Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Programmfinanzierung

EUR 312 million
Ein Beitrag zu den Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens, die sich auf eine Verminderung der Fälle von Heim- und Freizeitverletzungen konzentrieren.

Kurzbeschreibung

Das Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Verhütung von Verletzungen (IPP – Injury Prevention Programme) wurde im Jahr 1999 mit einem Budget von 14 Millionen Euro für 5 Jahre ins Leben gerufen. Es endete mit der Verabschiedung des Neuen Aktionsprogramms im Bereich der öffentlichen Gesundheit im Jahr 2002. Die letzten Projekte im Rahmen von IPP wurden jedoch noch 2003/2004 vollendet.
Eines der Hauptziele lag im Aufbau einer gemeinsamen Datenbank (ISS – Injury Surveillance System (Überwachungssystem für Verletzungen) im Rahmen von EUPHIN – European Public Health Information Network (EU-Informationsnetz für öffentliche Gesundheit)) mit qualitativ hochwertigen Daten, die über eine gemeinsame Klassifizierung und vergleichbare Methoden gesammelt wurden. Neben den Projekten zur Datensammlung wurden epidemiologische Projekte gefördert (z.B. "Soziale Einflüsse auf Verletzungen, Sportverletzungen", "Kosten der Verletzungen in Europa").

Nach dem Abschluss von IPP werden seine Maßnahmen im Rahmen des Neuen Aktionsprogramms im Bereich der öffentlichen Gesundheit (2003-2008) innerhalb der Aktionsschwerpunkte "Gesundheitsinformationen" und "Gesundheitsfaktoren" weitergeführt.
Das IPP ist eines der acht Einzelprogramme, die über das "Neue Aktionsprogramm im Bereich der öffentlichen Gesundheit 2003-2008" in einen einzigen kohärenten Rahmen gebracht wurden. Seine allgemeinen Ziele sind:
- die Verbesserung von Informationen und Kenntnissen zur Entwicklung des öffentlichen Gesundheitswesens;
- die Steigerung des Potenzials, schnell und auf koordinierte Weise auf Gesundheitsrisiken zu reagieren;
- die Förderung von Gesundheit und die Verhütung von Krankheiten durch die Ansprache von Gesundheitsfaktoren bei allen politischen Ansätzen und Aktivitäten.

Unterteilung

Die Maßnahmen des Aktionsprogramms der Gemeinschaft zur Verhütung von Verletzungen (IPP - Injury Prevention Programme) werden im Rahmen des Neuen Aktionsprogramms im Bereich der öffentlichen Gesundheit (2003-2008) innerhalb der Aktionsschwerpunkte "Gesundheitsinformationen" und "Gesundheitsfaktoren" weitergeführt.

1.) Gesundheitsfaktoren können folgendermaßen eingestuft werden: persönliches Verhalten und Lebensstile; Einflüsse innerhalb von Gemeinschaften, welche die Gesundheit unterstützen oder schädigen können; Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Zugang zu Gesundheitsdiensten; allgemeine sozioökonomische, kulturelle und ökologische Bedingungen.

Die Maßnahmen zu Gesundheitsfaktoren umfassen:
- Vorbereitung und Implementierung von Strategien und Methoden, einschließlich solcher in Bezug auf das öffentliche Bewusstsein, auf mit dem Lebensstil verbundene Gesundheitsfaktoren, wie Ernährung, körperliche Aktivität, Tabak, Alkohol, Drogen und andere Substanzen, sowie auf mit der psychischen Verfassung verbundene Faktoren, einschließlich Maßnahmen zur Einbeziehung der kompletten Gemeinschaftspolitik sowie alters- und geschlechtsspezifischen Strategien;
- Analyse der Situation und Entwicklung von Strategien zu sozialen und wirtschaftlichen Gesundheitsfaktoren, um Ungleichheiten im Gesundheitswesen zu identifizieren und zu beseitigen und um den Einfluss sozialer und ökonomischen Faktoren auf die Gesundheit zu beurteilen;
- Analyse der Situation und Entwicklung von Strategien zu umweltbezogenen Gesundheitsfaktoren, die zur Identifizierung und Beurteilung von Gesundheitskonsequenzen ökologischer Faktoren beitragen;
- Analyse der Situation und Austausch von Informationen zu genetischen Faktoren sowie die Nutzung von genetischem Screening;
- Entwicklung von Methoden zur Beurteilung von Qualität und Effizienz von Strategien und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung;
- Unterstützung relevanter Schulungsaktivitäten in Bezug auf die oben genannten Maßnahmen.

2.) Die Verbesserung von Gesundheitsinformationen und -kenntnissen zur Entwicklung des öffentlichen Gesundheitswesens umfassen die folgenden Maßnahmen:
- Entwicklung und Betrieb eines nachhaltigen Überwachungssystems für das Gesundheitswesen, um auf der Basis bestehender Arbeit und erzielter Resultate vergleichbare quantitative und qualitative Faktoren auf Gemeinschaftsebene festzusetzen und um in Bezug auf Gesundheitszustand, Gesundheitspolitik und Gesundheitsfaktoren, einschließlich Demografie, Geografie und sozioökonomische Situationen, persönliche und biologische Faktoren, Gesundheitsverhalten wie Drogenmissbrauch, Ernährung, körperliche Aktivität, Sexualverhalten sowie Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen vergleichbare alters- und geschlechtsspezifische Informationen zur menschlichen Gesundheit auf Gemeinschaftsebene zu sammeln, zu analysieren und zu verbreiten und dabei den Ungleichheiten im Gesundheitswesen besondere Aufmerksamkeit zu widmen;
- Entwicklung eines Informationssystems für Frühwarnung, Erkennung und Überwachung von Gesundheitsrisiken sowohl übertragbarer Krankheiten, einschließlich in Bezug auf die Gefahr grenzüberschreitender Krankheitsverbreitung (inklusive resistente Krankheitserreger), als auch nicht übertragbarer Krankheiten;
- Verbesserung des Systems zur Übertragung und zur gemeinsamen Nutzung von Informationen und Gesundheitsdaten, einschließlich öffentlicher Zugriff;
- Entwicklung und Nutzung von Mechanismen zur Analyse, Beratung, Berichterstattung, Information und Konsultation mit Mitgliedsstaaten und Interessenvertretern zu Gesundheitsproblemen in Hinblick auf die Gemeinschaftsebene;
- Verbesserung von Analyse und Kenntnis der Auswirkungen von Entwicklungen in den Bereichen Gesundheitspolitik, andere Ansätze der Gemeinschaftspolitik und gemeinschaftliche Aktivitäten, wie beispielsweise die Auswirkungen des Binnenmarktes auf die Gesundheitssysteme, beim Beitrag zu einem hohen Maß an Schutz der menschlichen Gesundheit, einschließlich Entwicklung von Kriterien und Methodologien zur Beurteilung der Politik hinsichtlich ihres Einflusses auf die Gesundheit und die Entwicklung weiterer Verbindungen zwischen öffentlichem Gesundheitswesen und anderen Strategien;
- Prüfung, Analyse und Unterstützung des Austauschs von Erfahrungen zu Gesundheitstechnologien, einschließlich der neuen Informationstechnologien;
- Unterstützung des Austauschs von Informationen und Erfahrungen mit bewährten Methoden;
- Entwicklung und Betrieb einer gemeinsamen Maßnahme mit den im Rahmen von E-Europe erstellten Plänen zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Informationen zu Gesundheitsfragen für die allgemeine Öffentlichkeit in Internet sowie Erwägung der Möglichkeiten zur Einrichtung eines Systems erkennbarer Gütesiegel der Gemeinschaft für Internetseiten.

Ausführung

Die Kommission stellt in enger Zusammenarbeit mit allen Mitgliedsstaaten die Implementierung des Programms sicher. Sie wird dabei von einem Komitee unterstützt, das sich aus Vertretern der Mitgliedsstaaten zusammensetzt und von einem Kommissionsvertreter geleitet wird.
Jährliche Arbeitspläne zur Implementierung des Programms legen die zu unternehmenden Prioritäten und Maßnahmen fest, einschließlich der Vergabe von Ressourcen.

Die Kommission stellt die Konsistenz und Komplementarität zwischen den im Rahmen des Neuen Aktionsprogramms im Bereich der öffentlichen Gesundheit 2003-2008 implementierten Maßnahmen und den im Rahmen anderer Ansätze der Gemeinschaftspolitik und gemeinschaftlicher Aktivitäten umgesetzten Maßnahmen sicher.

Um bei der Bestimmung und Implementierung der kompletten Gemeinschaftspolitik und gemeinschaftlichen Aktivitäten ein hohes Maß an Schutz der menschlichen Gesundheit sicherzustellen, können die Ziele des Programms als
- gemeinsame Politik und
- gemeinsame Maßnahmen implementiert werden.
Dies wird durch die Schaffung von Verbindungen zu relevanten Gemeinschaftsprogrammen und -maßnahmen, insbesondere in den Bereichen Verbraucherschutz, Sozialschutz, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Beschäftigung, Forschung und technologische Entwicklung, Binnenmarkt, Informationsgesellschaft und Informationstechnologie, Statistik, Landwirtschaft, Bildung, Transport, Industrie und Umwelt, sowie durch vom gemeinsamen Forschungszentrum (JRC – Joint Research Centre) und von relevanten Gemeinschaftsorganen durchgeführte Maßnahmen erreicht.

Am Programm können sich EFTA-/EWR-Länder, die assoziierten Staaten Osteuropas und die Türkei beteiligen. Die Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen (insbesondere Weltgesundheitsorganisation, Europarat und Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wird begrüßt.

Bis zum Ende des vierten Jahres des Programms soll die Kommission eine externe Beurteilung durch unabhängige qualifizierte Experten durchlaufen, bei der die Implementierung und die Leistungen während der ersten drei Jahre des Programms eingeschätzt werden. Darüber hinaus sollen die erzielten Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und die Effizienz der Ressourcennutzung sowie die Konsistenz und Komplementarität mit anderen relevanten, im Rahmen von anderen Ansätzen der Gemeinschaftspolitik und gemeinschaftlichen Aktivitäten implementierten Programmen, Maßnahmen und Initiativen bewertet werden.
Datensatznummer: 658 / Zuletzt geändert am: 2005-06-29