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Referenz zum Amtsblatt

L 192/21 von 2001-07-14

Rechtsrahmen

2001/531/EC von 2001-06-27
Wichtigste Aufgabe des "Europäischen Forschungsbeirats" (EURAB) ist, die Europäische Kommission bei der Gestaltung und Umsetzung der Politik der Gemeinschaft im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung zu beraten. Er spricht Empfehlungen zu spezifischen Fragen aus, entweder auf Wunsch der Kommission oder der Europäischen Gemeinschaften oder aus eigener Initiative.

Dabei gilt seine besondere Aufmerksamkeit der Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums (EFR) und der Nutzung politischer Instrumente, wie sie die Rahmenprogramme der Gemeinschaft für Forschung und technologische Entwicklung darstellen.

Kurzbeschreibung

In den Schlussfolgerungen des Vorsitzes des Europäischen Rats vom März 2000 in Lissabon wurde festgestellt, dass die Europäische Union auf die Ziele hinarbeiten muss, die in der Mitteilung der Gemeinschaft "Hin zu einem Europäischen Forschungsraum" genannt werden. Darin wurde auch betont, wie wichtig die Einrichtung eines unabhängigen Beratungsgremiums für Wissenschaft, Technologie und Innovation in Europa ist.

Der Europäische Forschungsbeirat (EURAB) wurde im Juni 2001 durch einen Beschluss der Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegründet, in dem auch die Mitgliedschaft, die Grundsätze seiner Arbeit und die Kriterien für die Auswahl seiner Mitglieder und die Zusammensetzung festgelegt wurden. Der EURAB ist ein hochrangiges Beratungsgremium für die Politik der Gemeinschaft im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung mit einem breiten Arbeitsfeld und einem Höchstmaß an Unabhängigkeit.

Das Beratungsgremium umfasst hoch qualifizierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Industrie und dem Dienstleistungssektor und setzt sich mit allgemeinen forschungspolitischen Themen auseinander. Der Beirat ist in seiner Tätigkeit unabhängig und vertritt nicht die Interessen wissenschaftlicher, industrieller oder sonstiger Organisationen. Er gibt Stellungnahmen und Empfehlungen zu den unterschiedlichen Aspekten der Forschungspolitik der Europäischen Gemeinschaft oder zu wissenschaftlichen oder technologischen Entwicklungen innerhalb und außerhalb von Europa ab.

Der Europäische Forschungsbeirat setzt sich aus 45 Topexperten aus 19 Ländern zusammen, darunter auch 13 Frauen. Seine Mitglieder wurden von der Europäischen Kommission aufgrund ihrer Kompetenz nach folgendem Verfahren ernannt:

- 20 Persönlichkeiten aus der Wissenschaft werden auf der Grundlage eines Vorschlags der Europäischen Wissenschaftsstiftung (European Science Foundation - ESF) ernannt;
- 20 Persönlichkeiten aus der Wirtschaft/Industrie werden auf der Grundlage eines Vorschlags der Union der Industrie- und Arbeitgeberverbände Europas (UNICE) ernannt (seit dem 23. Januar heißt UNICE BUSINESSEUROPE, The confederation of European Business);
- fünf Persönlichkeiten werden auf Vorschlag der Europäischen Kommission ernannt.

Die Mitgliedschaft im Beirat beträgt drei Jahre. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich.

Das Büro des Europäischen Forschungsbeirats besteht aus dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden und fünf Mitgliedern des Gremiums. Das Büro ermöglicht es dem Beirat, seine Aufgaben zu erfüllen. So kann es zu bestimmten Themen Arbeitsgruppen einsetzen und gegebenenfalls externe Experten hinzuziehen, die seine Arbeit bereichern können. Das Büro kann die Europäische Kommission auffordern, Untersuchungen durchzuführen oder externe Organisationen, die sich mit europäischer Forschungspolitik beschäftigen, zurate zu ziehen, wenn dies für die Vorbereitung der Berichte und Empfehlungen des Gremiums hilfreich ist.

Der EURAB kommt durchschnittlich dreimal im Jahr zusammen. Vertreter der Europäischen Kommission können an den Sitzungen des Beirats und seiner Arbeitsgruppen teilnehmen. Das Büro bereitet die Sitzungen vor und nimmt die Funktion eines Lenkungsausschusses für den Beirat wahr.

Im Jahr 2004 wurde das Mandat des EURAB verlängert: EURAB 2 wurde gegründet, der die ausgezeichnete Partnerschaft zwischen Vertretern von Wissenschaft und Industrie fortsetzt. Die zweite Phase der Amtszeit des EURAB läuft von 2004 bis 2007. Auch in dieser Zeit befasst sich der Beirat weiterhin mit einer breiten Palette politischer Fragen, unter anderem: wie kann die Beteiligung der Wirtschaft an den Rahmenprogrammen verbessert werden? Wie kann das Innovationspotenzial der Regionen verstärkt werden und wie lässt sich die internationale Zusammenarbeit intensivieren?

Der Europäische Forschungsbeirat hat Berichte und Empfehlungen zu einer breiten Palette von Themen erstellt. Dazu gehören die Verbesserung der Attraktivität von Laufbahnen im Bereich der Technologie, die Hochschulforschung im Europäischen Forschungsraum, die Europäischen Technologieplattformen und die strukturelle Forschungsfinanzierung.


Beschluss der Kommission vom 27. Juni 2007 über die Einrichtung des Europäischen Forschungsbeirats (bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 1656)
Beschluss der Kommission über die Ernennung der Mitglieder des Europäischen Forschungsbeirats (2001/C 268/02
Beschluss der Kommission über die Ernennung der Mitglieder des Europäischen Forschungsbeirats (2004/C 256/05).
Datensatznummer: 879 / Zuletzt geändert am: 2009-06-23