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  • Programm zur Verbesserung der Qualität der Hochschulbildung und Förderung des interkulturellen Verständnisses durch die Zusammenarbeit mit Drittländern (ERASMUS WELT) (2004-2008)

Programmfinanzierung

EUR 200 million
Das allgemeine Ziel des Programms besteht darin, einen Beitrag zu einer qualitativ hoch stehenden Bildung in der Europäischen Union zu erbringen, insbesondere durch die Förderung der Zusammenarbeit mit Drittländern. Langfristig soll das Programm dazu führen, dass die Menschen in Europa und auch in den Partnerländern besser auf das Leben und Arbeiten in einer globalen wissensbasierten Gesellschaft vorbereitet werden. Darüber hinaus soll es das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern und Kulturen verbessern, um auf diese Weise zu Frieden und Stabilität in der Welt beizutragen, und die Position Europas als einem herausragenden Hochschulstandort gewährleisten und daher sicherstellen, dass die europäische Hochschulbildung weltweit ein immer attraktiveres Ziel wird.

Kurzbeschreibung

Zur Verwirklichung dieser allgemeinen Ziele strebt das Programm direkte kurzfristige Ergebnisse an, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:
- die Entwicklung eines ausgeprägt europäischen Bildungsangebots im Hochschulbereich;
- ein schärferes Profil, ein größerer Bekanntheitsgrad und eine bessere Zugänglichkeit der europäischen Bildung;
- ein größeres weltweites Interesse aufseiten hoch qualifizierter Hochschulabsolventen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt am Erwerb von europäischen Qualifikationen;
- eine stärker strukturierte Zusammenarbeit zwischen den Hochschuleinrichtungen der Europäischen Gemeinschaft und der Drittländer;

_ EU-Masterstudiengänge.
Aus operationellen Gründen wurde der Schwerpunkt auf die Postgraduiertenebene gelegt; diese Entscheidung stützt sich auf die folgenden Überlegungen:
- Faktoren wie die Struktur der Studienabschlüsse, die komplexe Natur der Lehrpläne und der Sprachengebrauch;
- die Gemeinschaft kann keine große Zahl von Studierenden aus Drittländern für die Dauer eines drei- bis sechsjährigen Erststudiums unterstützen;
- die Gemeinschaftsmaßnahmen können auf der Postgraduiertenebene (Masterstudium) einen maximalen Mehrwert entfalten, denn sie tragen zur Entwicklung von gestuften Abschlussgraden bei, die vom Bologna-Prag-Prozess angestrebt werden; - die internationale Mobilität ist bei weiterführenden Studiengängen (Masterstudium) verhältnismäßig größer als beim Erststudium;
- in praktischer Hinsicht bietet die Ausbildung von Studierenden auf der Postgraduiertenebene eine gewisse Absicherung vor Fehlschlägen, da diese Studierenden ihre Fähigkeiten bereits während des Erststudiums unter Beweis gestellt haben.
Das Programm ist als Instrument der internen Politikbereiche anzusehen, und daher werden die vorstehenden Maßnahmen aus Kapitel 3 des Gemeinschaftshaushalts finanziert.

Gegenwärtig gibt es eine Reihe von Gemeinschaftsprogrammen, die den festgestellten Anforderungen gerecht werden könnten (z. B. Socrates und Tempus). Keines dieser größtenteils seit Jahren bestehenden Instrumente bietet jedoch einen angemessenen Rahmen für eine zweckmäßige Inangriffnahme der oben beschriebenen spezifischen Bedürfnisse in ihrer Gesamtheit. Socrates unterstützt nicht die Einführung europäischer Masterstudiengänge und ist nur für eine im Ratsbeschluss festgelegte Zahl von Drittländern relevant. Obwohl Programme wie TEMPUS, ALFA oder ASIA-LINK allen Beteiligten in erheblichem Umfang nutzen, sind sie vorrangig auf die Unterstützung von regionalen und multilateralen Netzen ausgerichtet, um den Transfer von Know-how und dauerhafte Formen der Zusammenarbeit zu fördern. Der Hauptgegenstand des gegenwärtigen Programms ist jedoch die Hochschulbildung in Europa, und obwohl Staatsangehörige und Hochschuleinrichtungen der Drittländer zweifellos von der Teilnahme am Programm profitieren werden, ist das Programm als ein Instrument gedacht, das in erster Linie den Gemeinschaftsinteressen dient. Dieses Programm ergänzt andere externe Programme der Zusammenarbeit statt sich mit ihnen zu überschneiden.

Unterteilung

Die allgemeinen und spezifischen Ziele des Programms sollen mittels folgender Maßnahmen verwirklicht werden:

_ EU-Masterstudiengänge;%Im Rahmen eines strengen Auswahlverfahrens wird europäischen Postgraduiertenstudiengängen das geschützte Qualitätssiegel "EU-Masterstudiengang" durch die Kommission verliehen. EU-Masterstudiengänge werden für die Dauer von fünf Jahren ausgewählt, wobei die Auswahl einem unbürokratischen jährlichen Verlängerungsverfahren auf der Grundlage von Fortschrittsberichten unterliegt und der Förderzeitraum eine einjährige Vorbereitung umfassen kann, die dem Start des Studiengangs vorausgeht. Die Gewährung von Zuschüssen ist vom jährlichen Verlängerungsverfahren abhängig.

_ Stipendien;
Die Gemeinschaft führt ein einheitliches globales Stipendienprogramm ein, das sich an hoch qualifizierte Studierende mit Hochschulabschluss und Wissenschaftler aus Drittländern richtet. Die Stipendien stehen Studierenden und Wissenschaftlern aus Drittländern unter der alleinigen Voraussetzung offen, dass die Europäische Union Beziehungen zum Herkunftsland der betreffenden Studierenden und Wissenschaftler unterhält. Die Teilnahme von Frauen und benachteiligten Studierenden aus diesen Ländern wird gefördert.
- Aktion 2.1: Globales Stipendienprogramm für Studierende
Die Gemeinschaft kann Studierenden aus Drittländern, die im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens zu EU-Masterstudiengängen zugelassen wurden, eine finanzielle Unterstützung gewähren.
- Aktion 2.2: Stipendienprogramm für Gastwissenschaftler
Die Gemeinschaft gewährt Gastwissenschaftlern aus Drittländern eine finanzielle Unterstützung, die im Rahmen von EU-Masterstudiengängen an den daran beteiligten Hochschuleinrichtungen eine Lehr- oder Forschungstätigkeit ausüben oder wissenschaftliche Arbeiten durchführen.

_ Partnerschaften mit Hochschuleinrichtungen in Drittlänern;
Die Gemeinschaft unterstützt strukturierte Beziehungen zwischen EU-Masterstudiengängen und Hochschuleinrichtungen in Drittländern. Vorrang wird den Hochschuleinrichtungen eingeräumt, die ausreichend entwickelt sind, um gleichberechtigt an der Zusammenarbeit teilnehmen zu können. Die Partnerschaften bieten einen Rahmen für die von der EU ausgehende Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern in der Europäischen Union, die an den EU-Masterstudiengängen teilnehmen. Soweit möglich dienen die Partnerschaften der Entwicklung institutionalisierter Netze auf der Grundlage einer strukturierten und dauerhaften Zusammenarbeit, die durch den Transfer von Wissen zur Entwicklung lokaler Kapazitäten beiträgt.

_ Verbesserung der Attraktivität der europäischen Hochschulbildung;
In diesem Aktionsbereich unterstützt die Gemeinschaft Aktivitäten zur Verbesserung des Profils, des Bekanntheitsgrads und der Zugänglichkeit der europäischen Bildung. Die Gemeinschaft unterstützt ferner ergänzende Aktivitäten, die zu den Zielen des Programms beitragen.
- Unterstützung von gemeinsamen Werbemaßnahmen
Die Gemeinschaft unterstützt Hochschuleinrichtungen und öffentliche Organisationen ohne Erwerbszweck, die im Ausland Werbemaßnahmen zugunsten der europäischen Hochschulbildung durchführen. Die Werbemaßnahmen sollen Verbindungen zwischen dem Hochschul- und dem Forschungsbereich herstellen und nach Möglichkeit potenzielle Synergien nutzen.
- Unterstützung der Dienste, die den Zugang zur europäischen Bildung für Studierende aus Drittländern erleichtern
Die Gemeinschaft unterstützt kooperative Maßnahmen, die auf die Erleichterung des Zugangs zum Studium in Europa und die Förderung der Aufnahme eines derartigen Studiums abzielen.
- Ergänzende Aktivitäten
Die Gemeinschaft unterstützt ergänzende Aktivitäten, die sich mit wesentlichen Aspekten der Internationalisierung der Hochschulbildung befassen. In diesem Aktionsbereich kann die Gemeinschaft internationale thematische Netze unterstützen, die sich mit den genannten Aspekten befassen. Die Gemeinschaft kann Pilotprojekte mit Drittländern zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit diesen Ländern im Bereich der Hochschulbildung unterstützen. Die Gemeinschaft kann auf Pilotbasis Stipendien für Studierende aus Drittländern gewähren, die einen Postgraduiertenabschluss an einer europäischen Hochschule oder einem Hochschulzusammenschluss anstreben, soweit eine derartige finanzielle Unterstützung nicht im Rahmen einer anderen Gemeinschaftsmaßnahme gewährt wird und die Komplementarität mit bilateralen Programmen auf der Ebene der Mitgliedstaaten sichergestellt ist. Die Gemeinschaft unterstützt eine Vereinigung ehemaliger Stipendiaten (aus den Drittländern und aus Europa), die ein EU-Masterstudium absolviert haben.

_ Technische Unterstützungsmaßnahmen
Bei der Durchführung des Programms kann die Kommission auf Experten, auf eine Exekutivagentur, auf bestehende zuständige Stellen in den Mitgliedstaaten und gegebenenfalls auf sonstige Formen der technischen Unterstützung zurückgreifen, die aus dem Gesamtbudget des Programms finanziert werden können.

Ausführung

Die Kommission:
- gewährleistet die Durchführung der Gemeinschaftsaktionen des Programms;
- trägt den von den Mitgliedstaaten durchgeführten bilateralen Kooperationen mit Drittländern Rechnung;
- konsultiert die einschlägigen Vereinigungen und Organisationen, die auf europäischer Ebene im Bereich der Hochschulbildung tätig sind, und unterrichtet den in Artikel 8 genannten Ausschuss über ihre Stellungnahmen;
- strebt Synergien mit anderen innergemeinschaftlichen Programmen und Aktionen im Bereich der Hochschulbildung und der Forschung an.

Die Mitgliedstaaten:
- ergreifen die erforderlichen Maßnahmen für den effizienten Ablauf des Programms auf der Ebene der Mitgliedstaaten und beziehen alle am Bildungsbereich Beteiligten gemäß den nationalen Gepflogenheiten ein;
- benennen geeignete Strukturen, die eng mit der Kommission zusammenarbeiten, insbesondere im Hinblick auf die Vermittlung von Informationen über das Programm;
- sind bestrebt, als geeignet anzusehende Maßnahmen zur Beseitigung von rechtlichen und administrativen Hindernissen bezüglich der effizienten Durchführung des Programms zu ergreifen;
- ergreifen Maßnahmen zur Verwirklichung möglicher Synergien mit anderen Gemeinschaftsprogrammen auf der Ebene der Mitgliedstaaten.

Die folgenden zur Durchführung dieses Programms erforderlichen Maßnahmen sind zu erlassen:
- jährlicher Arbeitsplan einschließlich der Prioritäten sowie der Auswahlkriterien und -verfahren;
- allgemeine Leitlinien für die Durchführung des Programms;
- Jahreshaushaltsplan und Aufschlüsselung der Mittel für die verschiedenen Programmaktionen;
- Modalitäten für die Überwachung und Bewertung des Programms sowie für die Verbreitung und Weitergabe der Ergebnisse.
Die sonstigen zur Durchführung dieses Programms erforderlichen Maßnahmen sind nach dem Beratungsverfahren zu erlassen.

Die Kommission wird von einem Ausschuss unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Zur Gewährleistung der Kohärenz des Programms mit anderen Maßnahmen hält die Kommission den Ausschuss regelmäßig über Gemeinschaftsinitiativen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend - einschließlich der Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen - auf dem Laufenden. In Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten gewährleistet die Kommission die Gesamtkohärenz und Komplementarität mit anderen einschlägigen Politiken, Instrumenten und Aktionen der Gemeinschaft, insbesondere mit dem Sechsten Rahmenprogramm für Forschung und den Programmen der Zusammenarbeit mit Drittländern im Bereich der Hochschulbildung. Die Kommission gewährleistet eine effektive Verknüpfung und gegebenenfalls gemeinsame Aktionen zwischen diesem Programm und den Programmen und Aktionen im Bildungsbereich, die im Rahmen der Zusammenarbeit der Gemeinschaft mit Drittländern - einschließlich bilateraler Übereinkommen - und einschlägigen internationalen Organisationen durchgeführt werden.

In Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten überwacht die Kommission regelmäßig die Durchführung des Programms. Die Ergebnisse des Überwachungs- und Evaluierungsprozesses sind bei der Durchführung des Programms zu verwenden. Das Programm unterliegt einer regelmäßigen Evaluierung durch die Kommission. Ziel ist die Evaluierung der Relevanz, der Effektivität und der Auswirkungen der durchgeführten Aktionen im Verhältnis zu den Zielen. Dabei werden auch die Auswirkungen des Programms insgesamt geprüft. Besondere Aufmerksamkeit wird den geschlechtsspezifischen Aspekten sowie der Gleichbehandlung und der Verhinderung des "Braindrain" gewidmet. Diese Evaluierung erstreckt sich auch auf die Komplementarität der Aktionen im Rahmen des Programms mit den Aktionen im Rahmen anderer einschlägiger Politiken, Instrumente und Aktionen der Gemeinschaft.

Die Kommission unterbreitet dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialausschuss und dem Ausschuss der Regionen:
- beim Beitritt neuer Mitgliedstaaten einen Bericht über die finanziellen Auswirkungen dieser Beitritte für das Programm, gegebenenfalls gefolgt von Finanzierungsvorschlägen zur Bewältigung der finanziellen Auswirkungen dieser Beitritte für das Programm;
- bis zum 30. Juni 2007 einen Zwischenbewertungsbericht über die mit dem Programm erzielten Ergebnisse und die qualitativen Aspekte der Durchführung des Programms;
- bis zum 31. Dezember 2007 eine Mitteilung über die Fortsetzung des Programms;
- bis zum 31. Dezember 2009 einen Bericht über die Ex-post-Bewertung des Programms.
Datensatznummer: 800 / Zuletzt geändert am: 2013-08-20