Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Programmfinanzierung

EUR 15 million
Umfangreichere Innovation in den Unternehmen sowie Förderung der Maßnahmen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung in den unterentwickelten Regionen der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Gemäß Artikel 10 der Verordnung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (2083/93 Amtsblatt Nr. L 193 vom 31.7.1993) stellt der EFRE im Rahmen verschiedener Pilotprojekte Fördermittel für innovative Maßnahmen im Bereich der regionalen Zusammenarbeit zur Verfügung. Diese innovativen Maßnahmen sollen mit Hilfe von Demonstrationsprojekten neue Wege zur Einführung von Innovation und Technologietransfer in die regionale Planung aufzeigen.

Das Pilotprojekt "Zusammenarbeit im Bereich von Innovation und Technologietransfer" gehört zu den acht vorrangigen Bereichen, die nach Maßgabe von Artikel 10 innerhalb des Zeitraums 1995 - 1999 zur Förderung vorgesehen sind. Bei den anderen Bereichen handelt es sich um:

- Interregionale Zusammenarbeit an den Binnengrenzen;
- Interregionale Zusammenarbeit an den Außengrenzen;
- Zusammenarbeit im Bereich der Informationsgesellschaft;
- Zusammenarbeit bei der Schaffung neuer Beschäftigungsquellen;
-Zusammenarbeit in einem kulturellen Themenbereich;
- Pilotprojekte im Bereich der Raumordnung;
- Städtische Pilotprojekte.

Neben der Förderung von Innovationsaktionen in den Regionen gemäß Artikel 10 der EFRE-Verordnung stehen im Rahmen der spezifischen FTE-Programme für Verbreitung und Optimierung von FTE-Ergebnissen (INNOVATION) Mittel für eine Reihe von Aktionen zur Verfügung, mit denen Innovation in den Regionen mit folgender Zielsetzung unterstützt werden soll:

- Hilfe für die Regionen der Europäischen Union bei der Ausarbeitung kohärenter und effektiver Technologiestrategien, -maßnahmen und -vorhaben;
- Unterstützung der Dienste und Infrastrukturen im Bereich von Innovation und Technologietransfer in den Regionen;
- Leistung von technischer Unterstützung an die GD XVI (Regional- und Kohäsionspolitik).

Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen gemäß Artikel 10 der EFRE-Verordnung und im Rahmen des INNOVATION-Programms werden gemeinsam von der GD XVI und GD XIII verwaltet, so daß die Synergie dieser beiden Maßnahmen genutzt werden kann (siehe den Abschnitt "Durchführung" in dieser Zusammenfassung).

Unterteilung

Drei Aktionsarten:

- Ausarbeitung Regionaler Innovationsstrategien (RIS) durch Aufbau von Partnerschaften zwischen den Hauptakteuren in den Regionen;

- Erarbeitung und Einführung Regionaler Technologietransfer-Projekte (RTTs) in benachteiligten Regionen;

- Regionale Vernetzung des Wissensaustausches: Informationsverbreitung und Erfahrungsaustausch in den oben genannten Aktionsbereichen.

Ausführung

Das Pilotprojekt "Zusammenarbeit im Bereich von Innovation und Technologietransfer" wird von der GD XVI der Europäischen Kommission im Rahmen von Artikel 10 der Verordnung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durchgeführt.

Die Aktionen werden im Wege von Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen für Pilotvorhaben zur Umsetzung der Pilotprojekte im Bereich Regionaler Innovationsstrategien (RIS) und des Regionalen Technologietransfers (RTT) implementiert. Diese Vorhaben sind darauf ausgerichtet, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung von Regionen zu leisten, die förderungswürdig im Sinne der Strukturfonds sind (insbesondere Ziel 1 (unterdurchschnittliche Entwicklung), Ziel 2 (wirtschaftliche und soziale Umstellung von Gebieten mit rückläufiger Entwicklung), Ziel 5b (Entwicklung ländlicher Gebiete) und Ziel 6 (Entwicklung dünnbesiedelter Regionen)).

Mit Hilfe der Regionalen Innovationsstrategien sollen die Möglichkeiten regionaler Akteure zur Erarbeitung von Maßnahmen verbessert werden, bei denen die wirklichen Bedürfnisse des produktiven Sektors sowie die Stärken und Fähigkeiten regionaler FTE-Kreise berücksichtigt werden. Auf der Grundlage eines partnerschaftlichen Verhältnisses zwischen allen Beteiligten bieten sie einen Rahmen, innerhalb dessen sowohl die Europäische Union als auch die Regionen politische Entscheidungen über die zukünftigen Investitionen in FTE sowie in Initiativen im Bereich von Innovation und Technologietransfer auf regionaler Ebene optimieren können.

Die Kommission übernimmt maximal 50% der erstattungsfähigen Kosten für die Ausarbeitung der Regionalen Innovationsstrategie bis zu einem Höchstbetrag von 250 000 ECU je Region. Die Förderung erstreckt sich auf finanzielle Unterstützung für die Koordinierung des Vorhabens (z. B. Studien, Besuche, Bereitstellung eines Sekretariats, Koordinierung der erforderlichen Forschungsarbeiten, Informations-und Verbreitungsaktivitäten usw.) sowie die Kosten für die Hinzuziehung externer Fachleute. An jedem RIS-Projekt sollten mindestens zwei lokale oder regionale Behörden aus mindestens zwei verschiedenen Regionen in zwei Mitgliedstaaten beteiligt sein; allerdings sind vorrangig solche Vorschläge zu berücksichtigen, die sich auf drei bis sechs Regionen aus mindestens drei verschiedenen Mitgliedstaaten erstrecken. Mindestens ein Drittel der teilnehmenden Regionen müssen unter Ziel 1 und/oder Ziel 6 fallen.

RIS-Pilotaktionen im EFRE werden ergänzt durch Regionale Innovations- und Technologietransfer-Strategien (RITTS), die von der GD XIII im Rahmen der spezifischen FTE-Programme für die Verbreitung und Optimierung von Forschungsergebnissen (INNOVATION) verfolgt werden. RITTS betreffen alle Regionen der Europäischen Union und unterstützen lokale und regionale Administrationen und/oder Entwicklungsorganisationen bei der Analyse und Entwicklung der in der betreffenden Region im Bereich von Innovation und Technologietransfer vorhandenen Infrastruktur.

RIS und RITTS werden gemeinsam von den Diensten der GD XVI und der GD XIII verwaltet, die für Synergie und Zusammenarbeit zwischen den beiden Aktionen verantwortlich sind (u. a. Projektauswahl, Verwaltung und Folgemaßnahmen, methodologische Unterstützung, Erfahrungsaustausch sowie Verbreitung bester Arbeitspraktiken). Regionen, die ein RITTS-Vorhaben mit Unterstützung der GD XVI durchgeführt haben, können Förderung für eine RIS erhalten, allerdings in reduziertem Umfang (weil die bereits finanzierten Arbeiten entsprechend in Rechnung gestellt werden).

Regionale Technologietransfer-Projekte (RTTs) - die zweite Art von Aktivitäten, die im Rahmen des Pilotprojektes "Zusammenarbeit im Bereich von Innovation und Technologietransfer" gefördert werden - sind darauf ausgerichtet, innerhalb von Unternehmen, die am ehesten für die Schlüsselbereiche der Wirtschaft in den unterentwickelten Regionen von Bedeutung sind, die Verbreitung von Technologie zu stimulieren und die Ergebnisse von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu validieren.

Erreicht werden soll dies durch Festlegung und Auswahl einer Reihe von mehrere Regionen betreffenden Projekten, von denen eine deutliche Innovations- und Demonstrationswirkung ausgeht, insbesondere in Regionen, die bereits zuvor regionale Innovationsstrategien durch Projekte wie Regionale Technologiepläne (alte RIS) oder RITTS ausgearbeitet haben.

Bei RTT-Projekten unterscheidet man zwischen der Definitions- und der Umsetzungsphase. Die Kommission leistet finanzielle Unterstützung von maximal 75% der Kosten der Definitionsphase (bis zu einem Höchstbetrag von 75 000 ECU). Für die Umsetzungsphase übernimmt die Kommission bis zu 50 % der erstattungsfähigen Kosten des RTT-Projektes; der Finanzbeitrag beläuft sich in der Regel auf 1 - 3 Mio. ECU.

Eine dritte Aktionsart dient der Förderung einer regionaler Vernetzung zum Zwecke des Wissensaustausches sowie der Erarbeitung und Verbreitung der im Rahmen der RIS bzw. der RTTs durchgeführten Aktivitäten. Die Durchführung dieser Aktionen erfolgt durch die Regionen, die dabei von einem von der Kommission zur Verfügung gestellten Expertengremium unterstützt werden.
Datensatznummer: 590 / Zuletzt geändert am: 1997-02-05