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Demonstration des Potentials von Telematiktechnologien im Bereich der Telemedizin zur Bekämpfung schwerwiegender Gesundheitsgefahren; Förderung gemeinsamer Ansätze bei der Lösung von Fragen wie etwa der Nutzung von Datenkarten, Normen und anderer ermächtigender Mechanismen.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der G7-Ministerkonferenz zum Thema Informationsgesellschaft (25. - 26. Februar in Brüssel) beschlossen die G7-Mitglieder zusammen mit der Europäischen Kommission den Start von 11 Pilotprojekten, welche die potentiellen Vorteile der Informationsgesellschaft aufzeigen und ihren Einsatz anregen sollen.

Die zentralen Ziele der Pilotprojekte lauten:

Förderung eines internationalen Konsenses über die allgemeinen Grundsätze für Anwendungen, Zugang und Interoperabilität von Netzwerken;
- Schaffung eines Fundamentes für eine Zusammenarbeit der G7-Partner mit dem Ziel, eine Gruppierung von ausreichendem Gewicht für die Auseinandersetzung mit den Fragen der globalen Informationsgesellschaft zu bilden;
Schaffung einer Möglichkeit zum Informationsaustausch, die zu einer Weiterentwicklung der Informationsgesellschaft führt;
- Feststellung und Auswahl von Modellvorhaben mit greifbaren, verständlichen und aufzeigbaren sozioökonomischen und kulturellen Vorteilen;
Feststellung von Hemmnissen bei der Umsetzung von Anwendungen einer globalen Informationsgesellschaft;
- Unterstützung bei der Schaffung von Märkten für neue Produkte und Dienste.

Ziel des Pilotprojektes für globale Gesundheitsvorsorge ist es, die derzeitige internationale Zusammenarbeit durch Einsatz moderner, kostengünstiger und nutzerfreundlicher multimedialer Telematikanwendungen zu verbessern sowie zu zeigen, daß dies zu einer Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Bürger beitragen kann. Eine Voraussetzung dafür stellen interoperable Lösungen unter Wahrung der Vertraulichkeit der Patientendaten dar.

Es wird erwartet, daß sechs Unterprojekte (die im Abschnitt "Durchführung" dieser Zusammenfassung dargestellt sind) zu einer Verbesserung der Vorbeugung gegen schwerwiegenden Gesundheitsgefahren wie Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ihrer Behandlung beitragen und so die damit in Zusammenhang stehende Krankheitsanfälligkeits- und Sterblichkeitsrate einschränken und das Wohlbefinden der Bürger erhöhen werden. Die Unterprojekte dürften auch den Austausch relevanter Erfahrungen und entsprechenden Wissens unter Beschäftigten des Gesundheitssektors fördern. Die Durchführung der ersten Unterprojekte wird voraussichtlich den Weg für ähnliche kollaborative Projekte zur Bekämpfung anderer Krankheiten und einer Verbesserung des Gesundheitszustands in der ganzen Welt öffnen.

Unterteilung

Für diesen Abschnitt stehen keine näheren Informationen zur Verfügung.

Ausführung

Die Europäische Kommission, Frankreich, Deutschland und Italien sind für die betriebliche Koordinierung der Pilotprojekte für Anwendungen der globalen Gesundheitsvorsorge zuständig. Das Vorhaben wird mit Hilfe der folgenden sechs Unterprojekte umgesetzt:

- "Aufbau eines globalen Gesundheitsversorgungsnetzes": Unter diesem Motto wird versucht, die für die öffentliche Gesundheit zuständigen Institutionen beim Kampf gegen schwerwiegende Gesundheitsgefahren und ansteckende Krankheiten zu unterstützen, indem den Beschäftigten des Gesundheitswesens Informationen in einem weiteren Maße zugänglich gemacht werden;

Bessere Vorbeugung, Früherkennung, Diagnose und Behandlung von Krebs mit Hilfe globaler Netze;

- Verbesserung von Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Hilfe globaler Netze;

- "Ein weltweites, rund um die Uhr einsatzbereites, mehrsprachiges telemedizinisches Überwachungs- und Notfallsystem":
Untersuchung der Realisierbarkeit des Aufbaus eines "rund um die Uhr" einsatzbereiten Telekonsultationssystems für gesundheitliche Notfälle durch Verbund bedeutender öffentlicher und privater telemedizinischer Zentren in der ganzen Welt;

"Ermächtigende Mechanismen für ein globales Gesundheitsversorgungsnetz":
Dieses Unterprojekt soll die derzeitigen Ansätze unterstützen und ist für alle gemeinhin im Gesundheitswesen eingesetzten Technologien relevant. Im einzelnen erstreckt es sich auf: Nomenklatur, Kodierung und Normen; Navigationshilfen und Zugang zu Netzwerken; sprachliche Aspekte (einschließlich Online-Übersetzungen) sowie die Harmonisierung von Sicherheitsstandards für den Austausch von Patientendaten;

- Internationale Harmonisierung von Datenkarten im Gesundheitswesen:
Dieses Unterprojekt beschäftigt sich mit Entwicklung und versuchsweisen Einführung eines internationalen Notfallpasses, der wesentliche medizinische Informationen, die im Notfall von entscheidender Bedeutung sind, und außerdem einen international harmonisierten Satz von Verwaltungsdaten enthält. Darüber hinaus wird im Rahmen des Projektes die Entwicklung eines internationalen Berufsausweises untersucht, der bei dem Zugriff auf medizinische Daten und Netzdienste eine zuverlässige Identifikation von Beschäftigten des Gesundheitswesens ermöglicht.

Das zweite und dritte Unterprojekt wird den Verbund bestehender verteilter Datenbanken unterstützen, um einen Austausch von Wissen über beste Arbeitspraktiken für Screening, Qualitätskontrolle und Behandlung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter den Beschäftigten und Institutionen des Gesundheitswesens zu erlauben. Beide Unterprojekte sollen die internationalen Bemühungen um Zusammenarbeit stärken und eine globale Datenbank schaffen, die es den Beschäftigten des Gesundheitswesens in der ganzen Welt ermöglicht, auf bestmögliche Informationen und Fachkenntnisse zuzugreifen.

Im Anschluß an das im Februar 1995 abgehaltene G7-Ministertreffen in Brüssel wurden im Rahmen der Unterprojekte ein Kern-Team der von den G7-Ländern nominierten Repräsentanten zusammengestellt und die wichtigsten Fachleute für die einzelnen Bereiche ermittelt. Eine weltweite Erhebung der derzeitigen kollaborativen Aktivitäten ist durchgeführt und Kontakte auf hoher Ebene sind mit den relevanten Institutionen in den G7-Ländern hergestellt worden.

Durch das Projekt sollen die derzeitigen effektiven Partnerschaften zwischen Regierungen und Krankenhäusern, Gesundheitsforschungs- und Ausbildungsorganisationen sowie Nichtregierungsorganisationen und internationalen Organisationen (besonders der Weltgesundheitsorganisation - WHO) ausgebaut und gestärkt werden.
Datensatznummer: 576 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07