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Vorheriges Programm

OTH-MEDIA 2

Programmfinanzierung

EUR 50 million
Das Programm zielt darauf ab, den Fachkreisen der audiovisuellen Industrie die erforderlichen Kenntnisse im Hinblick auf die volle Ausschöpfung der europäischen und internationalen Dimension des Marktes und die Verwendung neuer Technologien zu vermitteln, indem die ständige berufliche Weiterbildung der Fachkreise verbessert und die Zusammenarbeit und der Austausch von Know-how durch Vernetzung gefördert wird.

Kurzbeschreibung

Die europäische audiovisuelle Programmindustrie ist wegen ihrer Zersplitterung noch nicht gänzlich in der Lage, im verschärften weltweiten Wettbewerb zu bestehen. Das MEDIA-Programm für den Zeitraum 2001-2005 beabsichtigt, optimale, auf einer kohärenten Strategie und klaren Zielsetzungen fußende Bedingungen zu schaffen, um diese Schwierigkeiten zu entschärfen und es den europäischen Marktteilnehmern zu ermöglichen, optimale Positionen auf diesen neuen Märkten zu besetzen und dabei die europäische kulturelle Vielfalt aufzuwerten.
Die Industrien der Informationsgesellschaft, zu denen die audiovisuelle Programmindustrie zählt, sind inzwischen eine der Branchen in der Europäischen Union mit den höchsten Wachstumsraten. 1995 beschäftigte die audiovisuelle Industrie 950.000 Arbeitnehmer in der Europäischen Union, 1997 waren es bereits 1.030.000. Die Einkünfte dieses Marktes sollen bis 2005 um 70 % steigen, was wiederum allein für diesen Zeitraum auf die Schaffung von über 300.000 hochqualifizierten Arbeitsplätzen hinauslaufen könnte. Angesichts dieser neuen Rahmenbedingungen, der Ergebnisse der Bewertung des Programms MEDIA 2 und der Beratungen der Kommission scheint eine Aufstockung der Ressourcen des Programms erforderlich.

Das MEDIA-Programm (2001-2005) verfügt über einen Haushalt in Höhe von 400 Millionen Euro. Ein Teil dieses Programms befasst sich mit der Fortbildung für Berufstätige im audiovisuellen Bereich (MEDIA- FORTBILDUNG) und erhält 50 Millionen Euro. Der andere Teil bezieht sich auf Entwicklung, Vertrieb und Förderung; ihm wurden 350 Millionen Euro zugeteilt (MEDIA +). Der Haushalt für MEDIA 2 (1996-2000) betrug 310 Millionen Euro.
Das Programm MEDIA- FORTBILDUNG soll die Einrichtung europaweiter Fortbildungsinitiativen fördern, die Fachkreisen der audiovisuellen Industrie eine Verbesserung ihrer Qualifikation und Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt ermöglichen. Es beruht auf einer engen Zusammenarbeit und einem Austausch von Know-how zwischen den verschiedenen Partnern im Bereich Fortbildung: Bildungsstätten für Film und Fernsehen, spezielle Fortbildungseinrichtungen, Produktions- und Vertriebsunternehmen.

Unterteilung

Programmbereiche:

_ Einsatz neuer, insbesondere digitaler Technologien zur Produktion audiovisueller Programme mit hohem kommerziellen und künstlerischen Mehrwert;
_ betriebswirtschaftliche, finanzielle und kommerzielle Lenkung unter Einbeziehung der juristischen Aspekte und der Finanzierungstechniken für die Produktion und den Vertrieb audiovisueller Programme;
_ Techniken zur Drehbuchgestaltung.

Die folgenden vorrangigen Maßnahmen sind zu ergreifen:
_ Förderung des Einsatzes neuer Technologien bei der Organisation und Umsetzung von Fortbildungsprogrammen zur Vereinfachung des Fernunterrichts;
_ Konzentration auf die Fortbildung im Bereich Vertrieb, Förderung und Marketing europäischer audiovisueller Werke;
_ Entwicklung von Fortbildungsprogrammen zur Förderung von Berufen im Multimediasektor (Drehbuchautoren, Computergraphiker, Internet-Programmentwickler und Webmaster);
_ Gewährleistung der Zusammenarbeit und Förderung des Transfers von grenzüberschreitendem Know-how zwischen den verschiedenen Partnern;
_ Förderung von Praktika.

Ausführung

Die Kommission ist für die Umsetzung des Programms zuständig; sie nimmt dazu die Hilfe eines beratenden Ausschusses aus Vertretern der EU-Mitgliedstaaten unter der Leitung eines Vertreters der Kommission in Anspruch. Zu diesem Zweck kann sie auf die Zusammenarbeit mit Beratern und Büros für technische Hilfe zurückgreifen, die nach Maßgabe ihres einschlägigen Fachwissens per Ausschreibungsverfahren ausgewählt werden.
Um eine größtmögliche Koordination zu erzielen, sorgt die Kommission für eine Zusammenarbeit zwischen den Fortbildungsmaßnahmen und den Entwicklungsprojekten unter dem Programm MEDIA +. Zu diesem Zweck sollen den an den Maßnahmen zur ständigen beruflichen Fortbildung teilnehmenden Fachkreisen Informationen über die vom Programm bereitgestellten Fördermechanismen ausgehändigt werden.

Zur Teilnahme an dem Programm berechtigt sind die assoziierten Länder Mittel- und Osteuropas, Zypern, Malta, die Türkei und diejenigen EFTA-Staaten, die Mitgliedsländer des EWR-Abkommens sind. Ferner steht das Programm den Unterzeichnerstaaten der Konvention des Europarats über grenzüberschreitendes Fernsehen offen. Die Öffnung des Programms für die europäischen Drittländer kann von einer vorherigen Untersuchung der Kompatibilität ihrer nationalen Rechtsvorschriften mit dem gemeinschaftlichen Besitzstand abhängig gemacht werden. Das Programm steht auch einer Zusammenarbeit mit anderen Drittländern auf der Grundlage zusätzlicher Mittel und entsprechend mit den Parteien durch Abkommen zu vereinbarenden besonderen Modalitäten offen.
Bei der Verwirklichung des Programms arbeitet die Kommission eng mit den Mitgliedstaaten zusammen. Sie zieht ferner die betroffenen Partner zu Rate. Sie trägt dafür Sorge, dass die Beteiligung der Fachkreise am Programm die kulturelle Vielfalt Europas zum Ausdruck bringt. Sie fördert die Zusammenarbeit der Konzeptverantwortlichen von Fortbildungsmodulen mit den Institutionen, den Fachkreisen und den Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Maßnahmen. Sie erleichtert den Empfang von Praktikanten, insbesondere aus Ländern und Regionen mit geringer Produktionskapazität und/oder kleinem Sprachgebiet oder geringer geographischer Ausdehnung.
Die Kommission erstellt zwei Bewertungsberichte über das Programm, die dem Europäischen Parlament, dem Rat sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuss vorzulegen sind:

_ Einen Zwischenbericht, der zwei Jahre nach dem Programmstart erstellt wird. Dieser Bericht soll eine erste Bewertung der nach der Hälfte der Laufzeit erlangten Ergebnisse vermitteln, um für die zweite Programmhälfte gegebenenfalls Änderungen und Anpassungen einzuarbeiten;
_ Einen Schlussbericht am Ende des Programms.
Datensatznummer: 680 / Zuletzt geändert am: 2001-02-01