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FP7

SGDBALTIC Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 293499
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Deutschland

Grundwasseraustrittsveränderungen unterhalb des Meeresspiegels im Baltischen Meer zur Verbesserung des Managements der Küsten Europas

Ein EU-Projekt untersuchte den Austritt von Grundwasser vom Festland in das südwestliche Baltische Meer. Die Ergebnisse werden Wissenschaftlern bei der Untersuchung der maritimen Küstenumgebung behilflich sein.
Grundwasseraustrittsveränderungen unterhalb des Meeresspiegels im Baltischen Meer zur Verbesserung des Managements der Küsten Europas
Grundwasser fließt in Richtung des Meeres, wenn der hydraulische Gradient an Land über dem Meeresspiegel liegt und wenn Festland-Aquifer über permeable Pfade mit Ozeanen verbunden sind. Das unterhalb der Oberfläche fließende Wasser ermöglicht, dass den Transport gelöste Materials vom Festland in die Weltmeere. Obwohl Studien belegen, dass nicht überwachte Gewässer in das Baltische Meer münden, fand hinsichtlich der Bedeutung des submaritimen Grundwasseraustritts (Submarine Groundwater Discharge, SGD) nur unzureichende Forschungsarbeit statt.

Um diesem Forschungsmangel entgegenzuwirken, wurde im Rahmen des EU-finanzierten Projekts SGDBALTIC (The importance of submarine groundwater discharge for the southwestern Baltic Sea) das südwestliche Baltische Meer bezüglich des SGD beobachtet und die damit verbundenen Nährstoffflüsse und ausgewählte wichtige Elemente sowie Spurenelemente gemessen.

Die Projekträger fokussierten ihre Anstrengungen auf die Eckernförder Bucht, da diese eine hohe Konzentration an SGD-Stellen aufweist. Verschiedene Messgeräte wurden dazu verwendet, die Flüsse zu messen, um den jährlichen Gesamteintritt des SGD in die Bucht zu bestimmen. Es wurden verschiedene Nährstoffkonzentrationen ermittelt: Silizium, Phosphat und Stickstoff.

Das SGDBALTIC-Team berechnete den jährlichen SGD-basierten Stickstoff- und Phosphatfluss für die Bucht und verglich diesen daraufhin mit dem gesamten wasserbasierten Stickstoff- und Phosphorfluss im deutschen Abschnitt des Baltischen Meeres. Etwa 17 % des gesamten Stickstoffflusses und 22 % des Phosphorflusses der Bucht münden in den deutschen Abschnitt des Baltischen Meeres. Die Ergebnisse zeigten, dass der Stickstoff von Grundwasser mit einer hohen Nährstoffkonzentration stammt, welche auf Düngemittel zurückgeht, die in der Landwirtschaft verwendet werden. Die Forscher schlagen eine geringere Verwendung von Düngemitteln oder eine Entfernung von Grundwassernährstoffen vor, um den SGD-basierten Nährstofffluss in das südwestliche Baltische Meer zu reduzieren.

SGDBALTIC leistete einen Beitrag zum Verständnis der Verbindung zwischen Festland und Ozean. Dies wird wichtige Implikationen für das Management der Küstenregionen Europas haben.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Baltisches Meer, Grundwasseraustrittsveränderungen unterhalb des Meeresspiegels, SGDBALTIC, Nährstoffflüsse
Datensatznummer: 175015 / Zuletzt geändert am: 2016-06-06
Bereich: Umwelt