Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

ECSC-MINESAFE 2C

Programmfinanzierung

EUR 7,5 million

Referenz zum Amtsblatt

C 10 von 1977-01-14
Schaffung einer sichereren Arbeitsumgebung für Werktätige in Kohle- und Eisenerz-Bergwerken.

Kurzbeschreibung

Das fünfjährige Programm "Sicherheit im Bergbau" wurde gemäß Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl eingerichtet. Nach diesem Artikel hat die Kommission die Pflicht zur Förderung technischer und wirtschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit in der Kohle- und Stahlindustrie. Die Förderungsmittel hierzu stammen aus Abgaben, die gemäß Artikel 49 des EGKS-Vertrags auf die Produktion von Kohle und Stahl erhoben wurden.

Bei dem Programm handelte es sich um das erste mehrjährige Programm für Sicherheit im Bergbau; bis dahin wurden Projekte auf dem Gebiet der Sicherheit im Bergbau jährlich und individuell, d.h. ohne einen Gesamtrahmen, geprüft.

Unterteilung

Acht Forschungsthemen:

- Brände und unterirdische Verbrennung:
Fortsetzung der Erforschung unterirdischer Förderstreckenbrände, insbesondere an langen Ausrüstungspositionen (z.B. Förderer und Elektrokabel), Ursachen und Frühwarnung über spontane Verbrennung und Methoden zur feuerfesten Auskleidung von Förderstrecken;

- Explosionen:
Fortsetzung der verschiedenen Forschungsarbeiten im Bereich des Schlagwetterschutzes mit dem Ziel wirksamer und praktischer Schutzvorrichtungen für alle Verhältnisse unter Tage (diese Arbeiten beinhalten weitere Untersuchungen der Entwicklung und der praktischen Anwendung von ausgelösten Schlagwetterschutzeinrichtungen);

- Rettung:
Fortsetzung der Untersuchungen zur Entwicklung zufriedenstellender Mittel für die Rettung von verschütteten Bergarbeitern, einschließlich von Geräten für die Ortung, die Kommunikation, den Kontakt und die Rettung;

- Beobachtung, Telemetrie, Fernsteuerung, Automatisierung und Kommunikations:
Forschung auf folgenden Gebieten:
. Konstruktion, Entwicklung und Anwendung von Beobachtungsgeräten für die Beobachtung und zur Sicherung aller Aspekte der Umgebung unter Tage;
. Entwicklung von Systemen für die Fernbeobachtung und Steuerung der Umgebung unter Tage mit den entwickelten Geräten;
. Studie automatisierter und ferngesteuerter Systeme zur Ermittlung ihrer Leistung und Sicherheit;
. Entwicklung von Systemen für die Kommunikation unter Tage;

Arbeitsmethoden:
Erforschung aller Aspekte betreffend vorhandene und mögliche Nutzungsmethoden, einschließlich von; Sicherheitsaspekten von Methoden und Maschinen; alle Gesichtspunkte des Gebirgsschlags; Stabilität der Schichten, insbesondere beim Pfeilerkammerbau; Gewässer im Untertagebergbau; Stoffe zur Konsolidierung und Verbesserung instabiler Gesteinslagen und ihres Verhaltens; Entwicklung von Methoden zum Verschließen von Bergwerkteilen und Strecken; Sprengstoffe für den Bergbau; lärm-, schwingungs-, licht- und klimabezogene Forschung in Bergwerken;

Elektrizität:
Erforschung eigensicherer, flammensicherer Gehäuse und weitere Arbeiten auf dem Gebiet der Sicherheit von Stromnetzen und der statischen Elektrizität;

Metallurgie:
Erforschung aller Gesichtspunkte der metallurgischen Eigenschaften, einschließlich von Seilen, Ketten und Kettenschlössern zur Verwendung beim Transport, bei der Förderung und beim Befahren von Bergwerken, Bestimmung geeigneter Betriebsparameter und Konstruktion und Entwicklung geeigneter Geräte für die zerstörungsfreie Prüfung;

- Unfälle und Unfallinformation:
Durchführung von Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Anwendung von aus Studien von Unfällen und anderen Ereignissen abgeleiteter Maßnahmen.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung des Programms zuständig. Dabei wurde sie von drei beratenden Ausschüssen unterstützt: dem Forschungsausschuß, dem Ausschuß der Produzenten und Werktätigen für Arbeitssicherheit und -medizin, und dem Ausschuß der Regierungsexperten.

Forschung wurde von Bergbau-Forschungsanstalten in den Ländern der Gemeinschaft betrieben, die auf umfangreiche Forschungserfahrungen auf dem Gebiet der Sicherheit und Gesundheit im Bergbau verweisen konnten. Die Zuteilung von Forschungsprojekten erfolgte nach den jeweiligen Möglichkeiten und Sachkenntnissen des jeweiligen Instituts, um zu gewährleisten, daß die Durchführung so effizient und vorteilhaft wie möglich erfolgen konnte.

Nach Annahme eines Projekts durch die Kommission erfolgte der Abschluß eines Vertrags mit Angabe aller Erfordernisse, einschließlich der Vorgabe der regelmäßigen Veröffentlichung von technischen Berichten. Der Förderungsbeitrag der Gemeinschaft war auf 75% der Gesamtkosten des Projekts beschränkt. Die übrigen Kosten wurden von der geförderten Organisation getragen. Abgesehen von den Mitteln für die direkte Förderung wurden auch Mittel für die Kosten der Abwicklung es Programms bereitgestellt: Kosten für projektbezogene, erforderliche Treffen, Reise- und Unterhaltskosten für Experten und Forscher, die Veranstaltung und Durchführung von Studien- oder Informationsseminaren und für die Veröffentlichung und Verbreitung der Ergebnisse der durchgeführten Forschungsarbeiten.

Einzelheiten der Projekte und der erzielten Ergebnisse wurden zusammen mit Angaben über aus den Forschungsarbeiten abgeleitete Patente in Abstract-Form durch die Kommission veröffentlicht und verbreitet.

Fachgebiete

Sicherheit
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