Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Ziel ist die Zusammenführung von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, der Finanzwelt, Aufsichtsbehörden, Anwendern und Verbrauchern in europäischen Technologieplattformen, um eine gemeinsame Forschungsagenda zu definieren, die eine kritische Masse von nationalen als auch europäischen öffentlichen und privaten Ressourcen mobilisiert. Dieser Ansatz wurde bzw. wird in Bereichen wie Energie (Wasserstofftechnologien, photovoltaische Solarenergie), Transport (Flugtechnik), mobiler Kommunikation, Embedded Systems und Nanoelektronik genutzt. Bei einer begrenzten Zahl von Fällen kann eine paneuropäische Herangehensweise angemessen sein, welche die Implementierung von umfassenden gemeinsamen Technologieinitiativen umfasst.

Kurzbeschreibung

Die Einführung von europäischen technologischen Initiativen ist eines der sechs Hauptziele, die von der Kommission für die Gestaltung der zukünftigen europäischen Forschung vorgeschlagen wurden (nähere Informationen: Mitteilung COM(2004)353 ‚Wissenschaft und Technologie: Schlüssel zur Zukunft Europas - Leitlinien für die Forschungsförderung der Europäischen Union'). In diesem Zusammenhang werden ‚Technologieplattformen' eingerichtet. Man erwartet, dass diese Plattformen einen Beitrag zur Definition von FTE-Schwerpunkten, Zeitrahmen und Budgets für eine Vielzahl von Aspekten leisten werden, die für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Entwicklung in Europa von strategischer Bedeutung sind.

Plattformen werden in sehr großen und technisch komplexen Bereichen eingerichtet. Sie bringen die wichtigsten Interessengruppen aus dem Bereich Schlüsseltechnologien zusammen. Dazu gehören Forschungseinrichtungen, Industrie, Behörden, Nutzergruppen usw. Die Beteiligten sollen eine gemeinsame Strategie für die Entwicklung, Anwendung und Nutzung dieser Technologien in Europa erarbeiten und einsetzen.

Unterteilung

Die folgenden Informationen beruhen auf den offiziellen Angaben zum Zeitpunkt des Verfassens. Prioritäten und Maßnahmen können sich ändern.
Für die neusten Informationen beachten Sie bitte das Arbeitsprogramm, dass mit dem dazugehörigen Aufruf zu Verfügung steht:
http://cordis.europa.eu/fp7/dc/index.cfm

Bei einer Reihe von diversen technologischen Herausforderungen haben sich die Interessengruppen bereits innerhalb dieses speziellen Rahmenwerks organisiert (oder beabsichtigen dies zu tun). Neue Bereiche beginnen sich herauszubilden. Die spezifischen Themengebiete wurden entsprechend ihres möglichen Beitrags zu einer Reihe von wichtigen politischen Zielen definiert, die für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Europa von besonderer Bedeutung sind. Zu diesen Themen gehören:

- Neue Technologien, die zu einem radikalen Wandel in einem Sektor führen können, wenn sie in angemessener Weise und rechtzeitig entwickelt und eingesetzt werden (Beispiele: Wasserstoff- und Brennstoffzellen, Nanoelektronik, Nanomedizin, gasgekühlte Reaktoren).
- Vereinbarung von unterschiedlichen politischen Zielen mit der Aussicht auf eine nachhaltige Entwicklung (Beispiele: Pflanzengenomik und Biotechnologie, Wasserversorgung und Kanalisation, Photovoltaik, nachhaltige Chemie, nachhaltige Vorteile aus der Erneuerung forstwirtschaftlicher Ressourcen, globale Entwicklungspartnerschaften im Bereich Tierhaltung, Straßentransport, Eisenbahntransport, Seetransport).
- Auf neuen Technologien basierende öffentliche Güter oder Dienstleistungen mit hohen Eintrittsbarrieren und einer ungewissen Rentabilität bei einem dennoch hohen wirtschaftlichen und sozialen Potenzial (Beispiele: mobile und kabellose Kommunikation, innovative Medikamete für Europa).
- Gewährleistung der Entwicklung von technologischen Durchbrüchen, die für einen Wettbewerbsvorsprung bei Technologien in denjenigen High-Tech-Sektoren notwendig sind, die für Europa von besonderer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung sind (Beispiele: Luftfahrt, Embedded Systems).
- Erneuerung, Wiederbelebung oder Umstrukturierung von traditionellen Industriesektoren (Beispiel: Stahl).

Diese Beispiele können als Ausgangspunkt für Diskussionen zur möglichen Eignung und Berechtigung der verschiedenen technologischen Bereiche dienen, die als Schwerpunkte für die weitere Entwicklung und Unterstützung auf gemeinschaftlicher Ebene betrachtet werden.

Ausführung

Die Gemeinschaft geht davon aus, dass für die Implementierung der Forschungsagendas vieler Technologieplattformen bestehende Instrumente der Gemeinschaftsforschung in Betracht gezogen werden können. Bei wirklich umfassenden und sehr ehrgeizigen Projekten ist aber wahrscheinlich eine weitreichendere Unterstützung auf europäischer Ebene erforderlich. Ein solcher Mechanismus kann über die Strukturen bereitgestellt werden, welche die Gemeinschaft in Übereinstimmung mit Artikel 171 des Vertrags einrichten kann.

Eine Technologieplattform bringt zunächst alle wichtigen Interessengruppen zusammen, die sich dann über die Vision und Struktur der Plattform einig werden sollen. Die Interessengruppen erstellen für gewöhnlich ein ‚Visionsdokument' für die betreffenden Technologien. Das Dokument deckt normalerweise einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren ab. Sobald sich alle Interessengruppen über die eingeschlagene Richtung sowie die geeignete Struktur für die Plattform geeinigt haben, findet in den meisten Fällen eine Einführungsveranstaltung für die Plattform statt. Diese signalisiert den offiziellen Beginn der Plattformtätigkeiten.

In der nächsten Phase beginnen die Plattformaktivitäten:
a) Definition einer strategischen Forschungsagenda und Formulierung einer Einsatzstrategie: Die Beteiligten definieren eine strategische Forschungsagenda, welche die mittel- bis langfristigen FTE-Schwerpunkte der Plattform erläutert. Mit Hinblick auf die zukünftige Marktdurchdringung muss die Forschungsagenda dabei besonders die technologischen Rahmenbedingungen (Fragen zu Regeln und Richtlinien, geistige Eigentumsrechte usw.) sowie das geschäftliche Umfeld berücksichtigen. Deshalb ist eine Einsatzstrategie erforderlich.
b) Untersuchung potenzieller Finanzierungsinstrumente: Es müssen Mechanismen für die Mobilisierung von privaten und öffentlichen Investitionen entwickelt werden, die für die Implementierung der Forschungs- und Entwicklungsstrategien notwendig sind. Zu den möglichen Finanzierungsquellen gehören die Rahmenprogramme der Gemeinschaft, die Programmierungsdokumente der Strukturfonds, nationale, regionale und private Forschungsfinanzierung, die Europäische Investmentbank (EIB) sowie die zwischenstaatliche EUREKA-Initiative. Es müssen Wege gefunden werden, mit denen die Nutzung von Garantiemechanismen bei der Förderung von Kredit- und Eigenkapitalfinanzierung zur Implementierung von FTE-Maßnahmen verbessert werden kann.
c) Identifizierung von Herausforderungen und Maßnahmen in Zusammenhang mit Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb des Plattformrahmens.
d) Schaffung eines dauerhaften Kommunikationsprozesses als Teil der Anstrengungen, die sich auf die Steigerung des öffentlichen Bewusstseins im betreffenden technologischen Bereich richten. Kommunikationsmaßnahmen sind außerdem erforderlich, um den Dialog zur Rechtfertigung der gebündelten Anstrengungen zu verbessern, die auf europäischer Ebene im betreffenden technologischen Bereich durchgeführt werden.

Die teilnehmenden Interessengruppen müssen die gesamte Bandbreite von Forschung und technologischer Entwicklung bis hin zur zukünftigen Marktdurchdringung abdecken. Es sollte ein vernetzter Ansatz befolgt werden, der Mechanismen einschließt, welche die Tätigkeit von bestehenden Netzwerken sowie die Schaffung neuer Netzwerke vereinfachen.

Angesichts ihres Umfangs, ihrer Komplexität und ihrer globalen Reichweite sollten sich Technologieplattformen nicht vor den möglichen Vorteilen aus der Schaffung von Bündnissen mit Drittstaaten verschließen. Die internationale Zusammenarbeit sollte von Fall zu Fall betrachtet werden und es sollten dabei die politische Motivation, das Bedürfnis nach Reziprozität sowie das Potenzial für einen echten Mehrwert berücksichtigt werden.
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