Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

IS-ECONTENT

Programmfinanzierung

EUR 149 million
Das Programm richtet sich auf die Erleichterung des Zugangs zu digitalen Inhalten sowie deren Nutzung und Verwertung in Europa sowie auf die Vereinfachung der Erstellung und Verbreitung von Informationen in Bereichen des öffentlichen Interesses auf Gemeinschaftsebene.

Kurzbeschreibung

Die Entwicklung der Informationsgesellschaft und die Entstehung des Breitbandes wird das Leben aller Bürger der Europäischen Union beeinflussen, unter anderem durch die Förderung von Wissenszugang und neuen Wegen des Wissenserwerbs. Somit steigt auch die Nachfrage nach neuen Inhalten, Anwendungen und Diensten.
Die Ergebnisse des am 23. und 24. März 2000 in Lissabon abgehaltenen Europarates hoben hervor, dass der Wechsel zu einer digitalen, wissensbasierten Wirtschaft, angespornt durch neue Güter und Dienste, ein kraftvoller Motor für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze sein wird. Aus diesem Anlass wurde insbesondere die Rolle der Inhalte-Industrien bei der Schaffung von Mehrwert durch die Nutzung und Vernetzung der kulturellen Vielfalt Europas anerkannt.
Die Interessenvertreter digitaler Inhalte sind Inhalte-Lieferanten (einschließlich öffentliche und private Organisationen und Institutionen, die digitale Inhalte erstellen, sammeln oder besitzen) und Inhalte-Nutzer (einschließlich Organisationen und Unternehmen, die Endnutzer sind, welche digitale Inhalte wieder verwenden bzw. ihnen Mehrwert zufügen). Besondere Aufmerksamkeit sollte den KMU gewidmet werden.

Das Gesamtziel des eContent-plus Programms liegt darin, digitale Inhalte in Europa zugänglicher, nutzbarer und verwertbarer zu machen sowie die Erstellung und Verbreitung von Informationen in Bereichen des öffentlichen Interesses auf Gemeinschaftsebene zu vereinfachen. In seinem Rahmen sollen bessere Bedingungen zum Zugang und zur Verwaltung digitaler Inhalte und Dienste in mehrsprachigen und multikulturellen Umgebungen geschaffen werden. Es wird die Auswahlmöglichkeiten der Nutzer vergrößern und neue Wege zur Interaktion mit wissensangereicherten digitalen Inhalten fördern, eine Eigenschaft, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, wenn es darum geht, die Inhalte dynamischer zu gestalten und auf einen spezifischen Kontext zuzuschneiden (Bildung, Kultur, Menschen mit speziellen Anforderungen usw.).
Das Programm wird den Weg für einen strukturierten Rahmen der qualitativ hochwertigen digitalen Inhalte in Europa – dem europäischen Gebiet digitaler Inhalte – ebnen, indem es die Weitergabe von Erfahrungen und optimalen Methoden sowie den wechselseitigem Austausch zwischen Inhalte-Sektoren, Inhalte-Lieferanten und –Nutzern vereinfacht.

Unterteilung

Um das Gesamtziel des eContent-plus Programms zu erreichen, werden die folgenden drei Aufgabengebiete angesprochen:
- Erleichterung des Zugangs zu digitalen Inhalten sowie deren Nutzung und Verwertung auf Gemeinschaftsebene;
- Vereinfachung der Qualitätssteigerung und Ausdehnung der optimalen Methode in Bezug auf digitale Inhalte zwischen Inhalte-Lieferanten und –Nutzern sowie unterschiedlichen Sektoren;
- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Interessenvertretern digitaler Inhalte und Bewusstseinserweiterung.
Die im Rahmen dieser Aufgabengebiete durchgeführten Maßnahmen richten sich auf die Bereiche Informationen der öffentlichen Verwaltung, räumliche Daten sowie bildungswissenschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Inhalte. L
1.) Erleichterung des Zugangs zu digitalen Inhalten sowie deren Nutzung und Verwertung auf Gemeinschaftsebene:
Die im Rahmen dieses Aufgabengebietes durchgeführten Maßnahmen umfassen die Einrichtung von Netzwerken und Bündnissen zwischen den Interessenvertretern sowie Anreize zur Schaffung neuer Dienste. Zielbereiche sind Informationen der öffentlichen Verwaltung, räumliche Daten sowie bildungswissenschaftliche und kulturelle Inhalte.

Der Schwerpunkt liegt auf folgenden Themen:
- Förderung einer breiteren Anerkennung der Wichtigkeit von Informationen der öffentlichen Verwaltung (PSI - Public Sector Information), deren kommerziellen Wertes und der mit deren Nutzung verbundenen gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Maßnahmen sollen die effektive grenzüberschreitende Nutzung und Verwertung von PSI zwischen Organisationen des öffentlichen Sektors und privaten Unternehmen, einschließlich KMU, verbessern, damit Informationsprodukte und -dienstleistungen mit gesteigertem Mehrwert entstehen können;
- Unterstützung einer breiteren Nutzung von räumlichen Daten durch Gremien des öffentlichen Sektors, private Unternehmen, einschließlich KMU, und Bürger durch Kooperationsmechanismen auf europäischer Ebene. Die Maßnahmen sollten sowohl technische als auch organisatorische Probleme lösen sowie Verdoppelungen und unterentwickelte territoriale Datensätze vermeiden. Sie sollten die grenzüberschreitende Fähigkeit zur Zusammenarbeit fördern und gleichzeitig die Koordination zwischen Kartierungsstellen sowie die Entwicklung neuer Dienste für mobile Nutzer auf europäischer Ebene unterstützen. Darüber hinaus sollten sie die Nutzung offener Standards fördern;
- Förderung der Verbreitung offener europäischer Wissenspools digitaler Objekte sowohl für Bildungs- und Forschungsgemeinschaften als auch für Einzelpersonen. Die Maßnahmen werden die Schaffung transeuropäischer Vermittlungsdienste für digitale Bildungsinhalte mit assoziierten Geschäftsmodellen unterstützen. Die Maßnahmen sollten darüber hinaus die Nutzung offener Standards sowie die Schaffung größerer Nutzergruppen fördern, die Vornormierungs- und Spezifizierungsschemata in Hinblick auf die Übertragung der europäischen mehrsprachigen und multikulturellen Aspekte in den Prozess zur Definition globaler Standards für digitale Bildungsinhalte analysieren und testen;
- Unterstützung der Entwicklung transeuropäischer Informationsinfrastrukturen zum Zugang zu und zur Nutzung von qualitativ hochwertigen digitalen Kultur- und Wissenschaftsressourcen in Europa durch die Verbindung von virtuellen Bibliotheken, Gemeinschaftsarchiven usw. Die Maßnahmen sollten koordinierte Ansätze zur Digitalisierung und zum Sammlungsaufbau sowie zur Erhaltung digitaler Objekte und Bestände kultureller und wissenschaftlicher Digitalressourcen umfassen. Sie sollten den Zugang zu digitalen Kultur- und Wissenschaftsbeständen durch effektive Lizenzierungsschemata und durch eine gemeinsame Klärung der Bezugsrechte verbessern.

2.) Vereinfachung der Qualitätssteigerung und Ausdehnung der optimalen Methode in Bezug auf digitale Inhalte zwischen Inhalte-Lieferanten und –Nutzern sowie unterschiedlichen Sektoren
Die im Rahmen dieses Aufgabengebietes durchgeführten Maßnahmen sollen die Identifizierung und weite Verbreitung der optimalen Methode für Verfahren, Prozesse und Operationen erleichtern, um eine höhere Qualität sowie eine größere Effizienz und Effektivität bei der Schaffung, Nutzung und Verteilung digitaler Inhalte zu erreichen.
Diese Maßnahmen beinhalten Experimente, die die Möglichkeiten für Suche, Nutzung, Wiederverwendung, Zusammenstellung und Interoperabilität digitaler Inhalte in Zusammenhang mit dem bestehenden rechtlichen Rahmen demonstrieren und gleichzeitig von Prozessbeginn an die Anforderungen verschiedener Zielgruppen und Märkte in einer zunehmend mehrsprachigen und multikulturellen Umgebung erfüllen und über die bloßen Lokalisierungstechniken hinausgehen.
Diese Maßnahmen nutzen die Vorteile der Erweiterung digitaler Inhalte durch maschinenverständliche Daten (semantisch klar definierte Metadaten auf der Basis relevanter deskriptiver Terminologien, Vokabulare und Ontologien). Die Experimente werden in thematischen Gruppen durchgeführt. Die Sammlung, die Verbreitung und der sektorenübergreifende Austausch des erlangten Wissens werden ein fester Bestandteil der Experimente.
Zielbereiche der Anwendung sind Informationen der öffentlichen Verwaltung, räumliche Daten, digitale Bildungs- und Kulturinhalte sowie wissenschaftliche Digitalinhalte.

3.) Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Interessenvertretern digitaler Inhalte und Bewusstseinserweiterung
Die im Rahmen dieses Aufgabengebietes durchgeführten Maßnahmen umfassen die jeweilige Gesetzgebung begleitende Verfahren in Bezug auf digitale Inhalte, die Förderung einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Interessenvertretern digitaler Inhalte sowie die Bewusstseinserweiterung. Diese Maßnahmen unterstützen die Entwicklung von Benchmarking-, Überwachungs- und Analysetools, die Bewertung der Folgen des Programms sowie die Verbreitung der Ergebnisse. Sie werden die sich ergebenden Möglichkeiten und Probleme identifizieren und analysieren (z.B. Vertrauen, Qualitätsmarkierung, geistige Eigentumsrechte im Bereich der Bildung) und gegebenenfalls Lösungen vorschlagen.

Ausführung



Die von einem Komitee unterstützte Kommission ist für die Implementierung des eContent-plus Programms verantwortlich, erstellt ein Arbeitsprogramm und sorgt dafür, dass die Maßnahmen unter diesem Programm Gegenstand vorheriger Beurteilung, Weiterverfolgung und nachfolgender Einschätzung sind.

Die Kommission sollte in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten die allgemeine Konsistenz und Komplementarität zu anderen relevanten Strategien, Programmen und Maßnahmen der Gemeinschaft sicherstellen, die sich auf die Entwicklung und Nutzung digitaler Inhalte in Europa sowie auf die Förderung linguistischer Vielfalt in der Informationsgesellschaft auswirken, insbesondere auf die Forschungs- und Technologieentwicklungsprogramme der Gemeinschaft, IDA, eTEN, eInclusion, eLearning, Modinis und Safer Internet.

Wenn die digitalen Inhalte persönliche Daten enthalten, sollten die Richtlinien 95/46/EC und 2002/58/EC respektiert werden, und die genutzten Technologien sollten die Privatsphäre achten und, wenn möglich, erweitern.

Die in Hinblick auf den Informationsinhalt durchgeführten Maßnahmen sollten die mehrsprachige und multikulturelle Spezifität der Gemeinschaft fördern.

Am Programm können sich juristische Personen mit Wohnsitz in den Mitgliedsstaaten und in den Bewerberländern in Übereinstimmung mit bilateralen Abkommen beteiligten. Teilnahmeberechtigt sind darüber hinaus juristische Personen mit Wohnsitz in den EFTA-Staaten, die Vertragsparteien des EWR-Abkommens sind, und, ohne finanzielle Unterstützung durch die Gemeinschaft, auch juristische Personen mit Wohnsitz in Drittländern sowie internationale Organisationen.

Das Programm wird durch indirekte Maßnahmen ausgeführt wie:

a) Selbstbeteiligungsmaßnahmen
- Projekte zur Wissenserweiterung, um bestehende Produkte, Prozesse bzw. Dienste zu verbessern und/oder die Anforderungen der Gemeinschaftspolitik zu erfüllen. Die Gemeinschaftsfinanzierung geht in der Regel nicht über 50 % der Projektkosten hinaus. Öffentliche Körperschaften können für die Erstattung der restlichen 100 % der Zusatzkosten in Anspruch genommen werden;
- Maßnahmen der optimalen Methode zur Wissensverbreitung. Diese werden in der Regel in thematischen Gruppen durchgeführt und durch thematische Netzwerke miteinander verbunden. Die Beteiligung der Gemeinschaft an den unter diesem Punkt festgesetzten Maßnahmen beschränkt sich auf die direkten Kosten, die zum Erreichen der spezifischen Ziele der Maßnahme als notwendig oder angemessen erachtet werden;
- Thematische Netzwerke vereinen eine Vielzahl von Interessenvertretern um ein vorgegebenes technologisches und organisatorisches Ziel, um die Koordinierung von Maßnahmen und den Wissenstransfer zu erleichtern. Sie können mit Maßnahmen der optimalen Methode verknüpft sein. Unterstützung wird gegenüber den beihilfefähigen Kosten zur Koordinierung und Implementierung des Netzwerkes gewährt. Die Beteiligung der Gemeinschaft kann die zusätzlichen beihilfefähigen Kosten dieser Maßnahmen abdecken.

b) Begleitmaßnahmen
Begleitmaßnahmen tragen zur Implementierung des Programms oder zur Vorbereitung zukünftiger Maßnahmen bei. Ausgeschlossen sind Maßnahmen, die sich der Kommerzialisierung von Produkten, Prozessen oder Diensten, Marketingaktivitäten und der Verkaufsförderung widmen.
- Studien zur Unterstützung des Programms, einschließlich Vorbereitung zukünftiger Maßnahmen;
- Austausch von Informationen, Konferenzen, Seminare, Workshops und andere Versammlungen sowie die Verwaltung gebündelter Maßnahmen;
- Verbreitungs-, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen.

Bemerkungen

Das Programm beruht auf einer Entscheidung (9. März 2005) des Europäischen Parlaments und des Rates zur Aufstellung eines mehrjährigen Gemeinschaftsprogramms zur Erleichterung des Zugangs zu digitalen Inhalten sowie deren Nutzung und Verwer
Datensatznummer: 840 / Zuletzt geändert am: 2005-04-25
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