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FP6

FP6-MOBILITY - Humanressourcen und Mobilität im spezifischen Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration "Strukturierung des Europäischen Forschungsraums" im Sechsten Rahmenprogramm 2002-2006

Rahmenprogramm

FP6

Vorheriges Programm

FP5-HUMAN POTENTIAL

Programmfinanzierung

EUR 1 732 million

Referenz zum Amtsblatt

L294/ von 2002-10-29

Rechtsrahmen

2002/835/EC von 2002-09-30
Das strategische Gesamtziel von Humanressourcen und Mobilität liegt in der Bereitstellung einer umfassenden Unterstützung für die Entwicklung zahlreicher und dynamischer Humanressourcen von Weltklasse im europäischen Forschungssystem. Man beabsichtigt, transnationale Mobilität für Schulungszwecke zu fördern, Fachwissen zu entwickeln, wissenschaftliche Spitzenforschung und den Wissensaustausch zwischen verschiedenen Sektoren voranzutreiben und Europa für Forscher aus Drittstaaten attraktiver zu gestalten.

Kurzbeschreibung

In Hinblick auf die erfolgreiche Schaffung des Europäischen Forschungsraums umfasst die Aktivität Humanressourcen und Mobilität eine zusammenhängende Reihe von Maßnahmen, die größtenteils auf der Finanzierung strukturierter Mobilitätspläne für Forscher basieren. Diese sind im Wesentlichen auf die Entwicklung und den Transfer von Forschungskompetenzen, die Festigung und Ausdehnung der Karriereaussichten der Forscher sowie die Förderung von Spitzenleistungen in der europäischen Forschung ausgerichtet. Alle Maßnahmen im Rahmen dieser Aktivität werden als "Marie Curie"-Maßnahmen bezeichnet.

Die Aktivität steht allen Bereichen der wissenschaftlichen und technologischen Forschung offen, die zu den FTE-Zielen der Gemeinschaft beitragen. Ebenso stehen alle Maßnahmen denjenigen Organisationen zur Verfügung, die sich aktiv mit Forschung oder Forschungsausbildung beschäftigen. Dabei sollte beachtet werden, dass hierzu auch Forschungsteilnehmer aus der Industrie, u.a. KMU, zählen.

Innerhalb dieser Aktivität richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf:
- Die Beteiligung von Frauen an allen Maßnahmen sowie auf die Förderung von angemessenen Maßnahmen für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen in der Forschung. Ziel ist, dass mindestens 40 % der in der Forschung tätigen Personen Frauen sind.
- Die persönlichen Umstände in Zusammenhang mit Mobilität, insbesondere mit Hinblick auf die Familie, die berufliche Entwicklung und Sprachen.
- Die Entwicklung von Forschungsaktivitäten in den weniger bevorzugten Regionen der EU, den neuen Mitgliedsstaaten und den assoziierten Bewerberstaaten.
- Das Bedürfnis nach einer stärkeren und effektiveren Kooperation zwischen den einzelnen Forschungsdisziplinen sowie zwischen Wissenschaft und Industrie, einschließlich KMU.

Mit dem Ziel einer weiteren Stärkung des Humanpotenzials für die europäische Forschung richtet sich diese Aktivität auch darauf, die besten und viel versprechendsten Forscher aus Drittstaaten anzulocken, die Ausbildung von europäischen Forschern im Ausland zu fördern sowie die Rückkehr von europäischen Wissenschaftlern anzuregen, die außerhalb Europas ansässig sind.

Unterteilung

Die Aktivität Humanressourcen und Mobilität umfasst vier Hauptmaßnahmenbereiche:

1.) Marie Curie-Institutsmaßnahmen
Diese Maßnahmen richten sich auf die Unterstützung von Forschungsnetzwerken, Forschungsorganisationen und -unternehmen, insbesondere KMU, bei der Bereitstellung von strukturierten globalen Plänen für die transnationale Ausbildung und Mobilität von Forschern sowie bei der Entwicklung und dem Austausch von Forschungskompetenzen. Die betroffenen Maßnahmen sollen eine stark strukturierende Auswirkung auf das europäische Forschungssystem haben, speziell durch die Unterstützung von Nachwuchsforschern bei der Verfolgung einer Karriere in der Forschung.
a) Marie Curie-Forschungsausbildungsnetze
Diese Netzwerke bieten die Mittel für Forschungsteams von anerkanntem internationalen Format, um sich im Rahmen eines wohl definierten kollaborativen Forschungsprojektes zusammenzufinden. Ziel ist die Formulierung und Implementierung eines strukturierten Ausbildungsprogramms für Forscher in einem bestimmten Forschungsbereich. Netzwerke werden einen zusammenhängenden, aber flexiblen Rahmen für die Ausbildung und professionelle Weiterbildung von Forschern, besonders für die frühen Phasen ihrer Forscherkarriere, bereitstellen. Netzwerke zielen außerdem darauf, eine kritische Masse von qualifizierten Forschern zu schaffen, besonders in sehr stark spezialisierten und/oder fragmentierten Bereichen, sowie einen Beitrag zur Überwindung von institutionellen und disziplinären Grenzen zu leisten, besonders durch die Förderung der multidisziplinären Forschung.
b) Marie Curie-Institutstipendien für die Forschungsausbildung von Nachwuchswissenschaftlern
Diese Stipendien richten sich an Hochschuleinrichtungen und Forschungsinstitutionen, Ausbildungszentren und Unternehmen mit dem Ziel, deren Ausbildungsfähigkeiten zu stärken. Die Maßnahme richtet sich an Forscher, die sich in der Anfangsphase ihrer beruflichen Karriere befinden. Schwerpunkt ist die Aneignung von speziellen wissenschaftlichen und technologischen Kompetenzen in der Forschung sowie von zusätzlichen Fähigkeiten.
c) Marie Curie-Institutsstipendien für den Wissenstransfer
Diese Stipendien werden sich an europäische Organisationen (Universitäten, Forschungszentren, Unternehmen usw.) richten, die neue Kompetenzbereiche schaffen müssen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Entwicklung von Forschungskapazitäten in den weniger bevorzugten Regionen der EU und den assoziierten Staaten.
d) Marie Curie-Konferenzen und Lehrgänge
Durch diese Konferenzen und Lehrgänge können Nachwuchswissenschaftler von den Erfahrungen führender Forscher profitieren. Unterstützt werden spezielle Ausbildungsaktivitäten (einschließlich virtueller Maßnahmen), die bestimmte europäischen Leistungen und Interessen hervorheben.

2.)Marie Curie-Individualmaßnahmen
Die Maßnahmen richten sich auf die Unterstützung der beruflichen Entwicklung von einzelnen Forschern, die gerade dabei sind, Positionen von professioneller Reife und Unabhängigkeit zu übernehmen. Dabei soll den speziellen Anforderungen der Forscher entsprochen werden mit dem Ziel, individuelle Kompetenzen zu ergänzen, besonders mit Hinblick auf Inter-/ Multidisziplinarität, Forschungsmanagementfähigkeiten sowie Mobilität zwischen den Sektoren. Die Maßnahmen widmen sich auch den Verbindungen zwischen europäischen Forschern und Forschern aus Drittstaaten.
a) Marie Curie-Intraeuropäische Stipendien
Diese Stipendien ermöglichen es den aussichtsreichsten Forschern der EU und der assoziierten Staaten, eine Ausbildung durch Forschung in den europäischen Institutionen zu erfahren, die sich am besten für die individuellen Anforderungen eignen. Das Thema wird vom Forscher in Zusammenarbeit mit dem Betreuer frei und mit Hinblick auf die Vertiefung oder Erweiterung seiner Kenntnisse gewählt.
b) Marie Curie-Stipendien für die Betätigung europäischer Wissenschaftler außerhalb Europas
Diese Stipendien werden an Forscher aus der EU oder den assoziierten Staaten vergeben, damit diese in errichteten Forschungszentren in Drittstaaten arbeiten und gleichzeitig ihre internationalen Forschungserfahrungen ausbauen können.

3.) Marie Curie-Maßnahmen zur Förderung und Anerkennung herausragender Kapazitäten
Diese Aktionen richten sich auf die Förderung und Anerkennung herausragender Kapazitäten in der europäischen Forschung und erhöhen dabei deren Transparenz und Attraktivität. Ihr Ziel ist es, europäische Forschungsteams, insbesondere auf neuen bzw. aufstrebenden Forschungsgebieten, zu fördern und persönliche Leistungen europäischer Forscher hervorzuheben.
a) Marie Curie-Beihilfen für Spitzenforscher
Diese Beihilfen sollen den Aufbau und die Weiterentwicklung europäischer Forschungsteams unterstützen, von denen angenommen wird, dass sie das Potenzial zu Höchstleistungen, insbesondere bei Spitzen- oder interdisziplinären Forschungsaktivitäten, haben.
b) Marie Curie-Preise für Spitzenleistungen
Bei diesen Anerkennungen handelt es sich um wissenschaftliche Preise, die eine öffentliche Anerkennung für die Spitzenleistungen von Forschern darstellen sollen, die in der Vergangenheit von der Unterstützung durch Ausbildungs- oder Mobilitätsmaßnahmen der Gemeinschaft profitiert haben.
c) Marie Curie-Lehrstühle
Diese Lehrstühle werden vergeben, um Spitzen-Lehraufträge zu unterstützen und so insbesondere Forscher von Weltrang anzuziehen und zu ermutigen, ihre Karriere in Europa fortzusetzen.

4.) Marie Curie-Maßnahmen für Rückkehr und Wiedereingliederung
a) Marie Curie-Europäische Wiedereingliederungsbeihilfen
Diese Beihilfen richten sich an Forscher aus der EU und den assoziierten Staaten, die gerade an einer Marie Curie-Maßnahme von mindestens zwei Jahren Dauer teilgenommen haben. Der Mechanismus wird die berufliche Wiedereingliederung des Forschers unterstützen, dabei liegt die Priorität auf der Wiedereingliederung in sein Heimatland bzw. seine Herkunftsregion.
b) Marie Curie-Internationale Wiedereingliederungsbeihilfen
Ein ähnlicher Mechanismus wie die Marie Curie-Europäische Wiedereingliederungsbeihilfe, der allerdings eine längere Periode, bis zu zwei Jahren, abdeckt. Er richtet sich an europäische Forscher, die für mindestens 5 Jahre einer Forschungsarbeit außerhalb Europas nachgegangen sind und nach Europa zurückkehren möchten, ganz gleich, ob sie während dieser Zeit von einer Marie Curie-Maßnahmen profitiert haben oder nicht.

Bemerkungen

Der Bericht basiert auf einem bestimmten Bereich des spezifischen Programms "Strukturierung des Europäischen Forschungsraums" im Sechsten Rahmenprogramm.
Datensatznummer: 723 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30