Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nichtinvasive Ansätze für archäologische Feldforschung

Ein EU-gefördertes Konsortium, bestehend aus sieben Partnern, untersuchte verschiedene zerstörungsfreie Ansätze für die Forschung in komplexen archäologischen Stätten. Die Projektergebnisse üben signifikanten Einfluss auf zukünftige Forschung im Bereich der archäologischen Diagnostik aus.
Nichtinvasive Ansätze für archäologische Feldforschung
Durch Feldforschung sowie das Sammeln und Auswerten von Daten konnten im Rahmen des Projekts RADIO-PAST wertvolle Erkenntnisse für eine verbesserte Verwaltung von Kulturerbe gewonnen sowie neue Werkzeuge dafür entwickelt werden. In einem 'offenen Labor' in der römischen Siedlung Ammaia in Zentralportugal führten die Forscher eine Reihe wissenschaftlicher Tätigkeiten durch.

Andere Feldforschungsprojekte wurden als Referenzen für eine vergleichende Forschung in Bezug auf historischen Kontext und geografische Gegebenheiten herangezogen. Diese Stätten sind in Griechenland, Frankreich, Italien und Österreich gelegen.

Das aus sieben Partnern bestehende Konsortium leistete für diese Projekte Beiträge in den Bereichen Feldforschungstechniken, neue Wege der Datenverarbeitung, Modellierung, 3D-Visualisierung sowie Präsentation der Stätten. Die Ammaia-Siedlung wurde mittels einer vollständigen geophysikalischen Vermessung sowie einer Fernerkundung aufgezeichnet.

Des Weiteren wurden eine Reihe Tests mit verschiedenen Vermessungsmethoden und Ground Truth durchgeführt. Vergleichende Forschungsergebnisse führten zu Vorschlägen für methodologische Richtlinien für die zerstörungsfreie Vermessung komplexer Stätten.

Des Weiteren wurden im Zuge des Projekts Weiterbildungen und internationale Foren abgehalten sowie zwei internationale Kolloquien über zerstörungsfreie Ansätze organisiert. Die wissenschaftlichen Beiträge sind auf der multimedialen RADIO-PAST-Webseite abrufbar.

Das Team entwickelte innovative Methoden zur Visualisierung von Vermessungsdaten weiter. Dazu zählen etwa digitale Rekonstruierung, Visualisierung und Videomaterial über die gesamte Ammaia-Siedlung und einige der untersuchten Stätten in Italien und Österreich. Um das Potential einer Verbindung von Museumsausstellungen in Innenräumen und Stätten im Freien zu testen, wurden didaktische Materialien und Museums-Ausstellungspakete zusammengestellt, um die Stätten in Portugal, Italien und Österreich zu präsentieren.

Im Rahmen des Projekts wurde ferner ein 'Guide to Good Practice' im Bereich der zerstörungsfreien Vermessung veröffentlicht. Dieser Leitfaden ist anwendbar auf große und komplexe Stätten in ganz Europa. Über die Projektwebseite ist ein Anleitungsvideo verfügbar, das zeigt, wie zerstörungsfreie Vermessung für komplexe archäologische Stätten angewendet werden kann. Des Weiteren wurde im Zuge von RADIO-PAST ein Modell für die Untersuchung und Verwaltung von großen und komplexen archäologischen Stätten entwickelt und fertiggestellt.

Die Ergebnisse dieses Projekts sollen die Verwaltung von Kulturerbe und -ressourcen sowie die museale Aufbereitung vor Ort und in Museen beeinflussen. Durch die vorgeschlagenen Richtlinien profitieren sowohl Entscheidungsträger als auch die zuständigen Stellen, wodurch die Entscheidungsfindung in Bezug auf die Konservierungsstrategien erleichtert wird. Die Projekterfolge von RADIO-PAST ermöglichen auch einen erweiterten öffentlichen Zugang zu archäologischem Wissen.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Zerstörungsfreie Ansätze, archäologische Stätte, Kulturerbe, Vermessung, geophysikalisch, museale Aufbereitung
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben