Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Kurzbeschreibung

Die Bereitstellung und Nutzung von Energie sind mit Umweltbelastung und Risiken verbunden. Neben den bereits genutzten Energiequellen ist nur noch eine weitere Möglichkeit bekannt: Kernfusion. Die Fusionsforschung galt bisher dem Ziel, den Brennstoff auf einen Temperaturbereich von 100 bis 200 Mi Grad zu bringen und lange genug einzuschliessen, um die thermonukleare Leistungsbilanz zu erfüllen. Trotz immer neuer Schwierigkeiten ist es nun gelungen, das Konzept eines Versuchsreaktors (ITER: International Thermonuclear Experimental Reactor) zu erarbeiten, in dem mehrere hundert Sekunden brennendes D-T-Plasma ein Gigawatt Fusionsleistung freisetzen soll. Jetzt wird an der (quasi-)stationären Betriebsweise mit Auskopplung der erzeugten Fusionsleistung und Abzug von Helium(-Asche) gearbeitet. Beim Fusionsprozess entstehen keine Spaltprodukte. Doch das aus Lithium erbrütete und als Brenstoff rückgeführte Tritium, ist radioactiv. Der flüchtige Tritium-Anteil soll deshalb soweit wie möglich begrenzt werden. Von der Wahl der Materialien des Reaktors hängt ab, ob die Menge des zur Endlagerung kommenden radioaktiven Abfalls kleiner werden kann als beim Spaltreaktor. Hervorzuheben ist, dass im Brennraum nur ein Energievorrat von einigen 100 GJ gespeichert wird, der aber nur genutzt werden kann, wenn die thermonukleare Zündbedingung erfüllt werden kann. Bis zum Bau eines kommerziellen Fusionskraftwerks werden noch fast fünfzig Jahre vergehen. Aufgaben und Kosten für den Bau von ITER sollen international aufgeteilt werden.

Zusätzliche Angaben

Autoren: WOLF G H, Kernforschungsanlage Jülich GmbH, Institut für Plasmaphysik, Jülich (DE)
Bibliografische Referenz: Article: Physikalische Blätter, Vol. 47 (1991) No. 9, p. 811
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben