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FP7

GEC Ergebnis in Kürze

Project ID: 303862
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Irland

Evaluatives Lernen bei positiven oder negativen psychologischen Funktionen

Evaluatives Lernen bzw. Konditionierung bezeichnet den Prozess, wenn ein Reiz als positiv oder negativ wahrgenommen wird, weil er mit einer bestimmten Assoziation verbunden ist. Eine EU-finanzierte Studie führte eine Testreihe durch, um das Wissen um dieses Thema voranzubringen.
Evaluatives Lernen bei positiven oder negativen psychologischen Funktionen
Evaluativem Lernen kommt nicht nur bei der Entwicklung von Präferenzen und Abneigungen eine wichtige Rolle zu, sondern auch bei verschiedenen klinischen Störungen wie Depression. Das Projekt GEC (A model of generalised evaluative conditioning) erweiterte den bisherigen Kenntnisstand darüber, wie psychische Funktionen durch Gleichheit (Äquivalenzbeziehungen) verändert werden.

Die Forscher arbeiteten an einem Modell für allgemeine evaluative Funktionen, recherchierten entsprechende Fachliteratur und wendeten Methoden des evaluativen Lernens mit abgeleiteten relationalen Reaktionen an. Sie untersuchten, inwieweit die Struktur dieser Funktionsklassen allgemeingültige Aussagen beeinflusst und ob sich dieser Funktionstransfer auch auf ungleiche Beziehungen erweitern lässt.

Dem Ansatz liegt die Idee zugrunde, dass, im Gegensatz zu Gleichheitsbeziehungen allein eine solche Übertragung bessere und vielleicht verschiedene Verallgemeinerungen auf evaluatives Lernen zulässt. Dies ist wichtig für die Modellierung von Verhaltensweisen, die gezielt verändert werden sollen, um eine allgemeine negative Selbstbewertung zu vermeiden.

In fünf Versuchsanordnungen wurde die Transformation von Funktionen über abgeleitete Stimulusrelationen untersucht. Versuch 1 und 2 befassten sich mit Verstärkung, durch die entweder gute oder schlechte kausale Evaluationen erzeugt wurden. Diese wurden danach anhand von Reizen kategorisiert, die bereits Stimulusäquivalenzklassen mit der gleichen Funktion (gut oder schlecht) zugeordnet worden waren. Versuch 3 und 4 untersuchten, wie durch Stimulusäquivalenzklassen der Eindruck von Exklusion und Inklusion vermittelt wird. Das fünfte Experiment etablierte in einem nicht willkürlichen relationalen Trainings- und Testverfahren kontextuelle Signalfunktionen über willkürliche Stimuli.

Die Ergebnisse aus den ersten vier Experimenten zeigen, dass Stimulusäquivalenz ein anwendbarer theoretischer Rahmen für neue Erkenntnisse zur derivierten Verallgemeinerung von negativen Werturteilen ist – etwa Selbstwirksamkeit und Ausgrenzung. Experiment 5 belegte erstmals, dass derivierte Ausgrenzung über Opposition stattfinden kann - wenn man sich selbst als von einer Aufgabe ausgeschlossen betrachtet und die Annahme dann auf eine zweite Aufgabe ausweitet, die der ersten Aufgabe entgegensteht.

Insgesamt brachten die Projektergebnisse neue Erkenntnisse über die Negativbewertung von Reizen und zu Einflussfaktoren, die negativen Transfer und soziale Ausgrenzung befördern. Die Studie trägt viel dazu bei, klinische Erkrankungen genauer zu ergründen und auf dieser Basis bessere Therapien zu entwickeln.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Evaluatives Lernen, psychologische Funktion, evaluative Konditionierung, klinische Störung, Reizäquivalenz
Datensatznummer: 175075 / Zuletzt geändert am: 2016-02-04
Bereich: Biologie, Medizin
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