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  • Task Forces für die Entwicklung von Prioritäten bei Forschungsprojekten von gemeinsamem industriellen Interesse: Maritime Systeme der Zukunft, 1995-
Zur Entwicklung von Prioritäten bei Forschungsprojekten von gemeinsamem industriellen Interesse zur Unterstützung bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität im Bereich des Europäischen Seewesens.

Kurzbeschreibung

Die Task Force über Maritime Systeme der Zukunft ist eine der zahlreichen Task Forces, die auf die Initiative der Kommissionsmitglieder Cresson (Forschung, allgemeine und berufliche Bildung), Bangemann (Industrie, Telekommunikation und Informationstechnologie) und Kinnock (Verkehr) mit dem Ziel gegründet wurden, Prioritäten für Forschungsprojekte von gemeinsamem industriellen Interesse zu erstellen. Die Task Forces beziehen sich auf eindeutig festgelegte Bereiche und zielen darauf ab, erstens die Forschungsbemühungen in den einzelnen Bereichen (sowohl auf privater als auch öffentlicher Ebene) in den einzelnen Mitgliedstaaten und innerhalb des Rahmenprogramms der Europäischen Union festzulegen und zweitens zu koordinieren, insbesondere bezüglich der durch das vierte FTE-Rahmenprogramm betroffenen Forschungen.

Das Grundprinzip hinter den Task Forces ist, der gegenwärtigen Situation abzuhelfen, in welcher nur 13% der öffentlichen Forschungsmittel an Forschungsprojekte mit europäischer Zusammenarbeit gehen, wogegen 87% national ausgerichteten Forschungsvorhaben zugeteilt werden. Es ist eine größere Zusammenarbeit bei den Forschungsaktivitäten der Mitgliedstaaten notwendig zur Reduzierung von teuren und ineffizienten, da doppelt ausgeführten Vorhaben sowie zur Stärkung von Europas industrieller Wettbewerbsfähigkeit in der weltweiten Wirtschaft. Die ersten Task Forces wurden Anfang 1995 gebildet und decken sechs Bereiche ab: Lernprogramme und Multimedia, das Auto der Zukunft: die neue Generation von Flugzeugen; Impfstoffe und Viruserkrankungen; der Zug der Zukunft und intermodaler Verkehr. Die Liste ist noch nicht vollständig fertiggestellt, und in Zukunft werden möglicherweise noch weitere Task Forces geschaffen.

Die Task Force über Maritime Systeme der Zukunft wurde im dritten Quartal 1995 mit dem Ziel gegründet, den europäischen Bereich des Seewesens darin zu unterstützen neuen Herausforderungen der Zukunft zu begegnen sowie die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität zu steigern. Die maritime Industrie nimmt in der europäischen Wirtschaft eine Schlüsselstellung ein und verfügt mit ihren drei Hauptbereichen (Schiffbau, Verkehr und Seeressourcen) über 800 000 Arbeitsplätze innerhalb der Europäischen Gemeinschaft.

Der langsame Rückzug der direkten und indirekten öffentlichen Unterstützung im Bereich des Schiffbaus seit 1994 ermöglichte die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten, eine notwendige Voraussetzung, um dem scharfen Wettbewerb in diesem Bereich zu begegnen. Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Seehandelsindustrie innerhalb der EU ist von vorrangiger Bedeutung, und zwar nicht nur mittels industrieller Zusammenarbeit, sondern auch durch den Einsatz moderner Technologien zur Produktion von hochtechnologischen Schiffen. Der Bereich der Seehandelstransporte wird gegenwärtig ebenfalls umstrukturiert, während die Industrie für Seeressourcen mit steigernder Herausforderung bezüglich Wettbewerbsfähigkeit und Umwelt rechnen muß.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Task Force die folgenden Ziele:

- Die Festlegung von vorrangigen industriellen und technologischen Zielen in diesem Bereich;
- Einen Beitrag zur Forschung und Verbreitung im Zusammenhang mit der Entwicklung von Seeverkehrssystemen, -ressourcen und industriellem Potential zu leisten sowie eine Wertschöpfung für den Schiffsbau und andere industrielle Aktivitäten darzustellen, einschließlich der Förderung ihrer Integration innerhalb moderner intermodaler Verkehrssysteme;
- Eine Synergie zwischen bereits existierenden von gemeinschaftlichen und nationalen Programmen unterstützten industriellen Aktivitäten zu schaffen.

Die unter der Task Force einzusetzende Beratungsphase wird die regelmäßigen Konsultationen mit der maritimen Industrie und ihren Benutzern festigen, die seit 1992 im Rahmen des maritimen Industrieforums stattgefunden haben.

Die Erstellung eines Aktionsplans mit Vorschlägen zur koordinierten Mobilisierung von verfügbaren Mitteln auf nationaler und europäischer Ebene zur Förderung von Forschung & Entwicklung sowie Aktivitäten zur Verbreitung und Innovation. Es können darin Vorschläge zur Kombination von ausgewählten Projekten mit den entsprechenden spezifischen Programmen unter dem Vierten Rahmenprogramm eingeschlossen sein.

Unterteilung

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Ausführung

Die Task Forces sind zunächst für die Bewertung der Lage in ihrem spezifischen Bereich verantwortlich sowie für die Erstellung eines Verzeichnisses zu den aktuellen Forschungsvorhaben und der Festlegung von Prioritäten für die Forschung nach ausführlicher Beratung mit der Industrie und ihren Anwendern. Auf Grundlage dieser Analyse wird ein Schema zur Kombination von Prioritätsprojekten mit den relevanten spezifischen Programmen unter dem Vierten Rahmenprogramm erstellt.

Die Task Forces verwalten und finanzieren die Projekte gegenwärtig nicht selber; sie können jedoch den Inhalt von ausstehenden Anträgen zu Vorschlägen unter dem Vierten Rahmenprogramm und die Struktur sowie den Inhalt des Fünften Rahmenprogramms beeinflussen. Die Task Forces können sich auch auf verschiedene Bestimmungen in dem Absatz unter dem Titel Forschung & Entwicklung im Vertrag zur Europäischen Union beziehen: Artikel 130k enthält die Bewilligung zur Erstellung von zusätzlichen F&E-Programmen mit der Teilnahme von einigen bestimmten Mitgliedstaaten, Artikel 130l sieht eine gemeinsame Teilnahme bei von mehreren Mitgliedstaaten verfolgten F&E-Programmen vor oder Artikel 130n, gemäß welchem innerhalb der Gemeinschaft gemeinsame Projekte für Forschungszwecke zugelassen sind.

Fachgebiete

Verkehr
Datensatznummer: 572 / Zuletzt geändert am: 1998-05-05