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Programmfinanzierung

EUR 60 million
Die aktive Gestaltung des technischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Wandels mit dem Ziel, dass die Fertigungsindustrie Produkte und Dienstleistungen mit einem hohen Wert für den Kunden anbietet und eine technologische und Marktführerschaft erlangt werden kann. Dies lässt sich durch die rasche Entwicklung und Anwendung der neuesten Technologien, innovative Organisation und eine hochqualifizierte Erwerbsbevölkerung erreichen.

Kurzbeschreibung

Es gibt kaum eine lohnendere Investition in die Zukunft als die Mittel für die Forschung. Schon früher hingen Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland weitgehend vom Exporterfolg von Produkten ab, die auf neuesten Errungenschaften der Forschung basierten. Blickt man in die Zukunft, gilt dies für unsere Wirtschaft, die sich einer immer größeren internationalen Konkurrenz gegenübersieht, umso mehr. Dies betrifft alle Beteiligten: In erster Linie die Wirtschaft, aber auch die Wissenschaft und den Staat in seiner Eigenschaft als Katalysator, Vermittler und Financier.

Durch angewandte Forschung und Entwicklung könnten aus zahlreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen marktfähige Produkte hergestellt werden. An dieser Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Weltmarkt will das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sein Rahmenkonzept "Forschung für die Produktion von morgen" platzieren, das Bildungsministerin Edelgard Bulmahn 1999 vorgestellt hat. Das Projekt ist mit einem Haushalt von rund 60 Millionen Euro jährlich ausgestattet.

Für die weitere Programm- und Projektgestaltung, das Projektmanagement sowie für den Bereich "Technologietransfer" ist das Forschungszentrum Karlsruhe zuständig, das mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im Forschungsmanagement aufweist.

Unterteilung

Die Handlungsfelder sind Folgende:
1) Marktorientierung und strategische Produktplanung.
2) Technologien und Produktionsausrüstungen.
3) Neue Formen der Zusammenarbeit produzierender Unternehmen.
4) Der Mensch und das wandlungsfähige Unternehmen.
Um diese Handlungsfelder vor dem Beginn des eigentlichen Programms zu untersuchen, liefen 1999 detaillierte Studien in so genannten "prioritären ersten Maßnahmen" (PEM) an; insgesamt gab es 20 solcher Projekte.

Ausführung

Vor der Ankündigung und dem Beginn des neuen Programms stand ein intensiver Meinungsaustausch zwischen Naturwissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen und Fachleuten aus einem breiten Spektrum an Unternehmen, Berufsverbänden und Branchen. Die Gespräche wurden vom Werkzeugmaschinenlaboratorium der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen koordiniert. Es nahm die Ergebnisse der zehn Arbeitsgruppen in Empfang, die jeweils einen bestimmten Schwerpunkt wie Automobile, Logistik oder Produkt- und Prozessentwicklung hatten. Die Ergebnisse wurden sowohl in Form eines wissenschaftlichen Berichts als auch als eine Art Zusammenfassung für Führungskräfte in Industrieunternehmen veröffentlicht. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde folgendes Modell für Industrieunternehmen entwickelt, das auch die Grundlage des Rahmenkonzepts darstellt:

Modell:
Industriezweige können in technologischer Hinsicht führend oder zu Marktführern werden und langfristig erfolgreich sein, wenn sie den technischen, gesellschaftlichen und ökologischen Wandel mit dem Ziel gestalten, dass die Fertigungsindustrie Produkte und Dienstleistungen mit einem hohen Wert für den Kunden anbietet.

Voraussetzung für dieses Modell ist vernetztes Denken, Planen und Handeln. Die Ziele des Programms entsprechen diesem Konzept:
- Die neuesten Entwicklungen in Forschungsbereichen wie der Informationstechnologie, der Oberflächen- und Beschichtungstechnologie, der Lasertechnologie oder bei Hochleistungsmaterialien werden in der industriellen Fertigung eingesetzt.
- Es werden ganzheitliche Lösungen verfolgt, die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigen.
- Die Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Industriearbeitnehmern wird auf den neuesten Stand gebracht, und es werden neue, attraktive Arbeitplätze geschaffen.
- Maßnahmen im Hinblick auf die rasche Verbreitung der Ergebnisse werden zu einem festen Bestandteil von Forschungsprojekten.
- Der Inhalt des Rahmenkonzepts "Forschung für die Produktion von morgen" wurde bewusst offen gelassen, damit neue Themen aufgenommen werden können. Die Forschungsthemen für den Beginn des Programms sind in Handlungsfelder aufgeteilt. 2003/2004 ist eine Evaluierung in besonderen Technologiebereichen vorgesehen.

Bemerkungen

Neue Produktionsverfahren
Datensatznummer: 791 / Zuletzt geändert am: 2003-03-06