Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Programmfinanzierung

EUR 15 million
Beitrag zur Einrichtung von Kooperationsnetzen zwischen Regionen und Städten in der Europäischen Union, die sich auf den Kulturbereich sowie auf die Entwicklung des regionalen und lokalen kulturellen Erbes im Rahmen interregionaler Zusammenarbeit und wirtschaftlicher Entwicklung konzentrieren.

Kurzbeschreibung

Gemäß Artikel 10 der Verordnung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (2083/93 Amtsblatt Nr. L 193 vom 31.7.1993) stellt der EFRE im Rahmen verschiedener Pilotprojekte Fördermittel für innovative Maßnahmen im Bereich der regionalen Zusammenarbeit zur Verfügung. Diese innovativen Maßnahmen sollen mit Hilfe von Demonstrationsprojekten neue Wege zur Einführung von Innovation und Technologietransfer in die regionale Planung aufzeigen.

Das Pilotprojekt "Wirtschaftliche Entwicklung auf dem Gebiet der Kultur" gehört zu den acht vorrangigen Bereichen, die nach Maßgabe von Artikel 10 innerhalb des Zeitraums 1995 - 1999 zur Förderung vorgesehen sind. Bei den anderen Bereichen handelt es sich um:

-Interregionale Zusammenarbeit an den Binnengrenzen;
- Interregionale Zusammenarbeit an den Außengrenzen;
- Zusammenarbeit im Bereich der Informationsgesellschaft;
- Zusammenarbeit im Bereich von Innovation und Technologietransfer;
- Zusammenarbeit bei der Schaffung neuer Beschäftigungsquellen;
- Pilotprojekte im Bereich der Raumordnung;
- Städtische Pilotprojekte.

Die im Rahmen des Programms durchgeführten Aktionen sollen den Aufbau innovativer, interregionaler Kooperationsinitiativen fördern, die auf die Hervorhebung des kulturellen Erbes Europas ausgerichtet sind. Ziel ist insbesondere:

- Förderung eines integrierten Entwicklungsansatzes durch Mobilisierung regionaler und lokaler Akteure in Politik, Verwaltung, im öffentlichen und privaten Sektor sowie in den Verbänden;

- Förderung eines Erfahrungs-und Wissensaustausches im kulturellen Bereich zwischen regionalen und lokalen Behörden als Beitrag zur Kohäsion der Gemeinschaft;

- Förderung des Einsatzes neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (Entwicklung und Verbreitung von Informationshilfsmitteln, die sich moderne Support-Technologie wie CD-ROM, Datenübertragungsverbindungen usw. zu nutze machen).

Grundlage der Aktivitäten ist ein integrierter Ansatz, der eine dezentralisierte interregionale Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Stellen unter Beteiligung regionaler oder lokaler Akteure fördert. Dieser Ansatz dürfte die Erarbeitung von Projekten begünstigen, in deren Mittelpunkt die Erhaltung und Förderung des regionalen bzw. lokalen kulturellen Erbes, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Eingliederung junger Arbeitsloser und Jugendlicher in den Arbeitsprozeß sowie der Transfer von Wissen und Erfahrungen stehen.

Unterteilung

In Frage kommende Kooperationsbereiche:

- Historisches und architektonisches Erbe (städtisch, archäologisch, militärisch, religiös, maritim usw.);

- Industrielles und technologisches Erbe (Textilien, Eisen- und Stahlindustrie usw.);

- Handwerkliches Erbe (Handwerk, traditionelle Gewerbe, Kenntnisse über traditionelle Arbeitsmethoden usw.).

Ausführung

Das Pilotprojekt "Wirtschaftliche Entwicklung auf dem Gebiet der Kultur" wird von der GD XVI der Europäischen Kommission im Rahmen von Artikel 10 der Verordnung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durchgeführt.

Die Umsetzung der Aktion erfolgt durch im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichte Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen für die Einrichtung von Kooperationsnetzen. Als Grundlage für den Aufbau eines Netzes kann ein einzelner Kooperationsbereich gewählt werden; möglich ist aber auch die Verbindung eines solchen Bereichs mit maximal zwei weiteren Bereichen, vorausgesetzt, die Sphären stehen in einem logischen Zusammenhang. Das heißt, daß je Kooperationsnetzwerk bis zu drei Themenkreise eingereicht werden können. Die Vorschläge müssen sich auf die im Abschnitt "Aufgliederung" dieser Zusammenfassung aufgezählten Themen beziehen.

Bevorzugt berücksichtigt werden regionale und lokale Netze in den folgenden Regionen: Ziel 1 (Regionen mit Entwicklungsrückstand), Ziel 2 (Regionen mit rückläufiger Industrieentwicklung), Ziel 5b (gefährdete ländliche Regionen) und Ziel 6 (dünnbesiedelte Regionen). Regionale und lokale Behörden in Gebieten, die unter Ziel 1 und/oder möglicherweise Ziel 6 fallen, müssen mindestens ein Drittel der Kooperationspartner stellen, und mindestens ein Drittel der beantragten Finanzmittel der Gemeinschaft muß auf diese Behörden entfallen.

Regionale und lokale Behörden aus Gebieten außerhalb der förderungswürdigen Regionen können sich an dem Netz beteiligen, sofern sie tatsächlich Mehrwertleistungen erbringen, die zur Erreichung der Projektziele notwendig sind. In keinem Fall dürfen die an einem Netz beteiligten Regionen, die unter Ziel 1, 2, 5b und 6 fallen, im Verhältnis zur Gesamtzahl der Teilnehmer eine Minderheit bilden.

Die Netz-Partner müssen sich aus lokalen oder regionalen Behörden aus 3 - 6 verschiedenen Regionen und aus mindestens drei Mitgliedstaaten zusammensetzen. Die Zahl der an der Umsetzung des Netzes beteiligten regionalen und lokalen Behörden darf höchstens sechs betragen, es sei denn, es werden gute Gründe für die Zulassung einer höheren Zahl dargelegt.

Der Finanzbeitrag der Gemeinschaft zu den ausgewählten Projekten, die im übrigen innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden müssen, bewegt sich normalerweise in der Größenordnung von 600 000 ECU. Die finanzielle Unterstützung darf 75% der Gesamtprojektkosten bei Regionen und Behörden, die unter die EFRE-Ziele 1 und 6 fallen, bzw. 50% bei den übrigen Regionen nicht übersteigen. Öffentliche Stellen und/oder Privatunternehmen müssen 20% - 25% des Gesamthaushaltes der einzelnen Projekte tragen.
Datensatznummer: 595 / Zuletzt geändert am: 1996-05-06