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  • Spezifisches Programm ffür Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen - Wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL)

Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

IC-PECO/COPERNICUS

Programmfinanzierung

EUR 208,98 million

Referenz zum Amtsblatt

L 334 von 1994-12-22

Rechtsrahmen

807/94/EC von 1994-11-23
Der Beitrag zum Erhalten des FTE-Potentials der betreffenden Länder, der Beitrag zur Lösung bedeutender sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Probleme und die Verstärkung der Zusammenarbeit in FTE-Bereichen, in denen diese Länder weltweit eine Führungsstellung einnehmen.

Kurzbeschreibung

Gemäß der Bedingungen in Titel XV des Vertrags über die Europäische Union (Artikel 130f bis 130p) werden internationale Kooperationstätigkeiten im Bereich der FTE innerhalb mehrjähriger Rahmenprogramme durchgeführt. Für den Zeitraum 1994-1998 werden diese Tätigkeiten im Rahmen eines einzigen spezifischen FTE-Programms im Bereich der Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen (INCO) durchgeführt, das den zweiten Aktionsbereich des Vierten Rahmenprogramms umsetzt.

Das INCO-Programm ist in drei Hauptbereiche unterteilt.

Das vorliegende Unterprogramm "Wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL) und den Neuen Unabhängigen Staaten (NUS)" (INCO-COPERNICUS) ist eines der beiden Elemente von Teil A. Das zweite Element betrifft die Zusammenarbeit mit anderen Gremien für europäische wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit, einschließlich COST, EUREKA und die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen (Teil A1).

Teil B betrifft die Zusammenarbeit mit außereuropäischen Industrieländern, während sich Teil C auf die wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern (INCO-DC) bezieht.

Das Hauptziel von INCO-COPERNICUS ist es, aufbauend auf zur Unterstützung der FTE-Kooperation in den Ländern Mittel- und Osteuropas und den neuen Republiken der ehemaligen Sowjetunion bestimmte frühere Gemeinschaftsaktionen, die MOEL/NUS - deren jeweiliger Entwicklungsstand sehr unterschiedlich ist - an der Erarbeitung des Know-how und der Entwicklung innovativer Technologien zu beteiligen, die diese für die Lösung ihrer spezifischen Probleme und für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung benötigen.

Dieses allgemeine Ziel führt zu zwei Prioritäten:

- Die Beziehungen, die zwischen Forschern und ihren Einrichtungen hergestellt werden, sind zu festigen, um Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in den MOEL/NUS (insbesondere auf der Ebene der Humanressourcen und der institutionellen Ebene) zu erhalten und zu vergrößern, und dabei die Verbindungen zu den Sektoren auszubauen, in denen die Produktentwicklung und der Vertrieb stattfinden.

- Den europäischen Wissenschaftlern muß ermöglicht werden, ihr Fachwissen in den für die spezifischen Probleme der MOEL/NUS relevanten Bereichen auf seinem derzeitigen hohen Stand zu halten bzw. noch weiter zu vertiefen, und Synergien im Forschungsbereich mit diesen Ländern zu nutzen.

Unterteilung

Drei Bereiche:

- Stabilisierung des FTE-Potentials:
Kurzfristig ist das Ziel der FTE-Kooperation, zur Erhaltung hochqualifizierter Arbeitskräfte sowie bestehender Anlagen und Einrichtungen in den betreffenden Länder in Bereichen von gemeinsamem Interesse beizutragen. Die folgenden Tätigkeiten (die horizontal und daher nicht auf diesen Sektor beschränkt sind) sind durchzuführen:
. Forschung in Bereichen wie der Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften;
. Unterstützung, um MOEL- und NUS-Wissenschaftlern die Teilnahme an Wettbewerben für Jungwissenschaftler im Rahmen des Vierten Aktionsbereichs des Vierten Rahmenprogramms zu ermöglichen;
. Unterstützung, um MOEL- und NUS-Wissenschaftlern den Zugang zu westeuropäischen Forschungszentren zu ermöglichen zur Vorbereitung und Durchführung erstrangiger Versuche in gemeinsamen Forschungsvorhaben mit Wissenschaftlern der Mitgliedstaaten.

- Umweltschutz und Gesundheit:
Umweltschutz und Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts:
Die Förderung wissenschaftlichen Know-hows, das eine rationelle Nutzung der derzeitigen Ressourcen unterstützt und gleichzeitig ihre Erhaltung in Verbindung mit dem natürlichen Gleichgewicht und mit nachhaltiger globaler Entwicklung gewährleistet. Wichtige einzubeziehende Bereiche sind:
. Gefährdete Ökosysteme;
. Rationelle Nutzung der Energieressourcen, nichtnukleare Energie, erneuerbare Energiequellen, saubere Nutzung fossiler Brennstoffe;
. Probleme in Umwelt und Gesundheitswesen, insbesondere als Folge größerer Unfälle.

Gesundheit:
Die Unterstützung der Forschungstätigkeiten, die in erster Linie zu Lösungen für aus der Vergangenheit stammende und mit dem politischen und wirtschaftlichen Reformprozeß in diesen Ländern verbundene Gesundheitsprobleme beitragen. Wichtige Bereiche:
. Berufs- und umweltbezogene Gesundheit im Beschäftigungsbereich;
. Forschung in Gesundheitssystemen;
. Biomedizinische Schwerpunktforschung.

- Auf die Industrie ausgerichtete FTE:
Die Schwerpunkte der Tätigkeiten in diesem Bereich sind:

Fortgeschrittene Kommunikation und Telematik;
.Interaktive digitale Multimediadienste;
. Photonische Technologien;
. Hochgeschwindigkeitsnetze;
. Mobilität und Personalkommunikationsnetze;
. Überwachungsnetze und Wartungstechnik;
. Qualität, Sicherheit und Schutz von Kommunikationsdiensten und -systemen;
. Telematikdienste von öffentlichem Interesse;
. Telematik für Wissen;
. Telematik für die Verbesserung der Beschäftigung und der Lebensqualität.

Informationstechnologien:
. Softwaretechnologien;
. Technologien für IT-Bauteile und -Teilsysteme;
. Multimedia-Technologien;
. Initiative für offene Mikroprozessorsysteme;
. Hochleistungsrechentechnik und -netze;
. Technologien für Unternehmensverfahren;
. Integration in der Fertigung;
Werkstoffe und Produktionstechnologien;
. Fertigung;
. Produkt- und Prozeßplanung;
. Recycling;
. Saubere (umweltfreundliche) Technologien;
Biotechnologie:
. Biotechnologische Anwendungen in der Entwicklung von Impfstoffen, Diagnosen und Therapien;
. Bioindikatoren zur Exposition mit mutagenen und karzinogenen Stoffen;
. Tier- und Pflanzenbiotechnologien;
Verkehr:
. FTE in Verbindung mit der Integration von EG-Verkehrsnetzen in die mittel- und osteuropäischen Netze.

(Auf die Industrie in den Bereichen Agrarlebensmittel, Energietechnologien und Meß- und Prüfverfahren bezogene FTE könnte ebenfalls in diesen Bereich einbezogen werden).

Ausführung

Für die Durchführung des Programms im Rahmen des spezifischen FTE-Programms im Bereich der Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen (INCO) ist die Kommission zuständig.

Die im Rahmen von INCO-COPERNICUS durchzuführenden spezifischen Aktionen sind in Konsultation mit den betreffenden Drittländern auf dem Grundsatz des gegenseitigen Nutzens zu bestimmen

Das Programm steht allen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, mittel- und osteuropäischen Ländern, den Neuen Unabhängigen Staaten und der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) etablierten juristischen Personen offen. Wenn ein Drittland einen Vertrag mit der Gemeinschaft abgeschlossen hat, durch den es mit dem INCO-Programm assoziiert wird, können juristische Personen aus diesem Land sich an dem Programm beteiligen und kommen für einen Finanzbeitrag von der Gemeinschaft in Frage.

Die Beteiligung an den vom Programm erfaßten Aktivitäten ohne finanzielle Unterstützung durch die Gemeinschaft ist auch jeweils nach Projekt möglich, sofern eine solche Beteiligung im Interesse von Gemeinschaftspolitiken liegt und sofern die Mindestzahl juristischer Personen aus der Gemeinschaft und den mit dem Programm assoziierten Staaten beteiligt ist. Diese Beteiligung betrifft:

- Juristische Körperschaften, die in einem europäischen Drittland niedergelassen sind und FTE-Tätigkeiten durchführen;
- Internationale Organisationen.

Das Programm wird durch Aktivitäten auf Kostenteilungsbasis, konzertierte Aktionen, spezifische Maßnahmen und verschiedene Begleitmaßnahmen durchgeführt, wie:

- die Verbreitung und Optimierung von FTE: dazu gehören u.a. Hilfe für die Einrichtung von Forschungszentren (Relay Centres) für die Förderung von FTE-Tätigkeiten und -Ergebnissen, die Unterstützung von Studien über die Instrumente und Methoden des Technologietransfers, die Erleichterung des Zugangs zu Datenbanken;
- Konferenzen: Finanzieren von Reise- und Unterhaltskosten für Wissenschaftler aus den Ländern der MOEL und der NUS, die an Konferenzen in Europa teilnehmen;
- Koordinierung von Treffen: diese Treffen dienen grundsätzlich dem Informationsaustausch zwischen den "Kontaktstellen" der MOEL- und NUS-Länder, den wissenschaftlichen Vertretern der Länder der EU und den Dienststellen der Kommission, um zum einen die Arbeits- und Interventionsmethoden zu entwickeln und zum anderen die Ergebnisse der Tätigkeiten zu nutzen, die im Rahmen der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit zwischen dem Osten und dem Westen durchgeführt werden.

-Untersuchung und Analyse des wissenschaftlichen Potentials der begünstigten Länder, insbesondere durch die Verwendung externer Experten und den Zugang zu wissenschaftlichen Datenbanken, und der Verbindungen mit dem ETAN-Netz;
- Personal- und Expertenaus- und -fortbildungstätigkeiten im Rahmen der Projekte;
- Europäische Lehrstühle, die auf die Stimulation der Forschungsreform abzielen.

Zur Unterstützung im Rahmen des Programms eingereichte Vorschläge müssen transnational sein und folgendes umfassen:

im Fall von Vorschlägen für Vorhaben auf Kostenteilungsbasis mindestens:

- zwei voneinander unabhängige Teilnehmer aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten oder aus mindestens einem Mitgliedstaat und einem mit dem Programm assoziierten Land;
- einen Teilnehmer aus einem Land der MOEL oder NUS (besonders bevorzugt werden Projekte, an denen mindestens zwei voneinander unabhängige Teilnehmer aus getrennten Ländern der MOEL/NUS beteiligt sind).

im Fall von konzertierten Aktionen mindestens:

- drei voneinander unabhängige Teilnehmer aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten oder aus mindestens einem Mitgliedstaat und einem mit dem Programm assoziierten Land;
- drei voneinander unabhängige Teilnehmer aus verschiedenen Ländern der MOEL/NUS.

Bei Vorhaben auf Kostenteilungsbasis beträgt der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft höchstens 50 % der Gesamtkosten des Vorhabens. Die Gemeinschaft kann aber bis zu 100 % der zusätzlichen Kosten thematischer Netze und der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern finanzieren. Bei konzertierten Aktionen deckt die Gemeinschaft bis zu 100 % der Koordinierungskosten (z.B. Treffen, Reisen usw.) und bis zu 100 % der veranschlagten Kosten für Vorbereitungs-, Begleit-und Unterstützungsmaßnahmen.

Bei der Durchführung des Unterprogramms muß die Kommission den Bedürfnissen der betreffenden Ländern sowie der Koordinierung von Tätigkeiten und der Nutzung der Synergien mit anderen Gemeinschaftspolitiken, mit von den Mitgliedstaaten durchgeführten Tätigkeiten und mit relevanten internationalen Organisationen genaue Beachtung schenken. Zu diesem Zweck sind die folgenden Tätigkeiten vorgesehen:

- Konzertierung mit Ländern der MOEL und NUS, um Forschungsprioritäten festzulegen;
- Fortsetzung der engen Zusammenarbeit mit den Programmen PHARE und TACIS;
- Enge Koordinierung und Zusammenarbeit mit anderen EU-Initiativen in den betreffenden Ländern, um die Auswirkungen auf die FTE-Kooperation und auf diese anderen Initiativen zu vergrößern. (Dies schließt die Unterstützung für die Auswahl von im Rahmen des internationalen Zentrums für Wissenschaft und Technologie durchzuführenden Projekten ein.);
- Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Erleichterung des Informationsaustauschs zwischen den Mitgliedstaaten und zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission, um nutzlose Überschneidungen zu vermeiden und die Effektivität der betreffenden Forschungsanstrengungen zu vergrößern.
- Beziehungen mit internationalen Organisationen, die im Rahmen ihrer Tätigkeiten die Förderung wissenschaftlicher Forschung und Technologie vorsieht sowie den Austausch von Handel und den Schutz von geistigem und industriellem Eigentum.
Datensatznummer: 583 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30