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Vorheriges Programm

PRE-FUSION 7C

Nachfolgeprogramm

FP1-FUSION 9C

Programmfinanzierung

EUR 620 million

Referenz zum Amtsblatt

L 157 von 1982-06-08

Rechtsrahmen

82/350/Euratom von 1982-05-25
Zur Fortsetzung wichtiger Forschung im Bereich der Tokamak-Kernfusionsreaktoren mit Betonung auf der Entwicklung von Plasma-Erwärmungstechniken, insbesondere durch die Konstruktion und Ausbeutung eines Joint European Torus (JET) und durch den Beginn der Bestimmung des nächsten, nach JET folgenden Schrittes, nämlich des Next European Torus (NET), mit der Absicht der Ausnutzung der kontrollierten thermonuklearen Reaktion zur Sicherung der langfristigen Energieversorgung der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Das Programm wurde in Übereinstimmung mit den im Euratom-Vertrag (Paragraph 7) festgelegten Regeln und als Teil einer langfristigen kooperativen Bemühung durchgeführt, die alle in den Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der kontrollierten thermonuklearen Reaktion durchgeführten Arbeiten umfaßt. Es sollte rechtzeitig zur gemeinsamen Konstruktion von Prototypen führen, mit der Absicht ihrer industriellen Produktion und Vermarktung.
%MIT dem Programm von 1976-1980 übernahm der Rat das Prinzip des "gleitenden" Programms, wobei alle drei Jahre ein neues fünfjähriges Fusionsprogramm verabschiedet wird. Daher fallen die letzten zwei Jahre des neuen Programms mit den letzten zwei Jahren des vorangegangenen Programms zusammen. Die im Programm nicht in Anspruch genommen Mittel werden in das folgende übertragen.

Unterteilung

- Plasmaphysik, insbesondere Studien einer Grundeigenschaft im Zusammenhang mit Eingrenzung mit geeigneten Einrichtungen und Verfahren für die Produktion und Erwärmung von Plasma;
Eingrenzungsforschung in abgeschlossenen Konfigurationen von Plasma mit stark variierender Dichte und Temperatur;
- Forschung im Bereich Interaktionen mit leichter Materie und Transportphänomene und die Entwicklung von Hochleistungslasern;
- Entwicklung und Anwendung von Eingrenzungseinrichtungen für ausreichend leistungsstarke Plasma-Erwärmungsverfahren;
- Verbesserung von Diagnoseverfahren;
- Bestimmung der großen Einrichtung, die den nach JET folgenden Schritt darstellt und mit technologischen Entwicklungen, die sowohl für ihr Design und die Konstruktion als auch langfristig für den Fusionsreaktor erforderlich sind;
- Vervollständigung der Konstruktion der JET-Einrichtung in ihrer grundlegenden Leistung, Erweiterung von JET zur vollständigen Leistung und Betrieb und Ausnutzung von JET.

Ausführung

Die Kommission trug mit Hilfe des Beratenden Ausschusses für das Fusionsprogramm (CCFP), die Verantwortung für die Implementierung des Programms.

Die Implementierung des Projektes Joint European Torus (JET) wurde dem JET-Gemeinschaftsunternehmen anvertraut, das vom 1. Juni 1978 für einen Zeitraum von zwölf Jahren durch die Entscheidung des Rates 78/471/Euratom (Amtsblatt Nr. L 151 vom 7.6.1978) gegründet wurde. Die Verantwortlichkeit für das Gemeinschaftsunternehmen wurde dem JET-Rat (unterstützt durch den JETExekutivausschuß und den JET-Wissenschaftsrat) und dem Direktor des JET-Projekts übertragen.

Andere Projekte wurden durch Assoziierungverträge oder Verträge mit begrenzter Laufzeit ausgeführt, die bei der Durchführung des Programms die erforderlichen Ergebnisse erzielen sollen, und die die Arbeit berücksichtigten, die von der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) ausgeführt worden ist, insbesondere im Zusammenhang mit der Bestimmung der großen Einrichtung, die den nach JET folgenden Schritt darstellt und mit technologischen Entwicklungen, die sowohl für ihr Design und die Konstruktion als auch langfristig für den Fusionsreaktor erforderlich sind.

Nach einer technischen Untersuchung wurde der CCFP bevollmächtigt, den zu einem der folgenden Bereiche gehörenden Projekten Prioritätsstatus einzuräumen:
- Tokamak-Systeme und Unterstützung für JET;
- Andere Ringkern-Maschinen;
- Erwärmung und Injektion;
- Next Step- und Fusionstechnologie.

Die Kommission finanzierte Projekte in den obengenannten Bereichen zu einem einheitlichen Präferenzsatz von etwa 45%. Sie unterstützte industrielle Verträge im Bereich der Next Step- und Fusionstechnologie zu einem Satz von 100%. Dafür haben alle am Programm beteiligten Vereinigungen das Recht, an Experimenten teilzunehmen, die mit der derart konstruierten Ausrüstung durchgeführt werden.

Die Obergrenze für die Ausgaben des Programms wurde, ohne JET, bei 301 Mio. ECU 301 festgesetzt, einschließlich eines Betrages von 67 Mio. ECU, der aus den Restbeträgen der früheren Programme stammt. Die Obergrenze für JET wurde mit 319 Mio. ECU festegesetzt, einschließlich 35 Mio. ECU aus dem vorherigen Programm.

Die Kommission überreichte dem Rat 1984 einen Vorschlag für ein neues Fünfjahresprogramm mit Wirkung vom 1. Januar, 1985.

Fachgebiete

Kernfusion
Datensatznummer: 97 / Zuletzt geändert am: 1990-03-26