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FP6

FP6-FOOD - Lebensmittelqualität und -sicherheit: Themenschwerpunkt 5 im Programm "Bündelung und Integration der Forschung der Europäischen Gemeinschaft" 2002-2006.

Rahmenprogramm

FP6

Vorheriges Programm

FP5-LIFE QUALITY

Programmfinanzierung

EUR 753 million

Referenz zum Amtsblatt

L294/ von 2002-10-29

Rechtsrahmen

2002/834/EC von 2002-09-30
¿Lebensmittelqualität und -sicherheit' (Schwerpunktbereich 5) zielt auf die Gewährleistung der Gesundheit und des Wohlergehens der europäischen Bürger durch ein besseres Verständnis des Einflusses der Nahrungsaufnahme und der Umweltfaktoren auf die menschliche Gesundheit. Außerdem sollen den europäischen Verbrauchern sichere, hochwertige und gesundheitsfördernde Lebensmittel einschließlich Meeresfrüchte angeboten werden. Das wird durch vollständig kontrollierte und integrierte Produktionssysteme in der Landwirtschaft, der Aquakultur und der Fischerei erreicht.

Kurzbeschreibung

Das Sechste Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung ist in drei Hauptaktivitätsbereiche unterteilt: ¿Bündelung und Integration der Forschung der Europäischen Gemeinschaft', ¿Strukturierung des europäischen Forschungsraumes' sowie ¿Stärkung der Grundlagen des Europäischen Forschungsraumes'. ¿Lebensmittelqualität und -sicherheit' ist einer der Themenschwerpunkte innerhalb des Bereichs ¿Bündelung und Integration der Forschung der Europäischen Gemeinschaft'. Auf die Themenschwerpunkte (insgesamt sieben) des Bereichs ¿Bündelung und Integration der Forschung der Europäischen Gemeinschaft' entfällt der Großteil der Ausgaben unter dem Sechsten Rahmenprogramm. Mit einer hochfokussierten gemeinschaftlichen Forschungsanstrengung und einer offenen Koordinierung mit regionalen, nationalen, europäischen und internationalen Rahmenprogrammen sollen die allgemeinen Ziele der verschiedenen Schwerpunkte erreicht werden.

In den sieben spezifischen Forschungsschwerpunkten und ihren Zielen widerspiegelt sich eine verbraucherorientierte Herangehensweise. ¿Lebensmittelqualität und -sicherheit' widmet sich erneut dem klassischen Ansatz ¿vom Bauernhof auf die Gabel'. Mit dem Schwerpunkt soll gewährleistet werden, dass der Verbraucherschutz wichtigste Triebkraft für die Entwicklung neuer und sichererer Lebensmittel- und Produktionsketten ist. Das wird insbesondere durch Verfahren der Biotechnologie möglich, welche die neuesten Ergebnisse der Genomforschung einbeziehen.

Diese verbraucherorientierte Herangehensweise widerspiegelt sich in den sieben spezifischen Forschungszielen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf integrierten Forschungsansätzen, die verschiedene spezifische Ziele in sich vereinen. Angesichts der Tatsache, dass kleine Unternehmen ein wichtiger Bestandteil des Lebensmittelsektors sind, wird der Erfolg der durchgeführten Maßnahmen von der Anpassung des Wissens und der Prozesse an die speziellen Merkmale dieser Unternehmen abhängen.

Unterteilung

Die unter dem Themenschwerpunkt ¿Lebensmittelqualität und -sicherheit' durchgeführten Maßnahmen der Gemeinschaft schließen die folgenden Bereiche ein:

1. Epidemiologie ernährungsbedingter Erkrankungen und Allergien:
Ziel ist die Untersuchung der komplexen Wechselwirkungen zwischen Ernährung und Stoffwechsel, Immunsystem, genetischem Hintergrund und Umweltfaktoren, um die wichtigsten Risikofaktoren zu bestimmen und einheitliche europäische Datenbanken zu erstellen.
Forschungsschwerpunkte: epidemiologische Studien zu den Auswirkungen der Ernährung, der Lebensmittelzusammensetzung und des Lebensstils auf die Verbrauchergesundheit, auf bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Kinder sowie auf die Vorbeugung oder Entstehung bestimmter Krankheiten, Allergien und Störungen; Methoden zur Messung und Analyse der Lebensmittelzusammensetzung und Nahrungsaufnahme, Risikobewertung, epidemiologische Modelle und Interventionsmodelle; Einflüsse der genetischen Variabilität unter Verwendung der Fortschritte in der funktionellen Genomik.

2. Auswirkungen von Lebensmitteln auf die Gesundheit:
Ziel ist die Bereitstellung der wissenschaftlichen Grundlage für die gesundheitsbewusste Ernährung und die Entwicklung von neuen gesundheitsfördernden Lebensmitteln durch ein verbessertes Verständnis des Lebensmittelstoffwechsels und die Nutzbarmachung der Möglichkeiten, die Proteomik und Biotechnologie heute bieten. Zu diesen neuen Lebensmitteln gehören beispielsweise neue Erzeugnisse, Erzeugnisse aus der ökologischen Landwirtschaft, funktionelle Lebensmittel, Produkte mit genetisch veränderten Organismen und Produkte, die auf die jüngsten biotechnologischen Entwicklungen zurückgehen.
Forschungsschwerpunkte: allgemeine Beziehungen zwischen Ernährung und Gesundheit; gesundheitsfördernde und krankheitsvorbeugende Eigenschaften von Lebensmitteln; Auswirkung von Lebensmittelbestandteilen, Krankheitserregern, chemischen Verunreinigungen und neuen Erregern wie Prionen auf die Gesundheit; Nährstoffbedarf und gesundheitsfördernde Interventionsstrategien; Determinanten der Verbrauchereinstellung zu Lebensmitteln und ihrer Erzeugung; Methoden zur Risiko-Nutzen-Analyse von Nährstoffen und bioaktiven Bestandteilen; Besonderheiten verschiedener Bevölkerungsgruppen, insbesondere von älteren Menschen und Kindern.

3. ¿Rückverfolgbarkeit' aller Prozese innerhalb der Produktionskette:
Ziel ist die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlage für die lückenlose Rückverfolgbarkeit von beispielsweise genetisch veränderten Organismen zu gewährleisten. Damit soll das Verbrauchervertrauen in die Lebensmittelversorgung gestärkt werden.
Forschungschwerpunkte: Entwicklung, Validierung und Harmonisierung von Technologien und Verfahren (zur Gewährleistung der lückenlosen Rückverfolgbarkeit innerhalb der Nahrungskette); Skalierung, Implementierung und Validierung von Methoden für die gesamte Nahrungskette; Sicherstellung der Unverfälschtheit; Gültigkeit der Kennzeichnung und Anwendung von HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Point - Gefahrenanalyse und kritischer Kontrollpunkt) auf die gesamte Nahrungskette.

4. Analyse-, Nachweis- und Kontrollverfahren:
Ziel ist es, einen Beitrag zur Entwicklung, Verbesserung, Validierung und Harmonsierung von zuverlässigen und kosteneffektiven Auswahl- und Messstrategien für chemische Verunreinigungen und krankheitserregende Mikroorganismen (bestehende und neu entstehende wie Viren, Bakterien, Hefepilze, Pilze, Parasiten und neue Erreger wie Prionen einschließlich der Entwicklung von Tests zur Diagnose von BSE und Scrapie am lebenden Tier). Damit soll die Kontrolle der Sicherheit von Lebens- und Futtermittelversorgung unterstützt werden und genaue Daten für die Risikoanalyse bereitgestellt werden.
Forschungsschwerpunkte: Methoden und Richtlinien für die Analyse und Erkennung von Krankheitserregern und chemischen Verunreinigungen in Lebensmitteln einschließlich pränormativer Aspekte; Modellierung und Ansätze zur Verbesserung von bestehenden Vorbeugungs- und Kontrollstrategien; Tests zum Nachweis und zur geographischen Zuordnung von Prionen; Übertragung und Lebensdauer von Prionen.

5. Sicherere und umweltfreundliche Herstellungsverfahren und -technologien sowie gesündere Lebensmittel:
Ziel ist die Entwicklung von landwirtschaftlichen Systemen mit geringeren Inputs (Landwirtschaft und Aquakultur) auf Grundlage von Systemen wie der integrierten Produktion, Methoden mit geringerem Input einschließlich ökologischer Landwirtschaft und unter Einsatz der Pflanzen- und Tierforschung und der Biotechnologie. Durch verbesserte Verarbeitungsverfahren sollen sicherere, gesündere, nahrhafte, funktionelle und abwechslungsreiche Lebens- und Futtermittel erzeugt werden. Außerdem soll die Lebens- und Futtermittelqualität durch innovative Technologien verbessert werden.
Forschungsschwerpunkte: Entwicklung von verbesserten integrierten Produktionssystemen, Anbaumethoden mit geringeren Inputs, ökologischen Anbauverfahren, einer auf genetisch veränderten Organismen (GVO) basierten Produktion sowie von Verarbeitungs- und Verteilungsverfahren und innovativen Technologien für sicherere, nahrhafte und hochwertige Lebens- und Futtermittel; individuelle und vergleichende Beurteilung der Sicherheit, Qualität, Umweltauswirkung und Wettbewerbsfähigkeit verschiedener Produktionsmethoden und Lebensmittel; Verbesserung der Tierhaltung, Abfallbehandlung und des Tierschutzes von der Haltung bis zum Schlachthof; Anwendung von Pflanzen- und Tierforschung und Biotechnologie einschließlich der Nutzung der Genomik bei der Entwicklung von hochwertigeren Lebensmittelrohstoffen und nahrhaften Lebensmitteln.

6. Auswirkung der Tierernährung auf die menschliche Gesundheit:
Ziel ist ein verbessertes Verständnis der Rolle der Tierernährung bei der Lebensmittelsicherheit, um die Nutzung von unerwünschten Rohstoffen zu verringern und neue alternative Tierfutterquellen zu entwickeln. Die Forschungen zur Tierernährung schließen Erzeugnisse mit genetisch veränderten Organismen sowie die Nutzung von Abfallprodukten unterschiedlicher Herkunft für die Tierernährung ein.
Forschungsschwerpunkte: epidemiologische Studien zu Lebensmittelkrankheiten, die ihre Ursache in der Tierernährung haben; Einfluss von Rohstoffen einschließlich Abfällen und Nebenprodukten verschiedener Herkunft, Verarbeitungsverfahren, in Tierfutter enthaltenen Zusatzstoffen und Tiermedikamenten auf die Gesundheit von Tieren und Menschen; verbesserte Abfallbehandlung und -entsorgung, um bestimmte hochriskante und nicht für den Verzehr geeignete Materialien aus der Nahrungskette auszuschließen; neue Protein-, Fett- und Energiequellen neben Fleisch und Knochenmehl für optimales Tierwachstum, reproduktives Potenzial und Lebensmittelqualität.

7. Umweltbedingte Gesundheitsrisiken:
Ziel ist die Ermittlung gesundheitsschädlicher Umweltfaktoren, das Verständnis der beteiligten Mechanismen sowie die Vorbeugung und Minimierung von Auswirkungen und Risiken.
a) Risiken in der Nahrungskette (chemische, biologische und physikalische);
b) Kombinierte Einwirkung von zugelassenen Stoffen (einschließlich Einfluss von lokalen Umweltkatastrophen und Umweltverschmutzung auf die Lebensmittelsicherheit). Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den kumulativen Risiken, den Übertragungswegen auf den Menschen, den langfristigen Auswirkungen, der Auswirkung schwacher Dosen sowie dem Einfluss auf Risikogruppen (insbesondere Kinder).
Forschungsschwerpunkte: Bestimmung von kausalen Wirkstoffen einschließlich Schadstoffen, von physiologischen Mechanismen sowie von ernährungsbedingten Umweltrisiken; Verständnis der Wirkungspfade und Beurteilung der kumulativen, niedrig dosierten und kombinierten Exposition; Langzeiteffekte; Beschreibung und Schutz von Risikogruppen; ökologische Ursachen und Mechanismen, die für den Anstieg von Allergien verantwortlich sind; Einfluss von Stoffen, die Störungen des Hormonsystems verursachen; chronische chemische Verschmutzung und kombinierte Umweltexposition sowie Übertragung von Krankheiten über das Wasser (Parasiten, Viren, Bakterien usw.).

Die innerhalb dieses Themenschwerpunkts durchgeführten Forschungsmaßnahmen werden explorative Forschungsarbeiten auf dem neuesten Wissensstand einschließen, die sich auf Themen beziehen, welche eng mit einem oder mehreren der angesprochenen Themen zusammenhängen. Es werden zwei komplementäre Ansätze genutzt: einer wird rezeptiv und offen sein, während der andere proaktiv ausgerichtet ist.

Ausführung

Die Kommission ist verantwortlich für die Implementierung des spezifischen Programms. Die Kommission wird ein Arbeitsprogramm für die Implementierung des spezifischen Programms ausarbeiten, in dem die Ziele, die wissenschaftlichen und technologischen Schwerpunkte sowie ein Zeitplan für die Realisierung detailliert beschrieben sind. Das Arbeitsprogramm bezieht dabei die relevanten Forschungsarbeiten in den Mitgliedsstaaten, assoziierten Ländern sowie bei europäischen und internationalen Organisationen ein und wird bei Bedarf aktualisiert.

Die Kommission wird hierbei von einem Komitee unterstützt. Die Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte zu den allgemeinen Fortschritten bei der Umsetzung des spezifischen Programms, unter anderem auch zu finanziellen Gesichtspunkten und zur Nutzung der Instrumente. Die Kommission organisiert außerdem die unabhängige Überwachung und Bewertung der Maßnahmen, die in den vom spezifischen Programm abgedeckten Bereichen durchgeführt werden.

Die neuen Instrumente - Exzellenznetze und integrierte Projekte - werden ab dem Beginn des Programms genutzt und, wenn es als angemessen erachtet wird, als prioritäre Maßnahme verwendet. Die Projektgrößte dient jedoch nicht als Ausschlusskriterium und der Zugang zu neuen Instrumenten wird für KMU und andere kleine Einrichtungen gewährleistet. Die Nutzung von spezifischen zielorientierten Projekten und Koordinierungsmaßnahmen wird beibehalten.

Neben Forschung und technologischer Entwicklung können Exzellenznetze und integrierte Projekte die folgenden Maßnahmen einschließen, wenn diese für die Forschungsziele von besonderer Bedeutung sind:
- Demonstration, Verbreitung und Nutzung;
- Kooperation mit Forschern und Forschungsteams aus Drittstaaten;
- Personalentwicklung einschließlich der Förderung der Ausbildung von Forschern; Entwicklung von Forschungseinrichtungen und -infrastruktur, die von besonderer Bedeutung für die durchgeführten Forschungsmaßnahmen sind; sowie Förderung einer besseren Vernetzung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, einschließlich Frauen in der Wissenschaft.

Spezifische zielorientierte Forschungsprojekte, Koordinierungsmaßnahmen und spezifische unterstützende Maßnahmen können auch in Zusammenhang mit der ¿Exzellenztreppe' bei der Implementierung der Themenschwerpunkte genutzt werden.

In bestimmten Fällen kann eine zusätzliche Zuwendung aus den Strukturfonds gewährt werden. Das trifft zu, wenn ein Projekt die unter dem Rahmenprogramm bewilligte maximal mögliche Kofinanzierung oder einen Gesamtzuschuss erhält. Im Falle der Beteiligung von Einrichtungen aus den assoziierten Bewerberstaaten kann unter ähnlichen Bedingungen eine zusätzliche Zuwendung aus beitrittsvorbereitenden finanziellen Instrumenten gewährt werden. Wenn Organisationen aus Mittelmeer- oder Entwicklungsländern teilnehmen, kann für diese eine Zuwendung aus dem MEDA-Programm und den finanziellen Instrumenten der gemeinschaftlichen Entwicklungshilfe in Betracht gezogen werden.

Bei der Durchführung des Programms kann die Kommission technische Unterstützung in Anspruch nehmen. Im Jahr 2004 hat eine unabhängige Expertengruppe eine Beurteilung der Effizienz der Instrumente bei der Ausführung des Sechsten Rahmenprogramms vorgenommen.

Bei der Durchführung dieses Programms und bei den sich daraus ergebenden Forschungsaktivitäten müssen die ethischen Grundprinzipien beachtet werden. Dazu gehören die in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegten Prinzipien und die folgenden Grundsätze: Schutz der Menschenwürde und des menschlichen Lebens, Datenschutz und Schutz der Privatsphäre sowie Schutz von Tieren und Umwelt in Übereinstimmung mit dem Gemeinschaftsrecht, zutreffenden internationalen Konventionen und Verhaltensregeln.
Die Meinungen der Europäischen Beratergruppe für Fragen der Ethik in der Biotechnologie (1991-1997) sowie die Standpunkte der Europäischen Gruppe für Ethik in Wissenschaft und bei Neuen Technologien (seit 1998) werden ebenfalls Beachtung finden.

Bemerkungen

Der folgende Bericht wurde von CORDIS für die interne Verwaltung seiner Datenbank erstellt. Der Bericht basiert auf Themenschwerpunkt 5 des Sechsten Rahmenprogramms.
Datensatznummer: 714 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30
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