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Rahmenprogramm

FP1-FRAMEWORK 1C

Vorheriges Programm

PRE-FUSION 8C

Nachfolgeprogramm

FP2-FUSION 10C

Programmfinanzierung

EUR 690 million

Referenz zum Amtsblatt

L 83 von 1985-03-25

Rechtsrahmen

85/201/Euratom von 1985-03-12
Zur Fortsetzung der Erforschung des Gemeinsamen Europäischen Torus (JET) und anderer Tokamaks, zur Verfolgung der Bestimmung und Vorkonstruktion des Nächsten Europäischen Torus (NET), zur Untersuchung alternativer Begrenzungssysteme wie Rücklauffeldzangen und Stellaratoren und zur Feststellung, ob Kernfusion Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen bereitstellen kann.

Kurzbeschreibung

Teil des ersten Rahmenprogramms (1984-1987) unter Ziel 4: "Verbesserung des Managements von Energieressourcen", dieses gemeinschaftliche Fusionsprogramm wurde in Übereinstimmung mit den durch den Euratom-Vertrag (Art. 7) festgelegten Regeln und als Teil einer langfristigen kooperativen Bemühung ausgeführt, die alle in den Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der kontrollierten thermonuklearen Fusion unternommenen Maßnahmen umfaßt. Es sollte rechtzeitig zur gemeinschaftlichen Konstruktion von Prototypen führen, mit der Absicht ihrer industriellen Herstellung und Vermarktung.

Zu Anfang des Programms von 1976-1980 verabschiedete der Rat das Prinzip des "gleitenden" Programms, wobei alle drei Jahre ein neues fünfjähriges Fusionsprogramm verabschiedet wird. Daher fallen die ersten zwei Jahre des neuen Programms mit den letzten zwei Jahren des vorherigen Programms zusammen. Die im Rahmen des Programms nicht verwendeten autorisierten Zuteilungen werden in das folgende Programm übertragen.

Unterteilung

- Plasmaphysik, insbesondere Untersuchungen einer Grundeigenschaft im Zusammenhang mit Eingrenzung mit geeigneten Einrichtungen und Verfahren für die Produktion und Erwärmung von Plasma;
- Eingrenzungsforschung in geschlossenen Konfigurationen von Plasma mit stark variierender Dichte und Temperatur;
- Forschung im Bereich Interaktionen mit leichter Materie und Transportphänomene und die Entwicklung von Hochleistungslasern;
Entwicklung und Anwendung von Eingrenzungseinrichtungen für ausreichend leistungsstarke Plasma-Erwärmungsverfahren;
- Verbesserung von Diagnoseverfahren;
- Bestimmung und Vorkonstruktion von NET (Nächster Europäischer Torus) und der technologischen Entwicklungen, die sowohl für seine Konstruktion als auch langfristig für den Fusionsreaktor erforderlich sind;
- Erweiterung der JET-Einrichtung zur vollständigen Leistung sowie Betrieb und Ausnutzung von JET.

Ausführung

Die Kommission trug mit Hilfe des Beratenden Ausschusses für das Fusionsprogramm (CCFP) die Verantwortung für die Implementierung des Programms. Der CCFP wurde von zwei Unterausschüssen unterstützt: dem Programmausschuß (PC) für physikalische Fragen und dem Leitenden Ausschuß für Fusionstechnologie (FTSC) für NET und Technologie.

Die Implementierung des Gemeinsamen Europäischen Torus (JET)-Projekts wurde dem Gemeinschaftlichen Unternehmen JET anvertraut, das durch die Entscheidung des Rates 78/471/Euratom (Amtsblatt Nr. L 151 vom 7.6.1978) für einen Zeitraum von 12 Jahren vom 1. Juni 1978 an eingerichtet wurde. Die Verantwortlichkeit für das Gemeinschaftsunternehmen wurde dem JT-Rat (mit Unterstützung durch den JET-Leitungsausschuß und den JET-Wissenschaftsrat) und dem JET-Projektdirektor anvertraut. Es wurde eine multilaterale Vereinbarung über NET (der Nächste Europäische Torus) abgeschlossen.

Andere Projekte wurden durch Assoziierungsverträge oder Verträge mit begrenzter Laufzeit ausgeführt, die bei der Durchführung des Programms die erforderlichen Ergebnisse erzielen sollen, und die von der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) ausgeführte Arbeit berücksichtigen sollen, insbesondere im Zusammenhang mit der Bestimmung und Voruntersuchung von NET und den für seine Konstruktion sowie den langfristig für den Fusionsreaktor erforderlichen technologischen Entwicklungen.

Die Kommission war in gemeinsamer Beratung mit dem CCFP bevollmächtigt, die zu einem der folgenden Bereiche gehörenden Projekte mit einem einheitlichen Präferenzsatz von etwa 45% zu finanzieren:
-Tokamak-Systeme und Unterstützung für JET;
- Andere Ringkern-Maschinen;
-Erwärmung und Injektion;
- Next Step- und Fusionstechnologie.

Für den Fall, daß Projekte durch die Industrie in den letzten zwei Bereichen durchgeführt wurden, war die Kommission bevollmächtigt, diese zu 100% zu finanzieren. Dafür haben alle am Programm beteiligten Vereinigungen das Recht an Experimenten teilzunehmen, die mit der auf diese Art konstruierten Ausrüstung durchgeführt werden.

Die Betriebskosten des NET-Teams wurde zu etwa 75% finanziert.

Die geschätzten zur Durchführung des Programms erforderlichen Fonds beliefen sich auf 690 Millionen ECU 690 million, einschließlich der ungenutzten Beträge des vorheringen Programms.

Die Kommission führte im Laufe seines zweiten Jahres eine Prüfung des Programms durch und erbrachte den Vorschlag für eine neues Fünfjahresprogramm mit Wirkung vom 1. Januar 1998.

Fachgebiete

Kernfusion
Datensatznummer: 96 / Zuletzt geändert am: 1990-03-26