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FP6

FP6-EURATOM-RADPROT - Themenschwerpunkt - Strahlenschutz als Bestandteil des Spezifischen Programms der Europäischen Atomgemeinschaft innerhalb des mehrjährigen Rahmenprogramms 2002-2006.

Rahmenprogramm

FP6-EURATOM

Vorheriges Programm

EAEC-FWP-EAEC 2C

Programmfinanzierung

EUR 50 million

Referenz zum Amtsblatt

L 294 von 2002-10-29

Rechtsrahmen

2002/837/Euratom von 2002-09-30
Klärung von Unsicherheiten in Bezug auf die Strahlenbelastung sowohl in Bereichen mit geringer als auch anhaltender Belastung (d.h. jeweils unter den typischen Strahlungsbedingungen, denen die normale Bevölkerung bzw. die Mitarbeiter an Arbeitsplätzen mit höherer Strahlenbelastung ausgesetzt sind). Dieses Thema bleibt sowohl in der Wissenschaft als auch in der Politik weiterhin umstritten und hat weitreichende Auswirkungen auf den Einsatz von Strahlung in Medizin und Industrie.

Kurzbeschreibung

Sowohl in der Medizin als auch in der Wissenschaft kommt Strahlung in zahlreichen Bereichen zum Einsatz (dazu zählt auch die Erzeugung von Kernenergie). Die Sicherheit hängt zum großen Teil von einer soliden Strahlenschutzpolitik und deren wirksamer Umsetzung ab. Die Forschungen der Gemeinschaft untermauern die Europäische Politik auf diesem Gebiet und haben einen entscheidenden Beitrag zum hohen Strahlenschutzniveau in der Praxis geleistet.

Diese hohen Strahlenschutzstandards der Gemeinschaft müssen durch zielgerichtete Forschung aufrechterhalten werden, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen geringer Strahlenbelastung. Die Kooperation auf europäischer Ebene läuft in diesem Bereich bereits sehr gut. Darunter fällt auch der Austausch von Wissenschaftlern und allgemeinen Forschungsprogrammen.

Unterteilung

Quantifizierung der Risiken in Zusammenhang mit niedriger und anhaltender Strahlenbelastung: Der Forschungsschwerpunkt liegt auf epidemologischen Studien geeigneter Bevölkerungsgruppen, die unter Strahlenbelastung stehen sowie auf Studien im Bereich der Zell- und Molekularbiologie zum Einfluss der Strahlung auf DNA, Zellen, Organe und den gesamten Körper.
Medizinische Bestrahlung und natürliche Strahlungsquellen: Erhöhung von Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Strahlungsanwendungen; besseres Verständnis, Bewertung und Management natürlicher Ressourcen, insbesondere von in der Natur vorkommenden radioaktiven Stoffen.
Umweltschutz und Radio-Ökologie: konzeptionelle und methodische Basis zum Schutz der Umwelt; Verbesserung von Bewertung und Management des Einflusses natürlicher und künstlicher Strahlungsquellen auf Mensch und Umwelt.
Risiko- und Katastrophenmanagement: bessere Methoden des Risikomanagements; effektiveres und einheitliches Katastrophenmanagement in Europa, inklusive der Rehabilitierung kontaminierter Gebiete.
Strahlenschutz am Arbeitsplatz: Verbesserte Überwachung und Management der Strahlenbelastung am Arbeitsplatz in strahlungsbelasteten Branchen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Spezifischen Programms verantwortlich. Alle Forschungsaktivitäten, die im Rahmen dieses Spezifischen Programms ausgeführt werden, müssen die grundlegenden ethischen Prinzipien befolgen. Das Spezifische Programm wird mit Hilfe bestimmter Instrumente umgesetzt. Es gelten die Teilnahmebedingungen. Die Kommission hat ein Arbeitsprogramm zur Umsetzung des Spezifischen Programms entwickelt, in dem sowohl die Ziele als auch die wissenschaftlichen und technischen Schwerpunkte sowie der Zeitplan für die Umsetzung und die zu verwendenden Instrumente ausführlich beschrieben sind. Das Arbeitsprogramm bezieht dabei relevante Forschungsaktivitäten in den Mitgliedsstaaten, assoziierten Entwicklungsländern sowie in europäischen und internationalen Organisationen ein. Aktualisierungen werden nach Bedarf durchgeführt.

Die Kommission wird bei der Umsetzung des Spezifischen Programms von einem Beratungskomitee unterstützt. Je nach Thema können dem Komitee unterschiedliche Mitglieder angehören. Die Kommission veröffentlicht regelmäßige Berichte zu den allgemeinen Fortschritten bei der Umsetzung des Spezifischen Programms, u.a. auch zu finanziellen Aspekten. Außerdem organisiert die Kommission die unabhängige Überwachung und Bewertung aller Aktivitäten, die in den vom Spezifischen Programm erfassten Bereichen durchgeführt werden.

Zur Umsetzung des Spezifischen Programms und in Übereinstimmung mit den Entscheidungen des Councils zum Sechsten Rahmenprogramm der Europäischen Atomgemeinschaft für Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Kernenergie, die auch zur Einrichtung eines Europäischen Forschungsraums 2002-2006 beitragen sollen, nutzt die Kommission verschiedene Instrumente. Eingereichte Vorschläge werden in Übereinstimmung mit den Bewertungskriterien eingeschätzt.

Im Bereich des Umgangs mit radioaktiven Abfällen und Strahlenschutz kommen folgende Instrumente zum Einsatz:

- Netze führender Forschungsgruppen, die auf die Stärkung und Entwicklung herausragender wissenschaftlicher und technischer Leistungen der Gemeinschaft durch die Integration derzeit bestehender oder regional bzw. national entstehender Forschungskapazitäten auf europäischer Ebene zielen;
- Integrierte Projekte, deren Aufgabe die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft ist mit dem Ziel, durch die Mobilisierung umfangreicher Forschungs- und Entwicklungsressourcen und -kompetenzen auf wichtige gesellschaftliche Bedürfnisse einzugehen;
- Spezielle zielgerichtete Forschungs- bzw. Bildungsprojekte, deren Aufgabe es ist, neue Kenntnisse zur entscheidenden Verbesserung bestehender bzw. zur Entwicklung neuer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zu gewinnen; oder um andere gesellschaftliche Bedürfnisse und Anforderungen der Gemeinschaftspolitik zu erfüllen; oder um die Realisierbarkeit neuer Technologien aufzuzeigen, die zwar potentielle wirtschaftliche Vorteile aufweisen, die jedoch nicht direkt kommerzialisiert werden können; oder aber um die zeitnahe Verbreitung neuer Erkenntnisse in europäischem Maßstab voranzutreiben und nationale Maßnahmen besser zu integrieren;
- Maßnahmen zur Förderung und Entwicklung personeller Ressourcen und der Mobilität;
- Koordinationsmaßnahmen zur Förderung und Unterstützung koordinierter Initiativen für eine Reihe von Forschungs- und Innovationsprojekten zur verbesserten Integration;
- Spezielle Fördermaßnahmen, zum Beispiel Maßnahmen zur Nutzung von Forschungsergebnissen und Wissenstransfer sowie Maßnahmen zur Unterstützung der Forschungs-Infrastruktur, z.B. in Bezug auf internationalen Zugriff oder vorbereitende technische Maßnahmen (inkl. Machbarkeitsstudien);
- Integrierte Infrastrukturinitiativen, die in einer Maßnahme mehrere Aktivitäten kombinieren, welche einen wichtigen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der Forschungsinfrastruktur leisten und damit Dienste auf europäischer Ebene ermöglichen.

Die Gemeinschaft nimmt bei indirekten Maßnahmen Einfluss auf Budgetentscheidungen, insbesondere wenn es sich um Forschungszentren, Universitäten, Unternehmen sowie nationale und internationale Gremien aus den Mitgliedsstaaten und den assoziierten Entwicklungsländern Europas handelt, die in der Forschung aktiv sind. Letztere können auch als Vermittler für Budgetentscheidungen der Gemeinschaft auftreten. Sofern dies zum Erreichen der Programmziele erforderlich ist, können auch Gremien der NUS-Staaten und internationale Organisationen ausnahmsweise eine Förderung durch die Gemeinschaft erhalten.
Datensatznummer: 757 / Zuletzt geändert am: 2005-09-13