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Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

FP3-JOULE 2

Referenz zum Amtsblatt

L 334 von 1994-12-22

Rechtsrahmen

94/806/CE von 1994-11-23
Verbesserung der Energieversorgungssicherheit durch Gewährleistung nachhaltiger, zuverlässiger, erschwinglicher Energiedienstleistungen zu angemessenen Bedingungen; Reduzierung der Wirkung auf die Erzeugung und Nutzung von Energie, insbesondere die CO2-Emission; und Stärkung der technologischen Basis der Energieindustrie.

Kurzbeschreibung

JOULE befaßt sich mit FuE-Aktivitäten des nichtnuklearen Energieprogramms, während sich THERMIE mit Demonstrationsaktivitäten befaßt.

Energiebezogene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten unterteilen sich in vier Hauptgebiete:

Gebiet 1: Energie-FTE-Strategie: Entwicklung einer globalen europäischen Energie-FTE-Strategie, die alle energiebezogenen Dimensionen integriert (d.h. Umwelt, wirtschaftliche Entwicklung usw.).

Gebiet 2: Rationelle Energienutzung: Reduzierung des Energieverbrauchs und Förderung der Marktpenetration innovativer, effizienter und sauberer Technologien in Gebäuden, in der Industrie und im Verkehr.

Gebiet 3: Erneuerbare Energien: Förderung der Einführung erneuerbarer Energien (Biomasse und Abfälle, Windenergie, Sonnenenergie usw.) in das Energiesystem.

Gebiet 4: Fossilbrennstoffe: Reduzierung von Emissionen und Steigerung des Wirkungsgrades bei der Umwandlung und Nutzung von Fossilbrennstoffen.

Unterteilung

Fünf Gebiete:

- Energie-FTE-Strategien:
Entwicklung einer globalen europäischen Energie-FTE-Strategie unter Integration aller energiebezogenen Dimensionen, insbesondere eine Umwelt- und wirtschaftliche Entwicklung auf lokaler und regionaler Ebene sowie weltweit:
. Globale Analyse der strategischen Energie-FTE-Optionen;
. Sozioökonomische Forschung für Energie;
. Modellierung (Herstellung und Anwendung einer neuen Generation von makro- und mikroökonomischen Modellen, deren Entwicklung während des dritten Rahmenprogramms begann);
. Energie-Umwelt-Wirtschaftsforum (zur Förderung des Dialogs zwischen den an der Forschung, in der Industrie oder auf politischer Ebene beteiligten Akteuren);
. Synergien (Entwicklung eines besseren Verständnisses für die Energie-FTE-Strategien der Mitgliedstaaten und Identifikation entsprechender Synergien zwischen gemeinschaftlichen und einzelstaatlichen Aktivitäten);
. Förderung von Technologien (durch die wirksame Verbreitung von FTE-Ergebnissen und die Einleitung von Schulungsprogrammen unter Anwendung neuer Technologien);

- Rationelle Energienutzung (REN):
Aktionen konzentrieren sich auf die Energiebedarfsseite und stellen auf die Senkung des Energieverbrauchs und Förderung der Marktpenetration innovativer, effizienter und sauberer Technologien ab:
. Rationelle Energienutzung in Gebäuden;
. Rationelle Energienutzung in der Industrie;
. Energieindustrie und Brennstoffzellen;
. Rationelle Energienutzung im Verkehr;

-Erneuerbare Energiequellen:
Ermöglichung und Förderung der Einführung erneuerbarer Energiequellen in das Energiesystem, wo diese aus der Sicht des Umweltschutzes, der CO2-Emissionen und der langfristigen Versorgungssicherheit wesentliche Vorteile bieten; neue Initiativen zur Verbesserung der sozioökonomischen Integration erneuerbarer Energiequellen werden ebenfalls unterstützt:
. Identifikation erneuerbarer Energiequellen;
. Fotovoltaische Sonnenenergie;
. Erneuerbare Energiequellen in Gebäuden;
. Windenergie;
. Energie aus Biomasse und Abfällen;
. Wasserkraft;
. Geothermische Energie;
. Energiespeicherung und andere Zukunftsoptionen;

- Fossilbrennstoffe:
Die Maßnahmen stellen auf die Reduzierung sämtlicher Emissionen ab sowie auf Steigerung der Effizienz der Umwandlung und Nutzung von Fossilbrennstoffen und der Verbesserung der wirtschaftlichen Durchführbarkeit von Energieumwandlungssystemen auf der Basis von Fossilbrennstoffen:
. Saubere Technologien für feste Brennstoffe;
. Verbrennung im allgemeinen;
. Neue Brennstoffe im Verkehr;
. Kohlenwasserstoffe;

- Verbreitung von Energietechnologien (hauptsächlich THERMIE):
Ergänzung der dritten Aktivität des Vierten Rahmenprogramms. Diese Aktion befaßt sich spezifisch mit der Verbreitung von Energietechnologie.

Ausführung

Die Kommission (GD XII) ist für die Realisierung der FuE-Komponente des spezifischen Programms für nichtnukleare Energie zuständig. Dabei wird sie von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und unter dem Vorsitz eines Vertreters der Kommission steht.

Unterstützung wird für FuE-Projekte auf der Basis von Kostenteilung gewährt, die von Konsortien einschließlich von Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten getragen werden. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft überschreitet gewöhnlich 50 % der Projektkosten nicht.

Eine Finanzierung ist auch für konzertierte Aktionen und thematische Netze möglich. Konzertierte Aktionen stellen auf die Koordinierung von FTE-Projekten ab, die sowohl unter dem gegenwärtigen Programm als auch von anderen öffentlichen oder privaten Organisationen durchgeführt werden. Eine EU-Finanzierung ist für bis zu 100 % der Verwaltungs- und Netzwerkkosten möglich.

Thematische Netze sollen alle Hauptakteure zusammenfassen, die an der Entwicklung spezifischer Energietechnologien, an Ausbildung, Analysen und Entwicklung des Markts beteiligt sind. Eine EU-Finanzierung ist bis zu einer Höhe von 100 % der zusätzlichen akzeptierbaren Kosten möglich.
%lEine Anzahl von Vorbereitungs-, flankierenden und Unterstützungsmaßnahmen wird ebenfalls mit einbezogen, um das Programm wirksamer zu gestalten, womit potentiellen Teilnehmern der Zugang erleichtert und die Wirkung gesteigert wird. Zu diesen Maßnahmen, die nicht immer auf der Basis von Aufforderungen zur Unterbreitung von Vorschlägen verwirklicht werden, zählen u.a.:

- Studien zur Unterstützung des Programms;
- Konferenzen, Seminare, Workshops oder andere wissenschaftliche oder technische Treffen;
- Nutzung externer Sachkenntnisse;
-Wissenschaftliche Veröffentlichungen;
- Ausbildungsaktivitäten;
- Unabhängige Auswertung der Programmverwaltung und der Durchführung einzelner Aktivitäten;

Schließlich wurden technologiefördernde Maßnahmen für KMU eingerichtet, um KMU dazu zu ermutigen, sich stärker an der Entwicklung und Nutzung von Energien zu beteiligen. Es gibt zwei Arten von Maßnahmen:
- Bezuschussung von Vorbereitungen, die es KMU möglich macht, vollständige Forschungsprojekte auszuarbeiten;
- Forschung auf der Basis von Zusammenarbeit, eine Projektart, mit der FuE für KMU gefördert werden soll, die über keine oder keine ausreichenden eigenen FuE-Möglichkeiten verfügen.

Weitere Einzelheiten über die Bezuschussung von Vorarbeiten und FTE-Projekte auf der Basis von Zusammenarbeit finden sich in dieser Datenbank in der Zusammenfassung über die Technologie-Förderungsmaßnahmen von KMU (Programmakronym = TSME C).

Einzelheiten über Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen für FuE-Projekte sowie vollständige Textfassungen der Informationspakete und Arbeitsprogramme finden sich im WWW in der CORDIS-Dokumentebibliothek.

Detailliertere Angaben über die Durchführung der spezifischen Programme auf dem Gebiet der nichtnuklearen Energie finden sich in der Zusammenfassung des JOULE-THERMIE-Programms.
Datensatznummer: 626 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30