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  • Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen: "Beschäftigung - INTEGRA" (Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für gefährdete Gruppen), 1996-1999

Programmfinanzierung

EUR 385 million

Referenz zum Amtsblatt

C 200 von 1996-07-10
Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für gefährdete Gruppen, die sich vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt sehen.

Kurzbeschreibung

Auf ihrer Sitzung vom 8. Mai 1996 beschloß die Kommission, einen vierten Aktionsbereich für die "Beschäftigung"-Initiative zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für gefährdete Gruppen einzurichten. Die anderen drei Aktionsbereiche sind "Beschäftigung - NOW" (Förderung der Chancengleichheit für Frauen), "Beschäftigung - HORIZON" (Verbesserung der Beschäftigungsaussichten für Behinderte) und "Beschäftigung - YOUTHSTART" (Förderung der Eingliederung der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt.

Das INTEGRA-Programm fördert Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für Personen, die sich vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt sehen. Zielgruppe sind gefährdete Personen, die auf dem Arbeitsmarkt erheblich benachteiligt sind, weil ihre allgemeine oder berufliche Bildung oder auch die Berufserfahrung unzureichend sind, und die umfassende Unterstützung für eine wirksame soziale und wirtschaftliche Eingliederung oder Wiedereingliederung benötigen.

Besonders berücksichtigt werden Aktionen, die sich auf die besonderen Bedürfnisse von Migranten, Flüchtlingen und ähnlich gefährdeten Gruppen konzentrieren. Stärker betont werden auch Aktionen, die sich auf benachteiligte städtische Ballungsräume konzentrieren, wo lokale Bemühungen um die Belebung nachbarschaftlicher Gemeinschaften mit Beschäftigungsinitiativen kombiniert werden können.

Unterteilung

Förderfähige Maßnahmen:

- Entwicklung geeigneter Modelle, insbesondere im Wege transnationaler Kooperation, zur Verbesserung des Zugangs und der Qualität des Angebots der gesamten Bandbreite öffentlicher Dienstleistungen für gefährdete Gruppen und benachteiligte Personen sowie zur Entwicklung von lokalen Kapazitäten und Ansätzen für die Qualifizierung und umfassende Integration dieser Zielgruppen, einschließlich:
. Förderung der Einrichtung oder Weiterentwicklung geeigneter Beratungsdienste und lokaler Stellen zur Arbeitsplatzbeschaffung für benachteiligte Personen, insbesondere in Sektoren, in denen das Potential für Beschäftigungswachstum hoch erscheint;
. berufliche Eingliederung benachteiligter Personen mit Hilfe von lokalen Infrastrukturen, Informationen, Beratung und Entwicklung von Diensten;
. Unterstützung der Entwicklung integrierter lokaler Dienstleistungen für gefährdete und benachteiligte Gruppen;
. Unterstützung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zur Sensibilisierung von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes und Sozialpartnern im Hinblick auf die Förderung von Toleranz und Diskriminierungsbekämpfung für den Zugang zum Arbeitsmarkt;
. Unterstützung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zur Vertrauensbildung und zur Befähigung lokaler Gruppen, aktiv am Entscheidungsprozeß teilzunehmen, in Zusammenhang mit Ausbildung und Unterstützung bei Projektentwicklung und -verwaltung, Vermittlung von Management- und Kommunikationsfertigkeiten, Organisation lokaler Aktivitäten und sonstiger Tätigkeiten zur Anregung des Dialogs zwischen Schlüsselakteuren im öffentlichen und privaten Sektor sowie im gemeinnützigen Bereich;
. Unterstützung der Schaffung flexibler Ausbildungs- und Lernsysteme wie Fernlernen und interaktives rechnergestütztes Lernen;
. Stärkung der Kooperation und Interaktion zwischen Berufsschulen, sonstigen Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen im Hinblick auf die Schaffung neuer Formen der beruflichen Bildung, separat oder berufsbegleitend;

. Einrichtung von Betreuungs-/Beratungs- und Vermittlungszentren, einschließlich multifunktionaler Durchgangsstellen, für die Integration von Flüchtlingen;

- Ausbildungsangebote, insbesondere im Rahmen transnationaler Kooperation, einschließlich:
. Vermittlung neuer Fertigkeiten und Qualifikationen für benachteiligte Personen, insbesondere in Bereichen, in denen ein hohes Beschäftigungswachstum zu erwarten ist, sowie im Bereich FTE und Innovation;
. Ausbildung benachteiligter Personen (psychologische und soziale Rehabilitation, vorbereitende Ausbildung, Auffrischung von Grundfertigkeiten, Nachschulung) mit vorangehender und begleitender Bewertung und Beratung;
. Aus- und Weiterbildung von allen in diesem Bereich aktiven Personen, mit dem Ziel, Verständnis und Bewußtsein für Fragen der Integration benachteiligter Personen zu wecken, insbesondere in Bereichen, in denen ein hohes Beschäftigungswachstum zu erwarten ist;

- Arbeitsplatzbeschaffung und Förderung von Unternehmensgründungen, Kooperativen und öffentlich-privaten Partnerschaften, insbesondere auf transnationaler Basis, einschließlich:
. Maßnahmen zur Nutzung vor Ort gegebener Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Beschäftigungsarten mit Hilfe innovativer Ansätze zur Arbeitsorganisation;
. innovative Ansätze zur Verringerung der Arbeitskosten für diejenigen Arbeitgeber, die Arbeitnehmer mit geringer Produktivität beschäftigen;
. finanzielle Förderung von Arbeitsplätzen und neuartigen Beschäftigungssystemen (z.B. geschützte Beschäftigung, Kooperativen);
. Arbeitsplatzbeschaffung zur leichteren Eingliederung in den Arbeitsmarkt und zum Ausgleich möglicher finanzieller Einbußen beim Übergang aus einer geschützten Beschäftigung;
. Unterstützung lokaler Beschäftigungsinitiativen, einschließlich öffentlich-privater Partnerschaften und unter Beteiligung lokaler Organisationen, insbesondere in Bereichen, in denen ein hohes Beschäftigungswachstum zu erwarten ist;

- Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen, einschließlich:
. Förderung einer breitgestreuten Information über Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten in einer Form, die auch benachteiligten Gruppen den Zugang erlaubt;
. Sensibilisierung der Öffentlichkeit, der Sozialpartner und der für allgemeine und berufliche Bildung sowie Beschäftigung zuständigen Stellen im Hinblick auf das Beschäftigungspotential gefährdeter Gruppen und benachteiligter Personen, insbesondere durch Veröffentlichung eines Verhaltenskodexes;
. Entwicklung und Förderung von Netzwerken für gegenseitige Hilfe bzw. Selbsthilfe für gefährdete und benachteiligte Gruppen.

Ausführung

Die Aktivitäten im Rahmen des INTEGRA-Programms werden als Teil der Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und die Entwicklung der Humanressourcen ("Beschäftigung"), 1995-1999, durchgeführt.

Die Aktionen des INTEGRA-Programms werden von den Mitgliedstaaten, der Gemeinschaft und den Unternehmen sowie gegebenenfalls von anderen Organen gemeinsam finanziert. Werden Arbeitnehmer eines Unternehmens an den verschiedenen Operationen beteiligt, finanziert das betreffende Unternehmen einen angemessenen Teil der Kosten. Das Programm gilt für das gesamte Gebiet der Union. Besonders berücksichtigt werden jedoch die Anforderungen der weniger begünstigten Regionen. Eine Reihe von Maßnahmen gilt daher nur für prioritäre Regionen (Ziele 1, 2 und 5b).

Vorschläge für den Aktionsbereich INTEGRA werden von den Mitgliedstaaten in Form von operationellen Progammen oder Globalzuschüssen eingereicht. Entsprechend den Vorschriften der Strukturfonds müssen diese Vorschläge eine allgemeine Beurteilung der Situation unter Angabe der zu erreichenden Ziele beinhalten und einen Zeitplan sowie Kriterien und Verfahren für die Durchführung, Überwachung und Bewertung der Maßnahmen enthalten. Die Vorschläge der Mitgliedstaaten werden von der Kommission genehmigt.

Die Gemeinschaft unterstützt ausgewählte Vorschläge im Rahmen der "Beschäftigung"-Initiative in Form von Zuschüssen aus einem Haushalt in Höhe von 1,835 Milliarden ECU, wovon 385 Millionen ECU für die Durchführung der Aktionen des INTEGRA-Programms bestimmt sind.

Die Aufteilung der Mittel zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen dieser Initiative richtet sich nach der relativen Schwere der strukturellen Probleme, wobei insbesondere die jeweiligen Arbeitslosenzahlen berücksichtigt werden, sowie nach der Qualität der eingereichten Vorschläge für operationelle Programme oder Globalzuschüsse. Zur Förderung von transnationalen operationellen Programmen können zwei oder mehr Mitgliedstaaten auf eigene Initiative oder auf Aufforderung der Kommission einen einzigen gemeinsamen Antrag auf Unterstützung einreichen.

Die technische Unterstützung im Rahmen des Programms kann die Verbreitung von Informationen und andere Sensibilisierungsaktionen, die Bereitstellung von Beratungs- und Sachverständigendiensten, die Schaffung oder Entwicklung gemeinschaftsweiter Netze zur Erleichterung von Innovationen und transnationaler Zusammenarbeit, die Entwicklung und gemeinsame Nutzung von Datenbanken für Ausbildungsfragen und Arbeitsverwaltungen sowie sonstige Aspekte der Arbeitsmarktorganisation usw. umfassen.

In jedem Mitgliedstaat übernimmt ein Begleitausschuß die Verantwortung für die Durchführung der Initiative. Im Verlauf und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Die Kommission wird die von den Mitgliedstaaten in ihren Vorschlägen angegebenen Ziele als Maßstab für die Bewertung des Fortschritts zugrunde legen. Das Europäische Parlament, der Lenkungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die einzelstaatlichen Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse dieser Bewertungen und die entsprechenden Folgemaßnahmen informiert.
Datensatznummer: 610 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07