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FP6

FP6-SOCIETY - Wissenschaft und Gesellschaft: spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration: "Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums" unter dem Sechsten Rahmenprogramm 2002-2006

Rahmenprogramm

FP6

Vorheriges Programm

FP5

Programmfinanzierung

EUR 88 million

Referenz zum Amtsblatt

L294/ von 2002-10-29

Rechtsrahmen

2002/835/EC von 2002-09-30
Die Tätigkeiten in den Bereichen Wissenschaft und Gesellschaft sollen die Entwicklung harmonischer Beziehungen zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft und das Aufblühen der Innovation in Europa als Ergebnis der Errichtung neuer Beziehungen sowie des sachkundigen Dialogs zwischen Forschern, Industriellen, politischen Entscheidungsträgern und Bürgern fördern.

Kurzbeschreibung



Das Leitprinzip des Programms "Wissenschaft und Gesellschaft" ist die Anregung struktureller Verbindungen innerhalb des Europäischen Forschungsraums für eine dynamischere Interaktion zwischen Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft insgesamt.

In einer wissensbasierten Gesellschaft sollten sowohl die politischen Entscheidungsträger als auch die Bürger so ausgestattet sein, dass sie eine sachkundige Auswahl aus dem stets wachsenden Angebot an Möglichkeiten treffen können, das sich aus dem wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt ergibt. Es sind neue Beziehungen und ein ergiebigerer Dialog zwischen der Wissenschaftsgesellschaft, Industriellen, politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft insgesamt erforderlich. Ein solcher Dialog kann sich jedoch nicht auf die EU allein beschränken. Seine Reichweite muss international sein und er muss die Erweiterung und den globalen Kontext vollständig berücksichtigen.

Mehrere politische Initiativen und Forschungsthemen wurden entlang drei verschiedener Achsen angeordnet: Die erste richtet sich darauf, die Forschung der Gesellschaft näher zu bringen; die zweite ist für die Förderung der verantwortungsvollen Forschung und Anwendung der Wissenschaft und Technologie zuständig; und die dritte versucht, den wissenschaftlichen/gesellschaftlichen Dialog zu verstärken und richtet sich auch auf die Rolle der Frau in der Wissenschaft.

Unterteilung

1) Annäherung von Forschung und Gesellschaft
Ziel ist die systematische Untersuchung der verschiedenen Bestandteile von "Wissenschaft und Regierungsführung", um Bedingungen zu schaffen, unter denen die politischen Entscheidungen den Bedürfnissen der Gesellschaft effektiver entgegenkommen und sich verstärkt auf die Wissenschaft stützen. Diese Entscheidungen müssen auch die Belange der Zivilgesellschaft berücksichtigen.

"Regierungsführung und wissenschaftliche Beratung":
Das Ziel liegt in der Schaffung von Bedingungen, unter denen die politischen Entscheidungen einer mehrschichtigen Regierungsführung den Bedürfnissen der Gesellschaft effektiver entgegenkommen und sich verstärkt auf die Wissenschaft stützen. Gleichzeitig gilt es aber auch, durch eingeschlossene Beteiligung die Beziehung zwischen technologischer Innovation und sozialer Veränderung sowie die Bestrebungen und Interessen der Zivilgesellschaft besser zu berücksichtigen.

2) Verantwortungsbewusste Forschung und Anwendung von Wissenschaft und Technologie
Ziel ist es, zu gewährleisten, dass die rapiden Fortschritte in der Wissenschaft in Einklang mit den ethischen Werten aller Europäer stehen. Zur Förderung der "verantwortungsbewussten Forschung" in Europa werden Maßnahmen durchgeführt, bei denen die Anforderungen an einen Forschungsfreiraum besser in Einklang mit gesellschaftlichen und ökologischen Belangen im Rahmen der Entwicklung und Anwendung von Wissenschaft und Technologie gebracht werden.

"Ethik": Das Ziel liegt darin, sicherzustellen, dass die rapiden Fortschritte in der Wissenschaft in Einklang mit den verschiedenen kulturellen Hintergründen auf dem Kontinent sowie mit den in den europäischen Ländern geltenden ethischen Grundsätzen stehen. Dadurch werden Dialog, Vernetzung, Leistungsaufbau, Bewusstseinsbildung, Kontrolle und Frühwarnung erreicht. Ziel ist auch eine Vertiefung des Verständnisses der ethischen Probleme in Bezug auf neue wissenschaftliche und technologische Entwicklungen und ihre Anwendung. Erreicht wird dies durch Forschungsarbeiten zur Ethik in diesen Bereichen und zu ihren rechtlichen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen auf den Europäischen Forschungsraum im globalen Kontext.

"Unsicherheit, Risiko und Anwendung des Vorsorgeprinzips":
Ziel ist die Analyse und Förderung bewährter Praktiken bei der Anwendung des Vorsorgeprinzips in unterschiedlichen Politikbereichen und bei der Beurteilung, der Verwaltung und der Kommunikation von Unsicherheiten und Risiken.
Unter diesem Schwerpunkt durchgeführte Aktivitäten fallen in den Bereich "Regierungsführung und wissenschaftliche Beratung".

3) Verstärkung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sowie die Rolle der Frau in der Wissenschaft
Die Förderung der verantwortungsbewussten Entwicklung der Wissenschaft und der Technologie erfordert einen ständigen Dialog zwischen den jeweiligen Interessenvertretern sowie ein größeres Bewusstsein der Öffentlichkeit für wissenschaftliche und technologische Fortschritte und deren mögliche Folgen. Daneben bestehen besondere Bedürfnisse wie etwa die Weckung des Interesses junger Leute an der Wissenschaft, die Erhöhung der Attraktivität einer Forscherlaufbahn und Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter in der Forschung.

"Wissenschaftliche und technologische Kultur, junge Leute, wissenschaftliche Bildung und Karrierechancen":
Das Ziel liegt in der Steigerung des öffentlichen Bewusstseins für wissenschaftliche und technologische Fortschritte und für deren gesellschaftliche Auswirkungen sowie in der Förderung des Dialogs zwischen den Bürgern und der Wissenschaftsgemeinschaft. Im Rahmen der Aktivitäten sollen ein breiteres Verständnis der Wissenschafts- und Innovationskultur erreicht, die Kommunikation zwischen der Zivilgesellschaft und wissenschaftlichen Forschungsinstitutionen erleichtert, das Bewusstsein unter den Wissenschaftlern für die Belange und Interessen der Bürger gesteigert und die kritischen und kreativen Denkweisen gefördert werden. Durch die Aktivitäten sollen auch die wissenschaftliche Bildung und das Einschlagen wissenschaftlicher Laufbahnen verbessert und Partnerschaften zwischen bestehenden Organisationen, die an diesen Zielen arbeiten, vernetzt und gefördert werden.

"Frauen und Wissenschaft":
Ziel ist die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter im Bereich der Forschung durch Anregung der Beteiligung von Frauen an Wissenschaft und technologischer Entwicklung sowie die Förderung der Integration der Geschlechterdimension in die gesamte europäische Forschung.

"Horizontale Maßnahmen":
Die Anliegen des Themas "Wissenschaft und Gesellschaft" sollen sich zu einem natürlichen Teil der wissenschaftlichen Bemühungen in Europa entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es mit Hinblick auf die im 6. Rahmenprogramm eingesetzten Modellverträge erforderlich, dass Projektteilnehmer ihre Arbeiten mit gesellschaftlichen Fragen verknüpfen, indem sie soziales Engagement betonen, den Dialog suchen sowie Fragen in den Bereichen Ethik, Bildung und Geschlechter ansprechen. Eine Reihe von einbettenden Maßnahmen wird hierbei unterstützt.

Ausführung



Die unter "Wissenschaft und Gesellschaft" durchgeführten Maßnahmen werden durch Netzwerke, Benchmarking, den Austausch der besten Praktiken, die Entwicklung und Förderung eines Bewusstseins für Methodologien, Studien und die Vereinigung nationaler Bemühungen implementiert. In besonderen Fällen werden gegebenenfalls engagierte Forschungsarbeiten unterstützt. Die Beteiligung von Bewerberländern wird gefördert.

Im Rahmen der jährlichen Arbeitsprogramme wird eine Reihe von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen zu bestimmten Themen veröffentlicht. Diese Aufforderungen sind so gestaltet, dass sie den Programmzielen anhand eines festgelegten Zeitplans entsprechen.

Im Bereich "Wissenschaft und Gesellschaft" implementierte spezifische zielgerichtete Forschungsprojekte werden genau ausgerichtet und nehmen eine der folgenden zwei Formen an oder bestehen aus einer Kombination der beiden:
(a) Ein Projekt für Forschung oder technologische Entwicklung, das konzipiert wurde, um neue Kenntnisse entweder zur beträchtlichen Verbesserung bzw. zur Entwicklung neuer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen oder zur Erfüllung weiterer Bedürfnisse der Gesellschaft und der Gemeinschaftspolitik zu erlangen.
(b) Ein Demonstrationsprojekt, das konzipiert wurde, um die Funktionsfähigkeit neuer Technologien zu prüfen, die zwar einen möglichen ökonomischen Vorteil bieten, jedoch nicht direkt kommerzialisiert werden können.

Koordinierungsmaßnahmen sollen die koordinierten Initiativen zahlreicher Forschungs- und Innovationsbetreiber fördern und unterstützen, die sich um eine verbesserte Integration bemühen. Sie decken Maßnahmen wie die Organisation von Konferenzen, Versammlungen, die Durchführung von Studien, Personalaustausch, Austausch und Verbreitung bewährter Verfahren sowie den Aufbau von Informationssystemen und Expertengruppen ab und können bei Bedarf Unterstützung bei der Definition, der Organisation und der Verwaltung gemeinsamer oder vereinter Initiativen umfassen.

Spezifische Unterstützungsmaßnahmen ergänzen die Implementierung des gesamten 6. Rahmenprogramms und können zur Vorbereitung zukünftiger politischer Aktivitäten im Bereich der gemeinschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung, einschließlich Kontroll- und Beurteilungsaktivitäten, genutzt werden. Im Einzelnen umfassen sie Konferenzen, Seminare, Studien und Analysen, hochwissenschaftliche Auszeichnungen und Wettbewerbe, Arbeits- und Expertengruppen, operative Unterstützung und Verbreitung sowie Informations- und Kommunikationsaktivitäten oder sind eine Kombination aus diesen.

Die Kommission ist für die Implementierung des spezifischen Programms verantwortlich. Hierzu gehört auch die Erstellung und die regelmäßige Aktualisierung des Arbeitsprogramms "Wissenschaft und Gesellschaft", in dem die vorrangig zu nutzenden Instrumente und alle nachträglichen Anpassungen ihrer Nutzung festgelegt sind. Die Kommission wird von einem Komitee unterstützt, das aus Vertretern der Mitgliedsstaaten besteht und von einem Vertreter der Kommission geleitet wird.

LDie Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte zu den allgemeinen Fortschritten bei der Umsetzung des spezifischen Programms und organisiert außerdem die unabhängige Überwachung und Bewertung des Rahmenprogramms, die in Bezug auf die Aktivitäten stattfinden sollen, welche in den vom spezifischen Programm abgedeckten Bereichen durchgeführt werden.

Bei der Durchführung dieses Programms und bei den sich daraus ergebenden Forschungsaktivitäten müssen die ethischen Grundprinzipien beachtet werden. Dazu gehören die in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegten Prinzipien wie Schutz der Menschenwürde und des menschlichen Lebens, Datenschutz und Schutz der Privatsphäre. Die Teilnehmer von Forschungsprojekten müssen sich außerdem an die aktuelle Gesetzgebung und die Richtlinien in den Ländern halten, in denen die Forschung durchgeführt wird.

Die Kommission untersucht und prüft ihre Zielstellungen und legt mithilfe von Ad-hoc-Beratungsgruppen und anderen Strukturen neue politische Richtungen fest.

Bemerkungen

Der Bericht basiert auf einem bestimmten Bereich des spezifischen Programms "Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums" unter dem Sechsten Rahmenprogramm.
Datensatznummer: 681 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30