Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

  • Europäische Kommission
  • CORDIS
  • Programme
  • Thematische Priorität - Forschung zur Fusionsenergie des Spezifischen Rahmenprogramms für die Europäische Atomgemeinschaft unter dem mehrjährigen Rahmenprogramm 2002-2006.
FP6

FP6-EURATOM-FUSION - Thematische Priorität - Forschung zur Fusionsenergie des Spezifischen Rahmenprogramms für die Europäische Atomgemeinschaft unter dem mehrjährigen Rahmenprogramm 2002-2006.

Rahmenprogramm

FP6

Vorheriges Programm

EAEC-FWP-EAEC 2C

Nachfolgeprogramm

FP7-EURATOM-FUSION

Programmfinanzierung

EUR 750 million

Referenz zum Amtsblatt

L 294 von 2002-10-29

Rechtsrahmen

2002/837/Euratom von 2002-09-30
Es besteht die Hoffnung, dass die Kernfusionsenergie in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zu einer emissionsfreien Großproduktion der Grundlastelektrizität beitragen könnte. Die globalen Forschungen in diesem Bereich sind bereits sehr weit fortgeschritten, und das langfristige Ziel ist die Schaffung eines Kernfusionskraftwerks in Europa.

Kurzbeschreibung

Die Kernenergie, die etwa 35 % des Gesamtelektrizitätsverbrauchs in der EU deckt, ist Teil der derzeitigen Debatte über die Bekämpfung des Klimawandels und die Verringerung der Abhängigkeit Europas von externen Energiequellen wie Öl und Gas. Doch bei der herkömmlichen Erzeugung von Energie aus Kernkraft stellen sich beachtliche Probleme.

Es besteht die Hoffnung, dass die kontrollierte Kernfusion eine der langfristigen Möglichkeiten für die Energieversorgung in Europa ist, und zwar insbesondere für die emissionsfreie Erzeugung der Grundlastelektrizität. Die Priorität liegt auf Fortschritten beim Nachweis der wissenschaftlichen und technologischen Machbarkeit im Bereich der Fusionsenergie und auf der Bewertung ihrer nachhaltigen Eigenschaften. Die EU beteiligt sich derzeit an dem Wettbewerb für die Bereitstellung des Internationalen Thermonuklearen Experimental-Reaktors (ITER), dessen Bau unmittelbar nach Abschluss der internationalen Verhandlungen beginnen könnte.

Es werden Verbindungen mit nationalen Programmen hergestellt und es wird die Vernetzung mit Drittländern, insbesondere den USA, den Neuen Unabhängigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion (NUS), Kanada und Japan gefördert. Die Gemeinschaft, die Mitgliedsstaaten und die Länder, die durch die Tätigkeiten unter dem Euratom Rahmenprogramm assoziiert sind, arbeiten weiterhin im Rahmen eines integrierten Tätigkeitsprogramms.

Unterteilung

Das Spezifische Programm hat die folgenden Forschungsprioritäten:

_ Assoziationsprogramm in Physik und Technologie
- F&E in Fusionsphysik und Plasma-Engineering mit Schwerpunkt auf dem ITER-Betrieb sowie der Untersuchung und Bewertung der Formeln für die Ringbandeinschlüsse, insbesondere die Fortführung des Baus des Stellarators Wendelstein 7-X und der Betrieb der bestehenden Einrichtungen in den Euratom-Assoziationen.
- Strukturierte F&E-Tätigkeiten in Fusionstechnologie, insbesondere Forschung über Fusionsmaterialien und Teilnahme an den F&E-Tätigkeiten für die Außerbetriebnahme des JET, die am Ende des Betriebs vorgesehen ist.
- Untersuchung der sozio-ökonomischen Aspekte mit Schwerpunkt auf der Bewertung der wirtschaftlichen Kosten und der sozialen Annehmbarkeit der Fusionsenergie als Ergänzung zu Studien über Sicherheits- und Umweltaspekte; Koordinierung der zivilen Forschungstätigkeiten der Mitgliedsstaaten über Trägheitseinschluss und mögliche alternative Konzepte; Verbreitung der Ergebnisse und Weitergabe von Informationen an die Öffentlichkeit; Mobilität und Ausbildung.

Als Beitrag zum Programm der Assoziationen liegt die Priorität auf multilateralen Aktionen zur Ausrichtung der Aktivitäten auf gemeinsame Projekte wie diejenigen, die in direktem Zusammenhang mit dem Betrieb von JET, ITER und/oder Personalausbildung stehen. Je nach der Entscheidung über die Realisierung des ITER und seines Zeitplans wird die derzeitige Unterstützung der Gemeinschaft für die Assoziationen angepasst, und es wird die Einstellung der Nutzung einer Reihe von Einrichtungen in Betracht gezogen.
Es werden angemessene Mittel sichergestellt, um eine leistungsfähige europäische Koordinierung der Fusionstätigkeiten beizubehalten, die ihre Zweckdienlichkeit über die Jahre hinweg unter Beweis gestellt hat.

Der Umfang des begleitenden Binnenprogramms für Fusionsphysik und -technologie wird vom Grad der Beteiligung Europas an ITER und dessen Standort abhängen. Dies könnte Investitionen nach sich ziehen, mit denen Experimente mit Fusionseinrichtungen auf Weltklasseebene in Europa über den Betriebsbeginn von ITER hinaus beibehalten werden, ferner könnte es zu einem entsprechenden Programm für technologische Entwicklung führen.

_ Nutzung der JET-Einrichtungen
Die JET-Einrichtungen werden weiterhin im Rahmen des Europäischen Abkommens zur Entwicklung der Fusionsforschung (EFDA) genutzt. Ziel ist die Vorbereitung des ITER-Betriebs durch den Abschluss der Nutzung der derzeit laufenden Leistungsverbesserungen. Die Nutzung der JET-Einrichtungen soll nach dem Plan des ITER-Baus und gemäß der Verfügbarkeit der erforderlichen finanziellen Mittel allmählich auslaufen.

- Nächster Schritt/ITER
Der Vorschlag für das Euratom-Rahmenprogramm (2002-2006) enthält die Fortführung der Tätigkeiten des nächsten Schritts mit einem Blick auf die Teilnahme an seinem Bau in der zweiten Hälfte des Zeitraums. Doch da die Entscheidungen über den ITER von internationalen Verhandlungen abhängen, muss das vorgeschlagene Programm für die Tätigkeiten hinsichtlich des letztendlichen Orts und des Rahmens für den Nächsten Schritt/ITER sowie hinsichtlich des genauen Inhalts des begleitenden Binnenprogramms offen bleiben.

Die Teilnahme der EU an ITER würde Beiträge zum Bau der Ausrüstungen und Einrichtungen sowie zu den Kosten in Verbindung mit Besetzung und Management des Projekts und dessen Unterstützung in der Bauphase umfassen. Grad und Art der Beteiligung hängen vom Ergebnis der Verhandlungen mit den internationalen Partnern der EU und wiederum vom Standort des ITER ab. Sollte sich der Standort des ITER in Europa befinden, wird die Beteiligung der EU auch Beiträge zu den Kosten beinhalten, die Europa als beherbergende Partei zu tragen hat.

Ausführung

Die Kommission zeichnet für die Implementierung des Spezifischen Programms verantwortlich. Die Kommission wird ein Arbeitsprogramm für die Implementierung des Spezifischen Programms ausarbeiten, in dem die Ziele und wissenschaftlichen sowie technologischen Prioritäten, der Zeitplan für die Implementierung und die zu verwendenden Instrumente detailliert dargelegt sind. Das Arbeitsprogramm berücksichtigt die relevanten Forschungstätigkeiten von Mitgliedsstaaten, assoziierten Staaten sowie europäischen und internationalen Organisationen. Es wird gegebenenfalls aktualisiert.

Für die Implementierung des Spezifischen Programms wird die Kommission von einem beratenden Ausschuss unterstützt. Der Ausschuss setzt sich je nach den einzelnen Themen und der Tagesordnung aus unterschiedlichen Mitgliedern zusammen. Die Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte über das allgemeine Fortschreiten der Implementierung des Spezifischen Programms mit Informationen zu den finanziellen Aspekten. Die Kommission sorgt ferner für eine unabhängige Überwachung und Bewertung der Tätigkeiten in den Bereichen des Spezifischen Programms.

Für die Implementierung des Spezifischen Programms und in Übereinstimmung mit den Entscheidungen des Rats bezüglich des Sechsten Rahmenprogramms der Europäischen Atomgemeinschaft für die Forschungs- und Ausbildungstätigkeiten im Bereich Kernenergie setzt die Kommission verschiedene Instrumente ein und bewertet die Vorschläge in Übereinstimmung mit den Bewertungskriterien.

_ Instrumente
Die angegangenen Projekte werden auf der Basis der Verfahren durchgeführt, die in den folgenden Dokumenten festgeschrieben sind:
- Beitrittsverträge
- Europäisches Abkommen zur Entwicklung der Fusionsforschung (EFDA)
- Alle anderen multinationalen Vereinbarungen zwischen der Gemeinschaft und assoziierten Organisationen und/oder juristischen Personen, die abgefasst werden, nachdem der zuständige beratende Ausschuss seine Stellungsnahme abgegeben hat.
- Andere Verträge mit begrenzter Laufzeit, insbesondere mit Stellen in den Mitgliedsstaaten oder den mit dem Euratom-Rahmenprogramm assoziierten Staaten.
- Internationale Vereinbarungen über Projekte, die im Rahmen der Zusammenarbeit mit Drittländern durchgeführt werden.
Die Tätigkeiten zur Koordinierung und Unterstützung der Fusionsenergieforschung können Studien zur Unterstützung dieser Tätigkeiten, die Unterstützung des Informationsaustauschs und den Rückgriff auf Fachkapazitäten betreffen, u.a. unabhängige Bewertung der Tätigkeiten, Stipendien und Ausbildungsprogramme, Veröffentlichungen und andere Maßnahmen zur Förderung des Technologietransfers.
Datensatznummer: 755 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30