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FP7

FleaMicroBiome Ergebnis in Kürze

Project ID: 293713
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Israel

Neues zu Bakteriengemeinschaften bei wildlebenden Nagern und deren Flohparasiten

Forscher untersuchen an einem natürlichen Nagerflohmodell die Struktur von Bakteriengemeinschaften und strukturelle Veränderungen, die das Krankheitsübertragungsrisiko vom Insekt auf den Menschen erhöhen.
Neues zu Bakteriengemeinschaften bei wildlebenden Nagern und deren Flohparasiten
Inwieweit ein Insekt Krankheiten überträgt, wird häufig bestimmt von der Interaktion zwischen Wirt und Insekt bzw. zwischen Insekt und Pathogen, mit dem das Insekt infiziert ist. Eine Rolle spielen auch Wechselwirkungen zwischen Pathogen und anderen Bakterien, die im Insekt oder Wirt leben. Auslöser der Pest beispielsweise ist ein Bakterium in Flöhen (Vektor), der wiederum Nagetiere (Wirt) befällt.

Da Insekten wie Flöhe und deren Wirte von Bakteriengemeinschaften besiedelt sind, die nicht in jedem Fall pathogen sind, untersuchte das EU-finanzierte Projekt FLEAMICROBIOME (Effects of ecological factors on bacterial communities of fleas), welche ökologischen Bedingungen die Struktur von Bakteriengemeinschaften auf Flöhen verändern können.

Das Projekt will ermitteln, welche Faktoren die Zusammensetzung von Bakteriengemeinschaften auf Insektenvektoren und deren Wirten beeinflussen. Hierfür untersuchten die Forscher drei potenzielle Einflüsse am Modellsystem eines Nagerflohs: Merkmale (Alter und Reproduktionsstatus) und biologische Vielfalt beim Wirt sowie interspezifische Interaktionen bei Bakterien.

Um zu klären, welche Mikroben diese Vektoren und Wirte besiedeln, wurden genetische Sequenzen gesamter Bakteriengemeinschaften aus Nagerblut- und Flohproben analysiert. Man fand heraus, dass Mycoplasma und Bartonella die beiden häufigsten Bakteriengattungen in Blut- und Flohproben waren und dass Wolbacia spp. alle weiblichen, aber keine männlichen Flöhe infizierte.

Die Schlussfolgerung war, dass adulte Flöhe in der Reproduktionsphase eher Mycoplasma übertragen, junge Flöhe hingegen eher Bartonella. Die Gesamtabundanz einer bestimmten Mikrobenart auf einem Vektor wird jedoch primär von der Abundanz der endosymbiotischen Bakterien auf dem Vektor beeinflusst sowie von anderen Mikroben, die im Vektor und im Blut des Wirtes leben. Nicht zuletzt spielen auch saisonale Veränderungen eine Rolle, kaum jedoch die Merkmale des Wirts.

In größerem Maßstab beeinflusst die Anzahl der Wirtsspezies, die in einer Region leben, die Zusammensetzung bakterieller Gemeinschaften. In artenreicheren Regionen war der Anteil an Mycoplasmabakterien geringer, in artenärmeren Regionen hingegen höher als der Anteil anderer Bakterienarten, was wiederum das Risiko für seltene Infektionskrankheiten beim Menschen erhöht.

Sind die Faktoren geklärt, die die Dynamik zwischen Wirten, Vektoren und besiedelnden Mikroben beeinflussen, könnten daraus neue Präventions- oder Bekämpfungsstrategien für vektorübertragene Krankheiten hervorgehen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Bakterien, Flöhe, Nager, Insekten, Krankheiten, Alter des Wirtsorganismus, Krankheitserreger, Vektor, ökologische Gemeinschaften, Gemeinschaftsstruktur, interspezifische Interaktionen, Mikrobiom, Artenvielfalt
Datensatznummer: 175006 / Zuletzt geändert am: 2016-01-28
Bereich: Biologie, Medizin
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