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FP5

FP5-EAECJRC C - Von der Gemeinsamen Forschungsstelle durch direkte Aktionen für die Europäische Atomgemeinschaft durchzuführendes spezifisches Programm für Forschung und Ausbildung, 1998-2002

Rahmenprogramm

EAEC-FWP-EAEC 2C

Nachfolgeprogramm

FP6-EURATOM-JRC

Programmfinanzierung

EUR 326 million
Bereitstellung wissenschaftlicher und technischer Unterstützung für die Festlegung, Umsetzung und Überwachung der EU-Politik.

Kurzbeschreibung

Durch die Stellungnahme des Parlaments vom 18. Dezember 1997 und den gemeinsamen Standpunkt des Rates vom 23. März 1998 wurde der Vorschlag der Kommission für das Fünfte FTE-Rahmenprogramm der Gemeinschaft in seinen Grundsätzen bestätigt. Danach sollen die Forschungsarbeiten durch multidisziplinäre Maßnahmen innerhalb thematischer und horizontaler Programme auf die wichtigsten sozioökonomischen Erfordernisse der Union konzentriert werden.

Dieses Dokument umfaßt die Vorschläge der Kommission für die von der Gemeinsamen Forschungsstelle in den Bereichen Forschung und technologische Entwicklung durchzuführenden direkten Aktionen. Die Maßnahmen werden Forschung und wissenschaftlich-technische Unterstützung von institutionellem Charakter beinhalten.

Obwohl das Rahmenprogramm selbst noch nicht verabschiedet wurde, hat die Kommission diese Vorschläge angenommen, um so bald wie möglich tiefgreifende Diskussionen über die spezifischen Programme zu führen, damit sichergestellt wird, daß das Fünfte Rahmenprogramm Anfang 1999 anlaufen kann.

Der Auftrag der GFS besteht darin, nachfrageorientierte wissenschaftlich-technische Unterstützung für die Festlegung, Umsetzung und Überwachung der EU-Politik zu leisten. Die GFS, eine Dienststelle der Europäischen Kommission, dient der Union als Referenzzentrum in Fragen der Wissenschaft und Technologie. Sie befindet sich in nächster Nähe zum Entscheidungsfindungsprozeß und dient damit dem gemeinsamen Interesse der Mitgliedstaaten, ist aber unabhängig von kommerziellen oder nationalen Interessen.

Die Kernenergie liefert immer noch rund ein Drittel der Elektrizität in Europa, und es ist weiterhin Wachsamkeit geboten, damit die herausragende Sicherheitsbilanz Europas aufrechterhalten bleibt, der Verbreitung von Abfällen auch künftig entgegengewirkt und die Behandlung und langfristige Lagerung von Abfällen sachkundig gehandhabt wird. Neue Herausforderungen sind ein Reaktorbestand mit zunehmendem Durchschnittsalter, eine Erweiterung der Union, bei der Länder mit einer anderen Sicherheitskultur hinzukommen werden, und die Anwendung von Sicherungsmaßnahmen auf aus der Abrüstung stammende Materialien.

Unterteilung

Das GFS-Programm bildet einen Teil des Rahmenprogramms, das den in den Artikeln 7 und 8 des Euratom-Vertrags aufgestellten Zielen entspricht. Die Zielgruppe ist Europas wissenschaftliche und industrielle Gemeinschaft und diejenigen, die mit den verschiedenen bereichsspezifischen Maßnahmen der Kommission befaßt sind, in denen die Unterstützung der GFS erforderlich ist.

Das spezifische Programm gruppiert sich um vier Bereiche:

-Kontrollierte Kernfusion. Die Arbeiten der GFS ergänzen die der Mitgliedstaaten und sind wie die Euratom-Assoziationen voll in das Gemeinschaftsvorhaben eingebunden. Die Arbeit der GFS konzentriert sich auf ihre speziellen Fachkenntnisse und Anlagen und betrifft die Materialforschung und erprobung;

- Sicherheit der Kernspaltung. Die GFS unterstützt die Behörden und Industrie bei der Instandhaltung sicherer Kernanlagen und der sicheren Bewirtschaftung des Kernbrennstoffkreislaufs. Sie stellt einzigartige Anlage, bewährtes Know-how und wissenschaftliches Spitzenniveau zur Verfügung und konzentriert sich auf Arbeiten, bei denen sie unbestritten einen Mehrwert bietet. Diese betreffen Forschungsaspekte entlang der folgenden vier Hauptlinien:

. Alterung von Werkstoffen und Bauteilen;

. Untersuchung bestrahlter Brennstoffe im Hinblick auf deren direkte Endlagerung, die Untersuchung des Langzeitverhaltens bei der Zwischen- und Endlagerung sowie Bestimmung der radiotoxischen Gefahren;

. Untersuchung schwerer Unfälle.

-Kernmaterialüberwachung und nukleare Sicherungsmaßnahmen, die auf die folgenden fünf Hauptlinien abzielen:

. Entwicklung und Verbesserung von Meß-, Überwachungs- und Analysetechniken mit Schwerpunkt auf der Automatisierung;

. Entwicklung spezieller Informationstechnologien für die Untersuchung und Aufdeckung von Unstimmigkeiten zwischen Erklärungen und Überprüfungen;

. Beurteilung bestimmter Konzepte im Hinblick auf die Überwachung von Spaltmaterial;

. Entwicklung von Analysetechniken für die Bekämpfung des illegalen Handels mit radioaktiven Stoffen und Ablagerungen radioaktiver Stoffe;

. Ausbildung von Inspektoren auf dem Gebiet der neuen Technologien.

-Stillegung veralteter Kernanlagen und Entsorgung von Abfällen. Fortsetzung und Ausbau von Arbeiten über die Stillegung und den Rückbau von für kerntechnische Tätigkeiten genutzte Anlagen, die seit geraumer Zeit nicht mehr in Betrieb sind und allmählich veralten.

Ausführung

Das Programm wird während des Zeitraums 1998-2002 durchgeführt.

Die Kommission ist verantwortlich für die Umsetzung des Programms, das von der GFS durchzuführen ist. Sie wird ein Arbeitsprogramm und einen Zeitplan für die Umsetzung des Programms auf der Grundlage der in den Vorschlägen aufgestellten wissenschaftlichen Ziele und Inhalte erstellen. Sie wird dabei durch den Aufsichtsrat der GFS unterstützt.

Die FTE-Tätigkeiten der GFS werden in den entsprechenden Institutionen und durch 'direkte FTE-Tätigkeiten' institutionelle Forschung, wissenschaftliche und technische Unterstützungstätigkeiten und begleitende Maßnahmen umgesetzt, die vollständige durch eigene Ressourcen der Gemeinschaft finanziert werden. Die direkten Tätigkeiten werden auf der Grundlage der folgenden spezifischen Regeln umgesetzt:

- Bei ihren Tätigkeiten beteiligt sich die GFS an Netzwerken von öffentlichen und privaten Labors in den Mitgliedstaaten bzw. an europäischen Forschungskonsortien oder organisiert solche Netzwerke bzw. Konsortien, sofern dies angemessen und durchführbar ist. Besondere Beachtung findet dabei die Zusammenarbeit mit der Industrie, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen und mit Forschungslabors und instituten in den mittel- und osteuropäischen Ländern der früheren Sowjetunion. Die bei der Durchführung der Projekte gewonnenen Erkenntnisse werden durch die GFS verbreitet. Ferner können Forschungseinrichtungen in Drittstaaten an wissenschaftlicher und technischer Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und den betreffenden Drittstaaten mitwirken;

- Die begleitenden Maßnahmen beinhalten:

. die Organisation des Aufenthalts von Stipendiaten, Gastwissenschaftlern und abgeordneten Experten in den Instituten der GFS;

. die Organisation der Abordnung wissenschaftlicher Mitarbeiter der GFS in nationale Labors, Industrielabors und Hochschulen;

. Fachausbildung zur Unterstützung der Ausführung oder Umsetzung der europäischen Politik mit Betonung der Multidisziplinarität;

. einen systematischen Informationsaustausch, unter anderem durch die Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Kolloquien sowie durch wissenschaftliche Veröffentlichungen;

. die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Ausführung von Projekten und Programmen.

Die GFS wählt ihre Maßnahmen anhand der Relevanz für die EU-Politik und der Subsidiarität aus das heißt, die Forschung muß zu einem Gebiet gehören, in dem das Tätigwerden der EU zweckmäßig ist, und es sollte sinnvoll sein, daß dies über die GFS erfolgt. Sie wird in Bereichen wie grenzüberschreitende Fragen, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfungsmaßnahmen tätig, wo ihr einzigartiger europaübergreifender Charakter einen Mehrwert schafft.

Bemerkungen

Das Programmakronym wurde von CORDIS für das interne Management seiner Datenbanken erstellt. Zur Zeit liegen keine offiziellen Akronyme für die spezifischen Programme des Fünften Rahmenprogramms vor.
Datensatznummer: 648 / Zuletzt geändert am: 2003-09-30