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Förderung der Entwicklung der Hochschulsysteme in den Neuen Unabhängigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion und in der Mongolei mit Hilfe einer möglichst ausgewogenen Zusammenarbeit mit den Partnern aller Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und gemäß den Leitlinien und allgemeinen Zielen der PHARE- und TACIS-Programme für die wirtschaftliche und soziale Reform.

Kurzbeschreibung

Die mittel- und osteuropäischen Länder, die Neuen Unabhängigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion und die Mongolei, die für eine Förderung durch die PHARE- und TACIS-Programme in Frage kommen, betrachten Ausbildung, insbesondere die Hochschulbildung, als einen wichtigen Bestandteil der Wirtschafts- und Sozialreform. Das TEMPUS-Programm wurde, unabhängig von den bestehenden Hochschulprogrammen der Gemeinschaft wie LEONARDO DA VINCI oder ERASMUS, in Antwort auf den besonderen Bedarf dieser Länder geschaffen.

TEMPUS leistet erwiesenermaßen nicht nur einen wirksamen Beitrag zum Ausbau der Hochschulstruktur dieser Länder, sondern trägt auch zur Wiederherstellung der Zusammenarbeit zwischen den benachbarten Regionen der Gemeinschaft bei. Der Bewertungsbericht zur zweiten Phase des TEMPUS-Programms bestätigte, daß TEMPUS in der Lage ist, die Diversifizierung des Bildungsangebots und die Zusammenarbeit der Hochschulen zu fördern und somit günstige Voraussetzungen für die wissenschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu schaffen.

Die assoziierten Länder, die einen Beitrittsantrag gestellt und an den Programmen TEMPUS I und II teilgenommen haben, können nun an der Seite der Mitgliedstaaten die förderungsberechtigten Länder, die sich erst später an dem Programm beteiligt haben, bei der Umstrukturierung ihrer Hochschulsysteme unterstützen.

Die förderungsberechtigten Länder sollen durch TEMPUS III vor allem bei der Bewältigung folgender Probleme im Hochschulbereich Unterstützung erhalten:
-Entwicklung und Überarbeitung von Lehrplänen;
- Reform der Hochschulstrukturen und -einrichtungen;
- Entwicklung berufsbezogener Ausbildungsgänge, insbesondere durch bessere und umfassendere Kontakte zur Industrie, um spezielle, im Prozeß der Wirtschaftsreform auftretende Defizite an Hochschulqualifikationen zu beheben.

Im Rahmen von TEMPUS wie auch der obengenannten Gemeinschaftsprogramme umfaßt der Begriff "Hochschule" alle Arten der nach der Sekundarstufe weiterführenden Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen, an denen höhere Abschlüsse oder Diplome erlangt werden können. Die Begriffe "Wirtschaft" und "Unternehmen" beziehen sich auf alle Arten von Wirtschaftstätigkeiten ungeachtet ihrer Rechtsform, ebenso Behörden, unabhängige Wirtschaftsorganisationen, Industrie- und Handelskammern und/oder gleichartige Einrichtungen, Berufsverbände, Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberverbände und Ausbildungseinrichtungen der obengenannten Institutionen und Organisationen.

Unterteilung

Drei Aktionsbereiche:

- Gemeinsame europäische Projekte (GEP):
Beteiligung von mindestens einer Hochschule in einem förderungsberechtigten Land, einer Hochschule in einem Mitgliedstaat und einer Partnereinrichtung (Hochschule oder Unternehmen) in einem anderen Mitgliedstaat. Zuschüsse können im Rahmen der GEP entsprechend dem Bedarf der betreffenden Einrichtungen und entsprechend den festgelegten Prioritäten unter anderem für folgende Tätigkeiten gewährt werden:

. gemeinsame Bildungs- und Berufsbildungsaktionen;
. Maßnahmen zur Reform und Entwicklung des Hochschulwesens und zum Ausbau seiner Kapazitäten;
. Förderung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der Industrie durch gemeinsame Aktionen;
. Ausweitung der Mobilität von Dozenten, Verwaltungskräften an den Hochschulen und von Studenten im Rahmen der GEP;
. Tätigkeiten, die zum Erfolg des GEP beitragen und an denen mindestens zwei förderungsberechtigte Länder beteiligt sind;

-Strukturmaßnahmen und/oder ergänzende Maßnahmen:
Finanzielle Unterstützung (insbesondere technische Hilfe, Seminare, Studien, Veröffentlichungen, Informationstätigkeit) zur Verwirklichung der Programmziele, insbesondere zum Ausbau und zur Umstrukturierung der Hochschulsysteme in den förderungsberechtigten Ländern. Im Rahmen der Strukturmaßnahmen werden Zuschüsse unter anderem mit folgenden Zielsetzungen vergeben:

. Ausweitung und Verbesserung der Kapazitäten, Ausarbeitung einer Strategie und Ausbau der Hochschuleinrichtung auf Universitäts- oder Fakultätsebene;
. Aufstellung eines Hochschulentwicklungsplans in Form von Strukturverträgen, die den Hochschulen den Aufbau internationaler Beziehungen erleichtern;
. Unterstützung der Bekanntmachung von Kooperationsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Zielen von TEMPUS;
. Ausarbeitung einer nationalen Strategie in einem bestimmten förderungsberechtigten Land, um einen konkreten Aspekt der Hochschulbildung weiterzuentwickeln;

- Einzelzuschüsse:
zusätzliche Hilfe in Form von Zuschüssen an Dozenten, Ausbilder, Verwaltungskräfte an Hochschulen, Beamte in leitender Stellung, Bildungsplaner und sonstige Bildungsfachkräfte aus den förderungsberechtigten Ländern oder der Gemeinschaft für Aufenthalte zur Verbesserung der Qualität sowie zum Ausbau und zur Umstrukturierung der Hochschulbildung in den förderungsberechtigten Ländern. Dies kann sich auf folgende Bereiche beziehen:

. Entwicklung von Lehrveranstaltungen und Lehrmaterial;
. Ausbildung von Personal, insbesondere durch Fortbildungsmaßnahmen und Praktika in der Industrie;
. Lehr-/Ausbildungsaufträge;
. Tätigkeiten zum Ausbau der Hochschulbildung;

Ferner Unterstützungsmaßnahmen einschließlich:
- Technische Hilfe einschließlich die Überwachung der Durchführung des Programms;
- Unterstützung für die externe Bewertung des Programms.

Ausführung

Die Kommission führt das Programm gemäß detaillierter, jährlich festzulegender Leitlinien entsprechend den mit den zuständigen Behörden der einzelnen förderungsberechtigten Länder vereinbarten Ziele und Prioritäten durch. Die Ziele und Prioritäten stehen im Einklang mit den allgemeinen Zielen der PHARE- und TACIS-Programme. Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus je zwei Vertretern der einzelnen Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Die Mitglieder des Ausschusses werden von Sachverständigen oder Beratern unterstützt.

Die Kommission gewährleistet die Kohärenz und erforderlichenfalls die Komplementarität mit anderen Aktionen auf Gemeinschaftsebene, sowohl innerhalb der Gemeinschaft als auch im Rahmen der Unterstützung der förderungsberechtigten Länder unter besonderer Berücksichtigung der Tätigkeit der Europäischen Stiftung für Berufsbildung. Die Kommission gewährleistet auch die Koordination mit Aktionen, die von Drittländern oder von Hochschulen und Unternehmen in diesen Ländern durchgeführt werden, wenn sich diese Maßnahmen auf den gleichen Aktionsbereich wie TEMPUS III beziehen, gegebenenfalls einschließlich der Mitwirkung an TEMPUS-III-Projekten. Diese Mitwirkung kann die folgenden Formen annehmen:

-Beteiligung an TEMPUS-III-Projekten mittels gemeinsamer Finanzierung;
- Neugestaltung bilateral finanzierter Austauschmaßnahmen;
- Koordinierung von TEMPUS III mit einzelstaatlichen Initiativen, die auf die gleichen Ziele gerichtet sind, aber getrennt finanziert und durchgeführt werden;
- gegenseitiger Informationsaustausch über alle relevanten Initiativen in diesem Bereich.

Die Kommission arbeitet mit den in jedem förderungsberechtigten Land errichteten Stellen und mit den von den Mitgliedstaaten ernannten Stellen, die für die Koordinierung verantwortlich sind, zusammen.

Die Kommission trifft Vorkehrungen zur regelmäßigen Überwachung und Bewertung des Programms und unterbreitet dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialauschuß und den teilnehmenden Ländern jedes Jahr einen Bericht. Sie unterbreitet vor dem 30. April 2004 einen Zwischenbericht und legt bis zum 30. Juni 2009 einen Schlußbericht vor.

Das Programm betrifft die nichtassoziierten Länder Mittel- und Osteuropas, die nach der Verordnung (EWG) Nr. 3906/89 (PHARE-Programme, Amtsblatt Nr. L 375 vom 23.12.1989), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 2334/92 (Amtsblatt Nr. L 227 vom 11.8.1992), in bezug auf wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen förderungsberechtigt sind, sowie die Neuen Unabhängigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion und die Mongolei, die in der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 1279/96 (TACIS-Programm, Amtsblatt Nr. L 201 vom 24.7.1991) erfaßt sind.
Datensatznummer: 654 / Zuletzt geändert am: 2013-08-20