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FP7

Glycoproteomics Ergebnis in Kürze

Project ID: 293847
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Deutschland

Fortschritte in der Überwachung der Glykosylierung

Um das, was innerhalb einer Zelle vor sich geht, tiefgehender zu verstehen, ist meist die strukturelle Charakterisierung von einigen wichtigen Biomolekülen erforderlich. Dies geht Hand in Hand mit dem technologischen Fortschritt auf dem Gebiet der biomedizinischen Wissenschaften.
Fortschritte in der Überwachung der Glykosylierung
Glykoproteine sind Proteine, die Zuckerreste enthalten, und eine wichtige Rolle in der zellulären Kommunikation spielen. Sie liegen primär auf der Membran, wo sie die Interaktion mit anderen Zellen vermitteln oder ausgeschieden werden können und über die Blutbahn durch den Körper reisen können.

Der Prozess der Zuckerbindung an Proteine ​erfolgt nach der Proteinsynthese und wird Glykosylierung bezeichnet. Immer mehr Belege weisen darauf hin, dass Veränderungen der Glykosylierung mit bestimmten Krankheiten assoziiert sind und daher als diagnostische oder therapeutische Marker dienen können. Außerdem spielen Zucker-erkennende Proteine (Lektine) eine wichtige Rolle als Kontrollmittel, um Autoimmunreaktionen zu verhindern.

Trotz der Bedeutung dieser Moleküle, stecken die verfügbare Technik und die Werkzeuge zur Erkennung und Untersuchung von Glykoproteinen immer noch in ihren Kinderschuhen. Glykosylierte Peptide sind chemisch sehr unterschiedliche Verbindungen und erfordern spezifische Analysemaßnahmen, die nicht durch bestehende Verfahren erfüllt werden können. Der Umfang des von der EU finanzierten Projekt GLYCOPROTEOMICS (Quantitative glycomics and glycoproteomics for biomarker discovery) ist es, bestehende Methoden und Workflows für die systematische Untersuchung von Glykoproteinen voranzutreiben.

Zu diesem Zweck wird das Konsortium einen Workflow basierend auf der Methode der porösen graphitisierten Kohlenstoff- Flüssigkeitschromatographie (PGC-LC) gekoppelt mit einem hochempfindlichen Massenspektrometer entwickeln. Neben der automatisierten Hochdurchsatz-Kapazität ist dieses System in der Lage, die Feinstrukturmerkmale, die nicht durch einfache Methoden der Massenspektrometrie unterschieden werden können, zu quantifizieren. Mit diesem System planen die Forscher eine große Anzahl von Proben von entzündlicher Darmerkrankung zu analysieren, um krankheitsbedingte Glycosylierungsprofile zu identifizieren. Diese Informationen werden mit der Funktion der jeweiligen Glykoproteine ​​korreliert.

Insgesamt eröffnen die erzeugten Werkzeuge neue Wege für die Untersuchung und Überwachung einer diagnostisch unerforschten Gruppe von Molekülen. Glykosylierungssignaturen, die mit bestimmten Krankheiten assoziiert sind, könnten in der Zukunft für Krankheitsprognose und Therapieüberwachung eingesetzt werden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Glykosylierung, Glykoproteine, Massenspektrometrie, entzündliche Darmerkrankung
Datensatznummer: 175027 / Zuletzt geändert am: 2016-01-28
Bereich: Biologie, Medizin