Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

HS-WOHESAFE 3C

Programmfinanzierung

EUR 66 million
Reduzierung der Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten auf ein Minimum.

Kurzbeschreibung

Seit 1978 hat die Kommission drei Aktionsprogramme für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz durchgeführt, die alle Gegenstand von Ratsbeschlüssen waren. Frühere Gemeinschaftsprogramme im Bereich der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz waren vorwiegend gesetzgebender Art und konzentrierten sich auf die Notwendigkeit, im Kontext der Vollendung des Binnenmarktes ein Mindestmaß an Gesundheits- und Sicherheitsstandards bereitzustellen.

Angesichts der Tatsache, daß bereits zahlreiche europäische Gesetze im Bereich der Gesundheit und Sicherheit existieren, sollte sich dieses neue mehrjährige Programm in erhöhtem Maße auf die Information konzentrieren, um zu gewährleisten, daß diese Bestimmungen auf korrekte und effiziente Weise weitergegeben werden. Allgemein betrachtet soll der Inhalt des neuen Programms die folgenden Prinzipien berücksichtigen:

- Gewährleistung der Tatsache, daß Maßnahmen im Bereich der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und insbesondere der KMU berücksichtigen;
- Förderung besserer Arbeitsbedingungen in bezug auf Sicherheit, Hygiene und Gesundheit am Arbeitsplatz insbesondere in KMU;
- Durchführung, Konsolidierung, Rationalisierung und Ausweitung der relevanten Rechtsvorschriften der Gemeinschaft soweit erforderlich;
-Maßnahmen zur Ergänzung der Rechtsvorschriften zur Förderung eines gesunden Arbeitsumfelds insbesondere im Hinblick auf KMU;
- Integration des Programms in andere Aktivitäten der Europäischen Union und Stärkung des Dialogs mit den Mitgliedstaaten und Sozialpartnern;
- Koordination und Integration von Aktivitäten im Zusammenhang mit internationalen Organisationen, die auf demselben Gebiet tätig sind;
- Erleichterung des Zugangs der Arbeitnehmer zu Informationen in den betroffenen Bereichen.

Um die zur Förderung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer notwendigen wissenschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen und künftig höhere Standards zu erzielen, wird eine enge Verbindung zu einschlägigen Forschungsprogrammen des Vierten Rahmenprogramms und zwar insbesondere in den Bereichen "Biomedizin und Gesundheit", "Normierung, Meß- und Prüftechnik", "Biotechnologie" und "Telematikanwendungen" gepflegt.

Im Bereich der Biomedizin werden folgende Forschungsarbeiten durchgeführt:

- Ermittlung und Kontrolle von Risikofaktoren am Arbeitsplatz unter Betonung der kurz- und langfristigen Folgen biologischer und chemischer Gefahren;
- Gesundheitserziehung und Präventivmaßnahmen zur Verringerung von Arbeitsunfällen und der Exposition gegenüber Risikofaktoren;
- Wechselwirkung zwischen Risikofaktoren am Arbeitsplatz und in der Umwelt, Grundlagenforschung über Allergien und die Ätiologie von Berufs- und umweltbedingten Krankheiten.

Im Bereich der Normierung, Meß- und Prüftechnik soll mit Hilfe der Forschung die Fähigkeit zur Messung der Eignung von Meßmethoden insbesondere in den folgenden Bereichen verbessert werden:

- Verbesserung der Meßmethoden und Entwicklung von Referenzmaterial für die Überwachung der Exposition von Arbeitnehmern gegenüber physischer, chemischer oder biologischer Substanzen am Arbeitsplatz und/oder für die Prüfung der Wirksamkeit durchgeführter Schutzmaßnahmen;
- Erstellung von Referenzmethoden und -material für die Ermittlung von Allergien, die durch die Exposition entweder gegenüber natürlichen oder künstlichen Faktoren verursacht werden;
- Entwicklung persönlicher Überwachungsgeräte mit Warnmöglichkeit, insbesondere zur Verwendung am Arbeitsplatz;

- Entwicklung von Methoden zur Auffindung gentechnisch veränderter Organismen.

Im Bereich der Telematikanwendung werden vor allem die Ergebnisse von Projekten berücksichtigt, die für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz relevant sind, und zwar insbesondere Projekte im Bereich der Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen sowie Bildung und Ausbildung, Gesundheitspflege und Informations-Engineering.

Unterteilung

Vier Bereiche:

- Leitlinien und Informationsmaterial zur Unterstützung der korrekten Anwendung der Gesetzgebung der Gemeinschaft;

-Information, Erziehung und Ausbildung:
. Förderung des Bewußtseins für Gesundheit und Sicherheit;
. Information über Maßnahmen der Kommission und andere damit im Zusammenhang stehende Aktivitäten der Gemeinschaft;
. Regelmäßige Organisation relevanter Aktivitäten/Veranstaltungen, wie z.B. einer Europäischen Woche für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Kolloquien für Gesundheits- und Sicherheitserziehung und -ausbildung, Wettbewerbe für Unterrichtsmaterial und Veranstaltungen für audiovisuelle Produkte im Bereich Sicherheit, Hygiene und Gesundheit am Arbeitsplatz;

- Untersuchung von Hauptproblembereichen unter Berücksichtigung bestehender Informationen und Forschungsergebnisse und/oder Förderung neuer Untersuchungen, sofern angemessen:
Die Aktivitäten sollen sich auf das potentielle Wiederauftreten von Berufskrankheiten konzentrieren, die durch den raschen technologischen Wandel verursacht werden;

- SAFE (Sicherheitsaktion für Europa):%Verbesserung von Sicherheit, Hygiene und Gesundheit am Arbeitsplatz insbesondere in KMU. Unterstützt werden sollen praxisorientierte Projekte, die folgende Aspekte demonstrieren:
. Förderung von speziell auf Sicherheit, Hygiene und Gesundheit am Arbeitsplatz ausgerichteten Verbesserungen;
. Verbesserungen bei der Organisation von Arbeitspraktiken, die die Einstellung gegenüber Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz beeinflussen, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu reduzieren.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung der Aktivitäten des Programms verantwortlich und wird dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

Das Programm besteht aus zwei Teilen:

- Leitlinien und Informationsmaterial, um die korrekte Anwendung der Gesetzgebung der Gemeinschaft zu unterstützen; Verbesserung von Information, Erziehung und Ausbildung; Untersuchung von Hauptproblembereichen;

- dem SAFE-Programm (Sicherheitsaktion für Europa).

Für die Durchführung des Programms wurde ein Richthaushalt in Höhe von 66 Mio. ECU vorgeschlagen, wovon 41,5 Mio. ECU für das SAFE-Programm vorgesehen sind. Der Restbetrag wird unter den Aktionen des obengenannten ersten Teils des Programms aufgeteilt.

Die Kommission bezuschußt Projekte auf Kostenteilungsbasis, an denen sich andere Geber des privaten/öffentlichen Sektors beteiligen, wobei sich der Zuschuß der Gemeinschaft auf höchstens 70% der Kosten des vorgeschlagenen Projekts beläuft. Bei Netzwerken und bei Arbeiten, die in Auftrag gegeben werden und von direktem Nutzen für die Kommission sind, kann der Zuschuß bis zu 100% betragen. Der Prozentsatz, mit dem sich die Gemeinschaft an Projekten auf Kostenteilungsbasis im Rahmen der 70%-Klausel finanziell beteiligt, hängt im allgemeinen vom Umfang der zu finanzierenden Maßnahmen ab und davon, inwieweit das vorgeschlagene Projekt das Aktionsprogramm der Agentur für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz reflektiert.

Der dem Programm zugewiesene Haushalt deckt auch den Zuschuß für das European Trade Union Technical Bureau. Das Büro leistet technische Unterstützung beim Entwurf von Stellungnahmen, die durch den Beratenden Ausschuß für Sicherheit, Hygiene und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bekanntgegeben werden.

Bei der Durchführung des Programms ist die Kommission für die Förderung der Zusammenarbeit mit Drittländern, mit den relevanten Organen der Vereinten Nationen und anderen auf diesem Gebiet tätigen Organisationen und Agenturen verantwortlich. EFTA-Länder, die sich am Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum beteiligt haben, und andere Länder, mit denen die Gemeinschaft Assoziationsabkommen geschlossen hat, können sich an den im Rahmen des Programms durchgeführten Aktivitäten beteiligen.

Die Kommission führt eine Zwischenbewertung der durchgeführten Aktionen aus und unterbreitet nach Ablauf des Programms einen allgemeinen Bericht. Sowohl der zwischenzeitliche als auch der endgültige Evaluierungsbericht werden dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß unterbreitet.
Datensatznummer: 584 / Zuletzt geändert am: 2001-06-28
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben