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FP6

FP6-EURATOM - Mehrjähriges Rahmenprogramm 2002-2006 der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) im Bereich der Forschung und Ausbildung als Beitrag zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraumes.

Rahmenprogramm

FP6

Vorheriges Programm

EAEC-FWP-EAEC 2C

Nachfolgeprogramm

FP7-EURATOM

Programmfinanzierung

EUR 1 230 million

Referenz zum Amtsblatt

L 294 von 2002-10-29

Rechtsrahmen

2002/837/Euratom von 2002-09-30
Ziel dieses Programms ist die Unterstützung von Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen im Bereich der Kernenergie im Rahmen des Euratom-Vertrages.

Kurzbeschreibung

Wie bei den vorherigen Rahmenprogrammen ist ein separater rechtlicher Beschluss notwendig, um die Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen abzudecken, die im Nuklearsektor im Rahmen des Euratom-Vertrages implementiert werden. Für den Zeitraum von 2002 bis 2006 legt das Euratom-Rahmenprogramm die wissenschaftlichen und technologischen Ziele und Schwerpunkte der geplanten Maßnahmen fest. Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC - Joint Research Centre) wird dazu aufgefordert, die Implementierung des Rahmenprogrammes zu unterstützen.

Das mehrjährige Programm für Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen im Bereich der Kernenergie soll alle Forschungsmaßnahmen, technologischen Entwicklungen, internationalen Kooperationen, Verbreitungs- und Nutzungsmaßnahmen sowie Ausbildungsmaßnahmen in den folgenden Bereichen umfassen:
_ Abfallbehandlung und -lagerung;
_ kontrollierte thermonukleare Fusion;
_ andere Euratom-Maßnahmen;
_ die Euratom-Aktivitäten der Gemeinsamen Forschungsstelle.

Weitere Informationen zum neuen Rahmenprogramm sind über den Webdienst von CORDIS FP6 unter der folgenden Adresse erhältlich:
http://www.cordis.lu/fp6/

Unterteilung

Das spezifische Programm konzentriert sich auf die folgenden Schwerpunktbereiche:


_ Forschung zur Fusionsenergie
Es bestehen Hoffnungen, dass die Fusionsenergie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts einen Beitrag zu einer abgasfreien groß angelegten Produktion von Grundlaststrom leisten kann. Die globale Forschung auf diesem Gebiet ist schon sehr weit vorangeschritten und das langfristige Ziel besteht in der Errichtung eines Fusionskraftwerkes in Europa. Die EU bewirbt sich gerade darum, den Internationalen Thermonuklearen Experimentellen Reaktor (ITER) bereitstellen zu können, mit dessen Bau begonnen werden kann, sobald die internationalen Verhandlungen abgeschlossen sind.

Die Forschungsschwerpunkte in diesem Bereich werden sein:

- Physik- und Technologieprogramm der Assoziationen(
F&E in den Bereichen Fusionsphysik und Plasmatechnologie;
Strukturierte F&E-Maßnahmen im Bereich der Fusionstechnologie;
Untersuchungen von sozioökonomischen Aspekten zur Bewertung der ökonomischen Kosten und der sozialen Akzeptanz von Fusionsenergie).

- Die Nutzung der JET-Anlagen wird im Rahmen des Europäischen Abkommens zur Entwicklung der Fusionsforschung(EFDA) fortgesetzt.

- "Next Step"/ITER, im Euratom-Rahmenprogramm (2002-2006) ist die Fortsetzung der "Next Step"-Maßnahmen vorgesehen.

_ Behandlung von radioaktiven Abfällen
Der Mangel an einem allgemein gültigen Ansatz für die Abfallbehandlung und -beseitigung, besonders in Bezug auf langlebige Abfälle, ist eines der Haupthindernisse für eine weiterführende und zukünftige Nutzung von Kernenergie. Deshalb müssen mit Hilfe der Forschung Lagertechniken entwickelt und getestet, geeignete Anlagen untersucht und ein grundlegendes wissenschaftliches Verständnis der Sicherheitsverfahren gefördert werden.

Im Mittelpunkt der Forschung auf diesem Gebiet werden stehen:

- Forschung zur geologischen Endlagerung und daraus folgend Schaffung einer soliden technischen Grundlage. Mit dieser soll die Sicherheit bei der Endlagerung von verbrannten Brennstoffen und hochradioaktiven Abfällen in geologischen Formationen verdeutlicht und die Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Betrachtungsweise für die mit der Abfallbehandlung und -beseitigung zusammenhängenden wichtigsten Sachverhalte gestützt werden.

- Abtrennung, Transmutation sowie andere Konzepte zur Abfallvermeidung bei der Kernenergieerzeugung

_ Strahlenschutz
Um den in der Praxis bereits erreichten hohen Standard beim Strahlenschutz erhalten und verbessern zu können, sollte sich die Forschung in diesem Bereich auf die Klärung von Unsicherheiten hinsichtlich der Risiken konzentrieren, die aus einer Einwirkung der Strahlung in niedrigen und über einen längeren Zeitraum wirkenden Dosen resultieren. Hierbei handelt es sich noch immer um einen umstrittenen Sachverhalt.

Im Mittelpunkt der Forschung werden stehen:
- Quantifizierung der mit niedrigen und über einen längeren Zeitraum wirkenden Dosen verbundenen Risiken;
- Strahlenbelastung in der Medizin und natürliche Strahlungsquellen;
- Umweltschutz und Radioökologie;
- Risiko- und Notfallmanagement;
- Schutz am Arbeitsplatz.

_Weitere Tätigkeiten auf dem Gebiet der nuklearen Technologien und der nuklearen Sicherheit

Ziel ist es, EU-Strategien in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt zu unterstützen. Außerdem soll gewährleistet werden, dass die europäischen Fähigkeiten in wichtigen Bereichen, die nicht von den Themenschwerpunkten abgedeckt werden, auf einem hohen Niveau gehalten werden. Des weiteren soll ein Beitrag zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraumes geleistet werden.

Im Mittelpunkt der Forschung werden stehen:

- Innovative Konzepte zur Bewertung des Potentials von innovativen Konzepten und zur Entwicklung von verbesserten und sichereren Prozessen im Bereich der Kernenergie (
Europäische Bildung und Ausbildung in die Bereiche nukleare Sicherheit und Strahlenschutz einbeziehen;
Verbesserung der Sicherheit von existierenden Nuklearanlagen in den Mitglieds- und Kandidatenstaaten). .

Ausführung

Die Kommission ist für die Implementierung des spezifischen Programms verantwortlich. Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) wird dazu aufgefordert, die Umsetzung des Rahmenprogramms zu unterstützen und das besonders in den Bereichen, in denen sie objektive und unabhängige Fachkenntnisse bereitstellen und bei der Implementierung von anderen Richtlinien der Gemeinschaft eine wichtige Rolle einnehmen kann.

Die Kommission wird jährlich einen Bericht zum Fortschritt bei der Umsetzung des Euratom-Rahmenprogramms herausgeben. Außerdem soll die Implementierung der Maßnahmen einer unabhängigen Bewertung unterzogen werden, die rechtzeitig und vor der Einreichung der Vorschläge für das nächste Rahmenprogramm zu erfolgen hat.

Alle unter dem Rahmenprogramm durchgeführten Forschungsmaßnahmen müssen sich an grundlegende ethische Prinzipien halten.

Das Rahmenprogramm steht für eine Teilnahme der folgenden Länder offen:
_ EEA-Staaten;
_ Kandidatenstaaten;
_ Türkei;
_ Schweiz und Israel.

. Dieses Programm sollte auf flexible, effiziente und transparente Art und Weise umgesetzt werden und maßgebliche Interessen, besonders die von wissenschaftlichen, industriellen und politischen Gemeinschaften und Nutzerverbänden berücksichtigen. Die unter dem Programm durchgeführten Forschungsmaßnahmen sollten gegebenenfalls an die Anforderungen der Richtlinien der Gemeinschaft sowie an wissenschaftliche und technologische Entwicklungen angepasst werden.

Bemerkungen

Für das Programm existieren momentan noch keine offiziellen Abkürzungen.
Datensatznummer: 704 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30