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Fluorierte Zucker als bioaktive Sonden

Wie wichtig Kohlenhydrate für biologische Prozesse sind, ist allseits bekannt. Wird diesen Biomolekülen Fluor hinzugefügt, lässt sich ihre Aktivität auf molekularer Ebene messen, was für medizinische und biotechnologische Anwendungen nutzbar ist.
Fluorierte Zucker als bioaktive Sonden
Da die Forschung an fluorierten Glykokonjugaten aber noch relativ neu ist, untersuchte das EU-finanzierte FGLYP (Fluorinated sugars: Chemical tools for the study of carbohydrate-binding proteins) den Prozess im Detail, um dessen Potenzial auch für das breite Feld der Glycobiologie zu erschließen.

FGLYP entwickelte mithilfe von Methoden, die zum Teil aus dem Projekt stammten, eine Reihe fluorierter Kohlenhydrate und Lipide. Nach Anhängen der fluorierten Moleküle an die modifizierten Konstrukte wurde die Konformation mit modernsten spektroskopischen Verfahren untersucht, um Aufschluss über die Interaktion mit Zielproteinen oder Rezeptoren zu erhalten.

Die neuen Moleküle könnten breite Anwendung finden, etwa bei der chemischen Veränderung von Proteinen und als mögliche Antioxidationsmittel zur Behandlung von Gefäßerkrankungen. Das Team synthetisierte auch eine Reihe multivalenter Glykolipide, die die für biologische Rezeptoren typische Clusterbildung von Liganden imitieren. Weiterhin stellten sie auf verschiedenen Wegen perfluorierte Analoga von KRN7000 her, einem Liganden, der vor einer bestimmten Art septischem Schock schützt und bei verschiedenen In-vivo-Modellen eine stark tumorhemmende Wirkung hatte.

Die Stoffwechselprofile der neuen molekularen Konstrukte von FGLYP lassen sich zur Behandlung einer Reihe von Krankheiten wie Krebs und kardiovaskulären Krankheiten nutzen. Die Forschungsarbeit lieferte auch den Anstoß, sich näher mit Zuckerverbindungen zu befassen, die für quasi alle Organismen lebensnotwendig sind.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Fluor, Zucker, Bioaktivität, Kohlenhydrate, Glycokonjugate, Krebs, Herzkreislauferkrankungen
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