Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

ET-YFE 3C

Programmfinanzierung

EUR 600 million

Referenz zum Amtsblatt

L 117 von 2000-05-18

Rechtsrahmen

von 2000-04-13
Um den Jugendlichen den Erwerb von Kompetenzen und Fähigkeiten und die verantwortungsvolle Ausübung ihrer Rolle als mündige Staatsbürgerinnen und bürger zu ermöglichen, insbesondere auch durch die Stärkung der Rolle junger Frauen; Stärkung des Solidaritätsgedankens durch Intensivierung der Teilnahme von Jugendlichen an transnationalen Tätigkeiten im Dienste der Allgemeinheit; Förderung des aktiven Beitrags der Jugendlichen am Aufbau Europas durch deren Teilnahme an transnationalen Austauschen innerhalb der Gemeinschaft oder mit Drittländern; Anregung des Unternehmens- und Unternehmergeistes und der Kreativität der Jugendlichen, damit sie sich aktiv in die Gesellschaft integrieren können.

Kurzbeschreibung

Die Einführung diese Programms für Jugend ist Teil einer Reihe für die Durchführung der neuen Generation von Programmen im Bereich der Bildung (SOKRATES), Berufsbildung (LEONARDO DA VINCI) und Jugend. Alle Programme beginnen am 1. Januar 2000 und enden am 31. Dezember 2004.

Der Gesamthaushalt für die Programme beträgt 3.000 Millionen ECU, wovon 1.400 für die zweite Phase des SOKRATES-Programms und 1.000 ECU für die zweite Phase des LEONARDO DA VINCI-Programms und 600 Millionen ECU für die Durchführung der Gemeinschaftsaktion "Jugend" vorgesehen sind.

Die Vorschläge umfassen eine echte Neufassung der bestehenden Programme und die Konzentration der Eingriffe der Gemeinschaft auf eine begrenzte Anzahl von Zielen sowie vereinfachte Verfahren. In Übereinstimmung mit der Mitteilung "Für ein Europa des Wissens" und den in der Agenda 2000 enthaltenen Empfehlungen liegt der Schwerpunkt des Vorschlags auf der Erfordernis, lebenslange Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Bürger Europas sicherzustellen.

Unterteilung

Die Ziele des Programms werden im Rahmen der folgenden fünf Aktionen durchgeführt:

-Aktion 1: Europäischer Freiwilligendienst:

Wobei junge Freiwillige in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in denen sie wohnen, oder in einem Drittland im Rahmen eines von dem Mitgliedstaat und der Gemeinschaft anerkannten Projekts an einer gemeinnützigen und unbezahlten Tätigkeit teilnehmen, die für die Allgemeinheit von Bedeutung und von begrenzter Dauer ist (höchstens zwölf Monate. Dies umfaßt zwei Unterkategorien von Maßnahmen:

. Europäischer Freiwilligendienst innerhalb der Gemeinschaft

transnationale Projekte von begrenzter Dauer (generell zwischen drei Wochen und einem Jahr), die den Jugendlichen aktive und individuelle Teilnahme an Aktivitäten ermöglichen, die den Bedürfnissen der Gesellschaft in den unterschiedlichsten Bereichen entsprechen (sozial, soziokulturell, umweltbezogen usw.). Die Projekte zielen darauf ab, Jugendliche mit anderen Kulturen und Sprachen in Kontakt zu bringen. Die Gemeinschaft kann Aktionen unterstützen, die dazu dienen, Jugendliche vor ihrer Abreise vorzubereiten und die Integration während und nach Abschluß ihrer Tätigkeit fördern.

. Europäische Freiwilligendienste in Zusammenarbeit mit Drittländern

Transnationale Projekte mit denselben Zielen und Dauer wie die Aktionen innerhalb der Gemeinschaft, aber mit Drittländern.

- Aktion 2: Jugend für Europa:

. gemeinschaftsinterner Jugendaustausch

Aktionen für die Mobilität basieren auf transnationalen Partnerschaften zwischen Jugendgruppen über einen Zeitraum von mindestens einer Woche, die auf Grundlage gemeinsamer Projekte innerhalb der Gemeinschaft zwischen Gruppen von Jugendlichen im Alter von im Prinzip 15 bis 25 Jahren mit Wohnsitz in einem Mitgliedstaat. Die Aktionen sollen den Jugendlichen ermöglichen, andere soziale und kulturelle Wirklichkeiten sensibler wahrzunehmen und zu entdecken, und die Jugendlichen dazu anregen, an weiteren Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene teilzunehmen. Die Gemeinschaftszuschüsse werden vorrangig für multilaterale Mobilitätsmaßnahmen für Gruppen bereitgestellt. Die sprachliche und interkulturelle Vorbereitung Jugendlicher vor ihrer Abreise können unterstützt werden.

. Jugendaustausch mit Drittländern

Aktionen für die Mobilität von Jugendgruppen mit denselben Zielen und der Dauer wie der gemeinschaftsinterne Jugendaustausch, jedoch auf Projekte ausgerichtet, die den Austausch von Jugendlichen mit Wohnsitz in einem Mitgliedstaat durchgeführt werden.

- Aktion 3: Eine Chance für die Jugend:

Die Kommission unterstützt , bei denen die Jugendlichen aktiv und unmittelbar an innovativen und kreativen Maßnahmen und an Initiativen in bezug auf die Solidarität von Jugendlichen auf lokaler, regionaler, nationaler oder europäischer Ebene teilnehmen. Die Gemeinschaft unterstützt junge Freiwillige bei der Nutzung der im Freiwilligendienst gewonnenen Erfahrungen. Initiativen zur Förderung der Toleranz und Akzeptanz von Unterschieden müssen, wie auch die Bekämpfung aller Formen der sozialen Ausgrenzung, in dieser Kategorie besonders gefördert und angeregt werden.

Im Rahmen dieser Aktion fördert die Unterstützung der 'Jugendinitiativen' die Ausweitung der Projekte auf ähnliche Initiativen in anderen Mitgliedstaaten, stärkt so den transnationalen Charakter dieser Initiativen und intensiviert den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen.

- Aktion 4: Gemeinsame Aktionen:

Die Gemeinschaft fördert Aktionen in Verbindung mit anderen Maßnahmen der Politik der Wissensförderung, insbesondere mit Gemeinschaftsprogrammen in den Bereichen Bildung und Berufsbildung. Die Koordinierung kann mittels gemeinsamer Aufrufe zur Einreichung von Projektanträgen durchgeführt werden. Die Kommission beabsichtigt, ein gemeinsames Informations- und Beobachtungssystem für beispielhafte Praktiken in der Wissensförderung sowie gemeinsame Aktionen zu multimedialen Lehr- und Lernmitteln in Bildung und Berufsbildung zu entwickeln.

- Aktion 5: Flankierende Maßnahmen:

. Ausbildung der Akteure in der Jugendpolitik, Zusammenarbeit

Folgende Maßnahmen werden bezuschußt: Maßnahmen zur Weiterbildung von Akteuren im Jugendbereich; Maßnahmen zur Entwicklung europäischer Module; Maßnahmen, die die Einrichtung von dauerhaften, transnationalen Partnerschaften und/oder multilateralen Netzen zwischen Akteuren im Jugendbereich erleichtern und fördern; Maßnahmen zur Einführung neuer Konzepte und neuer Themen der Zusammenarbeit; und zur Förderung der Zusammenarbeit und des Austausches beispielhafter Praktiken wie Konferenzen und Seminare. Die Maßnahmen können Tätigkeiten innerhalb der Gemeinschaft oder in Zusammenarbeit mit Drittländern umfassen.

. Information von Jugendlichen über Studien über die Jugend

Mit dieser Aktion fördert die Kommission die Tätigkeit von Akteuren im Jugendbereich zur Information Jugendlicher auf europäischer Ebene und zur Zusammenarbeit zwischen Informations- und Kommunikationssystemen Jugendlicher in den Mitgliedstaaten und auf Gemeinschaftsebene. In diesem Zusammenhang gibt es einen besonderen Vorstoß zur Öffnung der Zusammenarbeit mit den Bereichen Bildung und Berufsbildung. Vor diesem Hintergrund werden Initiativen mit folgender Zielsetzung gefördert: der Erwerb von Erfahrungen und Kompetenzen, die für die Realisierung von Jugendinformationsprojekten förderlich sind; Kooperationsprojekte zur Weitergabe von Informationen, Sensibilisierung; die Nutzung von Mechanismen innerhalb transnationaler Kooperationsprojekte, die den Dialog zwischen und mit den Jugendlichen ermöglichen, insbesondere durch den Einsatz von Medien und neuen Technologien.

. Unterstützungsmaßnahmen

Gemeinschaftszuschüsse können für die Aktivitäten der von den Mitgliedstaaten eingerichteten Stellen vergeben werden und die Kommission kann auf Einrichtungen technischer Unterstützung zurückgreifen.

Die Aktionen werden durchgeführt durch folgende Arten von Maßnahmen durchgeführt, wobei mehrere Maßnahmen kombiniert werden können:

- Förderung der Mobilität von Jugendlichen;
- Förderung der virtuellen Mobilität;
- Förderung der Netzwerkzusammenarbeit in Europa zum gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und beispielhaften Praktiken;
- Förderung der Sprachenkompetenz und des Verständnisses für andere Kulturen;
- Förderung innovativer Pilotprojekte auf Basis transnationaler Partnerschaften mit dem Ziel der Innovationssteigerung;
- Ständige Verbesserung der gemeinschaftlichen Vergleichskriterien der Systeme und der Jugendpolitik.

Ausführung

Die Kommission gewährleistet zusammen mit den Mitgliedstaaten die Durchführung der Maßnahmen dieses Programms und die Nutzung der Ergebnisse der im rahmen der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit zugunsten der Jugendlichen durchgeführten Aktionen. Sie ergreifen die erforderlichen Maßnahmen für den Ausbau der auf europäischer und nationaler Ebene eingerichteten Stellen, um die Ziele des Programms zu erreichen, den Jugendlichen den Zugang zum Programm zu erleichtern, die Bewertung und Begleitung der im Programm vorgesehenen Maßnahmen zu gewährleisten und die Abstimmungs- und Auswahlverfahren anzuwenden. Sie ergreifen außerdem die erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Information und Sensibilisierung der mobilen Jugendlichen.

Die Kommission gewährleistet in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten den Übergang von den Aktionen der vorangegangenen gemeinschaftliche Jugendprogramme (Jugend für Europa III und Europäischer Freiwilligendienst) und zu den Maßnahmen, die im Rahmen des bestehenden Programms durchgeführt werden. Die Maßnahmen des Programms können in Form gemeinsamer Aktionen durchgeführt werden, in Verbindung mit anderen Gemeinschaftsaktionen in Verbindung mit der Politik der Wissensförderung.

Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der aus Vertretern der Mitgliedstaaten besteht und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Der Ausschuß wird bei der Bewertung der Vereinbarungen für die Durchführung des Programms, der für die Aufstellung der Aufteilung der Mittel unter den Mitgliedstaaten zutreffenden Kriterien im Rahmen der dezentralisierten Maßnahmen und bei den Vereinbarungen für die Evaluierung des Programms eine wichtige Rolle spielen. Bei der Durchführung des Programms kann die Kommission auf technische Unterstützungsorganisationen zurückgreifen.

Das Programm richtet sich an Jugendliche - im Prinzip im Alter von 15 bis 25 Jahren mit Wohnsitz in einem Mitgliedstaat sowie an die Akteure im Jugendbereich. Es werden besondere Anstrengungen zugunsten der Jugendlichen unternommen werden, deren Teilnahme an den bestehenden Aktionsprogrammen aus kulturellen, sozialen, physischen, wirtschaftlichen oder geographischen Gründen die größten Schwierigkeiten bereitet.

Das Programm steht den assoziierten Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL), Zypern, Malta, den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA), der Türkei und Malta offen, gemäß den bereits abgeschlossenen oder noch abzuschließenden Zusatzprotokollen über die Teilnahme dieser Länder an den Gemeinschaftsprogrammen.

Das Programm unterliegt regelmäßiger Bewertung, die von der Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten durchgeführt wird. Diese Bewertung erstreckt sich auch auf die 'Komplementarität' zwischen den Aktionen im Rahmen diese Programms und den Aktionen im rahmen anderer Gemeinschaftsprogramme, insbesondere Aktionen, die vom Europäischen Sozialfonds unterstützt werden.

Die Kommission überwacht in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten laufend die Durchführung dieses Programms. Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission bis 31. Dezember 2002 und bis spätestens 30. Juni 2005 Berichte über die Durchführung und die Auswirkungen dieses Programms.

Die Kommission unterbreitet dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß und dem Ausschuß der Regionen bis 30. Juni 2003 einen Zwischenbericht über die Durchführung des Programms und bis 31. Dezember 2005 einen Abschlußbericht über die Durchführung des Programms.
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