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FP6

FP6-SME - Horizontale Forschungsmaßnahmen unter Beteiligung der KMU: Spezifische Tätigkeiten, die einen weiter gefassten Forschungsbereich unter dem Programm Konzentration und Bündelung der Gemeinschaftsforschung 2002-2006 abdecken.

Rahmenprogramm

FP6

Vorheriges Programm

FP5-INNOVATION-SME

Programmfinanzierung

EUR 430 million

Referenz zum Amtsblatt

L294/ von 2002-10-29

Rechtsrahmen

2002/834/EC von 2002-09-30
Unterstützung von KMU bei der Internationalisierung bei der Suche nach neuen Märkten und Geschäftsmöglichkeiten, beim Umgang mit einem immer schärferen Wettbewerb durch die Vollendung des Binnenmarktes und beim Umgang mit der Notwendigkeit, ständig Innovationen durchzuführen und dem technologischen Fortschritt zu folgen.

Kurzbeschreibung

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind von zentraler Bedeutung für die europäische Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen, da sie nicht nur die überwiegende Mehrheit der europäischen Unternehmen darstellen, sondern da von ihnen auch die Dynamik und die Veränderungen an den neuen Märkten ausgehen, insbesondere bei den Spitzentechnologien. Trotz ihrer heterogenen Struktur sehen sich alle KMU durch die Vollendung des Binnenmarktes mit einem immer schärferen Wettbewerb und mit der Notwendigkeit konfrontiert, ständig Innovationen durchzuführen und dem technologischen Fortschritt zu folgen. Außerdem müssen und wollen sich immer mehr KMU auf der Suche nach neuen Märkten und wirtschaftlichen Möglichkeiten internationalisieren.

Die KMU werden sich zum größten Teil über Exzellenznetze, integrierte Projekte und spezielle gezielte Forschungsprojekte an den Tätigkeiten im Rahmen der vorrangigen Themenbereiche beteiligen. Zudem sind für KMU spezifische Maßnahmen im Bereich der Kollektiv- und der Kooperationsforschung vorgesehen. Diese werden sich in erster Linie an die große Gruppe von KMU richten, die zwar über Innovationspotenziale, aber nur begrenzte Forschungskapazitäten verfügen. Die Kooperationsforschung wird es innovativen KMU jedoch auch ermöglichen, mit Universitäten und Forschungszentren zusammenzuarbeiten. Insgesamt sollen zusätzlich zu den horizontalen Maßnahmen für KMU mindestens 15 Prozent des Haushalts für die sieben vorrangigen Themenbereiche dieses Programms für KMU bereitgestellt werden.

Unterteilung

_ Kollektivforschung
Bei der Kollektivforschung führen FTE-Akteure im Namen von Industrieverbänden oder -gruppierungen Forschungsarbeiten durch, um die Wissensbasis großer Gruppen von KMU zu erweitern und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit allgemein zu verbessern. Werden diese Maßnahmen im europäischen Maßstab und über größere Projekte mit mehrjähriger Laufzeit durchgeführt, können auf diese Weise die technologischen Bedürfnisse großer Bereiche der Industrie abgedeckt werden. Über Strukturen, die in vielen Mitgliedstaaten vorhanden sind, soll diese Maßnahme industriellen Gruppierungen die Möglichkeit geben, den gemeinsamen Forschungsbedarf einer Vielzahl von KMU auf europäischer Ebene zu ermitteln und zu formulieren. Sie dürfte insgesamt zur Verbesserung der technologischen Grundlagen ganzer Industriebranchen in Europa beitragen. Durch die Herstellung von Kontakten zwischen industriellen Gruppierungen in verschiedenen Ländern und die Finanzierung größerer Projekte mit mehr Verantwortung für Projektkoordinatoren wird sie außerdem zur Strukturierung der Kollektivforschung im Hinblick auf die Ziele des Europäischen Forschungsraums beitragen.

Projekte der Kollektivforschung könnten z.B. folgende Themen abdecken: - Forschung zur Lösung gemeinsamer Probleme/Aufgaben (z.B. zur Erfüllung rechtlicher Auflagen, Umweltleistung);
- Pränormative Forschung (d.h. Forschung zur Entwicklung einer wissenschaftlichen Grundlage für europäische Normen);
- Forschung zur Stärkung der technologischen Grundlagen bestimmter Bereiche;
- Entwicklung "technologischer Werkzeuge" (z. B. Diagnose, Sicherheitsausrüstung).

_ Kooperationsforschung
Bei der Kooperationsforschung beauftragt eine begrenzte Zahl von KMU aus verschiedenen Ländern und mit spezifischen Problemen oder Anforderungen einen außenstehenden FTE-Akteur mit der Durchführung der jeweiligen Forschung, ist aber Eigentümer der Ergebnisse. Die Projekte sind relativ kurzfristig und können je nach den spezifischen Anforderungen und Problemen der betreffenden KMU jeden Forschungsbereich oder -sektor betreffen. Andere Unternehmen (d.h. keine KMU) und Endnutzer können sich ebenfalls an Projekten der Kooperationsforschung beteiligen, solange sie keine beherrschende Rolle spielen und nur beschränkten Zugang zu den Ergebnissen haben. Diese Tätigkeiten können auch von innovativen KMU und KMU der Hochtechnologiebranche in Zusammenarbeit mit Forschungszentren und Universitäten durchgeführt werden.

Ausführung

_ Kollektivforschung
Die Projekte werden auf der Grundlage sorgfältig definierter Leitlinien von Industrieverbänden oder anderen auf europäischer Ebene gebildeten Gruppierungen oder von mindestens 2 einzelstaatlichen Industrieverbänden/industriellen Gruppierungen aus verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Auch europäische wirtschaftliche Interessenvereinigungen, die die Interessen von KMU vertreten, sind zulässig. Eine "Kerngruppe" der an den einzelnen Projekten beteiligten KMU wird jeweils die Fortschritte von der Definitionsphase der Forschung bis zur Verbreitung der Ergebnisse überwachen. Für die Festlegung von Bereichen und die Auswahl der Vorschläge ist ein zweistufiges Verfahren vorgesehen (Aufforderung zur Einreichung von Projektskizzen und nach der Weiterentwicklung der in der ersten Runde ausgewählten Skizzen zu vollständigen Vorschlägen Bewertung und Auswahl anhand dieser Vorschläge).

Der Umfang der Mittel und die vertraglichen Bestimmungen für Projekte der Kollektivforschung hängen von den jeweiligen Zielen ab:
- Projekte, die auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eines bestimmten industriellen Sektors abzielen, können maximal einen Gemeinschaftsbeitrag in Höhe von 50 Prozent der gesamten erstattungsfähigen Kosten erhalten. In diesen Fällen wird der Vertragspartner (die industriellen Gruppierungen) Eigentümer der Ergebnisse.
- Projekte mit starker legislativer oder "Gemeinwohl"-Komponente (z.B. Umweltschutz, Verbesserungen im Bereich Public Health) könnten mehr Mittel erhalten. In diesen Fällen wird der Schwerpunkt auf einer europaweiten Verbreitung der Forschungsergebnisse liegen.
In allen Fällen soll die Verbreitung der Ergebnisse unter den KMU z.B. durch besondere Ausbildungs- und Demonstrationsmaßnahmen ("Übernahmemaßnahmen") erfolgen.

_ Kooperationsforschung
Die Kooperationsforschung wird über unbefristet geltende Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt. Information und Beratung zu den Möglichkeiten der Beteiligung von KMU erfolgen über von der Kommission eingerichtete Anlaufstellen sowie über das Netz nationaler Kontaktstellen. Innerhalb dieses Tätigkeitsbereichs erfolgt auch die Koordinierung eines speziellen Netzes von KMU-Kontaktstellen in den Mitgliedstaaten und in den assoziierten Ländern, um die KMU auf regionaler und nationaler Ebene mit Informationen zu versorgen und ihnen bei der Beteiligung am Rahmenprogramm (einschließlich Exzellenznetze und integrierte Projekte) Unterstützung anzubieten. Eine enge Koordinierung mit den Maßnahmen im Bereich des wirtschaftlichen und technologischen Wissens und den Innovationsförderungsdiensten unter dem Titel "Forschung und Innovation" wird sicherstellen, dass die KMU von allen vorgesehenen Instrumenten und Tätigkeiten profitieren.

Bemerkungen

Der Eintrag basiert auf einer spezifischen Tätigkeit, die einen weiter gefassten Forschungsbereich des Sechsten Rahmenprogramms abdeckt.
Datensatznummer: 720 / Zuletzt geändert am: 2003-02-27