Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

OTH-SMEAP 2C

Nachfolgeprogramm

OTH-SMEAP 4C

Programmfinanzierung

EUR 127 million

Referenz zum Amtsblatt

L 25 von 1997-01-10

Rechtsrahmen

97/15/CE von 1996-12-09
Vereinfachung und Verbesserung des administrativen und rechtlichen Umfelds für Unternehmen; Verbesserung des finanziellen Umfelds für Unternehmen; Gewährleistung besserer Informationsdienste und Unterstützung von KMU bei der Internationalisierung, und insbesondere durch ihre Europäisierung; Förderung einer unternehmerischen Kultur und spezieller Zielgruppen; und Entwicklung der KMU-Politik und des Verständnisses der Unternehmerschaft.

Kurzbeschreibung

Die Einrichtung dieses dritten, mehrjährigen Programms für die KMU erfolgt im Rahmen des integrierten Programms für KMU der Gemeinschaft, das am 3. Juni 1994 von der Kommission verabschiedet wurde (COM(94) 207). Diese beiden Programme gemeinsam sind die Hauptinstrumente für die Durchsetzung der strategischen Ziele der Gemeinschaft für die KMU. Es handelt sich um ergänzende und nicht um Ersatz- oder Wiederholungsmaßnahmen für KMU auf einzelstaatlicher Ebene, die folgende Ziele verfolgen:

- Förderung eines Umfelds, das die Entwicklung von KMU in der ganzen Europäischen Union fördert;

-Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer KMU und Förderung ihrer Europäisierung und Internationalisierung.

Der Inhalt dieses dritten, mehrjährigen Programms gewährleistet die Kontinuität der Maßnahmendes des Zweiten Programms (1993-1996), intensiviert jedoch gleichzeitig eine Anzahl bereits laufender Aktionen unter Einführung einer Reihe von Initiativen, die im Strategiepapier der Kommission für KMU identifiziert wurden, das anläßlich der Sitzung des Rats von Madrid im Dezember 1995 vorgelegt wurde. Die neu eingeführten Elemente verfolgen folgende Ziele:

-Erleichterung des Zugangs zu allen gemeinschaftlichen Programmen von Interesse für KMU durch Entwicklung der Euro Info Centres (EIC) zu "Superläden";
- Intensivierung der Anstrengungen zur Vereinfachung der Verwaltung, insbesondere durch Einbeziehung des Kosten-Nutzen-Prinzips in die Ermittlung der Wirkung auf das Geschäftsleben;
-Gewährleistung verstärkter Beteiligung von KMU-Organisationen an den Entscheidungsprozessen;
- Ermutigung und Unterstützung von KMU beim Handel auf dem internationalen Markt, insbesondere durch Einrichtung verbesserter Netze und verbesserten Zugang zu Marktinformationen;
- Identifikation neuertiger Wege zur verstärkten Förderung des technologischen Anpassungsprozesses von KMU und ihres Zugangs zu Marktinformationen;
- Entwicklung konkreter Maßnahmen für handwerkliche und Kleinunternehmen unter Berücksichtigung ihrer besonderen Merkmale;
-Verbesserung des finanziellen Umfelds für KMU (Zugang zu Darlehen, Sekundärmärkte für KMU, Reduzierung des Zahlungsverszugs, Factoring und Kreditversicherung);
-Ermutigung von Frauen und Jungunternehmern sowie von Minoritäten zur Geschäftsgründung;
- Förderung eines neuen Unternehmergeists;
- Integration der Umwelt und der nachhaltigen Entwicklung in die gemeinschaftliche Unternehmenspolitik (gemäß den Vorgaben von Artikel 130r des Vertrags über die Europäische Union).

Abgesehen von der Ergänzung von KMU-Unterstützungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten betont das dritte mehrjährige KMU-Programm die Notwendigkeit der Nutzung komplementärer und synergistischer Wirkungen anderer Politiken der Gemeinschaft. In diesem Kontext sollen Aktionen auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden technologischen Entwicklung gemeinsam mit den gemeinschaftlichen FTE-Rahmenprogrammen verwaltet werden, um die innovative Kapazität von KMU zu verbessern, und um die Schwieirgkeiten zu überwinden, die KMU beim Zugang zu Forschungsprogrammen und bei der Nutzung der Forschungsergebnisse haben. Weitere Schritte werden zur Verbesserung des Zugangs von KMU und ihrer Beteiligung an der globalen Informationsgesellschaft unternommen. Hier geht es um bereits laufende, Informationsgesellschaft-bezogene Initiativen.



Und während sich Aktionen zur Unterstützung von KMU auf Unternehmen in der Europäischen Union konzentrieren, sollte es möglich sein, eine Reihe dieser Aktionen des dritten mehrjährigen Programms (z.B. Partnerschaftaktionen) den KMU aus assoziierten Drittländern öffnen. Dies würde am besten durch den Einsatz von Mitteln aus anderen EU-Programmen, insbesondere PHARE, TACIS, JOPP, MED-INVEST, AL-INVEST und ASIA-INVEST erreicht.

Unterteilung

Vereinfachung und Verbesserung des administrativen und rechtlichen Umfelds für Unternehmen:
. Gewährleistung der Berücksichtigung der Interessen von KMU bei den verschiedenen gemeinschaftlichen Aktivitäten und Politiken;
. Vereinfachung und Verbesserung des administrativen und rechtlichen Umfelds für Unternehmen;
.Verbesserung der Transparenz und stärkere Verbreitung der sog. "Besten Praxis" im Bereich der Vereinfachung und Verbesserung des administrativen und rechtlichen Umfelds;
. Verbesserung des Rahmens für die grenzüberschreitende Tätigkeit von KMU;

- Verbesserung des finanziellen Umfelds für Unternehmen durch Förderung innovativer Praktiken auf dem Gebiet der Verbesserung des Zugangs von KMU zu Finanzierungsmitteln. Die Maßnahmen haben folgende Ziele:
. Verbesserung des Zugangs zu Darlehen und Finanzierung von Risiken;
. Intensivierung der Anstrengungen zur Reduzierung von durch Zahlungsverzug verursachten Problemen;
. Erleichterung der Entwicklung spezieller finanzieller Instrumente;
. Verbesserung der Bedingungen, unter denen KMU am Binnenmarkt teilnehmen;
. Förderung der Entwicklung europäischer Kapitalmärkte für sich schnell entwickelnde KMU (einschließlich von EASDAQ)

-Hilfe für KMU bei der Europäisierung und Internationalisierung ihrer Strategien, insbesondere durch bessere Informationsdienste:
. Entwicklung von Informationsdiensten (Euro Info Centres) zu "Superläden";
. Verstärkte Förderung von Aktionen der KMU-Politik;
. Förderung von Kooperation durch Netze für die Partnersuche;
. Förderung direkter Kontakte durch Partnerschaftsprogramme;
. Entwicklung von Nachauftragnehmer-Partnerschaften;
. Förderung des Zugangs zu neuen Märkten und zur Internationalisierung von KMU;

- Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU und ihres Zugangs zu Forschungsmöglichkeiten, Innovation und Weiterbildung:
. Steigerung des Innovatinspotentials von KMU;
. Förderung der Ausbildung von Führungskräften;
. Anpassung an die Umweltauflagen;

- Förderung des Unternehmergeists und spezifischer Zielgruppen;
. Unternehmenskultur und Unternehmergeist;
. Handwerksbetriebe, Klein- und Mikrounternehmen;
. Handels- und Vertriebsunternehmen;
. Frauen und Jungunternehmer; Unternehmen, die unter der Leitung benachteiligter Gruppen stehen;

Verbesserung der Instrumente der KMU-Politik:

- Beratung der die KMU und handwerkliche Betriebe vertretenden Organisationen auf europäischer Ebene, wenn sie betreffende Politiken beschlossen oder entschieden werden;

- Verbesserung der Statistik über KMU ohne neue Bürden für Unternehmen; ein europäisches Observatorium für KMU; Studien und Datenbanken über KMU-politische Maßnahmen;



- Auswertung laufender Aktionen auf der Basis von Effizienzkriterien und Entwicklung von Vorschlägen für neue gemeinschaftliche Maßnahmen auf Gebieten, die die Unternehmer betreffen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des dritten mehrjährigen Programms für KMU zuständig. Dabei wir sie durch einen beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und unter Leitung eines Vertreters der Kommission steht.

Für die Durchführung der Aktionen dieses Programms wurde ein indikativer Haushaltsrahmen von 127 Mio. ECU eingestellt; darin sind die Haushalte für den Einsatz aller einzelnen Dienste, Initiativen und Aktionen des Programms mit eingeschlossen, d.h. die EIC, das BC-Net und BRE-Partnersuchen, das INTERPRISE-Programm, usw.). Im allgemeinen ist es der Kommission möglich, Zuschüsse für die Kofinanzierung mit anderen Gebern aus dem öffentlichen und/oder privaten Sektor zu gewähren (mehr als 60% der beantragten Kredite). Finanzielle Unterstützung steht auch für Studien, Ausbildungskurse, die Unterhaltskosten von Geräten, für Informatzionsaktivitäten usw. zur Verfügung.

Das Programm steht auch den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums offen (EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen und Liechtenstein), sowie denjenigen mittel- und osteuropäischen Ländern, die Assoziationsverträge mit der Gemeinschaft abgeschlossen haben (jedoch nur nach den Bedingungen der Zusatzprotokolle zu den Verträgen über die Teilnahme an gemeinschaftlichen Programmen). Zypern und Malta sind ebenfalls Nutznießer dieser Programme aufgrund der zusätzlich hierfür eingestellten Mittel und unter Anwendung der gleichen Regeln, die für die EFTA-Länder gelten.

Über die Durchführung des Programms sind einmal im Jahre Zwischenberichte zu verfassen und von der Kommission dem obengenannten beratenden Ausschuß zu unterbreiten. Nach Abschluß des Programms hat die Kommission die Pflicht, einen externen Bericht über die Durchführung der Entschließung in Auftrag zu geben. In diesen sind eine Bestimmung des Kosten-Nutzen-Effekts und Vorschläge mit einzubeziehen, die die Kommission aufgrund der externen Auswertung für angebracht hält. Zusätzlich hat die Kommission die Pflicht, über den Fortschritt bei der Einbeziehung der "KMU-Dimension" in alle gemeinschaftlichen Strategien und Programme regelmäßig Bericht zu erstatten.
Datensatznummer: 596 / Zuletzt geändert am: 2001-04-27
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