Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Bereitstellung innovativer Ansätze für die Spracherziehung, insbesondere für Schüler/Studenten und für KMU.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der G7-Ministerkonferenz zum Thema Informationsgesellschaft (25. - 26. Februar in Brüssel) beschlossen die G7-Mitglieder zusammen mit der Europäischen Kommission den Start von 11 Pilotprojekten, welche die potentiellen Vorteile der Informationsgesellschaft aufzeigen und ihren Einsatz anregen sollen.

Die zentralen Ziele der Pilotprojekte lauten:

Förderung eines internationalen Konsenses über die allgemeinen Grundsätze für Anwendungen, Zugang und Interoperabilität von Netzwerken;
- Schaffung eines Fundamentes für eine Zusammenarbeit der G7-Partner mit dem Ziel, eine Gruppierung von ausreichendem Gewicht für die Auseinandersetzung mit den Fragen der globalen Informationsgesellschaft zu bilden;
Schaffung einer Möglichkeit zum Informationsaustausch, die zu einer Weiterentwicklung der Informationsgesellschaft führt;
- Feststellung und Auswahl von Modellvorhaben mit greifbaren, verständlichen und aufzeigbaren sozioökonomischen und kulturellen Vorteilen;
Feststellung von Hemmnissen bei der Umsetzung von Anwendungen einer globalen Informationsgesellschaft;
- Unterstützung bei der Schaffung von Märkten für neue Produkte und Dienste.

Ziel des Pilotprojektes für kulturübergreifende allgemeine und berufliche Bildung ist es, Zugang zu Fernunterrichtseinrichtungen und verschiedenen Wissensquellen durch Verbund von Bildungsanstalten, Beratungszentren für Kleinbetriebe und anderer Institutionen zu ermöglichen, und zwar in Industrienationen und soweit wie möglich auch in Entwicklungsländern. Die Anpassung allgemeiner und beruflicher Bildungssysteme und ein besseres Verständnis sprachlicher und kultureller Unterschiede ist von überragender Bedeutung, um Individuen und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, in vollem Umfang an dem mit Entwicklung der Informationsgesellschaft entstehenden "globalen Dorf" teilzunehmen.

Daher soll das Pilotprojekt mit neuen Wegen der Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Ausbildung derjenigen experimentieren, die in der Informationsgesellschaft arbeiten werden. Das Augenmerk richtet sich dabei vor allem auf die Herausforderung, innovative Sprachkurse unter Einsatz von Materialien wie Text, Ton, Bild und Videosequenzen anzubieten, um Lernende mit den wichtigsten Merkmalen vertraut zu machen, die Arbeit und Leben von Menschen in anderen Ländern kennzeichnen.

Das Pilotprojekt ist in zwei miteinander verknüpfte Unterprojekte unterteilt, die sich jeweils mit kulturübergreifender allgemeiner bzw. kulturübergreifender beruflicher Bildung befassen. Ziel des ersten Unterprojektes ist es, die Arbeit von Sprachlehrern durch Bereitstellung von Lehrmitteln zu erleichtern, die sich in der kulturellen und gesellschaftlichen Thematik auf dem neusten Stand befinden. Darüber hinaus wird versucht werden, ein Forum für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch einzurichten und in einigen Testfällen einen grenzüberschreitenden Sprachunterricht zu erproben.

Das zweite Unterprojekt ist vor allem auf die Sammlung der für den beruflichen Ausbildungsbereich relevantesten Informationen ausgerichtet, um den KMU dabei zu helfen, die sprachlichen und kulturellen Hindernisse zu überwinden, denen sie gegenüberstehen, wenn sie im Ausland geschäftlich tätig werden wollen. Zu den Maßnahmen gehört die Umformung der zusammengetragenen Informationen in praktisches Lehrmaterial, das von denjenigen eingesetzt werden kann, die mit der Berufsausbildung in KMU in den an dem Projekt beteiligten Ländern befaßt sind. Dies soll von Einrichtungen und Möglichkeiten des Informationsaustausches begleitet werden. Es soll ein kooperativer Sprachunterrichtsdienst in allen Teilnehmerländern eingerichtet werden.

Unterteilung

Für diesen Abschnitt stehen keine näheren Einzelheiten zur Verfügung.

Ausführung

Frankreich und Deutschland sind für die betriebliche Koordinierung des Pilotprojektes für kulturübergreifende allgemeine und berufliche Bildung zuständig und damit auch für den Entwurf einer Durchführbarkeitsstudie mit einem detaillierten Umsetzungsplan (geplant für Mai 1996). Zu diesem Umsetzungsplan gehören:

- Definition technischer Lösungen, wobei das World Wide Web (WWW) eine zentrale Rolle spielen soll;
- Definition von Nutzerbedürfnissen und die insoweit in den G7-Ländern bestehenden Gemeinsamkeiten durch Ausbildungsexperten;
Studie derzeitiger Mechanismen für sprachliches und kulturübergreifendes Lernen (Stärken, Schwächen und Möglichkeiten);
- Ermittlung derzeitiger digitaler Ressourcen auf entweder nationaler oder internationaler Ebene.

Insgesamt besteht das Pilotprojekt aus vier inhaltlichen Schichten. Die erste Schicht betrifft ständigen Informationsaustausch und gegenseitigen Zugang zu bestehenden und zukünftigen Informationen, um direkte Kontakte zwischen allen Akteuren zu ermöglichen und eine dauernde Beobachtung aller Entwicklungen in den einzelnen Ländern zu erlauben. Die zweite Schicht besteht aus einer offen interaktiven Kommunikationsplattform, mit Hilfe derer Erzieher, Ausbilder und schulische und berufliche Bildungskreise unterschiedliche Erfahrungen, Modelle und Strukturen zusammenzutragen können. Die dritte Schicht besteht aus permanenten "virtuellen vorbildlichen Materialien und Werkzeugen", um die Bedeutung konkreter Technologieanwendungen für allgemeine und berufliche Bildungszwecke darzustellen. Die vierte Schicht setzt sich aus den beschränkten Einrichtungen für kulturübergreifende Pilotversuche zusammen, bei denen das Netz den eigentlichen Charakter der Versuche bestimmt, damit die Projektaktivitäten schnell und weit verbreitet werden können.

Die vier Schichten finden ihre technische Entsprechung in den jeweiligen Funktionen eines "virtuellen G7-Servers für allgemeine und berufliche Bildung", der sich aus nationalen Servern zusammensetzt, die die Netzwerk-Infrastrukturen und Erfahrungen bestehender Leistungszentren in den einzelnen Ländern nutzen. Diese Server sollten eine enge Verbindung zu den nationalen Server-Standorten für die anderen G7-Projekte ermöglichen und gleichzeitig genügend Arbeitskontakte mit dem nationalen Erziehungsumfeld sicherstellen. Die Server werden bestehende Technologien einsetzen, jedoch so eingerichtet sein, daß sie den Übergang zu größeren Bandbreiten, umfassenderen Multimedia-Diensten und neusten Protokollen vollziehen können, sobald der Kunde sich dies leisten kann.

Teilnehmer für das Pilotprojekt sind bereits von allen G7-Partnern ermittelt worden; Spanien ist eingeladen worden, sich der Gruppe als Beobachter anzuschließen. (Andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben ebenfalls ihr Interesse an einer Beteiligung an dem Pilotprojekt bekundet). Von den Projektteilnehmern wird erwartet, daß sie entsprechende Experten und für potentielle Server in Frage kommende Standorte benennen.

Nach Erstellung und Annahme der Durchführbarkeitsstudie und des Umsetzungsplans sollen die Arbeiten zur Sammlung und Entwicklung von Lehrmaterial sowie die Validierung der kooperativen Ausbildungswerkzeuge beginnen. Die Einführung einer vollmaßstäblichen Demonstration von Aktivitäten im Rahmen des Pilotprojektes ist für das Jahr 1997 vorgesehen.
Datensatznummer: 574 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07