Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Programmfinanzierung

EUR 80 million
Erforschung und Umsetzung neuer Wege und Ideen im Bereich der Städtepolitik und der Stadtplanung, um zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion beizutragen.

Kurzbeschreibung

Gemäß Artikel 10 der Verordnung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (2083/93 Amtsblatt Nr. L 193 vom 31.7.1993) stellt der EFRE im Rahmen verschiedener Pilotprojekte Fördermittel für innovative Maßnahmen im Bereich der regionalen Entwicklung zur Verfügung. Diese innovativen Maßnahmen sollen mit Hilfe von Demonstrationsprojekten neue Wege zur Einführung von Innovation und Technologietransfer in die regionale Planung aufzeigen.

In dem Zeitraum 1995 - 1999 werden Aktionen gemäß Artikel 10 im Rahmen von drei Programmen durchgeführt: Interregionale Zusammenarbeit und regionale Wirtschaftsinnovation; Aktionen auf dem Gebiet der Raumordnung sowie städtische Pilotprojekte. Aus diesen ergeben sich acht vorrangige Bereiche für Pilotprojekte, zu denen u.a. das laufende Programm "Städtische Pilotprojekte" gehört. Die anderen vorrangigen Bereiche erstrecken sich auf:

- Interregionale Zusammenarbeit an den Binnengrenzen;
- Interregionale Zusammenarbeit an den Außengrenzen;
- Zusammenarbeit im Bereich der Informationsgesellschaft;
- Zusammenarbeit im Bereich von Innovation und Technologietransfer;
- Zusammenarbeit bei der Schaffung neuer Beschäftigungsquellen;
-Zusammenarbeit in einem kulturellen Themenbereich;
- Pilotprojekte im Bereich der Raumordnung.

Im Zeitraum 1989 - 1993 wurden im Rahmen von Artikel 10 EFRE etwa 32 städtische Pilotprojekte unterstützt, die neue Ansätze zur Lösung städtischer Probleme aufzeigen sollten. Die Projekte konzentrierten sich auf die folgenden vier Hauptbereiche:

-Wirtschaftliche Entwicklung von Gebieten mit sozialen Problemen;
- Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelt für wirtschaftliche Zwecke;
- Wiederbelebung historischer Stadtzentren;
- Nutzung der technologischen Vorteile von Städten.

Die positiven Auswirkungen dieser Maßnahmen veranlaßten die Kommission, im Jahre 1994 die Gemeinschaftsinitiative URBAN zu starten. Ihr Ziel ist es, "die Probleme besonders gefährdeter Stadtgebiete mit Hilfe eines innovativen und integrierten Ansatzes anzugehen, aus dem Maßnahmen resultieren, die in den Städten der gesamten Europäischen Union Verbreitung finden können".

Die neuen städtischen Pilotprojekte, die im Zeitraum 1995 - 1999 gemäß Artikel 10 unterstützt werden sollen, werden die im Rahmen der URBAN-Initiative durchgeführten Maßnahmen erweitern und verstärken. Die Projekte zielen auf die Entwicklung und Erprobung innovativer Ideen zur Lösung städtischer Probleme auf lokaler Ebene ab und sollen die örtlichen Behörden dazu anregen, ihren Aktionsradius zu erweitern, bestehende Möglichkeiten zu nutzen, neue Aktionsfelder und Finanzierungsmechanismen zu erschließen und einen integrierteren Ansatz der Problemlösung zu erkunden.

Von den Projekten wird erwartet, daß sie sich in eine globale, nachhaltige Strategie der Stadtentwicklung einfügen, in der sich die folgenden Charakteristika vereinen:

-Fähigkeit, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, die verschiedenen Städten mit ähnlichen Problemen gemeinsam sind;
- Innovative und demonstrative Lösungen;
- Partnerschaftliche Förderung der Maßnahmen durch Akteure des öffentlichen und des privaten Bereichs, die mittelfristig zur Selbstfinanzierung führt.

Unterteilung

Zu den Projektbereichen können gehören:

- Verbesserung der Städteplanung in peripheren Stadtgebieten mittlerer bis großer Städte, die sich ungeplant entwickelt haben;

- Nutzung der kulturellen, geographischen, historischen und anderen Vorteile mittelgroßer Städte;

-Wiederbelebung historischer Stadtkerne oder unterversorgter Gebiete sowie Start neuer oder Stärkung existierender wirtschaftlicher Aktivitäten (insbesondere KMU - wie kleine Straßenläden und Handwerksbetriebe etc.) kombiniert mit Berufsausbildung, Sanierung, Umweltmaßnahmen oder Aktionen zur Verbesserung der Sicherheit;

- Bewältigung obsoleter Funktionalität in Stadtbereichen durch Einführung neuer Nutzungsmöglichkeiten, die zur Bereitstellung der notwendigen städtischen/gesellschaftlichen Infrastrukturen, Dienste oder neuen wirtschaftlichen Aktivitäten führen;

- Förderung der sozialen/wirtschaftlichen Integration von Minderheiten und Maßnahmen zur Schaffung von Chancengleichheit, insbesondere durch den Aufbau von Partnerschaften und durch Bürgerbeteiligung;

- Verbesserung der Umwelt durch Schaffung neuer offener bzw. begrünter Flächen und/oder Freizeitaktivitäten zusammen mit bestandsfähigen Einrichtungen in bebauten Gebieten (wozu auch integrierte Abfallbewirtschaftungs- und Recyclingaktivitäten sowie Maßnahmen gehören, die einen geringeren Energieverbrauch durch erneuerbare bzw. saubere Alternativen des Energieeinsatzes fördern);

- Gute Praktiken des Erhalts von Bauwerken von architektonischem oder kulturellem Interesse in geographisch benachteiligten Regionen (z. B. erdbebengefährdete Gebiete, Bergregionen etc.);

- Integriertes Management öffentlicher Verkehrs-/Park-Netzwerke sowie Entwicklung von Strategien, die den Zugang isolierter, wirtschaftlich benachteiligter Stadtgebiete zum Arbeitsmarkt verbessern;

-Nutzung von Informationstechnologien, um die Funktionsfähigkeit und die ökonomische Entwicklung in Städten zu verbessern;

- Lösungen für institutionelle/rechtliche Fragen, die für die Umsetzung innovativer Pläne notwendig sind.

Ausführung

Städtische Pilotprojekte werden von der GD XVI der Europäischen Kommission im Rahmen von Artikel 10 der Verordnung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durchgeführt.

Das Programm wird mit Hilfe im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichter Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen umgesetzt. Jede städtische, lokale oder regionale Behörde innerhalb der Gemeinschaft kann sich an dem Programm beteiligen, vorausgesetzt, sie vertritt Städte oder städtische Ballungsräume mit einer Bevölkerung von mehr als 100.000 Einwohnern. Auch kleinere Städte können zugelassen werden, wenn sie eine ausgeprägte städtische Wirtschafts- und Sozialstruktur aufweisen, eine zentrale Rolle innerhalb einer Region spielen oder an der Periphere großstädtischer Ballungsgebiete liegen. Vorschläge für Maßnahmen unter Beteiligung von mehr als einer lokalen Behörde sind zulässig, wenn die damit verbundene Zusammenarbeit einen Mehrwert darstellt.

Die städtischen Pilotprojekte werden von der Europäischen Gemeinschaft und den betroffenen Behörden gemeinsam finanziert. In der Regel bewegt sich der Projektbeitrag der Gemeinschaft in der Größenordnung von 2 bis 3 Mio. ECU. Die Obergrenze der gemeinschaftlichen Projektfinanzierung beträgt 75% der den Behörden entstandenen Gesamtkosten bei Regionen, die unter Ziel 1 fallen, und 50% bei allen übrigen Regionen. Sofern sich der Privatsektor an Projekten beteiligt oder wenn Einnahmen erzielt werden, die den ausführenden Stellen zugute kommen, kann der Anteil der gemeinschaftlichen Finanzierung unter den oben genannten Grenzwerten liegen.

Es wird davon ausgegangen, daß die ausgewählten Projekte im Laufe des Jahres 1996 begonnen und schätzungsweise 2 bis 3 Jahre lang laufen werden.

Im Rahmen des Programms wird besonderer Wert auf die Nutzung und Verbreitung der Erkenntnisse gelegt, die aus den bereits abgeschlossenen oder noch laufenden, gemäß Artikel 10 EFRE bzw. durch die URBAN-Initiative geförderten Pilotprojekten gewonnen wurden. Dies wird insbesondere durch die Einrichtung einer Reihe von Intercity-Netzen erreicht, die dem Projekttyp, den Zielgebieten und der Zuordnung zu einem bestimmten Netzwerktyp Rechnung tragen. Sobald die einzelnen Netzwerke aufgebaut sind, sollten diese der Teilnahme anderer europäischer Städte offen stehen, auch wenn die Netze keine finanzielle Unterstützung von seiten der Gemeinschaft erhalten haben.

Fachgebiete

Regionalentwicklung
Datensatznummer: 591 / Zuletzt geändert am: 1996-04-17