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  • Gemeinschaftsinitiative betreffend die transeuropäische Zusammenarbeit zur Förderung einer harmonischen und ausgewogenen Entwicklung eines europäischen Raums, INTERREG 3, 2000 - 2006

Vorheriges Programm

REG-INTERREG 2

Programmfinanzierung

EUR 4,88 million
Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit insbesondere zwischen nicht aneinander angrenzenden Regionen zur Förderung einer ausgewogenen Entwicklung und der europäischen Integration.

Kurzbeschreibung

Am 21. Juni 1999 hat der Rat ein Paket neuer Strukturfondsverordnungen für den Programmplanungszeitraum 2000 - 2006 unter der Bezeichnung “Agenda 2000” verabschiedet. Die neue Verordnung basiert auf der Konzentration der Strukturaktionen auf drei Prioritäten und die Verringerung der Anzahl an Initiativen der Gemeinschaft von 13 auf 4.

Folgende Initiativen sind in der Agenda 2000 neu enthalten:

_INTERREG: Förderung von grenzübergreifender, transnationaler und interregionaler Zusammenarbeit;
_LEADER: Förderung der ländlichen Entwicklung durch die Initiativen lokaler Aktionsgruppen;
_EQUAL: Entwicklung neuer Wege bei der Bekämpfung jeglicher Art von Diskriminierung und Ungleichbehandlung beim Zugang zum Arbeitsmarkt;
_URBAN: Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Erneuerung von Städten, Großstädten und Vororten in der Krise.

INTERREG 3 basiert auf der Verordnung (EG) Nr. 1260/1999 vom 21. Juni 1999 mit allgemeinen Bestimmungen über die Strukturfonds.
Durch die Weiterführung des Ansatzes, der im Rahmen von INTERREG 2 und INTERREG 2C im Zeitraum 1994-99 entwickelt wurde, zielt INTERREG 3 auf die Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion in der Gemeinschaft, und zwar durch die Umsetzung von Aktionen, die in Zusammenhang mit den Grenzen und Grenzregionen zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen der Gemeinschaft und Drittländern stehen. Besonderes Augenmerk gilt dabei:

_ den Außengrenzen der Gemeinschaft, insbesondere im Hinblick auf die Erweiterung;
_ der Zusammenarbeit der Gebiete in äußerster Randlage;
_ der Zusammenarbeit zur Förderung des Friedensprozesses auf dem Balkan;
_ der Zusammenarbeit der Inselregionen.

Unterteilung

In Anknüpfung an die Erfahrungen, die mit den vorangegangenen INTERREG-Initiativen gewonnen wurden, wird INTERREG 3 über drei Ausrichtungen umgesetzt:

_ Ausrichtung A: Förderung einer integrierten Regionalentwicklung in benachbarten Grenzgebieten, einschließlich Gebieten an den Außengrenzen und bestimmten Meeresgrenzen. Diese Ausrichtung umfasst insbesondere:

- Förderung der Entwicklung von städtischen, ländlichen und Küstengebieten;
- Förderung des Unternehmertums, der Entwicklung von KMU (einschließlich derjenigen im Tourismussektor) und der lokalen Beschäftigungsinitiativen;
- Förderung der Integration des Arbeitsmarktes und der sozialen Eingliederung;
- gemeinsame Nutzung der Humanressourcen und Einrichtungen in den Bereichen Forschung, technologische Entwicklung, Bildung, Kultur, Kommunikation und Gesundheit mit dem Ziel, die Produktivität zu verbessern und dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen;
- Förderung des Umweltschutzes (auf lokaler und globaler Ebene), Verbesserung der Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energieträger;
- Verbesserungen in den Bereichen Verkehr (insbesondere Maßnahmen zur Einrichtung von umweltfreundlicheren Verkehrsarten), Informations- und Kommunikationsnetzwerke und -dienste, Wasser- und Energieversorgung;
- Verstärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Verwaltung zwecks Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und des sozialen Zusammenhalts.

_ Ausrichtung B: Beitrag zu einer harmonischen räumlichen Integration innerhalb der Gemeinschaft. Eine Unterstützung kann beantragt werden für

- die Ausarbeitung operationeller Raumentwicklungsstrategien auf transnationaler Ebene einschließlich der Zusammenarbeit zwischen Städten sowie zwischen Stadt und Land mit dem Ziel, eine polyzentrische, nachhaltige Entwicklung zu fördern;
- die Förderung effizienter und umweltverträglicher Verkehrsnetze und eines verbesserten Zugangs zur Informationsgesellschaft;
- die Förderung der Umwelt und einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Kulturerbes und der natürlichen Ressourcen, insbesondere des Wassers;
- die Förderung der Integration von Küstenregionen und von Inselregionen, für die jeweils ein spezifischer Schwerpunkt mit einer angemessenen Mittelausstattung vorzusehen ist;
- die Förderung der integrierten Zusammenarbeit zwischen den Regionen in äußerster Randlage.

_ Ausrichtung C: Verbesserung der Entwicklungs- und Kohäsionspolitik bzw. damit im Zusammenhang stehende Verfahrensweisen durch transnationale/interregionale Zusammenarbeit. Diese Ausrichtung hat die bei weitem geringste Mittelausstattung. Diese Ausrichtung umfasst Kooperationsaktivitäten in Bezug auf spezifische Themen, die von der Kommission festgelegt werden, wie z.B. Forschung, technologische Entwicklung und KMU, Informationsgesellschaft, Tourismus, Kultur und Beschäftigung, Unternehmertum, Umwelt usw.
Es ist besonders darauf zu achten, daß die Inselregionen und die Gebiete in äußerster Randlage sowie die Beitrittskandidatenländer an den verschiedenen Partnernetzen beteiligt sind. Die - auch bilaterale - Zusammenarbeit zwischen Küstenregionen wird gefördert.

Ausführung

Die INTERREG 3 Initiative der Gemeinschaft wird gemeinsam von den Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft finanziert.
Die folgenden Prinzipien liegen hierbei zugrunde:

_ gemeinsame grenzübergreifende/transnationale Entwicklungsstrategien- und -programme,
_ Partnerschaft und “Bottom-Up”-Konzept,
_ Komplementarität mit den Hauptinterventionen (“Mainstream”) der Strukturfonds,
_ Verstärkung des integrierten Ansatzes bei der Durchführung der Gemeinschaftsinitiativen,
_ Wirksamere Koordinierung zwischen INTERREG 3 und den externen Politikinstrumenten der Gemeinschaft, namentlich im Hinblick auf die Erweiterung.

Förderfähig für die Zwecke von INTERREG 3 sind:

_ Ausrichtung A:

- alle Gebiete entlang der Binnen- und Außengrenzen der Gemeinschaft zu Lande, die auf der Verwaltungsebene III der Nomenklatur statistischer Gebietseinheiten (NUTS III) abgegrenzt und in Anhang I aufgeführt sind;
- bestimmte Küstengebiete, die auf der Verwaltungsebene III der Nomenklatur sta-tistischer Gebietseinheiten (NUTS III) abgegrenzt und in Anhang I aufgeführt sind;
- in besonderen Fällen kann eine Unterstützung für Maßnahmen in Gebieten der Ebene NUTS III gewährt werden, die an die obengenannten Gebiete angrenzen bzw. von diesen umschlossen sind, sofern auf diese Maßnahmen nicht mehr als 20% der Gesamtausgaben des betreffenden PGI entfallen. Die Gebiete, für die diese Flexibilität in Anspruch genommen wird, sind in dem jeweiligen PGI anzugeben.

_ Ausrichtung B:

Die für die Zwecke der transnationalen Zusammenarbeit vorgeschlagenen förderfähigen Gebiete umfassen die in Anhang III genannten Zusammenschlüsse von Regionen.
Diesen Zusammenschlüssen liegen die Gebiete zugrunde, die unter die derzeitigen die Raumordnung betreffenden INTERREG-II-C-Programme und Pilotaktionen gemäß Artikel 10 fallen und im Lichte der bisherigen Erfahrungen angepaßt wurden. Auf dieser Grundlage können die Mitgliedstaaten und ihre Regionen der Kommission entsprechend begründete Anträge zur Änderung dieser Zusammenschlüsse vorlegen.

_ Ausrichtung C:

Die gesamte Gemeinschaft ist teilnahmeberechtigt.

Auf der Grundlage der von der Kommission vorgenommenen indikativen Mittelzuweisungen je Mitgliedstaat, bei der die Flexibilitätsspannen zwischen den Ausrichtungen festgelegt sind, teilen die Mitgliedstaaten die Finanzmittel auf die Ausrichtungen und gegebenenfalls auf die Grenzen und Regionen auf, wobei sie unter Berücksichtigung der verfügbaren Finanzierungsmittel auf eine angemessene Verteilung der Anstrengungen beiderseits der Grenzen achten.
Die Vorschläge werden von gemeinsamen grenzübergreifenden bzw. transnationalen Ausschüssen oder anderen Gremien ausgearbeitet, die sich aus Vertretern der relevanten regionalen/lokalen und nationalen Behörden sowie gegebenenfalls von relevanten Nichtregierungsorganisationen zusammensetzen.
Es können gesonderte Vorschläge für jede Ausrichtung vorgelegt werden. Falls die Partner dies für sinnvoll erachten, können die Programme jedoch auch alle drei Ausrichtungen (A, B und C) abdecken, wobei für jede Ausrichtung die Prioritäten, Maßnahmen und gemeinsamen Strukturen anzugeben sind.

Die Begleitung der Programme erfolgt jeweils durch einen Begleitausschuss. Die Kommission sorgt für die Koordinierung von INTERREG 3 und ERDF, PHARE, TACIS, MEDA, EDF, SAPARD und ISPA.

Bemerkungen

Für den Zeitraum 2000-2006 wurde ein Haushalt von 4,875 Milliarden Euro zu Preisen des Jahres 1999 bewilligt.
Datensatznummer: 671 / Zuletzt geändert am: 2005-04-27