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FP7

FP7-COORDINATION - Unterstützung für die Koordinierung von Forschungstätigkeiten des Europäischen Forschungsraums innerhalb des Siebten Rahmenprogramms

Rahmenprogramm

FP7

Vorheriges Programm

FP6-COORDINATION

Referenz zum Amtsblatt

L 412 von 2006-12-30

Rechtsrahmen

1982/2006/EC von 2006-12-18

- Verstärkung der internationalen Forschungszusammenarbeit, damit die Vorteile einer Internationalisierung von Forschung und Entwicklung in vollem Umfang ausgeschöpft werden können und eine weitere Integration der Gemeinschaft in die globale Forschungsgemeinschaft erreicht werden kann.
- Erhöhung der Gesamtausgaben für Forschungstätigkeiten in der Union, um sich der Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anzunähern.
- Maximale Nutzung des gewaltigen Potenzials von wissenschaftlichem Fortschritt und Innovation.
- Mobilisierung von Ressourcen für die Forschung in einem breiteren Rahmen durch Bündelung von Kräften und Vermeidung von Überschneidungen der Bemühungen durch Sicherstellung größerer Kohärenz zwischen nationalen Programmen.
- Wegbereitung für eine wahrhaft europäische Forschungspolitik in Schlüsselbereichen gemeinsamen Interesses, die die Positionen aller Mitgliedstaaten und der europäischen Institutionen mit einbezieht.

Kurzbeschreibung



Die Minister der Europäischen Union räumten die Bedeutung der gegenseitigen Öffnung der nationalen Forschungsprogramme ein. Daraufhin rief der Ausschuss für Wissenschaftliche und Technische Forschung der EU, CREST, im März 2002 fünf Pilotprojekte für die gegenseitige Öffnung der nationalen Programme ins Leben, die anschließend durch die Einführung des ERA-NET-Systems koordiniert wurden. Mit dem ERA-NET-Programm sollten die nationalen und regionalen Forschungstätigkeiten in den Mitgliedstaaten und Assoziierten Ländern stärker koordiniert und aufeinander abgestimmt werden durch:

- die Vernetzung der Forschungsmaßnahmen auf nationaler oder regionaler Ebene und

- die gegenseitige Öffnung von nationalen und regionalen Forschungsprogrammen.

Ein weiteres unter dem RP6 vorgeschlagenes Instrument zur Koordinierung der nationalen und regionalen Forschung auf Programmebene war die Anwendung von Artikel 169 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Union. Hauptziel von Artikel 169 war die Initiierung von Programmen durch eine ausreichende Anzahl von Mitgliedstaaten und Assoziierten Staaten, um die erforderliche kritische Masse zu gewährleisten. Im Juni 2003 wurde als erste Maßnahme unter Artikel 169 das Programm der europäischen und Entwicklungsländer für klinische Versuche (EDCTP = European and Developing Countries Clinical Trials Partnership) als gemeinsames Programm zur Bekämpfung der drei größten übertragbaren Armutskrankheiten begonnen: AIDS, Malaria und Tuberkulose.

Das ERA-NET-Modell basiert auf einem Ansatz "von unten nach oben" und ist daher offen für alle Forschungsbereiche, auch für solche, die nicht ausdrücklich von den Rahmenprogrammen abgedeckt sind.

Die Förderung der Koordinierung nationaler Programme wird beispielsweise durch die folgenden Maßnahmen erreicht:

- Erreichen der erforderlichen kritischen Masse zur Durchführung eines Forschungsvorhabens durch Bündelung von Ressourcen - sowohl im Hinblick auf die beteiligten Personen als auch in finanzieller Hinsicht -, falls die Ressourcen in einem einzigen Land nicht ausreichen sollten, z. B. bei der Behandlung seltener Krankheiten, von denen relativ wenige Leute betroffen sind. Ebenso treten in allen Ländern Gesundheitsprobleme auf und es ist sinnvoll, diese gemeinsam anzugehen.

- Globale Probleme betreffen die Menschheit insgesamt, nicht nur Europa, und sind daher auf globaler Ebene zu lösen. Dies erfordert somit die Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene. Die Erforschung der Folgen des Klimawandels erfolgt aufgrund ortsspezifischer Begebenheiten vorwiegend auf lokaler Ebene. Das im Sommer 2004 gestartete Projekt Circle wird seine Aktivitäten innerhalb des ERA-NET-Rahmens für 2005-2009 ausdehnen und erarbeitet zurzeit die Grundlage für ein koordiniertes Informationsnetz über den Klimawandel, das als Ausgangspunkt für Vorschläge für gemeinsame Forschungsaktivitäten dienen soll.

- Die Bevölkerungsalterung gehört zu den dringendsten Problemen Europas und stellt insbesondere die Gesundheitsfürsorge, die Sozialdienstleistungen und Rentensysteme vor gewaltige Herausforderungen. Das ERA-AGE-Netz vereint nationale Forschungsprogramme aus 14 europäischen Ländern und ermöglicht so ein gemeinsames Herangehen an die altersbedingten Probleme in Europa.

- ERA-NET TRANSPORT möchte die Zusammenarbeit zwischen nationalen Verkehrsforschungsprogrammen fördern, um Skalenvorteile und eine größere Gesamteffektivität zu erzielen.

- Gemeinsame Ressourcen - Meeres-, Wasser-, biologische oder allgemeine Umweltprobleme, z. B. Überschwemmungen, gehen aufgrund der Geographie alle gemeinsam etwas an, und ERA-NET fördert die Koordinierung der zusammengelegten Ressourcen und Forschung. Das BONUS-Netz bringt elf an der Förderung und Durchführung der Ostseeforschung beteiligte Organisationen zusammen, um die Infrastrukturnutzung zu koordinieren.

- Die internationale Zusammenarbeit ist ein bedeutender Faktor der europäischen Forschungspolitik, um die weltweite Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen und Ressourcen zu erleichtern. CO-REACH ERA-NET verfolgt das Ziel, bilaterale Programme für wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China besser miteinander zu koordinieren, um auf diese Weise eine solide Grundlage für die Analyse der Erfolge und Probleme beim Aufbau einer transnationalen Zusammenarbeit zu schaffen.

Das ERA-NET-Modell hat sich als Chance für den Austausch von Informationen und die Entwicklung gemeinsamer kooperativer Forschungsprogramme erwiesen. Die finanzierten Projekte decken alle Wissenschafts- und Technologiebereiche einschließlich der Sozial- und Geisteswissenschaften ab. Partner aus allen Mitgliedstaaten und Assoziierten Staaten sowie aus verschiedenen Drittländern sind in diese Projekte eingebunden und schaffen eine wirksame Vernetzung des Europäischen Forschungsraums.
Entwurfspapier für "Provisions for the preparation of ERA-NET actions and their practical implementation". Version 2006-12-21. Broschüre "Networking the European Research Area, Coordination of National Programmes. ERA-NET Artikel 169". Berichtigung zum Ratsbeschluss 2006/971/EG vom 19. Dezember 2006 über das spezifische Programm "Zusammenarbeit" zur Durchführung des Siebten Rahmenprogramms der Europäischen Gemeinschaft für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration (2007 bis 2013) (Amtsblatt der Europäischen Union L 54 vom 22. Februar 2007).

Unterteilung

Die folgenden Informationen beruhen auf den offiziellen Angaben zum Zeitpunkt des Verfassens. Prioritäten und Maßnahmen können sich ändern.
Für die neusten Informationen beachten Sie bitte das Arbeitsprogramm, dass mit dem dazugehörigen Aufruf zu Verfügung steht:
http://cordis.europa.eu/fp7/dc/index.cfm


Folgende zehn Themenbereiche wurden für Forschungsaktivitäten festgelegt:

1) Gesundheit;
2) Lebensmittel, Landwirtschaft und Biotechnologie;
3) Informations- und Kommunikationstechnologien;
4) Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Materialien und neue Produktionstechnologien;
5) Energie;
6) Umwelt (einschließlich Klimawandel);
7) Verkehr (einschließlich Luftfahrt);
8) Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften;
9) Weltraum;
10) Sicherheit.

Besonderes Augenmerk wird auf der Gewährleistung einer effektiven Koordinierung zwischen den thematischen Gebieten und der vorrangigen wissenschaftlichen Bereiche liegen, die mehrere Themenbereiche betreffen, etwa Forstwirtschaft, kulturelles Erbe, Meereswissenschaften und Technologie. Durch gemeinsame themenübergreifende Ansätze für Forschungs- und Technologieaspekte, die für mehr als einen Themenbereich relevant sind, wird Multidisziplinarität gefördert. Diese themenübergreifende Ansätze werden unter anderem dadurch verwirklicht, dass:

- gemeinsame Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für mehrere Themenbereiche veröffentlicht werden, sofern ein Forschungsthema auch von eindeutiger Relevanz für die jeweiligen anderen Themenbereiche ist;
- bei der interdisziplinären Forschung besonderer Wert auf die sich abzeichnenden Erfordernisse gelegt wird;
- bei der Ausarbeitung des Arbeitsprogramms externe Experten, darunter auch Forscher, hinzugezogen werden, um so auf eine breite Palette von Fachrichtungen und Erfahrungen zurückgreifen zu können;
- als Teil der Gesamtüberwachung, -bewertung und -überprüfung des Programms regelmäßig über themenübergreifende Forschungsgebiete berichtet wird;
- bei politisch relevanten Forschungsarbeiten für die Kohärenz mit den anderen Politikbereichen der Gemeinschaft gesorgt wird.

Damit die Themenbereiche auch in Zukunft für die Industrie relevant sind und die Industrie sich weiterhin an ihnen beteiligt, wird unter anderem auf die Arbeiten der verschiedenen Europäischen Technologieplattformen zurückgegriffen. Diese können mit der möglichen Beteiligung regionaler forschungsorientierter Cluster eine Rolle dabei spielen, die Beteiligung der Industrie, einschließlich der KMU, an Forschungsprojekten auf ihrem jeweiligen Gebiet zu erleichtern und zu organisieren, einschließlich Projekte, die für eine Förderung nach dem Rahmenprogramm in Frage kommen.

In jedem Themenbereich werden zwei Arten von Gelegenheiten offen und flexibel erörtert werden.

- Zukunft und aufstrebende Technologien: Unterstützung von Vorschlägen für Forschungsarbeiten, mit denen auf einem bestimmten Gebiet und/oder in Verbindung mit anderen relevanten Bereichen oder Fachgebieten neue wissenschaftliche und technologische Gelegenheiten ermittelt oder weiter erkundet werden sollen; Förderung innovativer Konzepte und grundlegend neuer Anwendungen sowie Erkundung neuer Möglichkeiten innerhalb von Forschungsprogrammen, vor allem, wenn sie das Potenzial für einen bedeutenden Durchbruch aufweisen.
- Unvorhergesehene politische Erfordernisse: Vorgesehen ist ein flexible Reaktion auf politische Bedürfnisse, die sich im Laufe der Durchführung des Rahmenprogramms ergeben, wie etwa unvorhergesehene Entwicklungen oder Ereignisse, die ein schnelles Handeln verlangen (z. B. neue Epidemie, neu auftretende Probleme im Bereich der Lebensmittelsicherheit, die Bewältigung von Naturkatastrophen).

Um die Verbreitung und Nutzung von Forschungsergebnissen zu stärken, werden in allen Bereichen die Weitergabe von Kenntnissen und der Transfer von Ergebnissen - auch an politische Entscheidungsträger - unterstützt. Strategien zur Kommunikation und Verbreitung richten sich gegebenenfalls an die Gesamtheit der politischen Entscheidungsträger, die Medien und die allgemeine Öffentlichkeit, um so das Verständnis zwischen Wissenschaft und Gesellschaft als Ganzes zu fördern und zu stärken. Geistige Eigentumsrechte sind ebenfalls zu schützen, auch durch Unterstützung des Kampfs gegen Fälschungen. Die Verbreitung wird als integrale Aufgabe in allen Themenbereichen betrachtet, mit entsprechenden Einschränkungen für den Themenbereich "Sicherheit" aufgrund der Vertraulichkeitsaspekte der betreffenden Maßnahmen. Dazu werden unter anderem Mittel für Vernetzungsinitiativen, für Seminare und Veranstaltungen, für die Unterstützung durch externe Experten und für elektronische Informationsdienste, insbesondere CORDIS, bereitgestellt.

Auch Initiativen, die auf die Einbeziehung einer möglichst großen Zahl an Nicht-Forschern in die Debatte um wissenschaftliche Themen und Forschungsergebnisse abzielen, sowie Initiativen im Bereich der wissenschaftlichen Kommunikation und Ausbildung werden unterstützt. Die Einbindung der Geschlechterfrage und der Gleichstellung der Geschlechter wird in sämtlichen Forschungsbereichen erörtert.

Ausführung


Die Koordinierung von Forschungsprogrammen außerhalb des Gemeinschaftsrahmens wird über zwei Hauptinstrumente abgewickelt, das ERA-NET-System und die Beteiligung der Gemeinschaft an nationalen Forschungsprogrammen, die von mehreren Mitgliedstaaten gemeinsam durchgeführt werden, gemäß Artikel 169 des EU-Vertrags. Die Forschungsvorhaben müssen thematisch nicht unbedingt direkt unter die zehn Themenbereiche fallen, sofern sie über ausreichend Mehrwert für Europa verfügen. Dieses Verfahren wird auch angewandt, um die Komplementarität und Synergie zwischen dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) und Maßnahmen, die im Rahmen zwischenstaatlicher Strukturen stattfinden, zu verstärken. Beispiele hierfür sind EUREKA (eine europaweite Initiative für die Finanzierung von Forschung und Entwicklung), EIROforum und COST, bei denen dieses Verfahren finanzielle Unterstützung für die Verwaltungs- und Koordinierungsmaßnahmen national bezuschusster Forschungsteams umfasst.

Das ERA-NET-System wird die Koordinierung nationaler und regionaler Aktivitäten ausbauen und fördern, indem es Akteuren, die öffentliche Forschungsprogramme durchführen, einen Rahmen zur Verbesserung der Koordinierung ihrer Aktivitäten bietet. Hierzu wird das ERA-NET-Programm unter den spezifischen Programmen "Zusammenarbeit" und "Kapazitäten" des RP7 durchgeführt. Dies beinhaltet Unterstützungsmaßnahmen für neue ERA-NETs sowie die Ausdehnung und Erweiterung des Umfangs der bereits bestehenden. ERA-NETs könnten für die Koordinierung von Programmen zwischen europäischen Regionen und Mitgliedstaaten genutzt werden, um deren Zusammenarbeit mit groß angelegten Initiativen zu ermöglichen.

Vorschläge für ERA-NET-Maßnahmen können zu jedem für die Ziele des Rahmenprogramms relevanten Thema über zwei alternative Wege eingereicht werden:
- Zum einen können sich die Vorschläge auf vorgegebene Themen beziehen, die in den Arbeitsprogrammen "Zusammenarbeit" oder "Kapazitäten" für ERA-NETs ausgewählt wurden.
- Für Vorschläge, die nicht direkt mit den Themen des RP7 in Verbindung stehen, aber horizontal verknüpft sind und über genügend Mehrwert für Europa verfügen.

Bei Forschungsprogrammen, die auf nationaler oder regionaler Ebene durchgeführt werden, sollte es sich um vollständige Forschungsprogramme oder Teile solcher Programme handeln, die über folgende Merkmale verfügen:

- Schwerpunkt auf einem genauen Themenbereich:
- auf einen bestimmten Zeitraum festgesetzte Laufzeit und koordiniertes Management:
- sie sollten auf nationaler oder regionaler Ebene durchgeführt werden:
- sie sollten direkt von nationalen oder regionalen öffentlichen Stellen oder mit öffentlichen Behörden eng verbundenen oder von ihnen beauftragten Strukturen finanziert oder verwaltet werden.

Die Fördermittel werden wie bei Koordinierungsmaßnahmen zugewiesen. Die Förderung erfolgt über "Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen" (CSA). Die Förderung durch die Gemeinschaft erfolgt in Form eines Zuschusses bestehend aus der Erstattung der mit der Maßnahme verbundenen zulässigen Kosten, und ist auf die Kosten, die aus zusätzlichen Aktivitäten, die zur Umsetzung der ERA-NET-Maßnahme unternommen werden, beschränkt.

Die Dienststellen der Kommission sind für die Überwachung des Projekts zuständig, um die ordnungsgemäße Ausführung der Arbeit zu gewährleisten. Es wird ein Projektbeauftragter ernannt, dessen Aufgabe die Überwachung der einzelnen ERA-NETs ist und der befugt ist, gegebenenfalls deren Überprüfung zu veranlassen. Bei der Überprüfung wird die erbrachte Arbeit mit den vertraglich vereinbarten Leistungen verglichen. Das Konsortium hat der Kommission einen allgemeinen Überblick über den Fortschritt der gemeinsam finanzierten Projekte vorzulegen.
Datensatznummer: 869 / Zuletzt geändert am: 2007-11-05