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Das Hauptziel der JEREMIE-Initiative ist es, Mitgliedstaaten und Regionen zu ermöglichen, einen Teil ihrer Strukturfonds dafür einzusetzen, Finanzierungsinstrumente speziell für die Unterstützung von Kleinstunternehmen bis zu mittleren Unternehmen (einschließlich KMU) einzurichten.

Kurzbeschreibung

Die Mitteilung der Europäischen Kommission "Kohäsionspolitik im Dienste von Wachstum und Beschäftigung: Strategische Leitlinien der Gemeinschaft für den Zeitraum 2007-2013" bezieht sich auf die Notwendigkeit, die Unterstützung für Existenzgründer und Kleinstunternehmen zu verstärken. Dazu werden technische Hilfe und Zuschüsse angeboten, ebenso wie zuschussfreie Finanzinstrumente (Risikokapital und Garantien). Demzufolge hat die Generaldirektion Regionalpolitik zusammen mit anderen Dienststellen der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) eine gemeinsame Initiative vorgeschlagen, um einen besseren Zugang für Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen in den Regionen der EU zu Finanzierungen zu fördern.

Die Initiative mit dem Namen JEREMIE (Joint European Resources for Micro to Medium Enterprises) wurde eingerichtet, um einen Rahmen für die Zusammenarbeit mit spezialisierten Instituten wie dem EIF und der EIB zu schaffen. Die Durchführung der JEREMIE-Initiative umfasst zwei Phasen. Die erste Vorbereitungsphase umfasst eine Bewertung der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage für Finanzierungsinstrumente in den Regionen sowie eine Einschätzung der potenziellen Bedürfnisse in den Jahren 2006 und 2007. Der EIF und die Kommission werden eng mit den nationalen und regionalen Behörden zusammenarbeiten.

Die zweite Phase besteht aus der Durchführung der Programmmaßnahmen für den Zeitraum 2007-13. Auf Grundlage der Analyse der Diskrepanzen, der Bewertung und des vorgeschlagenen Aktionsplans wird die nächste Generation operationeller Programme in einer Partnerschaft zwischen den Behörden in den Mitgliedstaaten und der Kommission vorbereitet. Verwaltungsbehörden verteilen die Ressourcen aus dem Programm an einen Holding-Fonds, den ein qualifiziertes Finanzinstitut auf nationaler Ebene darstellen kann. Es ist außerdem vorgesehen, dass die Verwaltungsbehörden den EIF fragen können, die Aufgaben des Holding-Fonds zu garantieren, wenn er einen Zuschuss aus dem Programm erhält. Dies könnte auch die Freisetzung zusätzlichen Kapitals von der EIB erleichtern.

Der Holding-Fonds bietet die Organisation von Aufrufen für Interessenbekundungen, die sich an alle interessierten Intermediäre richten. Dazu gehören unter anderem Risiko- oder Startkapitalfonds, Existenzgründungen, Technologiefonds oder Fonds für den Technologietransfer, Bürgschaftsfonds oder Bürgschaftsfonds auf Gegenseitigkeit, Darlehensfonds, Anbieter von Kleinstkrediten. Abhängig von seiner Expertise kann der Holding-Fonds in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsbehörde finanzielle Intermediäre bewerten, aussuchen und formal akkreditieren. Eine solche Akkreditierung wird Gegenstand einer regelmäßigen Bewertung sein. Der Holding-Fonds wird den Finanzintermediären, das sind Fonds und Anbieter von Kleinstkrediten, Anteilskapital, Darlehen oder Bürgschaften und technische Hilfe bieten.

Im Rahmen einer Finanzierungsvereinbarung zwischen der Programmbehörde und dem Holding-Fonds können die genauer bestimmten Intermediäre die Fonds zu günstigen Bedingungen Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung stellen. Im Einklang mit der Lissabon-Agenda für Wachstum und Beschäftigung erhält die Unterstützung von Existenzgründungen, Technologietransfer, Technologie- und Innovationsfonds sowie von Kleinstkrediten einen besonderen Schwerpunkt.

Die JEREMIE-Initiative bietet der Verwaltungsbehörde Zugang zu einem einsatzfertigen System, das die komplexe Aufgabe einer Verbesserungsmaßnahme in diesem zentralem Bereich für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft wesentlich erleichtern kann. Beiträge aus den Programmen an den Holding-Fonds für andere Finanzierungsinstrumente sind anrechenbare Zwischenzahlungen unter dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Unterteilung

Die wichtigen Bereiche für JASPERS sind:
- Transeuropäische Netze (TEN)
- der Transportsektor außerhalb der TEN, einschließlich Schienenverkehr, Binnen- und Seeschifffahrt
- intermodale Verkehrssysteme und ihre Interoperabilität
- Management von Straßen- und Luftverkehr
- sauberer städtischer und öffentlicher Verkehr
- die Umwelt, einschließliche Energieeffizienz und erneuerbare Energie
- öffentlich-private Partnerschaften.

Ausführung

Jährliche Aktionspläne für jedes Land werden in enger Zusammenarbeit zwischen den entsprechenden nationalen Behörden und der Europäischen Kommission erstellt. Diese Maßnahmen berücksichtigen die Besonderheiten der einzelnen Länder und können bei sich ändernden Umständen leicht angepasst werden. Wenn Hilfe von JASPERS genutzt wird, gibt es keine Verpflichtung, EU-Mittel mit Darlehen von EIB und EBWE zu kombinieren; nationale Behörden können Kredite von EIB oder EBWE erhalten und sie für Projekte einsetzen, die mithilfe von JASPERS vorbereitet wurden. Für Entscheidungen über die Gewährung einer EU-Beihilfe für ein Projekt ist weiterhin die Europäische Kommission zuständig.
Datensatznummer: 876 / Zuletzt geändert am: 2008-08-19