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  • Zweite Phase des gemeinschaftlichen Aktionsprogramms im Bereich der allgemeinen Bildung "Socrates", 2000-2006 Die Kommission wird gemeinsam mit den Mitgliedstaaten die Umsetzung der unter das Programm fallenden Aktionen und die bestmögliche Nutzung der Er

Vorheriges Programm

ET-SOCRATES 1

Programmfinanzierung

EUR 1 850 million

Referenz zum Amtsblatt

L 28 von 2000-02-03

Rechtsrahmen

2000/253/EC von 2000-01-24
Beitragsleistung zur Entwicklung einer Bildung von hoher Qualität; Verstärkung der europäischen Dimension der Bildung auf allen Ebenen; Förderung der Zusammenarbeit im Bereich Bildung; Abbau der Hindernisse für eine Zusammenarbeit; Förderung von Innovation in Verbindung mit neuen Technologien.

Kurzbeschreibung

Die Ausweitung des Socrates-Programms ist Teil einer Serie von Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Generation von Programmen in den Bereichen Allgemeine Bildung (SOCRATES), Berufsbildung(LEONARDO DA VINCI) und Jugend. Alle Programme beginnen am 1. Januar 2000 und laufen bis zum 31. Dezember 2006.

Der Gesamthaushalt für die Programme beläuft sich auf 3.520 Millionen Euro, von denen 1.850 Millionen Euro für die zweite Phase des Programms SOCRATES, 1.150 Millionen Euro für die zweite Phase des Programms LEONARDO DA VINCI und 520 Millionen Euro für die Umsetzung des gemeinschaftlichen Aktionsplans "Jugend" vorgesehen sind.

Die Entscheidungen beinhalten eine echte Umgestaltung der laufenden Programme und die Konzentration gemeinschaftlicher Interventionen auf eine begrenzte Anzahl von Programmzielen sowie vereinfachte Verfahren. In Übereinstimmung mit der Mitteilung "Für ein Europa des Wissens" und den Empfehlungen der Agenda 2000 liegt der Schwerpunkt der Entscheidungen auf der Notwendigkeit, jedem europäischen Staatsbürger lebensbegleitende Chancen zu gewährleisten.

Unterteilung

Das Programm umfasst acht Aktionen:

- Schulbildung (Comenius):

Stärkung der europäischen Dimension der Schulbildung, Förderung der transnationalen Zusammenarbeit und der Fremdsprachenkenntnisse durch:

. Schulpartnerschaften: Aufbau multilateraler Partnerschaften zwischen schulischen Einrichtungen durch Multimedia-Mittel, vor allem solche, die Lehrerbildungseinrichtungen, kommunale Einrichtungen und Behörden, Unternehmen und Eltern einbeziehen;
. Schulpersonal: Förderung der beruflichen Laufbahn von Beschäftigten im Schulbildungssektor durch multilaterale Projekte von Einrichtungen und Institutionen, die in der Aus- und Weiterbildung des direkt mit schulischen Bildungsaufgaben betrauten Personals tätig sind, ebenfalls unter Einsatz von Multimedia-Einrichtungen;

- Hochschulbildung (Erasmus):

Ausbau der europäischen Dimension der Hochschulbildung auf allen Ebenen und Förderung der transnationalen Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen durch:

. Europäische Zusammenarbeit der Hochschulen, wobei nach Möglichkeit von Multimedia-Einrichtungen Gebrauch gemacht werden soll. Die teilnehmenden Hochschulen schließen mit der Kommission "Hochschulverträge";
. Mobilität von Studenten und Hochschullehrern zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen der "Hochschulverträge";

- Erwachsenenbildung und andere Bildungswege (Grundtvig):

Förderung des lebensbegleitenden Lernens, insbesondere durch das Angebot von anderen Bildungswegen für Bürger, die sich neues Wissen aneignen wollen. Damit werden die anderen Aktionen (Schulbildung und Hochschulbildung) ergänzt. Es richtet sich an jugendliche Schulabgänger mit unzureichender beruflicher Grundausbildung und kann unter anderem Folgendes umfassen:

. Neue Ansätze in der Ausbildung, womit Initiativen zur Entwicklung flexiblerer, informellerer Ausbildungsverfahren gefördert werden sollen;
. Erwachsenenbildung, womit die Qualität der Erwachsenenbildung insbesondere durch eine verstärkte Zusammenarbeit der auf diesem Gebiet tätigen Einrichtungen und die Förderung der europäischen Dimension der Erwachsenenbildung verbessert werden soll;

-Sprachunterricht und Spracherwerb (Lingua): Ermöglicht der Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten die Koordination und Konsolidierung von Maßnahmen zum Spracherwerb im Hinblick auf die Förderung und Wahrung der sprachlichen Vielfalt innerhalb der Gemeinschaft, die Verbesserung der Qualität von Sprachunterricht und Spracherwerb und die Erleichterung des Zugangs zum lebensbegleitenden, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Sprachunterricht zu gewährleisten.

- Offener Unterricht und Fernlehre sowie Informations- und Kommunikationstechnologien in der Bildung (Minerva):

Gewährleistung der Koordination und Konsolidierung von Maßnahmen im Bereich des offenen Unterrichts und der Fernlehre sowie Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien einschließlich Multimedia-Technologie im Bildungswesen;

- Beobachtung und Innovation:

. Diese Aktion trägt dazu bei, die Transparenz der Bildungssysteme in Europa zu verbessern, indem durch Informations- und Erfahrungsaustausch die besonderen Eigenschaften der nationalen Bildungssysteme als Quellen für ein hochwertiges europäisches Bildungswesen genutzt werden;
. Neue innovative Initiativen unter anderem zur Unterstützung transnationaler Projekte, die zu Innovationen in einem oder mehreren Bildungsbereichen beitragen sollen;

- Gemeinsame Aktionen:

. Im Rahmen dieses Programms können für gemeinsame Aktionen in Verbindung mit anderen Aktionen im Bereich der Wissenspolitik, insbesondere mit gemeinschaftlichen Programmen in den Bereichen Berufsbildung und Jugend, die einen besseren Zugang zum Wissen ermöglichen sollen, Gemeinschaftszuschüsse gewährt werden. Die Koordination der Programme kann durch gemeinsame Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen erreicht werden. Die Kommission wird eine gemeinsame Regelung zur Information und Überwachung unter Berücksichtigung bewährter Praktiken im Wissensbereich sowie gemeinsame Aktionen zur Multimedia-Technologie im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung ausarbeiten;

- Flankierende Maßnahmen:

. Initiativen zur Förderung der Zielsetzungen des Programms können Gemeinschaftszuschüsse gewährt werden, sofern diese Initiativen für eine Förderung im Rahmen anderer Aktionen des Programms nicht in Frage kommen.

Die Aktionen des Programms werden durch folgende Maßnahmen umgesetzt, die gemeinsam genutzt werden können:

- Unterstützung für die Mobilität von Menschen im Bereich Bildung in Europa;
-Förderung der virtuellen Mobilität im Kontext der Bildung, insbesondere durch die Förderung des Zugangs zu Multimedia-Lernmitteln;
- Förderung der Entwicklung von Netzwerken zur Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, die den wechselseitigen Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken ermöglichen;
- Förderung der Sprachenkompetenz und der Kenntnisse über andere Kulturen;
- Förderung innovativer Pilotprojekte auf der Grundlage transnationaler Partnerschaften zum Zweck der Entwicklung von Innovation und Qualität im Bereich Bildung zur Schaffung von Lernmitteln, Qualifikationsinstrumenten, Nachweisen oder zur Prüfung neuer Ansätze.
-Die ständige Verbesserung der gemeinschaftlichen Aufgabenstellungen durch die Förderung der Verbreitung bewährter Praktiken sowie die Beobachtung und Verbreitung der Innovation.

Ausführung

Die Kommission gewährleistet zusammen mit den Mitgliedstaaten die Durchführung der Maßnahmen dieses Programms und die Nutzung der Ergebnisse der in der ersten Phase des Leonardo-Programms durchgeführten Maßnahmen. Die Mitgliedstaaten erlassen die zur Erreichung der Ziele des Programms geeigneten Maßnahmen zur Koordinierung, Durchführung und Begleitung auf einzelstaatlicher Ebene. Zu diesem Zweck errichten sie eine integrierte Verwaltungsstelle zur Durchführung der Programmaßnahmen und sorgen für entsprechende Information und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Maßnahmen des Programms können in Form gemeinsamer Aktionen durchgeführt werden, dies sind Gemeinschaftsaktionen in Verbindung mit der Politik der Wissensförderung, insbesondere mit Gemeinschaftsprogrammen in den Bereichen Bildung und Jugend.

Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Der Ausschuß wird von zwei Unterausschüssen unterstützt, die für die Bereiche Schul- bzw. Hochschulbildung zuständig sind. Sie bestehen aus Vertretern der Mitgliedstaaten. Der Ausschuß wird bei der Bewertung der Vereinbarungen für die Durchführung des Programms, der für die Aufstellung der Aufteilung der Mittel unter den Mitgliedstaaten zutreffenden Kriterien im Rahmen der dezentralisierten Maßnahmen und bei den Vereinbarungen für die Evaluierung des Programms eine wichtige Rolle spielen. Bei der Durchführung des Programms kann die Kommission auf technische Unterstützungsorganisationen zurückgreifen.

Das Programm ist auf alle Schüler, Studierenden oder sonstige Lernende ausgerichtet; alle in Bildungseinrichtungen tätigen Personen; alle Arten von Bildungseinrichtungen; und Personen und Gremien, die in den Mitgliedstaaten auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene für Bildungssysteme und bildungspolitische Maßnahmen verantwortlich sind.

Das Programm steht den assoziierten Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL), Zypern, Malta, den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA), der Türkei und Malta offen, gemäß den bereits abgeschlossenen oder noch abzuschließenden Zusatzprotokollen über die Teilnahme dieser Länder an den Gemeinschaftsprogrammen.

Das Programm verfügt über zwei Auswahlverfahren:

- Dezentralisiertes Auswahlverfahren: die Verwaltungsstellen der Mitgliedstaaten wählen die Projekte aus und verteilen die Finanzmittel in Übereinstimmung mit den entsprechenden Richtlinien;

-Zentralisierte Auswahlverfahren: Anträge für finanzielle Unterstützung werden der Kommission unterbreitet, die sie an die Verwaltungsstelle des Mitgliedstaates weiterleitet. Die Kommission trifft die Entscheidungen über finanzielle Unterstützung nach dem Erhalt der Stellungnahme des Ausschusses.

Die Kommission überwacht in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten laufend die Durchführung des Programms. Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission bis 31. Dezember 2002 und bis spätestens 30. Juni 2005 Berichte über die Durchführung und die Auswirkungen dieses Programms.

Die Kommission unterbreitet dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß und dem Ausschuß der Regionen bis 30. Juni 2003 einen Zwischenbericht über die Durchführung des Programms und bis 31. Dezember 2005 einen Abschlußbericht über die Durchführung des Programms.
Datensatznummer: 660 / Zuletzt geändert am: 2000-11-14