Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

  • Europäische Kommission
  • CORDIS
  • Programme
  • Zweite Phase des gemeinschaftlichen Aktionsprogramms in der Berufsbildung "Leonardo da Vinci", 2000-2006 Die Kommission wird gemeinsam mit den Mitgliedstaaten die Umsetzung der unter das Programm fallenden Aktionen und die bestmögliche Nutzung der Errunge

Vorheriges Programm

ET-LEONARDO DA VINCI 1

Programmfinanzierung

EUR 1 150 million

Referenz zum Amtsblatt

L 146 von 1999-06-11

Rechtsrahmen

1999/382/EC von 1999-04-26
Verbesserung und Stärkung der sozialen und beruflichen Integration junger Menschen; Erweiterung und Entwicklung des Zugangs zum lebensbegleitenden Erwerb von Kompetenzen, insbesondere zur Konsolidierung der technologischen und organisatorischen Innovation und der Investitionen in die Ausbildung; Förderung der Berufsbildungssysteme zur Unterstützung von Menschen, die auf Grund unzureichender oder veralteter Fachkenntnisse Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden und sich in den Arbeitsmarkt einzubringen.

Kurzbeschreibung

Die Ausweitung des Leonardo-Programms ist Teil einer Serie von Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Generation von Programmen in den Bereichen Allgemeine Bildung (SOCRATES), Berufsbildung(LEONARDO DA VINCI) und Jugend. Alle Programme beginnen am 1. Januar 2000 und laufen bis zum 31. Dezember 2006.

Der Gesamthaushalt für die Programme beläuft sich auf 3.520 Millionen Euro, von denen 1.850 Millionen Euro für die zweite Phase des Programms SOCRATES, 1.150 Millionen Euro für die zweite Phase des Programms LEONARDO DA VINCI und 520 Millionen Euro für die Umsetzung des gemeinschaftlichen Aktionsplans "Jugend" vorgesehen sind.

Die Entscheidungen beinhalten eine echte Umgestaltung der laufenden Programme und die Konzentration gemeinschaftlicher Interventionen auf eine begrenzte Anzahl von Programmzielen sowie vereinfachte Verfahren. In Übereinstimmung mit der Mitteilung "Für ein Europa des Wissens" und den Empfehlungen der Agenda 2000 liegt der Schwerpunkt der Entscheidungen auf der Notwendigkeit, jedem europäischen Staatsbürger lebensbegleitende Chancen zu gewährleisten.

Unterteilung

Das Programm umfasst sieben Aktionen:

- Mobilität:

. Förderung transnationaler Projekte für die Mobilität (einschließlich Vermittlung und Austausch) von Personen in der Berufsbildung sowie von Berufsbildungsverantwortlichen;
. Demonstrationsmaßnahmen hinsichtlich der Organisation und Umsetzung grenzüberschreitender Vermittlungsprogramme mit mehrjähriger Laufzeit zwischen Regionen und/oder Sektoren in europäischen Netzwerken zur alternierenden Ausbildung und Lehrlingsausbildung;

- Virtuelle Mobilität:

. Unterstützung von Maßnahmen zur Förderung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) im Hinblick auf die Entwicklung der virtuellen Mobilität einschließlich Fernlehrnetze und Telearbeit;
. Demonstrationsmaßnahmen, experimentelle Pilotprojekte zur Förderung von ICT mit dem spezifischen Ziel, europäische Berufsberatungs-/Betreuungs-/Berufsbildungsangebote im Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen zu entwickeln;

- Innovative Pilotprojekte:

. Förderung transnationaler Pilotprojekte zur beruflichen Bildung im Hinblick auf die Entwicklung von Innovationsfähigkeit, -transfer und Unternehmergeist sowie die Entwicklung und den Transfer von Innovation in der Berufsbildung;
. Demonstrationsmaßnahmen im Hinblick auf: die Umsetzung neuer Formen des Nachweises von Kompetenzen (auf europäischer Ebene) und Berufsbildungsmaßnahmen der "Zweiten Chance" vor allem in städtischen Problemzonen;

- Gemeinschaftliche Netze:

. Förderung von transnationalen Netzen für Fachwissen und Wissenstransfer, welche die betroffenen öffentlichen und privaten Akteure, darunter auch Forscher, in den Mitgliedstaaten auf regionaler und sektoraler Ebene miteinander verbinden;
. Demonstrationsmaßnahmen, Unterstützung hinsichtlich der Entwicklung und Vernetzung von regional oder sektoral organisierten Konsortien zur Berufsbildung, welche die Rolle von Zentren zur Bereitstellung von Dienstleistungen, Beratung und Informationen zu zugelassenen Verfahren und Produkten zur Berufsbildung übernehmen;
- Sprachenkompetenz:

Unterstützung von Maßnahmen zur Förderung sprachlicher und kultureller Kompetenz in der Berufsbildung, zur Konzeption, Erprobung, Zertifizierung, Bewertung und Verbreitung von didaktischem Material, das den besonderen Bedürfnissen einzelner Berufsfelder und Wirtschaftssektoren angepasst ist, einschließlich Sprachenaudit. Ferner transnationale Programme und der Austausch von Sprachlehrern und Beratern berufsbildender Spracheninstitute;

- Vergleichsmaterial:

. Förderung von Maßnahmen zur Zusammenstellung und Aktualisierung von Vergleichsmaterial durch die Unterstützung von Studien und Analysen, die Zusammenstellung und Aktualisierung vergleichbarer Daten zu Berufsbildungssystemen und die Einhaltung und Verbreitung bewährter Praktiken sowie der umfassende Informationsaustausch.

- Gemeinsame Maßnahmen:

Gemeinschaftliche Unterstützung für gemeinsame Aktionen mit anderen Aktionen, insbesondere gemeinschaftliche Ausbildungs- und Jugendprogramme für einen besseren Zugang zum Wissen. Eine Koordinierung der Programme kann durch gemeinsame Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen erreicht werden. Es werden europäische Wissenszentren eingerichtet, die den Kontakt und die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten des Programms sowie von ausbildungs- und jugendbezogenen Programmen auf regionaler und lokaler Ebene gewährleisten sollen.

- Flankierende Maßnahmen:

Unterstützung für Koordinierungs- und Überwachungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten;
. Informations-, Begleit-, Organisations-, Bewertungs- und Verbreitungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten und der Kommission zur Erleichterung der Teilnahme am Programm, zur Förderung der Weitergabe von Methoden, Produkten, Instrumenten und Ergebnissen, die im Rahmen von Gemeinschaftsmaßnahmen erzielt wurden.

Die Aktionen des Programms werden durch folgende Maßnahmen gefördert, die gemeinsam genutzt werden können:
- Unterstützung der Mobilität von Menschen in der Berufsausbildung;
- Förderung der virtuellen Mobilität im Kontext der Berufsausbildung, insbesondere durch die Förderung des Zugangs zu Multimedia-Lernmitteln;
- Förderung der Entwicklung von Netzwerken zur Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, die den wechselseitigen Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken ermöglichen
- Förderung der Sprachenkompetenz und der Kenntnisse über andere Kulturen;
- Förderung innovativer Pilotprojekte auf der Grundlage transnationaler Partnerschaften zum Zweck der Entwicklung von Innovation und Qualität in der Berufsausbildung zur Schaffung von Lernmitteln, Qualifikationsinstrumenten, Nachweisen oder zur Prüfung neuer Ansätze.

Ausführung

Die Kommission gewährleistet zusammen mit den Mitgliedstaaten die Durchführung der Maßnahmen dieses Programms und die Nutzung der Ergebnisse der in der ersten Phase des Leonardo-Programms durchgeführten Maßnahmen. Die Mitgliedstaaten erlassen die zur Erreichung der Ziele des Programms geeigneten Maßnahmen zur Koordinierung, Durchführung und Begleitung auf einzelstaatlicher Ebene. Zu diesem Zweck errichten sie eine integrierte Verwaltungsstelle zur Durchführung der Programmaßnahmen und sorgen für entsprechende Information und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Maßnahmen des Programms können in Form gemeinsamer Aktionen durchgeführt werden, dies sind Gemeinschaftsaktionen in Verbindung mit der Politik der Wissensförderung, insbesondere mit Gemeinschaftsprogrammen in den Bereichen Bildung und Jugend. Die Kommission wird die Unterstützung des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop) vereinbaren.

Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Die Kommission wird Vertreter von beiden Seiten der Industrie ernennen und wird an der Arbeit des Ausschusses teilnehmen. Die Stellungnahme des Ausschusses wird beispielsweise bei folgenden Maßnahmen berücksichtigt: Durchführungsbestimmungen zum Programm, gegebenenfalls ein jährlicher Arbeitsplan; Kriterien zur vorläufigen Aufschlüsselung der Mittel pro Mitgliedstaat im Rahmen der dezentralen Maßnahmen des Programms; und die Art und Weise der Programmbewertung.

Das Programm steht allen öffentlichen und privaten Gremien offen, die sich an Berufsbildungsaktionen beteiligen, insbesondere: Einrichtungen, Zentren und Institutionen der Berufsbildung auf allen Ebenen, einschließlich Universitäten und Hochschulen; Forschungszentren und institutionen; Unternehmen und Unternehmensgruppen, insbesondere KMU; Handelsorganisationen, einschließlich Handelskammern; Organisationen der Sozialpartner auf allen Ebenen; Gebietskörperschaften und Vereine und sonstige Vereinigungen. Das Programm steht den assoziierten Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL), Zypern, Malta, den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA), der Türkei und Malta offen, gemäß den bereits abgeschlossenen oder noch abzuschließenden Zusatzprotokollen über die Teilnahme dieser Länder an den Gemeinschaftsprogrammen.

Das Programm wird über zwei Auswahlverfahren verfügen:

- ein dezentralisiertes Auswahlverfahren, das auf alle Gemeinschaftsaktionen und maßnahmen zutrifft, die im Rahmen eines allgemeinen Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt werden. Die Projektkoordinatoren unterbreiten die Vorschläge an die Leonardo-Verwaltungsstelle des Mitgliedstaates in Abstimmung zwischen dem Mitgliedstaat und der Kommission. Die Verwaltungsstelle bewertet die Finanzierung der Vorschläge durch einen Betrag, der jedem Mitgliedstaat durch die Kommission auf jährlicher Grundlage zugeteilt wird;

- Das auf die gemeinschaftlichen Demonstrationsmaßnahmen zutreffende zentralisierte Auswahlverfahren wird im Rahmen eines allgemeinen Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt. Die Projektkoordinatoren können der Kommission und der Leonardo-Verwaltungsstelle in ihrem Mitgliedstaat zur Information vorab Vorschläge unterbreiten. Die Kommission prüft die Vorschläge und trifft eine Entscheidung über eine endgültige Auswahl.

Die Kommission überwacht in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten laufend die Durchführung des Programms. Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission bis 31. Dezember 2002 und bis 30. Juni 2005 Berichte über die Durchführung und die Auswirkungen dieses Programms sowie über die bestehenden Berufsbildungssysteme in den Mitgliedstaaten.
Datensatznummer: 659 / Zuletzt geändert am: 2000-11-14