Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Zur klareren Festlegung von Forschungsprioritäten in engerer Beratung mit allen betroffenen Anwendern, einschließlich der KMU und den Benutzern der Ergebnisse bei stärkerer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse; Zur Gewährleistung der effizienteren Koordination der in den FTE-Rahmenprogrammen verfügbaren Mitteln und ihrer Ausrichtung auf die festgelegten Prioritäten sowie zur effizienteren Koordination der nationalen Aktivitäten in diesem Bereich.

Kurzbeschreibung

Im Juni 1995 richtete die Kommission die erste der Task Forces für Forschung/Industrie ein, mit dem Ziel, die europäische Forschung und technologische Entwicklung in mehreren eindeutig festgelegten, strategischen Bereichen zu beleben. Gegründet auf Initiative der Kommissionsmitglieder Cresson (Forschung, allgemeine und berufliche Bildung), Bangemann (Industrie, Telekommunikation und Informationstechnologie) und Kinnock (Verkehr) zielen die ursprünglichen Task Force auf folgende sechs Prioritätsbereiche ab:

- Das Auto der Zukunft;
- Lernprogramme und Multimedia;
- Die neue Generation von Flugzeugen;
-Impfstoffe und Viruserkrankungen;
- Züge und Schienenverkehr der Zukunft;
-Intermodaler Verkehr.

Das Grundprinzip hinter den Task Forces soll der Beseitigung der gegenwärtigen Situation dienen, in welcher nur 13% der öffentlichen Forschungsmitteln an Forschungsprojekten mit europäischer Zusammenarbeit gehen, wogegen 87% für eindeutig nationale Forschungsvorhaben vorgesehen sind.

Nach Bewertung der Lage in ihrem jeweiligen Interessenbereich und der Erstellung eines Verzeichnisses der fortlaufenden Aktivitäten auf Gemeinschaftsebene sowie auf nationaler Ebene, ist jede Task Force verantwortlich für:

- Die Festlegung von Forschungsprioritäten unter Beratung der verschiedenen sozioökonomischen Akteuren;
- Die Verstärkung der Koordination zwischen den Forschungsvorhaben in jedem Bereich (auf privater sowie auf öffentlicher Ebene) in den einzelnen Mitgliedstaaten und innerhalb des Rahmenprogramms der relevanten Programme der Europäischen Union, insbesondere für die Forschungsvorhaben unter dem FTE-Rahmenprogramm;
- Die Belebung einer innovationsfreundlichen Umwelt.

Seit Juni 1995 wurden zwei weitere Task Forces geschaffen; die eine bezieht sich auf maritime Systeme der Zukunft, und die vorliegende Task Force "Umwelt-Wasser" wurde im März 1995 auf Initiative der Kommissionsmitglieder Cresson, Bangemann und Bjerregaard (Umwelt und nukleare Sicherheit) gebildet.

Die der Task Force "Umwelt-Wasser" zugrundeliegende Aufgabe ist, die Festigung der Positionen der europäischen Technologie und der Dienstleistungsbetriebe im Wasserbereich, einen Beitrag zu der Verringerung der bedeutenden Disparitäten (durch Forschung und Technologietransfer) zwischen den Betreibern und den Gebieten der Gemeinschaft zu leisten und zu gewährleisten, daß die europäischen Betreiber gut placiert sind, um von dem erwartungsgemäßen Wachstum des weltweiten Marktes bei Dienstleistungen und den Ausrüstungen im Wasserbereich angemessen zu profitieren. Erwartungsgemäß wird sich dieser Markt in den nächsten 15 Jahren verdoppeln.

Die Task Force konzentriert sich vorrangig auf die für die Wasserversorgung spezifische Forschung und Technologie, und zwar hinsichtlich der vier von der Task Force festgelegten Prioritätsbereiche: "Kampf gegen Verschmutzung"; "Rationaler Wasserverbrauch (Nachfrage-Management)"; "Kampf gegen Wasserknappheit"; und "Krisenverhinderung und -management". Die innerhalb dieser Bereiche zu verfolgenden Aktivitäten(für ausführliche Angaben siehe den "Unterabschnitt" der vorliegenden Aufzeichnungen) schließen ein:

- Gezielte Grundlagenforschung;
- Industrielle und pränormative Forschung;
- Entwicklung von Überwachungs- und Unterstützungssystemen bei Entscheidungsprozessen;
- Innovationen im Technologie- und Managementbereich;
- Die Verbreitung von Wissen und Know-How.
%Ziel ist, eine Verbesserung der Koordination der verschiedenen Aktivitäten auf europäischer Ebene und auf Ebene des Mitgliedstaats sowie ein besserer Einsatz der europäischen Forschung zur Erzielung optimaler Ergebnisse.

In dieser Hinsicht sind Verbindungen zwischen den relevanten Forschungsprogrammen der Gemeinschaft in den Bereichen (Umwelt, industrielle und materielle Technologien, Vermessungen und Testverfahren, Telematik, Landwirtschaft und Landwirtschaftsindustrie, Energie und gezielte sozioökonomische Forschung) und den regionalen, nationalen und internationalen Programmen sowie dem privaten Forschungsbereich zu schaffen.

Es sind ebenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der Verbindungen zwischen der Forschung und anderen Aktionen zu schaffen, die die Wasserpolitik in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, die Umwelt betreffender und industrieller Hinsicht beeinflussen. Auch ist zu berücksichtigen, daß die zahlreichen Produkt- und Verfahrensinnovationen in landwirtschaftlichen und industriellen Bereichen einen potentiellen Beitrag zur Lösung der Wasserprobleme leisten können (Trockenheit resistente Pflanzen, der Ersatz von Produkten oder Verfahren in der Chemie- und Textilindustrie).

Unterteilung

Vier Aktionsbereiche:

- Die Bekämpfung der Wasserverschmutzung:
Die Aktivitäten sollen dazu beitragen, verschiedene Akteure (Gesetzgeber, Industrie, Lokalbehörden, öffentliche Gesundheitsbehörden, Verbraucherorganisationen) mit dem "Spezifischen Wissen" zur Orientierung ihrer Aktionen im Kampf gegen die Verschmutzung auszustatten. Weitere von der Task Force zu ergreifende Maßnahmen betreffen die Entwicklung von Methoden und Technologien zur Wasserversorgung, Abwasseraufbereitung und die Beseitigung von verseuchten Geländen. Besonders hervorzuheben sind:
. Die Anpassung von Aufbereitungstechnologien an spezifische Bedürfnisse (wie besonders problematische Schadstoffe, die Bewertung von aktiviertem Bodensatz, die Anpassung an sozio-technische Einschränkungen in kleinen vorstädtischen und ländlichen Einheiten);
. Verstärkung der gemeinsamen Forschung bei bestimmten bedeutenden Technologien (Membrane, Absorption, Oxydierung, biologische Verfahren, Sensoren und Verfahrenskontrollen usw.);
. Entwicklung von Behandlungsmethoden für Multi-Schadstoffe

- Den rationellen Gebrauch von Wasser (einschließlich der Wasseraufbereitung):
Die Prioritätsaktionen unter dieser Überschrift sind:
. Die Förderung der Wiederbenutzung sowie Wasseraufbereitung in den verschiedenen landwirtschaftlichen und industriellen Bereichen (insbesondere Bewässerung und Kühlung) durch die Entwicklung von Normen für die Wiederbenutzung, die Verbesserung von Techniken zur Wasseraufbereitung vor Ort und die Abwasserspeicherung sowie durch Kampagnen zur Förderung des Problembewußtseins;
. Die Entwicklung von wasserkonservierenden Bewässerungsmethoden durch bessere Bewässerungspläne (Vermessungsausrüstungen, Informations- und Kontrollsysteme) sowie eine Verbesserung der Bewässerungstechniken;
. Förderung der Wasserkonservierung in der Industrie mittels Techniken zur Erschließung von Alternativen für Kühlwasser, Lösungsmittel oder Regenwasser sowie durch die Entwicklung von besseren Instrumenten zum effizienteren Wasserverbrauch und für Managementmethoden;
. Verringerung von Verlusten beim Verteilungsnetzwerk durch die Verbesserung von Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung undichter Stellen sowie ihrer Aufdeckung und Reparatur;
. Durchführung von wirtschaftlichen Maßnahmen als Anreiz für den Benutzer den Wasserverbrauch einzuschränken.

- Der Kampf gegen Wasserknappheit:
Mögliche Forschungsgebiete schließen u.a. ein:
. Methoden zur Beurteilung der Auswirkung der verschiedenen Managementoptionen (Veränderungen bei der Landbewirtschaftung, Transfer zwischen Wasserschichten usw.) auf die Umwelt;
. Methoden für Prognose, Planung und Verwaltung des Wasserangebots und der -nachfrage (Landmanagementpläne entsprechend dem fortlaufenden Management von Wasserressourcen, der Entwicklung von finanziellen und institutionellen Anreizen usw.);
. Verringerung von strukturellen Disparitäten und der manchmal unangemessenen Aufsplitterung von Verantwortung sowie der daraus resultierenden Ineffizienz.

Bezüglich der Diversifizierung der Versorgungsressourcen beabsichtigt die Task Force die folgende Entwicklung:
. Techniken zur Sammlung von Regen- und abfließendem Wasser, insbesondere durch die künstliche Nachfüllung von Wasserschichten;
. Ausweitung der Entsalzungstechnologie (Verbesserung der Leistungsfähigkeit, Senkung von Investitionen und Betriebskosten), wobei besonders die Möglichkeiten einer Verbindung zwischen Entsalzung und der Nutzung alternativer Energiequellen zu berücksichtigen ist;
. Untersuchungen zur möglichen Nutzung von Karst-Wasserschichten.

-Krisenverhinderung und -Management:
Forschung mit dem Ziel extreme Vorfälle vorauszusehen und zu verhindern (wie eine plötzlich auftretende und außergewöhnliche Verschmutzung, Überschwemmungen und schwerwiegende Trockenheit) sowie die Verbesserung der Kapazitäten für solche Vorfälle. Die unter diesem Titel zusammengefaßten Aktivitäten schließen ein:
. Die Einrichtung von präventiven Praktiken sowie die Erweiterung der Kenntnisse zu den Ursachen und Auswirkungen von solchen Katastrophen;
. Entwicklung von Prognose- und Managementinstrumenten, insbesondere von Warnsystemen, durch die ein schnelles Eingreifen ermöglicht wird;
. Entwicklung von Notfallsystemen für die Absicherung der Wasserversorgung der betroffenen Bevölkerung.

Ausführung

Die Task Force "Umwelt-Wasser" ist zunächst für die Verbreitung der konzertierten Aktionen bei den relevanten Stellen der Kommission und den relevanten europäischen Akteuren: Unternehmen, Wasserversorgungs- und Aufbereitungsbetriebe, spezialisierte Forschungszentren, Benutzern, regionalen und nationalen Behörden usw. zuständig. Ziel solch einer ausführlichen konzertierten Aktion ist die Identifizierung und Festlegung von vorrangigen Ausrichtungen innerhalb der vier von der Task Force erschlossenen Bereichen (siehe den Abschnitt "Unterpunkte" in diesen Aufzeichnungen). Bei der Auswahl der Prioritätsbereiche sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

- Fortlaufende Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen;
-Bedeutung und Dringlichkeit der verschiedenen Probleme;
- Die von der Wissenschaft und Technologie aufgezeichneten Perspektiven;
- Marktmöglichkeiten;
- Die wettbewerbsfähige Position Europas;
- Das Potential zur Ausnutzung der Forschungsergebnisse.

Zur Koordination und Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in Forschung und Innovation auf lokaler, regionaler, europäischer, und gegebenenfalls internationaler Ebene ist ein Referenz-Rahmen zu erstellen. Wie bereits anderswo erwähnt sollen diese Maßnahmen zum Zusammenschluß bei der Schaffung von Synergien zwischen den Aktionen der verschiedenen gemeinschaftlichen, nationalen und regionalen Programme sowie von Forschungen in Verbindung mit dem EUREKA-Rahmenprogramm oder der Industrie beitragen.

Zur Verwirklichung dieser Ziele sind verschiedene Gegebenheiten zu berücksichtigen u.a.:

- Die Koordination zwischen nationalen und gemeinschaftlichen Forschungsprogrammen;
- Die Einrichtung von industrieller Zusammenarbeit;
- Die Förderung von neuen Forschungsvorhaben;
- Die Durchführung von neuen Forschungsvorhaben;
- Die Durchführung von Pilot- und Demonstrationsprojekten.

Inbesondere sind auch wichtige Begleitmaßnahmen in den Bereichen wie Schulung und Technologietransfer zu berücksichtigen.

LDie Task Forces verwalten und finanzieren gegenwärtig die Projekte nicht selber; sie können jedoch den Inhalt von ausstehenden Anträgen zu Vorschlägen unter dem Vierten Rahmenprogramm und die Struktur sowie den Inhalt des Fünften Rahmenprogramms beeinflussen. Die Task Forces können sich auch auf verschiedene Bestimmungen im Absatz unter dem Titel Forschung & Entwicklung im Vertrag zur Europäischen Union beziehen: Artikel 130k enthält die Bewilligung zur Erstellung von zusätzlichen F&E-Programmen mit der Teilnahme von nur einigen bestimmten Mitgliedstaaten, Artikel 130l sieht eine gemeinsame Teilnahme bei von mehreren Mitgliedstaaten verfolgten F&E-Programmen vor oder Artikel 130n, gemäß welchem innerhalb der Gemeinschaft gemeinsame Projekte für Forschungszwecke zugelassen sind.

Fachgebiete

Umweltschutz
Datensatznummer: 601 / Zuletzt geändert am: 1998-05-05