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Programmfinanzierung

EUR 236,5 million
Das Programm "Kultur 2000" richtet sich auf die Förderung von Dialog und gemeinsamem Wissen über die Kultur und die Geschichte der europäischen Völker; die Förderung von Kreativität und der internationalen Verbreitung von Kultur sowie der Bewegung von Künstlern, Schöpfern und anderen kulturellen Unternehmern und Experten sowie von deren Werken; die Betonung der kulturellen Vielfalt und der Entwicklung neuer Ausdrucksformen; die Teilung des gemeinsamen Kulturerbes und die Verbesserung des Zugangs zur und der Beteiligung an der Kultur; die Berücksichtigung der Rolle der Kultur für die sozioökonomische Entwicklung sowie deren Anerkennung als wirtschaftlicher Faktor und als Faktor bei der sozialen Integration.

Kurzbeschreibung

Kultur 2000 ist das erste Europäische Rahmenprogramm zur Kulturförderung und bildet ein einziges Finanzierungs- und Programmierungsinstrument für die kulturelle Zusammenarbeit mit Hinblick auf die Einbeziehung kultureller Aspekte in die Gemeinschaftspolitik.
Das Programm stellt einen neuen Ansatz im Bereich der Kultur dar und löst die drei früheren kulturellen Programme KALEIDOSKOP, ARIANE and RAPHAEL ab. Kultur 2000 liefert der Europäischen Union einen Überblick über die Zielstellungen im Bereich Kultur und beschreibt, wie diese Ziele erreicht werden.

Die wichtigsten Aufgabenbereiche von Kultur 2000 umfassen:
- einen rechtlichen Rahmen, der sich durch die Förderung der kulturellen Vielfalt, den Ansporn der Kreativität und kulturellen Entwicklung sowie die Unterstützung der kulturellen Zusammenarbeit und des kulturellen Austauschs günstig auf die Kultur auswirkt;
- eine kulturelle Reichweite zur Unterstützung der Politik in Form der Sicherung der kulturellen Entwicklung und Planung durch andere Instrumente (z.B. FTE-Rahmenprogramme der Gemeinschaft) und Gewährleistung der angemessenen Möglichkeiten für Schulung und Wissensverbreitung;
- Integration der Kultur in die auswärtigen Beziehungen der Gemeinschaft durch die Förderung der Achtung für die kulturelle Vielfalt, durch den Ansporn der kulturellen Entfaltung in Entwicklungsländern und durch die Eröffnung der kulturellen Programme für die Beteiligung von Bewerberländern.

Das Programm Kultur 2000 sollte eigentlich am 31. Dezember 2004 enden. Es wurde aber in gleicher Form für die Jahre 2005 und 2006 verlängert.

Unterteilung

Im Rahmen des Programms Kultur 2000 werden drei Arten von Maßnahmen durchgeführt:
- spezifische innovative bzw. experimentelle Maßnahmen;
- integrierte Maßnahmen, die von strukturierten, mehrjährigen kulturellen Kooperationsverträgen abgedeckt werden;
- spezielle kulturelle Ereignisse mit europäischer bzw. internationaler Reichweite.

Die Maßnahmen, Aktionen und deren Implemtierungsbestimmungen sind entweder vertikal (betreffen einen kulturellen Bereich) oder horizontal (beziehen sich auf mehrere kulturelle Bereiche).

1. Spezifische innovative bzw. experimentelle Maßnahmen
Diese Maßnahmen sollten innovativ bzw. experimentell sein und sich in erster Linie auf Folgendes richten:
- Konzentration auf die Vereinfachung des Zugangs zur Kultur und auf eine breitere kulturelle Beteiligung;
- Asporn des Auftauchen und der Verbreitung neuer Ausdrucksformen innerhalb und entlang der traditionellen Kulturbereiche;
- Unterstützung von Projekten, die sich auf die Verbesserung des Zugangs zu Büchern sowie zu in diesem Bereich tätigen Lese- und Schulungsexperten richten;
- Förderung von Kooperationsprojekten, die sich auf die Erhaltung, Teilung, Betonung und Sicherung des gemeinsamen europäischen Kulturerbes richten;
- Unterstützung der Schaffung von Multimedia-Produkten, die eigens auf die Erfüllung der Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen zugeschnitten sind;
- Förderung von Initiativen, Diskussionen und der Zusammenarbeit zwischen kulturellen und sozio-kulturellen Unternehmern, die auf dem Gebiet der sozialen Integration arbeiten;
- Unterstützung des interkulturellen Dialogs und gegenseitigen Austauschs zwischen Europa und anderen Kulturen;
- Förderung der Verbreitung direkter Kulturveranstaltungen mit Hilfe der neuen Technologien der Informationsgesellschaft.

2. Integrierte Maßnahmen, die von strukturierten, mehrjährigen und internationalen kulturellen Kooperationsverträgen abgedeckt werden
Die Kooperationsverträge umfassen einige oder alle der folgenden Maßnahmen:
- Produktion und Zirkulation kultureller Werke und Veranstaltungen in der Europäischen Union;
- Mobilität von Künstlern, Schöpfern und anderen kulturellen Unternehmern;
- weitere Schulung für Experten im Kulturbereich und Erfahrungsaustausch sowohl in akademischer als auch in praktischer Hinsicht;
- Erweiterung der europäischen Kulturschauplätze und Denkmäler, um die Aufmerksamkeit auf die europäische Kultur zu lenken;
- Forschungsprojekte, Kampgagnen zur Steigerung des öffentlichen Bewusstseins, Maßnahmen für Schulung und die Verbreitung von Wissen, Seminare, Kongresse, Versammlungen zu kulturellen Themen von europäischem Interesse;
- Nutzung neuer Technologien;
- Projekte, die sich auf die Betonung der kulturellen Vielfalt und Mehrsprachigeit richten und das gegenseitige Bewusstsein für Geschichte, Ursprünge, gemeinsame kulturelle Werte der europäischen Völker und deren gemeinsames Kulturerbe steigern.

3. Spezielle Kulturveranstaltungen mit europäischer bzw. internationaler Reichweite
Diese Veranstaltungen unterstützen die Steigerung des Gefühls der europäischen Völker, zur selben Gemeinschaft zu gehören, und lässt sie sich der kulturellen Vielfalt der Mitgliedsstaaten bewusst werden. Die Veranstaltungen umfassen insbesondere:
- die Europäische Kulturhauptstadt und den Europäischen Kulturmonat;
- die Organisation von Symposien, um die Frage nach gemeinsamen kulturellen Interessen zu untersuchen und so den kulturellen Dialog sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gemeinschaft zu unterstützen;
- die Organisation innovativer und zugänglicher Kulturveranstaltungen, die bei den Bürgern im Allgemeinen einen starken Anklang finden;
- die Anerkennung und Hervorhebung künstlerischer Talente in Europa u.a. durch europäische Auszeichnungen in den verschiedenen kulturellen Bereichen;
- die Förderung für Projekte, welche die Erhaltung und die Sicherung des Kulturerbes überragender Wichtigkeit beinhalten und zur Entwicklung und Verbreitung innovativer Konzepte, Methoden und Verfahren beitragen.

Ausführung

Die Kommission trägt die Verantwortung für die Implementierung des Programms Kultur 2000 und wird dabei von einem Beratungskomitee unterstützt, das aus Vertretern der Mitgliedsstaaten besteht.

Am Programm Kultur 2000 können sich die Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes und die assoziierten Länder Osteuropas beteiligen. Zusätzlich dazu ermöglicht das Programm die Zusammenarbeit mit Nicht-Mitgliedsstaaten auf der Grundlage separater Kooperations- oder Vereinigungsverträge sowie gemeinsame Aktionen mit internationalen Organisationen, die über Kompetenzen im Bereich Kultur verfügen, z.B. UNESCO oder Europarat.

Die Kommission wird die Zusammenarbeit mit anderen Instrumenten der Gemeinschaft sichern, die sich durch spezifische Aktionen, kulturelle Kooperationsverträge und spezielle kulturelle Veranstaltungen aktiv im Kulturraum bewegen, hauptsächlich hinsichtlich Förderung und Organisation der Zusammenarbeit zwischen Sektoren mit gemeinsamen und konvergierenden Interessen.

Die Kommission und die Mitgliedsstaaten werden auf freiwiliger Basis mittels kultureller Kontaktpunkte den gegenseitigen Austausch von Informationen zur Nutzung für die Implementierung des Programms Kultur 2000 organisieren. Diese sind für die Förderung des Programms, für die Vereinfachung des Zugriffs auf selbiges, für die Einrichtung einer Verbindung zu verschiedenen Institutionen, die den kulturellen Sektor in den Mitgliedsstaaten unterstützen, und für die Bereitstellung von Informationen und Verbindungen für verschiedene Unternehmer, die sich an allen für kulturelle Projekte offenen Gemeinschaftsprogrammen beteiligen, verantwortlich.

In Form von Partnerschaften oder Netzwerken werden spezifische innovative bzw. experimentelle Maßnahmen durchgeführt. Die Projekte müssen Unternehmer aus mindestens drei an Kultur 2000 teilnehmenden Staaten umfassen. Diese Maßnahmen werden einen Zeitraum von einem Jahr abdecken, der auf zwei weitere Jahre verlängert werden kann.

Die kulturellen Kooperationsverträge, die für eine Dauer von bis zu drei Jahren beantragt werden, richten sich auf die Durchführung strukturierter, mehrjähriger Kulturmaßnahmen zwischen Unternehmern aus mindestens fünf sich am Programm Kultur 2000 beteiligenden Staaten. Im Rahmen dieser Verträge fördert Kultur 2000 engere Verbindungen und die Zusammenarbeit durch die Unterstützung kultureller Netzwerke von Unternehmern, Kulturgremien und kulturellen Institutionen mit Hinblick auf die Umsetzung strukturierter Kulturprojekte sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gemeinschaft.

Die Empfänger gemeinschaftlicher Förderung müssen diese Beihilfe explizit, und möglichst deutlich, in allen Informationen oder in jeglicher Kommunikation in Bezug auf das Projekt erwähnen.

Die Kommission liefert am 31. Dezember 2005 einen eingehenden Bewertungsbericht zum Programm Kultur 2000, um so dem Europaparlament und dem Europarat die Möglichkeit zu geben, über den Vorschlag für ein neues Rahmenprogramm der Gemeinschaft zur Kultur zu beraten, der für 2004 angekündigt war und laut Planung 2007 in Kraft treten soll.

Bemerkungen

Dieser Programmbericht basiert auf der Entscheidung des Europaparlaments und des Europarates Nr. 626/2004/EC vom 31. März 2004, welche die Entscheidung Nr. 508/2000/EC zum Aufbau des Programms Kultur 2000 korrigiert
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