumt.

Die anderen Pilotprojekte, die anläßlich des G7-Ministertreffens in Brüssel gestartet wurden, erstrecken sich auf folgende Themenbereiche: globales Bestandsverzeichnis, kulturübergreifende Erziehung und Berufsausbildung; elektronische Bibliotheken; elektronische Museen und Ausstellungen; Umwelt und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen; globales Notstandsmanagement; globale Anwendungen der Gesundheitsvorsorge; Online-Regierung; globaler Marktplatz für KMU und maritime Informationssysteme.

Unterteilung

Für diesen Abschnitt stehen keine näheren Einzelheiten zur Verfügung.

Ausführung

Das Pilotprojekt Globale Interoperabilität von Breitbandnetzen (GIBN) wird von Kanada, Deutschland, Japan und Großbritannien koordiniert. Ziel des Projektes ist, Hilfsmittel für eine Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Partnern zu identifizieren und zu fördern. Es wird kein GIBN-Sekretariat geben, da keine spezifischen Mittel für das Pilotprojekt bereitgestellt worden sind.

Die "Meilensteine" für die Realisierung der Projektziele stellen sich wie folgt dar:

- Identifizierung von Aktionsbereichen und Erarbeitung eines Arbeitsplans (September 1995);
- Abschluß der Planung und Unterstützung der Durchführung erster Verknüpfungen (Dezember 1995);
- Einsatz/Prüfung neuer internationaler Verbindungen; Förderung von Anwendungstests (Juni 1996);
- Einsatz/Prüfung der übrigen Verknüpfungen und weitere Unterstützung von Anwendungstests (Mitte 1997).

Die wichtigsten Partner für das GIBN-Projekt rekrutieren sich aus allen (öffentlichen, akademischen usw.) Netzwerkbetreibern, denen Hochgeschwindigkeitsnetze und -prüfanlagen zur Verfügung stehen bzw. die digitale, international durchlässige Hochgeschwindigkeitsverbindungen betreiben, sowie aus Organisationen, die mit der Entwicklung innovativer Anwendungen beschäftigt sind und dabei auf diese Einrichtungen angewiesen sind. Auch internationale Normungsgremien wie etwa die ITU sollen in Fragen der Normung und des technischen Protokolls beratend hinzugezogen werden. Sobald die Durchführungskriterien des GIBN-Projektes klar festgelegt sind, werden Länder, die nicht zu den G7-Nationen gehören, eingeladen, sich an die primären kontinentalen Verbindungen anzuschließen. Der Privatsektor wird ebenfalls aufgefordert, so schnell als möglich spezifische Projektanwendungen zu leiten.

Die dabei anzuwendende Methodologie konzentriert sich auf die Förderung und Ergänzung bestehender nationaler und internationaler Aktivitäten sowie Koordinierungs- und Rahmenleistungen für internationale Zusammenarbeit mit dem Ziel, diejenigen Bereiche festzulegen, in denen Handlungsbedarf besteht. Es wird ein allgemeines Rahmendokument erarbeitet werden, das die zentralen Teilnahmevoraussetzungen definiert. GIBN-Teilnehmer sind zu einer intensiven Kommunikation unter optimalem Einsatz der neusten Kommunikationstechnologien verpflichtet.

Kanada hat den Vorsitz im Rahmen des Pilotprojektes, die anderen G7-Koordinatoren sollen dem Vorsitz spezifische Anwendungsvorschläge unterbreiten, aus denen die GIBN-Teilnehmer dann gemeinsam eine Auswahl treffen. Um die entscheidende Verbindung zwischen Netzinfrastruktur und Anwendungsentwicklung aufrecht zu erhalten, werden sich die GIBN-Koordinatoren regelmäßig mit den für die Koordinierung der anderen zehn G7-Pilotprojekten in ihren eigenen Ländern jeweils zuständigen Teamleitern abstimmen.

Fachgebiete

Telekommunikation
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